Debatte: zur eindimensionalen Wahrnehmung der Muslime
Debatte: Die Biografien von religiös-motivierten Extremisten zeigen ein auffälliges Muster. Ein großer Teil dieser Personen verfügte nicht über eine fundierte religiöse Bildung. Im Gegenteil.
07.05.2026 Cemil Şahinöz 4 Min. Lesezeit
Symbolbild: Erregung und Lautstärke auf einer Demonstration. (Foto: Sushil Nash, Unsplash)
(iz). Viele hatten nur sehr oberflächliche religiöse Kenntnisse, erlebten in ihrem Leben Orientierungslosigkeit und wiesen teilweise eine kriminelle Vergangenheit auf (vgl. Şahinöz, 2016). Dass sie sich innerhalb kürzester Zeit zu „heiligen Kriegern“ erklärten, lässt sich weniger theologisch als vielmehr psychologisch und soziologisch erklären.
In vielen Fällen glaubten gewöhnliche Straftäter, sie könnten ihrem leeren Leben durch wahlloses Töten einen Sinn geben. Gewalt bot ihnen Identität und Zugehörigkeit. An die Stelle eines ziellosen Lebens trat eine dramatische, vermeintlich heroische Erzählung. Religion wurde dabei häufig nicht als inhaltlich verstandenes Glaubenssystem genutzt, sondern als symbolisches Mittel der Legitimation.
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