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Tipps & Tricks: Was tun für gute Nachbarschaft?

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Der Kontakt und das gute Verhältnis zur Nachbarschaft gehört zu den wichtigen sozialen Tugenden im Islam. „Jibril (der Engel Gabriel) hat mir so lange den Nachbarn ans Herz gelegt, bis […]

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Wie sollten Muslime Nationalismus verstehen?

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Der Nationalstaat, bei dem ein bestimmtes Volk mit einer souveränen territorialen Einheit verbunden wird, ist ein modernes Phänomen. (iz). So schlossen sich beispielsweise die italienischen Stadtstaaten erst Ende der 1850er […]

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Das Denken in der Moderne

denken moderne heidegger

Die Lage der Muslime in der Moderne zeigt, warum Denken unverzichtbar ist. Wer die komplexen Argumentationsketten des Qur’ans, der Rechtslehre und der Theologie nachvollziehen will, muss wissen und denken können.

(iz). Martin Heideggers Vorlesung „Was heißt Denken?“ (1951/52) ist ein produktiver Ausgangspunkt für eine Diagnose der Gegenwart. Sie stellt die unbequeme Frage, ob eine Epoche voller Wissen, Methoden und Informationen deshalb schon eine denkende Epoche ist.

Sein Diktum, die Wissenschaft denke nicht, ist dabei nicht als primitive Geringschätzung der Wissenschaft zu lesen, sondern als Hinweis auf ihre methodische Begrenzung: Wissenschaft erklärt Gegenstände, aber sie fragt nicht notwendig nach dem Wesen des Denkens selbst.

Heidegger verbindet diese Provokation mit einer zweiten, die für das Verhältnis von Philosophie und Religion wichtig ist. Wenn der Logos nicht notwendig die Religion gefährdet, dann deshalb, weil Denken den Glauben nicht zerstören muss, sondern ihn vielmehr vor gedankenloser Verfestigung, ideologischer Verkrustung und leerer Wiederholung bewahren kann. Der entscheidende Satz Heideggers kreist um diese Phänomene: „Das Bedenklichste unserer bedenklichen Zeit ist, dass wir noch nicht denken.“

Foto: German Vizulis/Shutterstock

Nicht Wissensmangel ist das Grundproblem, sondern das Ausbleiben einer tieferen Besinnung auf das, was Wissen, Handeln und Urteilskraft überhaupt tragen soll. Für zivilgesellschaftliche Akteure wird es darum gehen, entsprechende Denkräume, die eine offene Debatte rund um die Herausforderungen unserer Zeit ermöglichen, zu etablieren.

Es versteht sich an diesem Punkt von selbst, Heidegger nicht unkritisch zu übernehmen. Die Debatte um seine philosophischen Tagebücher, die „Schwarzen Hefte“, hat mit neuer Schärfe gezeigt, dass seine Philosophie nicht einfach von seiner politischen Verstrickung in den Nationalsozialismus getrennt werden kann.

Der Philosoph Markus Gabriel hat – in seinem Luzerner Vortrag – mit Recht auf die biographischen Verfehlungen hingewiesen und eine Entmystifizierung Heideggers angeregt. Mit Wortspielen wie „Denken ist Danken“ kann der KI-Philosoph wenig anfangen. Wer vom Wesen des Denkens spricht, ist nicht von der Pflicht entbunden, die eigenen ideologischen Blindheiten zu prüfen.

Diese Debatte, die Gabriel anstößt, ist für die Gegenwart fruchtbar, weil sie daran erinnert, dass auch die Klage über das bloß „rechnende Denken“ selbst in einen Mythos umschlagen kann, wenn sie sich gegen Aufklärung, Öffentlichkeit oder überprüfbare Rationalität abschließt.

Nichtsdestotrotz stellen sich die Fragen, die Heidegger aufruft, nach dem Ereignis der Künstlichen Intelligenz heute in verschärfter Form. Denkt die KI? Wie verhalten wir uns zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, die eine Verarmung der Denkkapazität von Nutzern belegen?

Rein technisch gesehen verarbeiten KI-Systeme Daten, erkennen Muster, erzeugen Sprache und simulieren Problemlösungen in einer Weise, die menschlichen Denkakten ähneln. Dabei bleibt der Maschine die wesentliche Offenheit des Menschen für überlieferte Weisheit oder plötzliche Eingebung fremd.

KI Islam Kurzmeldungen

Foto: Dorodenkoff/Adobe Stock

Philosophisch ist noch nicht entschieden, was es bedeutet, wenn das Denken auf Informationsverarbeitung reduziert wird. Gerade hier bleibt Heideggers Frage aktuell, auch wenn seine eigene Antwort nicht ausreicht: Wenn Denken mehr ist als Rechnen, dann muss gezeigt werden, worin dieses „Mehr“ besteht, ohne in romantische Technikfeindschaft zurückzufallen.

Vielleicht liegt das Problem weniger in der Nutzung der Intelligenz von Maschinen an sich, solange unsere Verantwortung, Geschichtlichkeit, Selbstdeutung und die Fähigkeit, den eigenen Gebrauch von Begriffen zu befragen, nicht gefährdet wird. Die gedankenlose Nutzung der Technik wäre dann das Bedenkliche.

Von hier aus lässt sich die Krise des Denkens im Informationszeitalter genauer bestimmen. Die Gegenwart leidet nicht an einem Mangel an Daten, sondern an einem Überfluss an unverbundener Information.

Digitale Medien beschleunigen Kommunikation, aber Beschleunigung ersetzt keine Urteilskraft; Bilder ersetzen kein Verstehen und mathematische Wahrscheinlichkeit ersetzt keine Wahrheit.

Das Denken gerät in die Krise, wenn Begriffe nur noch zirkulieren, aber nicht mehr ausgelegt werden, wenn Urteile sofort produziert werden, ohne dass historische, sprachliche und institutionelle Kontexte mitbedacht werden, und wenn technische Systeme Antworten liefern, bevor überhaupt klar ist, was die eigentliche Frage war. Ironischerweise bestätigt die Künstliche Intelligenz nur einen alten Glaubenssatz: je tiefer die Frage, desto besser die Antwort.

An dieser Stelle ist es aufschlussreich, das Verhältnis von Religion und Technik zu bestimmen. Der Islam ist seinen Quellen und seiner Geistesgeschichte nach nicht denkfeindlich. Der Koran setzt Wissen nicht dem Glauben entgegen, sondern der Unwissenheit; die islamische Tradition hat zudem reiche Formen theologischer, juristischer und philosophischer Auslegung hervorgebracht.

Foto: FS-Stock/Adobe

Wer den Islam pauschal als Gegensatz zur Vernunft beschreibt, verfehlt daher bereits die historische und textuelle Komplexität der eigenen Quellen. Gerade im Koran wird immer wieder dazu aufgefordert, den Verstand zu gebrauchen, nachzusinnen und nicht blind zu folgen.

Besonders deutlich ist Sure 13:19, wo gesagt wird, dass nur diejenigen sich mahnen lassen, die Verstand besitzen. In Sure 16:125 wird dazu aufgerufen, mit Weisheit und guter Ermahnung zum Weg Gottes einzuladen und auf beste Weise zu argumentieren. Sure 17:36 mahnt, nichts zu folgen, wovon man kein Wissen hat. Sure 2:170 kritisiert das blinde Festhalten an den Vätern, wenn dieses ohne Verstehen geschieht. Und Sure 38:29 beschreibt den Qur’an als ein gesegnetes Buch, damit über seine Zeichen nachgesonnen werde.

Schon diese kurzen Verweise machen deutlich, dass ein „virtuelles“ Schnellstudium nicht ausreicht, um ein tieferes Verständnis der islamischen Lebenspraxis zu erlangen. Um das stets wachsende Angebot muslimischer Performer zu beurteilen, ihre Hintergründe und Absichten zu verstehen, braucht es die intellektuellen Fähigkeiten, die sie gerade nicht anbieten.

Hier gilt auch der Umkehrschluss: Kritik an der Religion, die auf das Denken verzichtet und versucht, auf Grundlage von Extremen das Verhalten einer ganzen Gruppe festzulegen, mangelt es ebenso an intellektueller Redlichkeit. Man muss hier immer wieder an eine Binsenweisheit erinnern: Das Niveau der Debatte steigt mit dem Bildungsgrad der Beteiligten.

Die Lage der Muslime in der Moderne zeigt, warum Denken unverzichtbar ist. Wer die komplexen Argumentationsketten des Qur’ans, der Rechtslehre und der Theologie nachvollziehen will, muss wissen und denken können. Um Analogien zu bilden, Begriffe in ihren Zusammenhang zu setzen und zwischen Quelle, Auslegung und Praxis zu unterscheiden, genügt weder Frömmigkeit noch Informationsbesitz allein.

Bedenklich ist deshalb, dass viele Akteure heute beide Voraussetzungen nicht mehr selbstverständlich erfüllen: Es fehlt entweder am Wissen über die eigene Tradition oder an der Fähigkeit, dieses Wissen begrifflich, historisch und praktisch zu durchdenken. (Paradox erscheinen heute die zahlreichen Fundamentalisten, die mit ihren Smartphones in der Hand, in den sozialen Medien, vor den Verirrungen der Moderne warnen.)

Gerade darin liegt die Gefahr der Reduzierung des Islam auf Symbole und Schlagworte. Wo Religion nur noch über die Markierung der ethnischen Zugehörigkeit, über Affekte oder über identitäre Symbolik vermittelt wird, verliert sie ihre argumentative Tiefe. Dann tritt an die Stelle des Verstehens die Wiederholung, an die Stelle der Auslegung der Reflex, an die Stelle der Urteilskraft das Lagerdenken.

Ein solcher Kurzschluss beschädigt nicht nur das Bild des Islam in der Öffentlichkeit, sondern auch die innere Fähigkeit der religiösen Tradition, sich selbst verstehend fortzubilden. Über Jahrhunderte waren kluge Muslime damit beschäftigt, einerseits die Grundlagen der Praxis zu bewahren und andererseits die technologischen Entwicklungen ihrer Zeit zu bewerten. 

Religiöse Begriffe sind nie einfach zeitlose Objekte, die man ohne Vermittlung in jede Epoche übertragen könnte. Begriffe wie Staat, Herrschaft, Gemeinschaft, Recht oder Öffentlichkeit tragen historische Lasten und moderne Bedeutungsverschiebungen in sich; sie müssen in ihren jeweiligen Kontexten gelesen werden, wenn religiöse Orientierung nicht zur Ideologie erstarren soll. Denken heißt hier: unterscheiden, historisieren, übersetzen und die Differenz zwischen Quelle, Auslegung und Praxis offenhalten.

Das Schüren von Emotionen mag eine verlässliche Methode zu Steigerung der Follower-Zahlen sein, die Bildung zu einem Verständnis und Erklärung der Bedeutung von geschichtlichen Ereignissen bleibt dabei oft auf der Strecke. 

Foto: zinkevych/Adobe Stock

Damit wird auch verständlich, warum Muslime das Denken nicht verlernen dürfen. Es geht nicht bloß darum, die Tradition gegen äußere Angriffe zu verteidigen, sondern darum, die eigene Lehre gegen innere Verengungen, verkürzte Lesarten und digitale Verzerrungen verstehbar zu halten. Soziale Medien verändern bereits religiöse Autorität, weil sie Aufmerksamkeit anders verteilen.

Die Anwendung der KI wird den religiösen Alltag weiter verändern, weil sie Antworten skaliert, Rituale begleitet, Bildung vermittelt und zugleich den Anschein erzeugt, Interpretation lasse sich automatisieren. Gerade deshalb muss stärker gedacht werden: nicht gegen die Religion, sondern um ihre Texte, ihre Praxis und ihre Gegenwartsfähigkeit verantwortlich zu verstehen.

Über Jahrhunderte war – mit guten Gründen – der persönliche, alltägliche Bezug zu muslimischen Gelehrten unverzichtbar. Heute müssen diese Autoritäten in der Lage sein, die Fragen unserer Zeit zu beantworten und das Denken – gerade der jungen Muslime – zu fördern und nicht zu verhindern.

Der eigentliche Konflikt verläuft daher heute nicht zwischen Religion und Philosophie. Er verläuft zwischen Denken und Gedankenlosigkeit innerhalb der Moderne selbst. Auch Muslime stehen vor derselben Herausforderung wie andere religiöse und nichtreligiöse Menschen: die eigenen Quellen nicht als starre Parolen, sondern als auslegungsbedürftige Sinnräume zu lesen, in denen historische Erfahrung, sprachliche Genauigkeit und gegenwärtige Verantwortung zusammenkommen.

Nur unter dieser Bedingung kann die religiöse Praxis in einer technologisch beschleunigten Welt mehr sein als Identitätsbehauptung oder Weltverneinung. Wer nachdenkt, wird zustimmen, dass sich der Charakter eines jeden Menschen in seinem Verhalten zeigt.

Der Satz, dass wir nicht denken und dass dies das Bedenklichste sei, gewinnt so eine neue Bedeutung. Er bezeichnet nicht nur eine philosophische Lage, sondern eine gemeinsame zivilisatorische Aufgabe. Wo Denken schwindet, gewinnen Ideologien, Automatismen und Ersatzgewissheiten an Macht.

Wo Denken geübt wird, entsteht die Möglichkeit, Texte neu zu verstehen, Technik verantwortlich zu gebrauchen und Glauben von der Möglichkeit der Verhärtung zu befreien. Die Frage nach dem Denken ist daher keine akademische Randfrage, sondern eine Bedingung geistiger Freiheit in der Moderne. Es ist kein Zufall, dass Denkverbote zuverlässig alle denkbaren autoritären Systeme kennzeichnen.

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Muslime nach Anschlag von Berlin: breite Front gegen Hass und Fanatismus

influencer Muslime Berlin Anschlag

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD melden sich im ganzen Land muslimische Verbände, Imame und Religionsgemeinschaften zu Wort.

(iz). Von KRM über IGMG und Schura Hamburg bis zu einzelnen Imamen verurteilen sie die Tat entschieden, stellen klar, dass religiös begründete Gewalt keine Legitimation besitzt, und fordern Prävention statt pauschaler Hetze gegen Muslime.

Was über den Anschlag und Täter bekannt ist

Am späten Abend des 25. Juli 2026 fährt Abdul B., ein 21‑jähriger in Berlin geborener deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund, mit einem Fahrzeug am Rand des Christopher Street Day in eine Menschengruppe im Großen Tiergarten.

Eine Frau kommt ums Leben, mindestens 16 bis 29 Menschen werden verletzt, mehrere zunächst lebensbedrohlich. Der Fahrer verlässt das Fahrzeug und flieht, während Einsatzkräfte sich um Verletzte kümmern und den Bereich sichern.

Die Ermittler fahnden öffentlich nach Abdul B., der den Sicherheitsbehörden als „Gefährder“ bekannt war und der Szene gewaltorientierter Milieus zugerechnet wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft betonten, dass Motivlage und mögliche Unterstützer weiter geprüft werden müssen.

Foto: DABLJU/Adobe Stock

Am folgenden Tag wird Abdul B. in einer Kleingartenanlage in Berlin‑Spandau vom SEK gestellt. Nach Angaben der Polizei greift er die Beamten mit einer Stichwaffe an, woraufhin Schüsse fallen. Trotz Reanimationsversuchen stirbt er an den Folgen der Schussverletzungen.

Die Bundesanwaltschaft übernimmt das Verfahren, das als möglicher Terroranschlag gegen die betroffene Community und die Freiheit der gesamten Gesellschaft geführt wird.

Muslime reagieren breit und eindeutig mit Ablehnung

Während Ermittlungsbehörden den bekannten Täter Abdul B. einordneten und nach möglichen Unterstützern suchten, richtete sich der Blick vieler Medien schnell auf die muslimische Bevölkerung insgesamt.

Genau hier setzen die Stellungnahmen von Verbänden, Räten und einzelnen Imamen an: Sie formulieren eine eigenständige, religiös begründete Kritik an Fanatismus und Hass, die sich von polarisierenden Debatten absetzt.

Ramadan Berlin Imame Rat Leitfaden

Foto: Muslimische DiaLogen

„Terror, Hass und Gewalt besitzen keinerlei religiöse Legitimation“

Der Rat Berliner Imame erneuert in einer ausführlichen Pressemitteilung seine Solidarität mit den Opfern, ihren Angehörigen und der queeren Community. Sie schreiben, der Anschlag mache deutlich, „dass religiös begründeter Extremismus, ebenso wie andere Formen des Extremismus und Menschenfeindlichkeit, eine reale Gefahr für unsere Gesellschaft darstellen“.

Zugleich betonen sie: „Terror, Hass und Gewalt besitzen keinerlei religiöse Legitimation“, und wer die Religion benutze, „um Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer Identität, ihrer Überzeugungen oder ihrer Lebensweise auszuüben oder gar zu töten, handelt nicht im Einklang mit den ethischen Grundsätzen unserer Religion“.

Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Schutz des Lebens und Achtung der Menschenwürde werden als zentrale Fundamente des Islam benannt. Besonders hervorheben die Imame die Notwendigkeit der Prävention: Radikalisierung sei „meist das Ergebnis eines schleichenden Prozesses, der sich heute häufig im Internet und in sozialen Medien vollzieht“.

Entsprechend müsse man junge Menschen früh erreichen, ihnen Orientierung und Perspektiven geben und jene stärken, „die Warnsignale erkennen und Verantwortung übernehmen“.

„Schutz des Lebens als Kern des Glaubens“

Die IGMG reagiert mit einer eigenen Stellungnahme, in der ihr Generalsekretär Ali Mete den Angriff „mit aller Entschiedenheit“ verurteilt. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der getöteten Frau, den Verletzten und allen Menschen, die diese Tat miterleben mussten“, erklärt er.

Die menschenverachtende Ideologie des sogenannten „IS“ wird als „fundamentaler Widerspruch zu den Werten des Islams“ bezeichnet. Der Qur’an messe dem Schutz des menschlichen Lebens höchste Bedeutung bei, die Würde jedes Menschen gehöre zu den unveräußerlichen Grundlagen des Glaubens.

Mete sagt dazu: „Wer Menschen angreift, ermordet oder in Angst versetzt, handelt nicht im Namen des Islams, sondern folgt einer menschenverachtenden Wahnideologie. Er missbraucht Religion, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen. Dafür darf es weder religiöse noch politische Entschuldigungen geben.“

Die IGMG begrüßt ausdrücklich die Arbeit der Sicherheits- und Ermittlungsbehörden, warnt aber davor, laufende Ermittlungen „durch Spekulationen oder pauschale Schuldzuweisungen“ zu belasten.

„Wer sich dabei auf den Islam beruft, missbraucht unsere Religion“

Auch die Schura Hamburg, als Zusammenschluss von Moscheegemeinden und islamischen Organisationen, meldet sich zu Wort. Bei einer Solidaritätsveranstaltung für die Opfer erklärt der Vorsitzende Fatih Yildiz, er gedenke der Toten, drücke Verletzten und Angehörigen sein Mitgefühl aus und wende sich gegen den Versuch, Gewalt religiös zu begründen.

Wörtlich wird er mit den Worten zitiert: „Wer Menschen angreift, begeht ein schweres Unrecht. Und wer sich dabei auf den Islam beruft, missbraucht unsere Religion.“

Yildiz unterstreicht, dass die Schura als islamische Religionsgemeinschaft Verantwortung übernehme: „Für Hass, Gewalt und extremistische Ideologien darf es in den muslimischen Gemeinden keinen Platz geben.“ Zugleich weist er hin, dass der Anschlag die gesamte Gesellschaft treffe und Muslime „eine Bevölkerungsgruppe sind, die gerade viel Hass und Hetze abbekommt“.

Der KRM und weitere Verbände schließen sich an

Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) und weitere Verbände schließen sich der Linie deutlich formulierter Solidarität und Abgrenzung von religiös begründeter Gewalt an. Sie verurteilen den Anschlag, bekunden Anteilnahme gegenüber der queeren Community und betonen, dass Attacken auf friedlich feiernde Menschen Angriffe auf die Freiheit aller sind.

In verschiedenen Landesstrukturen – etwa in Nordrhein‑Westfalen und Hamburg – wird diese Haltung in Posts und kurzen Mitteilungen wiederholt, in denen Begriffe wie Menschenwürde, Freiheit, Sicherheit und Verantwortung eine zentrale Rolle spielen.

Damit entsteht ein breites Spektrum muslimischer Stimmen, die in Ton und Inhalt ähnlich argumentieren: klare Verurteilung des Anschlags, Betonung der Unvereinbarkeit von Gewalt und islamischen Grundwerten, Solidarität mit den Betroffenen und Warnung vor pauschaler Stigmatisierung.

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Tag gegen antimuslimischen Rassismus: Hintergründe jenseits der Symbolik

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Tag gegen antimuslimischen Rassismus: 2024 und 2025 haben sich die Diskussionen um Muslimfeindlichkeit in Deutschland weiter zugespitzt. (iz). Zivilgesellschaftliche Lagebilder, wissenschaftliche Studien und der Abschlussbericht des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit zeichnen […]

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Muslime und der Raum: Wer prägt wen?

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Muslime und der Raum: Wer nur die Menschen betrachtet, aber nicht die Räume, in denen sie sich alltäglich bewegen, versteht nur die Hälfte der Herausforderung. (iz). Ein Text des kanadischen […]

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Srebrenica als Erinnerungsort der europäischen Muslime

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Der Genozid von Srebrenica gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa nach 1945. Für Bosniaken ist der 11. Juli ein Tag der Trauer und des Widerstands gegen das Vergessen. Für […]

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Ein europäischer Gipfel der anderen Art

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Ein Kölner Gipfel über Muslime in Ost- und Südosteuropa, im Kaukasus und in Teilen Asiens fällt in eine Zeit, in der sich in diesen Regionen alte Bruchlinien und neue Herausforderungen überlagern.

(iz). Auf Einladung der IGMG und Hasene International kamen Mitte Juni Vertreter islamischer Gemeinschaften von Deutschland und Österreich über den Balkan bis in den Kaukasus, nach Zentralasien und bis in die Mongolei zusammen, um über religiöse Bildung, Minderheitenrechte, institutionelle Fragen und soziale Notlagen zu beraten.

Der Rahmen war bewusst breit gewählt: von etablierten Minderheiten in Südosteuropa über kriegsgeprägte Kontexte wie die Ukraine bis hin zu kleinen Gemeinschaften im Baltikum oder in der Steppe Zentralasiens.

Die Berichte aus den verschiedenen Ländern zeichnen ein Bild großer Vielfalt, das dennoch von wiederkehrenden Motiven durchzogen ist. In Deutschland und Österreich stehen Fragen der rechtlichen Gleichstellung, der strukturellen Anerkennung und der Ausbildung religiösen Personals im Vordergrund.

Muslimische Organisationen betonen, dass es nicht um Sonderrechte geht, sondern um den Zugang zu jenen Instrumenten, die anderen Religionsgemeinschaften längst zur Verfügung stehen – etwa in der Seelsorge, beim Religionsunterricht oder bei der Finanzierung religiöser Infrastruktur.

Gleichzeitig rückt die junge Generation in den Blick, für die die Herkunftsländer der Großeltern immer mehr verblassen und die ihre muslimische Identität in einer weitgehend säkular geprägten Umgebung neu verorten muss.

Pressebilder: IGMG/Hasene International

Gipfel europäischer Muslime: Im Osten verschieben sich Schwerpunkte

Weiter südlich und östlich verschieben sich die Schwerpunkte. In den Nachfolgestaaten Jugoslawiens sowie in Bulgarien, Rumänien oder Griechenland sind viele muslimische Gemeinschaften historisch gewachsene Minderheiten, deren Existenz weit vor die jüngeren Migrationsbewegungen zurückreicht. Hier dominieren Fragen von Minderheitenstatus, Restitution von Religionsstiftungen, Sprachenpolitik und politischer Repräsentation.

Die Situation der bosniakischen Muslime ist durch die ungelösten Spannungen der neunziger Jahre geprägt, denen sich – wie Dr. Harun Karčić analysiert – seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine neue sicherheitspolitische Risiken hinzugesellt haben. Bosnien-Herzegowina bleibt ein fragiles Gebilde; prorussische und nationalistische Akteure bedienen sich rhetorischer und politischer Muster, die aus der Zeit vor dem Krieg bekannt sind.

Im serbischen und im montenegrinischen Sandschak, in Mazedonien oder im Kosovo verbindet sich die religiöse Dimension mit ökonomischer Benachteiligung und dem Tauziehen um Einfluss zwischen regionalen und externen Akteuren.

Die Vertreter dieser Regionen in Köln beschrieben u.a. die schleppende Rückgabe des Eigentums von früheren Stiftungen (Vakif), interne institutionelle Spannungen und den Druck, unter Bedingungen begrenzter Ressourcen funktionsfähige Strukturen zu erhalten.

Hinzu kommen diskursive Zuschreibungen von außen: Der Balkan taucht im westlichen Diskurs wahlweise als „Brutstätte“ extremistischen Islamismus oder Zone externer Einflussnahme auf, was dem überwiegend pragmatisch-konservativen Islam der Region nur bedingt entspricht.

rechtsurteile alim

Foto: kmbs.ua

Konfliktlinien im Balkan, der Ukraine und dem Kaukasus

Von besonderer Schärfe sind die Konfliktlinien in der Ukraine und im Umfeld des Kaukasus. Der Bericht des ukrainischen Muftis auf der Konferenz verwies auf die lange Geschichte des Islam im Land, die eng mit den Krimtataren verbunden ist, und auf die mehrfachen Verschiebungen durch Deportationen, Annexion und Krieg.

Mit dem Angriff Russlands hat sich nicht nur die Demografie der muslimischen Bevölkerung verändert; Moscheen und islamische Zentren wurden zu Knotenpunkten humanitärer Hilfe, während Geistliche an der Front seelsorgerische und praktische Aufgaben übernahmen.

Ähnliche Verschränkungen von Religion, Sicherheitspolitik und geopolitischer Konkurrenz lassen sich ebenso im Südkaukasus beobachten, wo eingefrorene Konflikte wie in Berg-Karabach jederzeit wieder aufbrechen können.

In den klassischen muslimischen Kernräumen Eurasiens – etwa in Russland selbst, in Tatarstan, Tschetschenien oder im weiteren Raum Zentralasiens – verbindet sich spirituelles Leben mit autoritären politischen Rahmenbedingungen und einem dichten Geflecht staatlicher Kontrolle.

Viele der in Köln anwesenden Vertreter aus Georgien, Kirgisistan oder angrenzenden Regionen berichteten von der Aufgabe, religiöse Bildungseinrichtungen aufzubauen, qualifizierte Imame zu gewinnen und zugleich jene Spielräume zu nutzen, die Staaten überhaupt zulassen.

Ein Thema ist dabei die Anziehungskraft externer Angebote und die Verbreitung vereinfachender oder extremistischer Lesarten über digitale Kanäle, denen mit solider Grundbildung begegnet werden soll.

Eine eher leise, aber symbolisch nicht zu unterschätzende Rolle spielen kleinere Gemeinschaften in Ländern wie Polen, Litauen, Estland oder der Mongolei. In den Staaten am östlichen Ostseeufer verweisen die Vertreter auf die jahrhundertealte Präsenz muslimischer Tataren und zugleich auf Schwierigkeiten, bei Stadterweiterung und Denkmalschutz mit historischen Moscheestandorten und Friedhöfen Gehör zu finden.

In Polen und den baltischen Republiken kommt die Herausforderung hinzu, dass öffentliche Wahrnehmung von Muslimen oft stärker von Debatten in Westeuropa gemünzt ist als von der eigenen Geschichte. In der Mongolei wiederum handelt es sich um eine kleine Minderheit mit regionaler Konzentration, die aus dem kasachisch geprägten Westen des Landes stammt und um Basiskompetenzen wie religiöse Bildung in der Landessprache, institutionelle Verstetigung und einfache Infrastruktur ringt.

Foto: Shutterstock/Monkey Business Images

Es gibg verbindende Herausforderungen

Einige Querschnittsthemen ziehen sich durch alle Berichte. Dazu gehören der Mangel an qualifiziertem religiösem Personal, die Notwendigkeit, junge Menschen unter Bedingungen einer globalisierten Medienlandschaft zu begleiten, und die Erfahrung, dass antimuslimischer Rassismus, auch wenn er sich lokal unterschiedlich äußert, in seinen Grundmustern wiedererkennbar ist.

In Österreich etwa wurden zuletzt wieder steigende Zahlen islamfeindlicher Vorfälle dokumentiert, während in Griechenland das beständige Ringen um Anerkennung der türkischen Minderheit in Westthrazien die Beziehungen zwischen Staat und Gemeinschaft belastet.

Im Hintergrund steht eine europäische Diskussion, in der der Islam, insbesondere in den östlichen und südöstlichen „Peripherien“, häufig als Sicherheitsproblem oder als Projektionsfläche geopolitischer Rivalitäten erscheint.

In diesem Kontext gewinnen Begegnungen wie das Kölner Event eine Bedeutung, die über das Format einer singulären Tagung hinausreicht. Die Veranstalter betonten, es gehe nicht darum, „einmal zusammenzukommen und dann wieder auseinanderzugehen“, sondern um den Aufbau belastbarer Kommunikationswege zwischen sehr unterschiedlichen Kontexten: Mehrheitsgesellschaften mit muslimischen Minderheiten, mehrheitlich muslimischen Gesellschaften mit autoritären Regierungsformen und kleinen, oft übersehenen Gemeinschaften, deren Situation in großen Lagebildern kaum vorkommt.

Die Themen reichen von Ausbildungsgängen über die Finanzierung religiöser Infrastruktur und humanitärer Hilfe bis zu Fragen politischer Repräsentation und rechtlicher Gleichstellung.

Das gemeinsame Bild auf eine unterschätzte Region (um das sich bspw. die „Islamische Zeitung“ bemüht) ist ambivalent.

Auf der einen Seite gibt es in vielen Ländern eine bemerkenswerte institutionelle Verdichtung muslimischer Präsenz: Muftiate, Räte, Zentren und Bildungsinstitutionen, die nach Jahrzehnten der Repression, des Krieges oder des legalen Vakuums mühsam aufgebaut wurden.

Auf der anderen bleiben diese Strukturen fragil. Sie werden nicht selten angefochten durch nationalistische Projekte, autoritäre Staaten, wirtschaftliche Schwäche(n) und transnationale Konflikte, die in den Alltag hineinragen.

* Unter Verwendung von Informationen der „Perspektif“ vom 13. Juni.

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Ein europäischer Erinnerungsraum: Lebenswelten der Muslime im Osten

krimtataren europäisch muslime

Zwischen Sarajevo und der Krim kann man den europäischen Geist auf wenigen hundert Metern ablaufen. (iz). Zwischen Basar, Kirche, Synagoge und Moschee verdichten sich Jahrhunderte, in denen Muslime, Katholiken, Orthodoxe […]

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Muslime in Osteuropa – von Polen bis zum Kaukasus

muslime osteuropa polen

Die Muslime im östlichen und südöstlichen Teil Europas werden häufig übersehen – auch von den islamischen Communitys im Rest des Kontinents.

(iz). Fallen Begriffe wie „Muslime in Europa“ oder „Islam in Europa“ werden die meisten wohl vor allem und zuvorderst an die migrantischen bzw. postmigrantischen Gemeinschaften im Westen und Norden der EU denken.

Viele sehen zuerst ihre Communitys in Westeuropa – Moscheen in Paris, Berlin oder London. In den öffentlichen Debatten tauchen dagegen die traditionellen Muslime im Osten des Kontinents meist nur am Rand auf.

Dabei prägen sie seit Jahrhunderten still, aber beständig das religiöse und kulturelle Gesicht Europas. Eine Präsenz in der Debatte würde den vermeintlichen Gegensatz von „Islam“ und „Europa“ infrage stellen.

Treffen mit dem Mufti von Polen in der Moschee von Bialystok. (Foto: Anna Krasnicka)

In Polen und im Baltikum etwa leben tatarische Familien, deren Vorfahren seit dem Spätmittelalter im damaligen polnisch‑litauischen Reich sesshaft wurden.

Ihre kleinen Holzmoscheen in Orten wie Bohoniki oder Kruszyniany, Friedhöfe mit schlichten Grabsteinen und zweisprachige Inschriften erzählen von einer Verwurzelung vor Ort.

Viele dieser Lipka-Tataren verstehen sich als Teil der Mehrheitsgesellschaft – „zuerst Polen, dann Muslime“ – und verbinden Gebet, eigener Tradition und nationale Loyalität ohne große Worte.

Foto: Danita Delimont, Adobe Stock

Weiter südlich, auf dem Balkan, gehört der Islam für Millionen Menschen einfach zur Normalität des Alltags. In Bosnien‑Herzegowina, Bulgarien, Albanien, Kosovo oder Teilen Nordmazedoniens strukturieren Moscheen, Tekken und Familienfeste den Jahreslauf, neben orthodoxen Kirchen und katholischen Pfarreien.

Zwischen Kaffeehäusern, Sufi‑Gemeinschaften, studentischen Initiativen und NGOs entsteht ein buntes Bild gelebter Religion, das weniger von Konflikterzählungen als von Nachbarschaft, Musik und regionalen Dialekten geprägt ist.

Foto: Artem Merzlenko, Adobe Stock

In der Ukraine erinnern die Krimtataren mit ihren Gemeinden, Kulturtagen und Medienangeboten daran, dass der Islam dort eine lange Geschichte hat. Ihre Sprache, ihre Küche und die an Familien und Dorfstrukturen orientierte Frömmigkeit wurden über Jahrzehnte der Verfolgung und Vertreibung hinweg bewahrt.

Auch in anderen Regionen des Landes knüpfen jüngere Muslime an diese Traditionen an und tragen sie in Universitätsstädte und zivilgesellschaftliche Projekte.

Im europäischen Teil Russlands und im Kaukasus wiederum bilden sie eine der großen, selbstverständlichen Komponenten der Gesellschaft. In Tatarstan und Baschkortostan, in Dagestan, Tschetschenien oder Inguschetien füllen sich Freitagsmoscheen ebenso wie Universitäten, Kulturhäuser und Sportvereine.

Hier wird diskutiert, wie sich klassische Gelehrsamkeit, sufische Traditionen und die Erwartungen einer jungen, urbanen Generation miteinander verbinden lassen – oft mit Gelassenheit und Humor.

Überall in diesen Regionen arbeiten muslimische Gemeinden heute daran, ihre Tradition sichtbar zu halten und zugleich offen für die Gesellschaft zu sein. Sie organisieren Nachhilfe, Kulturfestivals, soziale Projekte und digitale Bildungsangebote – häufig in enger Kooperation mit nichtmuslimischen Partnern.

Wer auf diese Landkarte schaut, entdeckt ein anderes Bild des europäischen Islams: weniger polarisierte Schlagzeilen, mehr Nachbarschaft, Beharrlichkeit und die stille Selbstverständlichkeit, hier als Muslime zuhause zu sein.