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UN: Frauen in Afghanistan leben mit Angst und Depressionen

Foto: Jono Photography, Shutterstock

Genf (dpa). Mädchen und Frauen in Afghanistan droht nach den Worten der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, eine düstere Zukunft. „Wir tragen alle Verantwortung“, sagte Bachelet am 1. Juli in einer Dringlichkeitsdebatte im UN-Menschenrechtsrat in Genf. „Wir müssen sicherstellen, dass die Rechte aller Frauen und Mädchen geschützt und gefördert werden.“

Bachelet zeichnete ein düsteres Bild der Realität in dem Land: Gewalt und Schikanen gegen Frauen, Angriffe auf Richterinnen, Anwältinnen, Unternehmerinnen und Journalistinnen nähmen zu. Ihre Bewegungsfreiheit werde eingeschränkt, die Kleidervorschriften würden verschärft und höhere Schulbildung für Mädchen gestoppt. Angst und Depression machten sich breit. Dabei brauche Afghanistan in der Wirtschaftskrise den Beitrag der Frauen, die dafür aber Ausbildung und Bewegungsfreiheit brauchten.

Die seit der Machtübernahme im vergangenen Sommer regierenden Taliban hätten nach internationalem Recht die Pflicht, Diskriminierung gegen Frauen zu unterbinden und ihre gleichberechtigte Teilnahme am Gesellschafts- und politischen Leben sicherzustellen, sagte Bachelet. Sie rief die Taliban auf, sich mit Behörden in anderen muslimischen Ländern austauschen, wie Frauenrechte im Kontext der Religion umgesetzt werden können.

Die EU-Botschafterin Lotte Knudsen sprach von einer Tragödie, „dass der Hälfte der afghanischen Bevölkerung das Recht auf vollständige, gleichberechtigte und sinnvolle Teilhabe an der Gesellschaft verweigert wird“. „Es ist einfach ein Drama, dass die Zukunft von Millionen von Mädchen durch die Entscheidung der Taliban gefährdet ist, ihnen nicht zu erlauben, unterrichtet zu werden, zu lernen und sich auf ihr zukünftiges Leben vorzubereiten.“