Gedanken von Mohammed Ammer

(iz). „Gekommen ist die Wahrheit und dahingeschwunden ist die Falschheit.“ (Al-Isra, 81) Ein weit verbreiteter Irrtum unter den Muslimen, aus […]

30.05.2015 .Redaktion 2 Min. Lesezeit

(iz). „Gekommen ist die Wahrheit und dahingeschwunden ist die Falschheit.“ (Al-Isra, 81) Ein weit verbreiteter Irrtum unter den Muslimen, aus dem viele Probleme entstanden sind, ist, dass die Wahrheit durch ihr Gegenteil, die Falschheit, definiert werden kann. Im Qur’an jedoch heißt es: „Gekommen ist die Wahrheit und dahingeschwunden ist die Falschheit; wahrlich, das Falsche verschwindet bestimmt.“

Die Erde ist nicht kugelförmig, weil sie nicht flach ist. Sie ist kugelförmig, weil sie kugelförmig ist. Die göttliche Wahrheit wird einzig und allein mit der Wirklichkeit definiert. Der Islam lehrt, dass Allah, der Erhabene, die einzige Wirklichkeit ist. Er ist die Wahrheit. Er besitzt einzig allein die Wahrheit (die Urschrift) und Er offenbarte den Menschen die Wahrheit (Thora, Evangelium und Qur’an).

Was passiert jedoch, wenn die Wahrheit anhand ihres mutmaßlichen Gegenteils definiert wird? Einige behaupten, dies trage zum Verständnis der Wahrheit bei und stärke sie in ihren Elementen (wie dem Verständnis von Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit Allahs). Eine solche Definition verzerrt jedoch die Wahrheit, ihre Botschaften und führt zu falschen Schlussfolgerungen. Zwischen der Wahrheit und der Falschheit zu differenzieren, um daraus Konsequenzen für das eigene Leben zu ziehen, ist daher laut Qur’an die islamisch korrekte Vorgehensweise.

Es sind nicht zwei Seiten ein und derselben Medaille: schwarz-weiß oder Gut gegen Böse. Die Relation der göttlichen Wahrheit zur menschlichen Falschheit liegt nicht auf einer Ebene. Die göttliche Wahrheit schuf die menschliche Falschheit (dazu Sure Al-Falaq). Die zu Beginn, bei der Geburt Gott ergebene Seele jedes einzelnen Menschen (Fitra), die sich durch Worte und Taten in das menschlich Falsche verirrt, soll sich auf die Suche nach der wirklichen Wahrheit machen. Tut dies der Mensch mit reinem Herzen, ist das Rechtleitung, Gottes Wahrheit.

Falschheit ist ein kurz anhaltender irdischer Zustand. Hingegen ist Wahrheit eine durchgängig existierende Wirklichkeit – ohne einen Anfang und ein Ende (dazu die 99 Namen Gottes). Allein der zeitlichen Perspektive wegen können die beiden keine Gegenteile sein. Wenn die Wahrheit anhand der Falschheit definiert wird, dann ist diese Wahrheit weder göttlich noch wirklich. Eine Wahrheit, die nicht göttlich ist, ist nicht wirklich. Und eine Wahrheit, die nicht wirklich ist, ist keine Wahrheit. Wer sie verbreiten will, definiert sie in ihrer absoluten Form: der göttlichen Wirklichkeit. Das ist der reine Monotheismus, Islam.

Muslime tun nichts anderes, wenn sie die Einheit, Einzigartigkeit und fortbestehende nie endende Anwesenheit Allahs bezeugen als genau diese wirkliche Wahrheit zu ­akzeptieren.

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