Hassverbrechen gegen Minderheiten besser dokumentieren

Foto: Fibonacci Blue, flickr | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Wien (KNA). Hassverbrechen gegen religiöse Minderheiten besser zu dokumentieren, fordert die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Das ist ein Ergebnis des am 18. November in Wien vorgestellten „Hate Crime Data“-Berichts, den das Menschenrechtsbüro ODIHR der Organisation, verfasst hat.

Der Report dokumentiert für das vergangene Jahr etwa 7.000 gegen Menschen und Einrichtungen gerichtete Vorfälle in 45 OSZE-Staaten, darunter auch 577 Hassvorfälle gegen Christen und christliche Einrichtungen. Rund 4.600 Menschen seien Opfer von Hassverbrechen geworden, wobei die überwiegende Mehrheit der Taten nicht gemeldet werde. „Das bedeutet, dass wir nie die tatsächliche Anzahl der Opfer erfahren werden“, heißt es in dem Bericht.

Unter „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ ordnet der Report 3.033 der dokumentierten Vorfälle ein, weitere 1.704 betreffen antisemitisch motivierte Hassverbrechen, in 1.278 Meldungen ging es um die sexuelle Orientierung von Menschen. 577 Hassverbrechen, mit 268 als Opfer ausgewiesenen Personen, richteten sich gegen Christen beziehungsweise christliche Gotteshäuser, Symbole und Einrichtungen. Gegen Muslime verzeichnet der Report 511 Hassverbrechen, 101 dokumentierte Vorfälle richteten sich gegen Roma und Sinti.

Gesammelt wurden die Daten für den OSZE-Bericht von 148 zivilgesellschaftlichen Gruppen, dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und verschiedenen OSZE-Missionen. Beteiligt ist etwa auch das in Wien angesiedelte „Observatory On Intolerance And Discrimination Against Christians In Europa“ (OIDAC), das jährlich seine Daten für den Report bereitstellt.

Global sei eine zunehmend herausfordernde Dynamik der Intoleranz gegenüber gläubigen Menschen zu beobachten, erklärte die seit September amtierende neue OIDAC-Direktorin Madeleine Enzlberger am gleichen Tag. „Leider ist Intoleranz mit ihren marginalisierenden Auswirkungen ein Phänomen, das auch im Alltag europäischer Christen weit verbreitete Realität ist“, so die Expertin.

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