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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 375: von Gewalt gegen Helfer bis zu Angriffen auf US-Moscheen

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Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 375 reichen dieses Mal von der steigenden Gewalt gegen humanitäre Helfer, über Siedlungen im Westjordanland bis zu Angriffen auf US-Moscheen.

Religionsführer sollen Hilfe sicher machen

ROM (KNA/IZ). Angesichts Hunderter getöteter Mitarbeiter von Hilfsorganisationen im vergangenen Jahr ruft Caritas Internationalis religiöse Autoritäten auf, ihren Einfluss geltend zu machen. Mit ihrer Vertrauensbasis könnten sie bei Konfliktparteien auf die Wahrung humanitärer Grundsätze hinwirken, teilte der im Vatikan ansässige weltweite Dachverband katholischer Caritas-Organisationen am 19. August mit. Als Beispiel verwies der Verband auf Bischof Gazzera in Zentralafrika. Trotz erheblicher Sicherheitsrisiken stehe der Leiter des Bistums Bangassou gemeinsam mit muslimischen und evangelischen Glaubensführern in Kontakt mit Behörden, Streitkräften und lokalen Gemeinschaften und trage so dazu bei, Kanäle offen zu halten.

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Rekordzahl getöteter Helfer weltweit

NEW YORK (IZ). 2024 sind weltweit 383 humanitäre Helfer getötet worden – so viele wie nie zuvor, fast die Hälfte von ihnen im Gazastreifen. Ende Juni starben im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei 17 Menschen, als Bewaffnete einen deutlich gekennzeichneten Hilfskonvoi überfielen; fünf Opfer arbeiteten für die John Dau Foundation. Der UN-Sicherheitsrat verlangt mit Resolution 2730 den Schutz von Helfern und unabhängige Ermittlungen nach Angriffen. Hilfsorganisation Action Against Hunger fordert, lokale Partner direkt mit Mitteln für Sicherheit, Kommunikation und Risikoanalysen auszustatten.

Flucht statt Wegweisung: Die UN warnen

GENF (IZ). Die Flüchtlingskonvention bleibt nach UNHCR-Angaben 75 Jahre nach ihrer Verabschiedung ein zentrales Schutzinstrument. Sie verpflichte Staaten, Menschen vor Verfolgung, Krieg und Gewalt aufzunehmen und nicht in Verfolgerstaaten zurückzuschicken. In Zeiten verschärfter Grenzpolitik und wachsender Asylkonflikte würden Rückweisungen und Abschiebungen de facto zum Bruch dieses Schutzversprechens.

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Menschenrechtsgruppen klagen gegen Sanktionen

WASHINGTON (IZ). Vier US-Menschenrechtsorganisationen haben gegen die Sanktionen der Trump-Regierung gegen den Internationalen Strafgerichtshof geklagt. American Friends Service Committee, Center for Constitutional Rights, Human Rights Watch und Open Society Institute reichten die Klage in New York ein. Sie wenden sich gegen Trumps Dekret vom Februar 2025, das Strafmaßnahmen gegen ICC-Beschäftigte und Unterstützer erlaubt. Die Gruppen sehen ihre Meinungs-, Vereinigungs- und Religionsfreiheit verletzt. Betroffen seien unter anderem acht Richter, frühere Ankläger sowie drei palästinensische Organisationen. Die Kläger fordern, das Sanktionsregime vollständig aufzuheben.

Daesh: weniger schlagkräftig, doch brandgefährlich

FRANKFURT (KNA/IZ). Die Terrormiliz Daesh/IS hat sich seit den 2010er Jahren stark verändert, doch sie bleibt nach Worten eines Experten „brandgefährlich“. Es handle sich nicht um eine zentral gesteuerte Organisation, sagte Islamwissenschaftler Michael Kiefer der FAZ. Vielmehr gebe es „viele kleine Zellen oder lokale Ableger (…), die eher regional rekrutieren und natürlich auch untereinander vernetzt sind.“ Damit habe sich auch die Art der Attacken geändert: Es gebe weniger „strategisch lange vorbereitete, große Anschläge, die mit professionellen Waffen durchgeführt werden. (…) Stattdessen haben wir Anschläge mit Alltagsgegenständen, also haushaltsüblichen Messern, Fahrzeugen (…)“.

Hilfswerke beklagen dramatische Lage

BERLIN (KNA/IZ). Menschenrechtler und Hilfswerke blicken mit großer Sorge auf die humanitäre Lage in Afghanistan. Seit der Machtübernahme der extremen Taliban vor fünf Jahren werde die Lage für Millionen Menschen immer dramatischer, betonte das Nothilfe-Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“. Hauptgeschäftsführerin Rüther sprach von einer der größten und komplexesten humanitären Katastrophen weltweit. Auch die Diakonie Katastrophenhilfe wies auf die dramatische Lage insbesondere von Afghaninnen hin.

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Amnesty warnt vor Menschenrechtsbrüchen

LONDON (IZ). Nach neuen Gefechten zwischen der äthiopischen Armee und Tigray-Kräften in Teilen West-Tigrays warnt Amnesty International vor einem erneuten Risiko schwerer Menschenrechtsverletzungen für Zivilisten. Die Bewohner leiden weiter unter den Folgen der Verbrechen des Krieges 2020–2022, für die es bislang kaum Aufarbeitung gibt. Amnesty und andere Organisationen fordern die Wiederherstellung unabhängiger Untersuchungsmechanismen sowie ungehinderten Zugang für Medien, Menschenrechtsbeobachter und humanitäre Helfer.

Rohingya-Heimkehr bleibt politisch blockiert

DHAKA (IPS/IZ). Die Rückkehr der Rohingya nach Burma kommt trotz neuer Ankündigungen nicht voran. Das Medium IPS verwies auf fehlende Sicherheitsgarantien, ungeklärte Staatsbürgerschaftsfragen und mangelnde Umsetzungsmechanismen. Zugleich meldete Reuters zuletzt neue, aber weiter begrenzte Absprachen über 5.000 Rückkehrer aus Malaysia und 180.000 zur Prüfung vorgemerkte Flüchtlinge aus Bangladesch.

Prabowo plant eine eigene Rohstoffbörse

JAKARTA (IZ). Indonesiens Präsident Prabowo Subianto will zum 1. Januar 2027 eine Börse für strategische Mineralien und Rohstoffe eröffnen. Sie soll Referenzpreise für zentrale Exportgüter wie Nickel, Zinn, Gold, Kohle oder Palmöl schaffen und Indonesiens Einfluss auf Weltmärkte erhöhen. Die Regeln sollen bis 17. September vorliegen; die Finanzaufsicht OJK soll die Börse überwachen. Zugleich legte Prabowo den Haushaltsentwurf für 2027 vor: Ausgaben von 4.097,2 Billionen Rupiah stehen Einnahmen von 3.426 Billionen gegenüber. Das geplante Defizit liegt bei 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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Extreme Übergriffe auf den Haram verurteilt

AMMAN (KNA/IZ). Der jordanische König hat die muslimische Welt zu Anstrengungen gegen israelische Zugriffe auf den Tempelberg in Jerusalem aufgerufen. Die Lage in Jerusalem und ihren Heiligen Stätten standen im Zentrum eines Treffens von Außenministern in der jordanischen Hauptstadt Amman, wie arabische Medien berichteten. An dem Treffen nahmen laut Bericht der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra Mitglieder des arabischen Ministerausschusses, der Generalsekretär der Arabischen Liga und die Außenminister der Türkei, Pakistans, Indonesiens und Malaysias teil. Auf dem Haram al-Scharif befinden sich mit dem „Felsendom“ und der Al-Aksa-Moschee zwei der heiligsten Stätten des Islams.

Kasachstan wählt erstmals neuen Kurultai

ASTANA (IZ). In Kasachstan hat die Wahl zum erstmals gebildeten Kurultai begonnen. Das Einkammerparlament mit 145 Abgeordneten ersetzt Mazhilis und Senat. Grundlage ist die im März per Referendum beschlossene und seit Juli geltende Verfassung. Rund 12,6 Mio. Menschen sind wahlberechtigt. Sieben Parteien treten in einem landesweiten Wahlkreis über geschlossene Listen an, unabhängige Kandidaturen sind ausgeschlossen. Beobachter erwarten einen klaren Sieg der präsidentennahen Adilet-Partei. Kritik richtet sich gegen fehlende zugelassene Oppositionsparteien.

UN kritisiert Israels Präsenz im Südlibanon

GENF (IZ). Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, fordert Israel auf, seine militärische Präsenz im Südlibanon zu beenden und Hausabrisse einzustellen. Laut UN könnten Teile des Vorgehens gegen internationales Humanitäres Recht verstoßen. Zugleich drängt er auf die sichere Rückkehr der Vertriebenen. Der Vorwurf richtet sich auch gegen die Zerstörung ganzer Ortschaften.

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Vorwürfe gegen das russische Africa Corps

BAMAKO (IZ). Russlands staatlich kontrolliertes Africa Corps soll am 10. Juli im malischen Dorf Bombori neun Zivilisten getötet haben, darunter vier Kinder. Human Rights Watch stützt sich auf 13 Interviews: Mehr als 100 Kämpfer seien mit malischen Soldaten in die Ortschaften in der Region Mopti eingedrungen, hätten mindestens 80 Männer und Jungen misshandelt und verhört. Sechs Menschen seien bei der Flucht erschossen, drei Gefangene später getötet worden. Zudem seien mindestens acht Häuser geplündert und niedergebrannt worden. HRW fordert eine unabhängige Untersuchung; Moskau und Bamako reagierten zunächst nicht.

Acht Staaten fordern Stopp von E1-Siedlung

KAIRO (IZ). Die Außenminister von acht arabischen und muslimisch geprägten Staaten haben Israel aufgefordert, das Siedlungsprojekt E1 östlich von Jerusalem sofort zu stoppen. Die VAE, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien, Indonesien, Pakistan, die Türkei und Ägypten verlangen zudem ein Ende aller Siedlungsaktivitäten. Sie unterstützen internationale Maßnahmen und Sanktionen gegen Verantwortliche. Auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, die Niederlande und Norwegen forderten Israel auf, die Ausschreibungen zurückzuziehen.

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Energieanlagen im Nahen Osten unter Beschuss

LONDON (IZ). Angriffe auf Energieinfrastruktur haben den Nahen Osten 2026 weiter destabilisiert. Nach Berichten über Attacken auf Gas- und Ölanlagen in Iran, Katar, Saudi-Arabien und den Emiraten warnen Menschenrechtsgruppen vor völkerrechtswidrigen Angriffen auf zivile Ziele.

UN-Rat verurteilt Huthi-Angriffe scharf

NEW YORK (IZ). Der UN-Sicherheitsrat hat Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien und Schiffe verurteilt. Laut dem Rat richten sich die Angriffe auf das Königreich seit dem 13. Juli, gegen zivile Schiffe seit dem 22. Juli. Der GCC begrüßte die Erklärung und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Experten kritisieren Beirat in Niederösterreich

WIEN (IZ). Renommierte Religionswissenschaftler und Islamforscher kritisieren die Besetzung des Beirats der niederösterreichischen Beobachtungsstelle für radikalen Islam. In einem offenen Brief an Johanna Mikl-Leitner beanstanden sie fehlende islamwissenschaftliche Expertise. Das Land verweist auf Prävention, nicht Forschung. Die IGGÖ warnt vor Pauschalverdacht und fordert Rechtsstaatlichkeit.

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Pakistan verschärft Kontrolle über Auslandspresse

ISLAMABAD (IZ). Pakistan hat die Arbeit internationaler Medien weiter eingeschränkt. Nach den neuen „Foreign Media Facilitation Guidelines 2026“ benötigen ausländische Korrespondenten, pakistanische Mitarbeiter und Fixer für Recherchefahrten außerhalb von Islamabad, Lahore und Karachi eine Genehmigung des Informationsministeriums. Zudem müssen sich Medienhäuser und Beschäftigte registrieren lassen. Die Akkreditierung kann bei Verstößen gegen „Ideologie“, Souveränität, Sicherheit oder öffentliche Ordnung entzogen werden.

Gaza: Humanitäre Hilfe bleibt lebenswichtig

GENF (IZ). Die humanitäre Lage im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland bleibt laut UNO und Hilfswerken dramatisch. OCHA meldet weiter eingeschränkte Zugänge, zu wenig Geld für Hilfsoperationen und viele Vertriebene ohne verlässliche Versorgung. Ärzte ohne Grenzen spricht von zerstörter Infrastruktur und lückenhafter medizinischer Hilfe. Die Schweiz stellt zusätzliche Mittel bereit und fordert freien Zugang für Hilfslieferungen.

Israel zieht neue Grenze durch Gaza

TEL AVIV (IZ). Satellitenbilder zeigen, dass die IDF im Gazastreifen einen mehr als 23 Kilometer langen Erdwall errichtet hat. Die Barriere verläuft nach AP und Zeit entlang der sogenannten „Gelben Linie“, teils aber auch darüber hinaus. Bewohner fürchten eine dauerhafte Teilung des Küstenstreifens. Das Militär spricht von Schutz und einer klaren Trennung zwischen den Kontrollzonen.

Gaza: Zerstörungen nehmen weiter zu

GAZA (IZ). Satellitenbilder der Vereinten Nationen zeigen das Ausmaß der Zerstörung im Gazastreifen: Bis Mitte Juni waren nach UNOSAT-Angaben 201.290 Gebäude beschädigt – rund 82 % des Bestands. 134.422 Bauten gelten als zerstört. Seit Oktober 2025 stieg ihre Zahl trotz Waffenruhe um 9 %. Die UN, Weltbank und EU beziffern den Bedarf für Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung auf 71,4 Mrd. US-Dollar. Bis Dezember erwarten Fachleute, dass 1,4 Mio. Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden.

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CAIR meldet Anstieg von Moschee-Vorfällen

WASHINGTON (IZ). Die US-Bürgerrechtsorganisation CAIR hat für die Monate Mai bis Juli 17 Vorfälle gegen islamische Gebetsstätten dokumentiert. Das ist laut ihren Angaben eine Zunahme von 183 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Genannt wurden Drohungen, Brandstiftung, Einschüchterung und ein Anschlag auf eine Moschee. Für 2025 zählte CAIR insgesamt 33 gezielt gegen islamische Einrichtungen gerichtete Vorfälle.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 374: von globalen Kriegskosten bis zur Tragödie im Sudan

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Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 374 reichen dieses Mal von globalen Kosten des Irankriegs, über Alternativen für den Nahostkonflikt bis zum Sudan.

Hormus-Blockaden treffen Märkte verzögert

LONDON (IZ). Die Folgen einer Störung der Straße von Hormus könnten sich erst in der zweiten Jahreshälfte voll zeigen. Darauf weisen Fachleute und Branchenverbände hin. Über die Meerenge laufen täglich rund 14,9 Millionen Barrel Erdöl und Kondensat sowie große Teile der LNG-Exporte aus Katar und den Emiraten. Schon eine längerfristige Blockade würde Frachtraten, Versicherungen und Energiepreise steigen lassen und Lieferketten weltweit belasten.

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Foto: imago/Nur Photo

Irankrieg treibt Preise für Energie hoch

NEW YORK (IZ). Der UN‑Entwicklungsbericht „Military Escalation in the Middle East: Cushioning the Global Shock“ warnt, dass die Folgen des Konflikts die weltweiten Subventionen für fossile Brennstoffe 2026 auf rund 1,1 Billion US‑Dollar treiben könnten. Vor allem Entwicklungs‑ und Schwellenländer versuchen, ihre Bevölkerungen mit Preisdeckeln, Steuererleichterungen und direkten Zuschüssen gegen hohe Ölpreise abzusichern – und verschieben dafür Investitionen in Bildung, Gesundheit und Klimaschutz. UNDP mahnt, dass diese Politik Staaten in klimaschädliche Pfade zwingt und langfristige Entwicklungschancen untergräbt.

Kinder besonders betroffen in Kriegen

GENF (IZ). Kinder in Konfliktzonen und abgelegenen Krisengebieten tragen nach Angaben von UNICEF und Hilfswerken die Hauptlast globaler Krisen. Immer mehr Mädchen und Jungen leben dort, wo Schulen, Kliniken und Hilfslieferungen bedroht oder blockiert sind. Das Risiko von Gewalt, Vertreibung und Hunger steigt, während Bildung und Gesundheitsversorgung wegbrechen. UNICEF spricht von einem historischen Höchststand bei Kindern, die von Konflikten betroffen sind.

Freiheit

Khan: Meinungsfreiheit global in Gefahr

BONN (KNA/IZ). Irene Khan, UN-Sonderbeauftragte für Meinungsfreiheit, hat das Recht auf freie Meinungsäußerung bekräftigt. „Egal, ob man einer Minderheit angehört oder nicht die Meinung der Mehrheit vertritt, man darf nicht zum Schweigen gebracht werden“, sagte Khan beim Global Media Forum des Senders. Weltweit habe sich die Meinungsfreiheit verschlechtert, sagte Khan und verwies auf eine Unesco-Studie und Einschätzungen von Organisationen wie Reporter ohne Grenzen.

Große Finanzierungslücke bei humanitärer Hilfe

OSLO (KNA). Zur Jahresmitte 2026 klafft nach Einschätzung des international tätigen Hilfswerks Norwegian Refugee Council (NRC) eine riesige Finanzierungslücke bei der humanitären Hilfe. In den ersten sechs Monaten seien nur 30,4 Prozent der benötigten Mittel eingegangen, teilte die Organisation Anfang Juli mit. „Die weltweite Hilfsbereitschaft für Opfer von Konflikten und Katastrophen ist miserabel“, sagte Generalsekretär Jan Egeland. So befänden sich weltweit immer mehr Menschen in einer verzweifelten Lage und kämpften zunehmend um das Überleben, so Egeland weiter. Gewalt und Vertreibung hielten unvermindert an. Durch eine „galoppierende Inflation“ würden Grundnahrungsmittel unerschwinglich. „Wenn die Welt nicht umsteuert, werden wir einen massiven Verlust an Menschenleben erleben.“ Nach UN-Angaben sind derzeit insgesamt 252 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Maas Afghanistan Abzug

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Taliban nutzen Kleiderregeln für Razzien

KABUL (IPS/IZ). Die Taliban gehen in Afghanistan erneut gegen Frauen vor, die angeblich gegen den vorgeschriebenen Dresscode verstoßen haben. Nach Angaben der UN-Mission UNAMA wurden in Herat mindestens 30 Frauen festgenommen, einige Tage später wieder freigelassen. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen sprechen von willkürlichen Verhaftungen und Einschüchterung. Die Taliban weisen die Vorwürfe zurück und beharren auf ihren Bedeckungsregeln.

Drastische Kürzung der Rohingya-Hilfen

COX’S BAZAR (IPS/IZ). Im weltgrößten Flüchtlingslager in Cox’s Bazar verschärfen drastische Kürzungen der internationalen Hilfe die Not der Rohingya. Laut dem Bericht von IPS und Daten von UNHCR und WFP klafft eine Finanzierungslücke von über 60 Prozent; Essensrationen wurden wiederholt reduziert, Gesundheitsstationen geschlossen, Programme gegen Unterernährung zusammengekürzt. Hilfsorganisationen warnen vor steigenden Fällen schwerer Mangelernährung und vermeidbaren Todesfällen, insbesondere bei Kindern. Zugleich bleibt eine sichere Rückkehr nach Myanmar angesichts andauernder Gewalt in Rakhine außer Reichweite.

Wider die Leugnung des Genozids an Bosniaken

GÖTTINGEN (GfbV). Zum Internationalen Tag des Gedenkens an den Genozid von Srebrenica am 11. Juli warnte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor der fortschreitenden Normalisierung von Genozidleugnung und Geschichtsrevisionismus in Bosnien und Serbien. Die GfbV fordert die strafrechtliche und politische Ahndung dieser Leugnung und der Verherrlichung verurteilter Kriegsverbrecher sowie verbindliche Bildungsprogramme über den Genozid in Bosnien und Herzegowina, Deutschland und anderen europäischen Staaten.

Uiguren

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Neues Gesetz soll Minderheiten assimilieren

NEW YORK (IZ). China lässt ein neues Gesetz zur „ethnischen Einheit und des Fortschritts“ in Kraft treten, das nach Einschätzung von Minderheitenvertretern und UN‑Experten die erzwungene Assimilation ethnischer Gruppen rechtlich verankert. Die Norm stärkt Mandarin gegenüber Minderheitensprachen, fordert Eltern zur ideologischen Erziehung im Sinne der Kommunistischen Partei auf und drängt religiöse Gemeinschaften zur „Sinisierung“ ihrer Praxis. Tibetische, uigurische und mongolische Organisationen sprechen von „staatlich legalisierter kultureller Auslöschung“ und warnen vor weitreichenden Eingriffen in Sprach‑, Religions‑ und Bildungsfreiheit.

Paris dringt auf einen Siedlungs-Boykott

PARIS (IZ). Frankreich dringt in der EU auf ein Ende der Importe aus israelischen Siedlungen. Nach Berichten von Middle East Monitor, Euronews und weiteren Medien wächst in Brüssel der Druck auf die Kommission, ein Importverbot, Strafzölle oder ein Lizenzsystem vorzulegen. Die EU betrachtet die Siedlungen im Westjordanland als illegal, importiert Siedlungsprodukte aber weiterhin. Deutschland lehnt weitreichende Handelsbeschränkungen bislang ab.

König Charles setzt Zeichen in Cambridge

CAMBRIDGE (IZ). König Charles III. hat die Cambridge Central Mosque besucht und damit erstmals offiziell eine Moschee als britischer Monarch betreten. Die 2019 eröffnete Anlage gilt als Europas erste Ökomoschee und wurde mit türkischer Unterstützung errichtet. Laut BBC und Anadolu lobte Charles die Architektur, die nachhaltige Bauweise und die Arbeit der Gemeinde. Er traf Imame, Gemeindemitglieder und Vertreter anderer Religionen. Die Moschee bezeichnete den Besuch als historisch.

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Irak sucht seine Rolle

BAGDAD (The Conversation). Der Irak versucht, seine Lage zwischen Golf, Levante und Iran als strategischen Vorteil zu nutzen. Laut EU und Fachanalysen gilt das Land als wichtiger Eckpfeiler regionaler Stabilität und möglicher Knotenpunkt für Handel, Energie und Diplomatie. Doch Bagdad bleibt unter Druck: Iran-nahe Milizen, schwache Institutionen und Rivalitäten der Großmächte schränken den Spielraum ein. Ob der Irak zum Vermittler wird oder erneut zum Schauplatz fremder Konkurrenz, ist offen.

Eskalation verschärft Lage von Minderheiten

GÖTTINGEN (GfbV). Die erneute Eskalation des Krieges zwischen den USA und dem Iran verschärfe nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die ohnehin schwierige Lage der Minderheiten im Iran. „In den letzten Wochen hat das Regime seine militärische Präsenz in den kurdischen und belutschischen Gebieten mindestens verdoppelt. Das Ziel der verstärkten Militärpräsenz ist es, den Widerstand der Kurden und Belutschen zu brechen und einen möglichen Aufstand im Keim zu ersticken“, sagte Nahostreferent Sido.

Polizei ermittelt nach Brandanschlag

DUBLIN (IZ). In Dublin ermittelt die Polizei nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf die Al‑Madinah‑Gebetshalle im Stadtzentrum. Dort brach ein Feuer aus, das erhebliche Schäden verursachte. Ein Mann in den Vierzigern wurde festgenommen und wegen Brandstiftung angeklagt, verletzt wurde niemand. Der Vorsitzende des Irish Muslim Council, Umar Al‑Qadri, sprach von einem „schockierenden“ Angriff und forderte eine gründliche Aufklärung.

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Foto: White House Photo/gemeinfrei

Trump-Regierung erwägt eine Intervention

WASHINGTON (IZ). Die Trump-Regierung prüft laut „Washington Post“ und Anadolu Militärschläge in Mali gegen die al-Qaida-nahe Gruppe JNIM. Sollte es dazu kommen, wäre Mali das achte Land, in dem Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit Angriffe angeordnet hätte. Auslöser sind die eskalierende Gewalt im Sahel und jüngste Attacken auf malische Militärkonvois. Zugleich laufen Gespräche zwischen Washington und Bamako über Sicherheits- und Aufklärungskooperation, nicht über eine US-Truppenrückkehr. Human Rights Watch wirft allen Konfliktparteien – die Armee sowie die Rebellenkoalition der JNIM – in Mali schwere Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung im Zuge neuer Kämpfe im Zentrum und Norden des Landes vor. Die Organisation fordert unabhängige Ermittlungen und die Ahndung der Verantwortlichen.

Helsinki als Vorbild für den Nahen Osten?

FRANKFURT (IZ). Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Finnlands Präsident Alexander Stubb werben für einen strukturierten Friedensprozess im Nahen Osten nach dem Vorbild der KSZE-Schlussakte von Helsinki. In einem Gastbeitrag für die FAZ verweisen sie auf den Kalten Krieg: Damals hätten 35 Staaten trotz Misstrauen einen Dialog begonnen, der Vertrauen schuf und Menschenrechte sowie Sicherheit stärkte. Vorbild ist die KSZE-Schlussakte von 1975, mit der 35 Staaten trotz tiefer Gegensätze Regeln für Kooperation, Grenzen und Menschenrechte vereinbarten. Vertrauen, schreiben sie, entstehe nicht vorab, sondern durch den Prozess selbst.

Islamabad und Teheran rücken zusammen

ISLAMABAD (IZ). Iran und Pakistan bauen ihre Zusammenarbeit aus und setzen dabei auf Diplomatie, Handel und Sicherheit. Berichte aus Teheran und Islamabad zeigen wachsende politische Nähe, auch mit Blick auf Afghanistan und Gaza. Zugleich bleibt das Verhältnis pragmatisch: Die lange Grenze, gemeinsame Sicherheitsprobleme und Wirtschaftsinteressen fördern die Annäherung, während US-Sanktionen gegen den Iran und Grenzspannungen den Spielraum begrenzen.

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Saudi-Arabien will die Umra erleichtern

DSCHIDDA (KNA). Saudi-Arabien führt ein Mehrfachvisum für Pilger ein. Das berichteten staatliche Medien am 20. Juli. Es erlaubt mehrere Einreisen für die „kleine Pilgerfahrt“ (Umra) über den Zeitraum von einem Jahr ab dem ersten Gültigkeitstag. Die Aufenthaltsdauer darf insgesamt 90 Tage nicht übersteigen. Während der großen Wallfahrt Hajj hat es keine Gültigkeit.

Sudan bleibt Weltkrise

KHARTUM (IZ). Drei Jahre nach Ausbruch des Kriegs bleibt die Lage katastrophal. Laut UN-Angaben sind rund zwei Drittel der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen, Millionen wurden vertrieben. In mehreren Regionen drohen oder herrschen Hungersnöte, zugleich breiten sich Krankheiten aus. Menschenrechtsgruppen werfen Armee und RSF schwere Verbrechen vor. Trotz internationaler Vermittlungsversuche gibt es weiter keine Aussicht auf einen Waffenstillstand.

El Obeid Sudan Islamic Relief

Lebensmittel und Wasser werden in vielen Lagern für Binnenvertriebene immer knapper. El Obeid und die umliegenden Lager in Nord-Kordofan sind besonders bedroht. (Foto: Islamic Relief)

UN warnt vor Eskalation

GENF (IZ). Die UN warnen vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. Kämpfe treiben die Zahl der Menschenrechtsverletzungen nach oben, behindern Hilfslieferungen und verschärfen die Not der Zivilbevölkerung. Zugleich breitet sich Cholera in mehreren Regionen aus. Die WHO meldet über 1.300 bestätigte Fälle und über 100 Tote. In umkämpften Gebieten wie Nord-Kordofan und Darfur ist die medizinische Versorgung stark eingeschränkt.

Freihandelsabkommen mit Ukraine vereinbart

ANKARA (IZ). Die Ukraine hat das mit der Türkei vereinbarte Freihandelsabkommen ratifiziert, was Außenminister Fidan nach seinem Besuch in Kiew als „Meilenstein“ der Wirtschaftsbeziehungen bezeichnete. Zugleich drängte Ankara auf eine Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche zwischen Moskau und Kiew unter türkischer Vermittlung. Zugleich drängte Ankara auf eine Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 373: von Krieg, Hunger und Klimawandel

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Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 373 reichen dieses Mal vom Nexus Krieg und Hunger, über die Folgen des Irankriegs bis zu Unfreiheit im Sahel.

Kriege in aller Welt verschärfen Hunger

NEW YORK (IZ). Internationale Experten warnen vor neuen Ernährungskrisen infolge der verschärften geopolitischen Spannungen. Kriege wie in der Ukraine und im Iran, Handelskonflikte sowie Sanktionen treiben die Preise für Energie, Dünger und Transporte in die Höhe und machen Lebensmittel für viele Länder des Globalen Südens unerschwinglich. Laut UN-Organisationen haben bereits heute Hunderte Millionen Menschen nicht genug zu essen. Weitere könnten in akute Hungerkrisen abrutschen, wenn Lieferketten erneut reißen bzw. Exportstopps verhängt werden. Besonders gefährdet sind importabhängige Staaten in Afrika, dem Nahen Osten und Teilen Asiens, die einen Großteil ihres Weizens, Mais oder Reises aus wenigen großen Exportländern beziehen. Fachleute fordern deshalb, Ernährungssicherheit stärker als geopolitische Schlüsselaufgabe zu behandeln, etwa durch Diversifizierung von Lieferketten, Schuldenerleichterungen und Investitionen in lokale Landwirtschaft.

Foto: Oxfam New Zealand, flickr

Klimawandel verschärft religiöse Konflikte

BERLIN (KNA). Der Wandel des Klimas eskaliert nach den Erkenntnissen einer neuen Studie bestehende religiöse Konflikte in Afrika. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) hervor. Demnach kommt es durch vom Klimaveränderung ausgelöste Dürren zu mehr Gewalt zwischen christlichen Bauern und muslimischen Hirten in Nigeria. Dabei zeigt sich, dass Trockenperioden nicht automatisch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen um Land und knappe Ressourcen werden. Die Forscher werteten für ihre Studie Daten von 1997 bis 2020 für rund 300 Gebiete in Nigeria aus. Außerdem führten die Autoren eine eigene Umfrage im Bundesstaat Kaduna in Zentralnigeria durch. „Die negative Wechselwirkung zwischen Dürren und religiösen Spannungen schafft besonders günstige Bedingungen für das Entstehen von Konflikten“, so die Forscher.

Ägypten

Foto: Daniel Torok | Lizenz: gemeinfrei

NGOs: Trump setzt Sanktionen als Waffe ein

NEW YORK (IZ/IPS). Die Regierung von US-Präsident Donald Trump steht wegen ihres Umgangs mit Sanktionen international in der Kritik. Menschenrechtsorganisationen werfen Washington vor, wirtschaftliche Strafmaßnahmen gezielt als Druckmittel gegen internationale Gerichte und Institutionen einzusetzen, die Menschenrechtsverletzungen verfolgen. Im Zentrum steht der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag: Gegen seine Chefankläger und mehrere Richter verhängte die US-Regierung Einreiseverbote, fror mögliche Vermögenswerte ein und untersagte US-Bürgern finanzielle Transaktionen mit den Betroffenen.

Abkommen von heftigen Äußerungen begleitet

PARIS (IZ). Das von US-Präsident Donald Trump verkündete Rahmenabkommen mit dem Iran zur Beendigung des Krieges sorgt in den USA für heftige Reaktionen. Während das Weiße Haus die Einigung als historischen Erfolg und Voraussetzung für die Öffnung der Straße von Hormus darstellt, sprechen konservative Kommentatoren und Republikaner von „Kapitulation“, „Katastrophe“ und dem „schlimmsten außenpolitischen Fehler seit Jahrzehnten“. Besonders umstritten ist ein geplanter milliardenschwerer Wiederaufbaufonds für den Iran, den Kritiker mit einem „Marshallplan für ein weiterhin feindliches Regime“ vergleichen. Linguistinnen und Kommunikationsforscher verweisen darauf, dass der politische Streit von drastischer, teilweise vulgärer Sprache geprägt wird.

Foto: John Smith 2021, Shutterstock

Journalistinnen werden massiv behindert

KABUL (IZ/IPS). Unter den Taliban sind Journalistinnen in Afghanistan faktisch aus der öffentlichen Berichterstattung verdrängt. Nach Angaben von Medienorganisationen dürfen viele TV- und Radiomoderatorinnen nicht mehr vor die Kamera treten, in einigen Provinzen sind weibliche Stimmen im Rundfunk komplett verboten. Frauen, die weiterhin im Journalismus arbeiten, unterliegen strengen Kleidungs- und Verhaltensvorschriften, dürfen häufig weder Fragen an Regierungsvertreter richten noch politische Diskussionen moderieren. Zahlreiche Journalistinnen haben ihre Arbeit verloren oder das Land verlassen.

Europäer bereit für ein Ende von Sanktionen

BRÜSSEL (IZ). Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien haben ihre Bereitschaft erklärt, nach dem geplanten Friedensabkommen zwischen den USA und Iran wesentliche Sanktionen gegen Teheran aufzuheben. In einer gemeinsamen Erklärung begrüßten die vier Regierungschefs die Verständigung als „diplomatischen Durchbruch“, knüpften die Lockerung der Strafmaßnahmen jedoch an „klare und überprüfbare Schritte“ Irans zur Einschränkung seines Atomprogramms. Iran dürfe „niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen“, betonten sie und sagten enge Zusammenarbeit mit den USA, Iran und der Internationalen Atomenergieorganisation zu.

großbritannien

Symbolbild der britischen Polizei. (Foto: Shutterstuck, Alan Fraser Images)

Attentäter sticht aus Hass auf fünf Menschen ein

EDINBURGH (IZ). In Edinburgh ermitteln die schottische Anti-Terror-Einheit und Polizei Scotland nach einer Serie gewalttätiger Angriffe auf fünf Männer. Ein 36-jähriger weißer Schotte wurde festgenommen und wegen mehrerer Taten angeklagt. Premierminister Keir Starmer erklärte, der Verdächtige scheine aus „anti-muslimischem Hass“ gehandelt zu haben; mehrere Opfer sind nach Angaben muslimischer Organisationen Muslime, zwei wurden nach dem Verlassen einer Moschee attackiert. Muslimische Verbände sprechen von islamfeindlich motivierter, teils rechtsextrem beeinflusster Gewalt.

Emirate wollen eingefrorene Mittel freigeben

ABU DHABI (IZ). Die VAE sollen sich nach übereinstimmenden Medienberichten bereit erklärt haben, dem Iran eingefrorene Milliardenbeträge zugänglich zu machen. Nach Informationen von Reuters geht es um zunächst rund zehn Milliarden Dollar aus iranischen Öleinnahmen, die wegen US-Sanktionen auf ausländischen Konten blockiert waren; andere Quellen nennen bis zu 20 Milliarden Dollar. Im Gegenzug soll Teheran zugesagt haben, Raketen- und Drohnenangriffe auf das Golfemirat einzustellen und die Beziehungen – einschließlich Geheimdienstkooperation und Handel – schrittweise zu normalisieren.

geografie homus mahan Schiffe Iran

Foto: Aerial View/Adobe Stock

Trump droht bei Scheitern mit Gebühren

WASHINGTON (IZ). US-Präsident Trump droht für den Fall eines Scheiterns der Friedensverhandlungen mit dem Iran mit eigenen US-Durchfahrtsgebühren in der Straße von Hormus. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, während der 60-tägigen Waffenruhe werde keine Maut erhoben, danach könnten die USA aber Gebühren verlangen, um ihre Rolle als „Schutzengel“ der Golfstaaten sowie vergangene und künftige Kosten zu vergüten. Die Meerenge ist derzeit nur eingeschränkt befahrbar.

7 Männer wegen Lynchmord verurteilt

TEL AVIV (IZ). In Israel sind sieben Männer wegen der tödlichen Attacke auf einen arabischen Mann während der nationalistischen Ausschreitungen im Mai 2021 schuldig gesprochen worden. Das Gericht in Tel Aviv wertete den Angriff, bei dem Sa’id Moussa aus seinem Auto gezerrt und von einem israelischen Mob bewusstlos geprügelt wurde, als rassistisch motivierten Lynchmord. Das Strafmaß steht noch aus. Menschenrechtsgruppen sehen in dem Urteil ein seltenes, aber wichtiges Signal gegen religiös-nationalistische Gewalt.

Jemen Kurzmeldungen

Foto: Islamic Relief Deutschland

UN fordert dringende Erhöhung der Hilfen

GENF (IZ). Die Vereinten Nationen haben angesichts neuer Warnungen vor wachsender Ernährungsunsicherheit im Jemen zu einer raschen Aufstockung der Hilfsgelder aufgerufen. Laut Analysen der IPC-Klassifizierung drohen in mehreren Regionen des Landes in den kommenden Monaten akute Hungerkrisen, wenn Lebensmittelhilfen weiter gekürzt werden müssen. Bereits jetzt sind UN-Programme zur Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung chronisch unterfinanziert, sodass Millionen Menschen nur noch reduzierte Rationen erhalten. UN-Vertreter fordern die Geberstaaten auf, zugesagte Beiträge vollständig auszuzahlen und neue Mittel bereitzustellen.

Imam wurde vor seiner Moschee angegriffen

VICTORIA (IZ). Im kanadischen Victoria ist ein Imam vor einer Moschee Opfer eines mutmaßlich antimuslimischen Angriffs geworden. Nach Angaben des National Council of Canadian Muslims saß Sheikh Ebrahim in seinem geparkten Auto nahe der Moschee, als ein Mann die Tür aufriss, ihn beschimpfte und mit den Worten „Geh zurück in dein Land“ attackierte. Der Imam blieb körperlich unverletzt, zeigte den Vorfall bei der Polizei an. Ein Verdächtiger wurde später festgenommen. Muslimische Verbände verurteilten den Angriff als Ausdruck wachsender Islamfeindlichkeit und forderten besseren Schutz für Gemeinden.

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Trotz Waffenruhe fliegt Israel Angriffe

BEIRUT (IZ). Trotz vereinbarter Waffenruhe sind bei israelischen Luftangriffen im Libanon nach Angaben staatlicher Stellen mindestens 35 Menschen getötet worden. Besonders betroffen waren Orte im Süden des Landes, darunter Nabatija und Qennarit. Unter den Toten sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch Zivilisten; Dutzende wurden verletzt. Die libanesische Armee wirft Israel vor, mit den Angriffen eine politische Lösung zu torpedieren.

Eine christliche Gemeinde schrumpft massiv

MÜNCHEN (KNA/IZ). Die israelischen Attacken auf Ziele der militanten Hisbollah haben nach Angaben des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ negative Folgen für Christen in dem Land im Nahen Osten. So ist die christliche Gemeinde im südlibanesischen Dorf Al-Kfour binnen weniger Monate nahezu verschwunden, wie es am 16. Juni mitteilte. Von einst rund 120 Gläubigen leben demnach heute nur noch knapp ein Dutzend dauerhaft vor Ort. Pfarrer Youssef Semaan sagte, seit Beginn der jüngsten Eskalation Anfang März seien viele Familien geflohen. Die Menschen stünden vor einer schweren Entscheidung: bleiben und das Leben riskieren – oder die Heimat verlassen.

Genozid Folter Kriegsverbrechen

Normalisierung an Palästinenser geknüpft

RIAD (IZ). Saudi-Arabien knüpft eine mögliche Normalisierung der Beziehungen zu Israel weiter klar an die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaats. Ein namentlich nicht genannter saudischer Regierungsvertreter betonte laut CNN, ohne einen „klaren und definitiven Weg“ zu einem solchen Staat werde es kein Abkommen geben; jedes künftige Arrangement müsse glaubwürdige Garantien für eine Zwei-Staaten-Lösung enthalten. Riad halte unverändert an der Position fest, dass Frieden und Stabilität in der Region eine „gerechte und umfassende Lösung“ der Palästina-Frage voraussetzen, einschließlich der Gewährleistung der legitimen Rechte der Palästinenser.

Stelle verzeichnet Anstieg von Angriffen

WIEN (IZ). Die Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus hat für 2025 einen neuen Höchststand an Übergriffen in Österreich verzeichnet. Dem Jahresbericht zufolge wurden 1.684 rassistische Vorfälle gegen Musliminnen, Muslime und muslimisch wahrgenommene Personen registriert, darunter ein rassistisch motivierter Mord. 63 Prozent der Fälle ereigneten sich online; offline dominierten Hassäußerungen und Beleidigungen. Besonders häufig gingen die dokumentierten Vorfälle von Medien, Bildungsinstitutionen und Politik aus. Die Dokustelle warnt vor gesellschaftlicher Spaltung und fordert einen Nationalen Aktionsplan.

Foto: Montecruz Photos, via flickr | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Israel genehmigt neue Siedlerwohnungen

JERUSALEM (KNA/IZ). Israel hat den Bau von 2.162 weiteren Wohnungen in mehreren Siedlungen im besetzten Westjordanland genehmigt. Unter anderem soll die Siedlung Har Bracha unweit der palästinensischen Stadt Nablus mit 922 neuen Wohnungen ihre Größe verdreifachen, teilte der rechtsradikale Politiker Smotrich mit. International wird Israels Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten verurteilt. Die dortigen Siedlungen seien illegal und ein maßgebliches Hindernis für einen nachhaltigen und gerechten Frieden.

UN-Bericht wirft Hamas systematische Gewalt vor

GAZA (IZ). Ein UN-Bericht wirft der im Gazastreifen herrschenden Hamas systematische Gewalt gegen Palästinenser vor. Demnach dokumentierte das UN-Menschenrechtsbüro zwischen August 2024 und Januar 2026 mindestens 249 Fälle willkürlicher Bestrafung, bei denen 108 Menschen getötet wurden. Dazu zählen außergerichtliche Hinrichtungen, Folter und Verstümmelungen, etwa gezielte Schüsse in die Knie („Kneecapping“) oder das Brechen von Knochen mit Metallstangen und Betonblöcken.

Sahel-Staaten schränken Freiheiten ein

GENF (IZ). In den Sahel-Staaten Mali, Burkina Faso und Niger verschärfen die Militärregime ihren Kurs gegen kritische Stimmen. Laut Menschenrechtsorganisationen und Berichten werden Journalistinnen und Aktivisten zunehmend festgenommen, eingeschüchtert oder ins Exil gedrängt. Regierungen nutzen vage Anti-Terror- und Desinformationsgesetze, um Berichterstattung über Sicherheitslage, Armee und Milizen zu unterbinden; unabhängige Medienhäuser wurden geschlossen oder ihre Lizenzen entzogen. In Burkina Faso erklärte Junta-Chef Ibrahim Traoré, das Land müsse „die Demokratie vergessen“, sie „töte“ das Land.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 370: von Muslimfeindlichkeit bis Siedlergewalt

Kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 370: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. religiöse Vorurteile, den Irankrieg sowie Gewalt in der Westbank.

Guteres fordert Handeln gegen Muslimfeindlichkeit

HAMILTON (AA). UN-Generalsekretär Antonio Guterres verlangte am 16. März globale Maßnahmen zur Bekämpfung von Muslimfeindlichkeit und warnte vor einer „wachsenden Welle antimuslimischer Intoleranz und Hass“. „Konflikte und Instabilität wüten weltweit und betreffen unzählige Menschen, darunter viele Muslime“, sagte Guterres bei einer hochrangigen Veranstaltung der UN-Generalversammlung anlässlich des Internationalen Tages zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit. Er fügte hinzu: „Zivilisten leiden. Menschen verlieren ihr Leben. Familien werden auseinandergerissen.“ Er sagte, dass über die aktiven Konfliktgebiete hinaus „Millionen von Muslimen auf der ganzen Welt diesen Schmerz mit sich tragen, sich um ihre Angehörigen sorgen … die Nachrichten mit Angst verfolgen … und sich fragen, was der morgige Tag für ihre Gemeinschaften und ihre Zukunft bringen wird.“ Er warnte, dass die Rhetorik der Machthaber das Problem verschlimmert, und sagte: „Wenn diskriminierende Narrative von Menschen in Machtpositionen wiederholt werden, wird Vorurteil zur Normalität.“

Foto: Roman Yanushevsky, Shutterstock

Vatikan warnt vor religiöser Intoleranz

ROM (IZ). Der Heilige Stuhl warnt bei einem UN‑Hochrangigentreffen zum Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit vor wachsender Intoleranz gegenüber Muslimen, Juden, Christen und anderen Gläubigen und führt diese auf die Missachtung der Religionsfreiheit zurück. Die Mission betont, Glaubensfreiheit sei „nicht optional“, sondern Grundlage einer gerechten Ordnung; werde sie verletzt, zerfalle der ethische und geistige Zusammenhalt von Gesellschaften, Misstrauen und Gewalt nähmen zu. Gefordert werden Bildungs‑ und Medienkompetenzprogramme, um Hassnarrativen – insbesondere online – zu begegnen und interreligiösen Dialog als Lebenshaltung zu stärken.

Bis zu 400 Tote bei pakistanischem Angriff

KABUL (KNA). Bei einem Luftschlag Pakistans auf die afghanische Hauptstadt Kabul sollen nach afghanischen Angaben 400 Patienten einer Entzugsklinik für Drogenabhängige getötet worden sein. „Die Zahl der Märtyrer des Bombenanschlags auf die Drogenrehabilitationsklinik in Kabul hat rund 400 erreicht und etwa 250 weitere wurden verletzt“, erklärte der stellvertretende Taliban-Sprecher Hamdullah Fitrat am 17. März auf der Plattform X. Pakistans Informationsminister Attaullah Tarar sprach dagegen von „falschen Behauptungen“ und Propaganda des „Taliban-Regimes“. Die Armee habe vielmehr in der Nacht des 16. März mit „Präzisionsluftschlägen“ nur militärische Einrichtungen in Kabul und Nangarhar angegriffen. Hintergrund der seit Monaten eskalierenden Spannungen zwischen den beiden Ländern ist der Vorwurf Pakistans, die Führung der militanten Gruppe „Tehreek-e-Taliban Pakistan“ (TTP) und viele ihrer Kämpfer seien in Afghanistan stationiert und würden von dort immer wieder das Nachbarland angreifen.

Foto: US-DoD/gemeinfrei

Irankrieg: UN warnen vor einer Rückkehrwelle

GENF (KNA). Angesichts des Irankriegs haben sich die Vereinten Nationen über eine Rückkehrwelle afghanischer Flüchtlinge aus Ländern der Region geäußert. Seit Jahresbeginn seien aus dem Iran schon rund 110.000 Afghanen in ihre Heimat zurückgekehrt. Die aktuellen Entwicklungen könnten noch größere Bewegungen auslösen, warnte der Vertreter des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Afghanistan.

Warnung: Gaza trotz Irankrieg nicht vergessen

KAIRO (MEMO). Ägypten hat davor gewarnt, dass der anhaltende regionale Krieg die Aufmerksamkeit nicht von der humanitären Katastrophe im Gazastreifen ablenken dürfe, und dazu aufgerufen, den Fokus wieder auf Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen zu richten. Außenminister Abdel-Aty betonte die Notwendigkeit, die Bemühungen zur Stärkung des Nationalen Komitees für die Verwaltung des Gazastreifens zu beschleunigen. Er bezeichnete dies als einen entscheidenden Schritt zur Bewältigung der Übergangsphase, der es der Palästinensischen Autonomiebehörde letztendlich ermöglichen werde, die volle Verantwortung im Gazastreifen wie im Westjordanland zu übernehmen.

Foto: Kremlin.ru, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 4.0

Serbenführer Dodik setzt Justiz unter Druck

SARAJEVO (IZ). Die bosnische Richterin Sena Uzunović, die den Schuldspruch gegen den separatistischen Präsidenten der Republika Srpska, Milorad Dodik, verantwortet, steht erneut im Fokus politischer Spannungen. Laut dem Politikwissenschaftler Jasmin Mujanović hat Uzunović nun die Umsetzung des Urteils angeordnet, das Dodik zu einem Jahr Haft verurteilt und ihn für sechs Jahre von öffentlichen Ämtern ausschließt. Juristen- und Richterverbände hatten zuvor massiven Druck und Drohungen gegen Uzunović kritisiert.

Kooperiert die EVP mit EU-Rechtsextremen?

BRÜSSEL (IZ). Die EVP-Fraktion im Europaparlament mit CDU/CSU arbeitet laut FAZ-Recherchen enger mit AfD und weiteren Rechtsaußenparteien zusammen als bisher eingeräumt. Interne Chats und ein Treffen am 4. März belegen demnach Abstimmungen mit AfD-Abgeordneten und anderen rechten Gruppen zu einer Verschärfung der EU-Migrationspolitik, einschließlich sogenannter „Return Hubs“. Dies widerspricht früheren Beteuerungen von EVP-Chef Manfred Weber, eine strukturierte Kooperation mit Rechtsradikalen auszuschließen. SPD- und Grünen-Politiker sprechen von einer beschädigten „Brandmauer“ nach rechts.

medien britisch

Foto: Copyright Lawrey/Shutterstock

Journalist: Rhetorik bereitet Gewalt vor

LONDON (IZ). Der britische Journalist Taj Ali prangerte auf X eine Welle antimuslimischer Gewalt in Großbritannien an: Brandanschläge auf Moscheen, geschändete Gräber muslimischer Kinder, Übergriffe auf Frauen mit Hijab. Parallel dazu häufen sich in Medien und Politik Debatten, in denen Einwanderung und die wachsende Minderheit als demografische Bedrohung inszeniert werden, obwohl sie laut Volkszählung 2021 nur rund sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen. Ali warnt, diese Rhetorik bereite den Boden für weitere Angriffe und normalisiere Islamfeindlichkeit im öffentlichen Raum.

Muslim bei Rettung von Hindus erschossen

DELHI (IZ). In Delhi ist der 35-jährige Mohammed Umardeen erschossen worden, als er seinen 15-jährigen Sohn vor einem Angriff schützen wollte. Die Familie berichtet, der Jugendliche sei von einer Gruppe Gleichaltriger attackiert und unter anti-muslimischen Beschimpfungen geschlagen worden. Umardeen wurde laut Polizei mit mehreren Schüssen getroffen und starb im Krankenhaus. Angehörige und Medien sprechen von einem mutmaßlichen Hassverbrechen.

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Einsatz in Gaza vorerst unbefristet verschoben

JAKARTA (MEMO). Indonesien hat seine Pläne zur Entsendung von bis zu 8.000 Soldaten in den palästinensischen Gazastreifen ausgesetzt, wie ein Kabinettsmitglied am 18. Februar bekanntgab. „Alles ist auf Eis gelegt“, sagte Staatssekretär Prasetyo Hadi nach einer Koordinierungssitzung im Verteidigungsministerium, wie die Agentur Antara News am 18. März berichtete. Jakarta hatte die Truppen für den Einsatz im Rahmen der Internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) in der verwüsteten palästinensischen Enklave Gaza zugesagt. Er nannte „die eskalierende Sicherheitslage in der Region als Hauptgrund für die unbefristete Verschiebung“ der Teilnahme an der ISF-Mission.

Die UN warnen Israel vor „Kriegsverbrechen“

GENF (IZ). Die UN werfen Israel in einem Bericht zu Siedleraktivitäten im besetzten Westjordanland einen drastischen Anstieg der Gewalt gegen Palästinenser vor und warnen vor möglichen Kriegsverbrechen bis hin zu „ethnischer Säuberung“. Das Menschenrechtsbüro sieht in koordinierten Übergriffen, Vertreibungen und der Ausweitung israelischer Kontrolle Anzeichen einer Politik der Massenumsiedlung, die nach internationalem Recht als Straftat gilt und eine faktische Annexion des Gebiets vorantreibt.

Foto: Nick Brundle

Al-Aqsa ist seit Kriegsbeginn gesperrt

JERUSALEM (IZ). Israel hat das Eid-al-Fitr-Gebet in der Al-Aqsa-Moschee in Ostjerusalem untersagt und verwies auf Sicherheitsauflagen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran. Der Zugang zur Altstadt bleibt seit Kriegsbeginn weitgehend gesperrt. Der Haram ist erstmals seit 1967 nicht zugänglich. Viele Palästinenser verrichteten ihre Gebete deshalb an Straßen und Plätzen vor den Toren, während Geschäfte bis auf Apotheken und Läden für Grundbedarf geschlossen blieben. Palästinensische Stellen sprechen von einem beispiellosen Angriff auf Religionsfreiheit und warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall.

Wut auf Israel, Hisbollah und die Regierung

BEIRUT (KNA/IZ). Der erneute Kriegsausbruch im Libanon trägt nach Beobachtung von Misereor-Repräsentant Frank Wiegandt weiter zur Zermürbung der Bevölkerung bei. „Es ist Krieg; die Menschen sind resilient, aber sie sind auch müde“, so der Nahostbeauftragte des Hilfswerks am 4. März. „Schon wieder mussten sie ihre Heimat verlassen, wieder wissen sie nicht, wann sie zurückkehren werden und in welchem Zustand sie ihre Häuser vorfinden werden.“ Seit Monatsanfang dauern die Bombenangriffe der israelischen Armee als Antwort auf die Attacken der schiitischen Hisbollah-Miliz auf Ziele in Nordisrael an, „Drohnen kreisen ununterbrochen mit ohrenbetäubendem Getöse über Beirut“, so Wiegandt. „Das ist wirklich zermürbend und hat mit psychologischer Kriegsführung zu tun.“ Dennoch gebe es weiterhin viel Solidarität in dem religiös pluralen Land. „Libanesische Christen und Muslime sammeln Spenden und helfen ihren Landsleuten, die getroffen wurden oder flüchten mussten. Auch die Partnerorganisationen von Misereor mobilisieren sich.“ Als „Schuldige“ betrachte die Bevölkerung die israelischen Streitkräfte und „die Zionisten“, „aber stärker noch gibt es die Wut auf die eigenen Leute, die Führungsriege der Hisbollah, die offenbar blind ergeben die Befehle der iranischen Mullahs befolgte und Israel angriff“. Der Regierung sei ihre Entmachtung nicht gelungen.

Foto: Michael Kranewitter, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Amnesty kritisiert Österreich wegen Rassismus

WIEN (IZ). Amnesty International wirft Österreich in einem neuen Bericht tief verankerten antimuslimischen Rassismus und eine selektive Handhabung von Meinungs- und Versammlungsfreiheit vor. Solidaritätsbekundungen mit Palästinensern seien seit 2023 systematisch eingeschränkt, Kritiker Israels pauschal mit Antisemitismusvorwürfen belegt worden, was zu Einschüchterung und Selbstzensur geführt habe. Amnesty fordert einen nationalen Aktionsplan gegen Rassismus und ein Ende der politischen Instrumentalisierung der IHRA-Antisemitismusdefinition.

Daten belegen Anstieg der Gewalt im Westjordanland

RAMALLAH (MEMO). Die Zahl der von israelischen Streitkräften und Siedlern im Westjordanland verübten Angriffe hat seit Jahresbeginn fast 19.000 erreicht, wie aus palästinensischen Daten hervorgeht, die eine drastische Eskalation vor Ort verdeutlichen. Zahlen des Palästinensischen Informationszentrums (PIC) zeigen, dass etwa 18.595 Vorfälle registriert wurden, darunter Razzien, Festnahmen und direkte Angriffe auf die Menschen und deren Eigentum. Den Daten zufolge haben die Angriffe zum Tod von 34 Palästinensern und zur Verletzung von 616 weiteren geführt. Der Bericht dokumentiert zudem 3.384 Razzien in verschiedenen Teilen des Westjordanlands sowie 1.115 Festnahmen und 449 Fälle von Eigentumskonfiszierung, hierunter Häuser und andere Vermögenswerte. Darüber hinaus verübten Siedler 1.112 Angriffe, darunter Übergriffe auf Dörfer und landwirtschaftliche Flächen sowie die Zerstörung von Eigentum. Die Zahlen spiegeln wider, was lokale Quellen als anhaltende und systematische Eskalation gegen palästinensische Gemeinden im Westjordanland beschreiben, wobei sich Vorfälle fast täglich ereignen.

Außenminister verurteilen das israelische Vorgehen

JERUSALEM (KNA/IZ). Zahlreiche Außenminister europäischer und arabischer Staaten haben Israel für jüngste Maßnahmen kritisiert, die sie als massive Ausweitung einer unrechtmäßigen israelischen Kontrolle über das besetzte Westjordanland werten. „Die Änderungen sind weitreichend und umfassen die Umwertung palästinensischen Landes als sogenanntes israelisches ‘Staatsland’, die Beschleunigung illegaler Siedlungsaktivitäten und die weitere Festigung der israelischen Verwaltung“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Israel wird darin aufgerufen, seine jüngsten Entscheidungen in Sachen besetztes Westjordanland rückgängig zu machen, um aktuelle Bemühungen um Frieden und Stabilität in der Region nicht weiter zu untergraben. Das Land müsse „von Maßnahmen absehen, die zu dauerhaften Veränderungen des rechtlichen und administrativen Status der besetzten palästinensischen Gebiete führen würden“.

Berlin trägt Sanktionen gegen Siedler mit

ISTANBUL (MEMO/AA). Deutschland bekräftigte am 23. März seine Unterstützung für EU-Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler angesichts der anhaltenden Übergriffe auf Palästinenser im Westjordanland, wie Anadolu berichtet. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Giese, erklärte gegenüber Journalisten in Berlin, sein Land werde EU-Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler „unterstützen“, machte jedoch auch deutlich, dass die Entscheidung „in Brüssel getroffen“ werde. Er wies darauf hin, dass es einen EU-Mitgliedstaat gebe – womit er auf Ungarn anspielte –, der solche Sanktionen „blockiere“. 

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Auslands-Kurzmeldungen aus Ausgabe 365: von Hoffnungen auf Frieden bis zu Rechten in Europa

Kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 365: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. Bemühungen um einen Frieden für Gaza, über die Rohingya bis zur Impfkampagne in Pakistan.

Viele leiden unter Lebensmittelunsicherheit

URBANA (IPS). Millionen in den USA und weltweit sind von Ernährungsunsicherheit betroffen. Das heißt, dass sie keinen Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln haben, die für ein erfülltes Leben notwendig sind. Und oft nicht wissen, woher sie ihre nächste Mahlzeit bekommen sollen. Laut der NGO Feeding America sind 47 Mio. in den USA davon betroffen. Weltweit leiden 673 Mio. unter Lebensmittelunsicherheit. Traditionell konzentrierten sich die Bemühungen zur Bekämpfung auf die Bevölkerung in ländlichen und vorstädtischen Zonen. Jüngste Volkszählungsdaten und Statistiken zeigen, dass heute mehr Menschen in Städten leben. Angesichts des bleibenden Wachstums der Stadtbevölkerung und der dringenden Problematik in Großräumen ist es nicht mehr optional, sondern unerlässlich, städtische und stadtnahe Räume als Zentren für Innovationen im Bereich des Anbaus von Lebensmitteln neu zu konzipieren. Es überrascht nicht, dass ein wegweisender Bericht eines Expertengremiums für Ernährungssicherheit und Ernährung aus dem Jahr 2024 gezeigt hat, dass mehr als 75 % der Betroffenen weltweit in städtischen und stadtnahen Gebieten leben. Sie sind für ihre Lebensmittelversorgung auf Märkte angewiesen, anstatt selbst anbauen zu können. Daher wird es immer wichtiger, Initiativen zur Bekämpfung der Ernährungsunsicherheit auszuweiten und die Stadtbevölkerung einzubeziehen.

Seuchenausbrüche

Foto: World Vision

Frieden: Trump dankt muslimischen Staaten

KAIRO (KUNA). US-Präsident Donald Trump drückte am 13. Oktober seine Dankbarkeit gegenüber den arabischen und muslimischen Ländern aus, die zu diesem enormen Durchbruch beigetragen haben, der zur Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens für Gaza geführt hat. In seiner Rede auf dem Friedensgipfel in Sharm El Sheikh sagte er, dass „das Unmögliche erreicht wurde und wir endlich Frieden im Nahen Osten haben“. Er fügte hinzu, dass dies der Tag sei, auf den alle Menschen in der Region und auf der ganzen Welt hingearbeitet, gehofft und gebetet hätten.

Viele genießen keine Religionsfreiheit

ROM (KNA). Das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat 2023 und 2024 in 62 Ländern schwerwiegende Verletzungen der Glaubensfreiheit registriert. Mehr als 5,4 Mrd. Menschen seien von Verfolgung oder Diskriminierung betroffen, hieß es in der am 20. Oktober vorgestellten Auswertung „Religionsfreiheit weltweit 2025“. Nur in zwei Staaten, Kasachstan und Sri Lanka, habe sich die Lage im Berichtszeitraum verbessert. Das Hilfswerk resümiert: Das grundlegende Menschenrecht sei nicht mehr nur gefährdet. Es werde inzwischen großen Teilen der Menschheit vorenthalten.  Demnach sind diktatorische Regime die größte Bedrohung der Freiheit. In Staaten wie China, Eritrea oder Iran seien Gläubige weitreichender Überwachung und restriktiven Gesetzen ausgesetzt.

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Foto: Master Sgt. Jerry Morrison, DoD | gemeinfrei

Krisengebiete brauchen psychosoziale Versorgung

BONN (help-ev). Zum Welttag der mentalen Gesundheit am 10. Oktober machte die Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe auf die Bedeutung psychosozialer Hilfen in Krisen- und Katastrophengebieten aufmerksam. Mindestens jeder fünfte Mensch, der gewaltsame Konflikte bzw. eine Katastrophe erlebt hat, leidet an psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Ohne gezielte Stützen drohen langfristige Folgen. „Nach Kriegen, Katastrophen oder auch Flucht ist psychosoziale Hilfe ein wichtiger Schlüssel für den Neuanfang.“

EU genehmigt neue Milliardenhilfen

KAIRO (KUNA). Die EU hat am 22. Oktober ein neues Finanzhilfepaket für Ägypten im Wert von vier Milliarden Euro angekündigt. Die Hilfe wurde im Rahmen von Vereinbarungen beschlossen, die während des ersten EU-Ägypten-Gipfels in Brüssel in Anwesenheit des ägyptischen Präsidenten Al-Sisi, der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und des Ratspräsidenten Costa unterzeichnet wurden. Die Kommission erklärte in einer Pressemitteilung, dass das Paket vergünstigte Darlehen zur Unterstützung des Wirtschaftsreformprogramms, Stärkung der Finanzstabilität, Verbesserung des Geschäftsumfelds und für die Förderung der grünen Wende umfasst.

Beide Seiten stimmen Waffenruhe zu

KABUL/ISLAMABAD (KNA). Pakistan und Afghanistan haben sich nach 13-stündigen Gesprächen in Katar auf einen sofortigen Waffenstillstand geeinigt. Das Waffenstillstandsabkommen solle eine solide Grundlage für einen stabilen Frieden in der Region sein, zitierten pakistanische Medien am 20. Oktober aus einer Erklärung des Außenministeriums von Katar. Eine folgende Gesprächsrunde sollte in Istanbul dazu beitragen, einen dauerhaften Mechanismus für Frieden und Stabilität beider Nachbarstaaten festzulegen. Das Emirat und die Türkei wirken als Vermittler zwischen Pakistan und Afghanistan. Zuvor waren Gefechte wieder aufgeflammt. Unter diesen Staaten kommt es seit längerem entlang der Grenze wiederholt zu militärischen Auseinandersetzungen.

Foto: dizain, Shutterstock

Schlaglicht auf die Rohingya und andere

NEW YORK (IPS). Am 30. September berief die UN kurz nach Ende der 80. Sitzung der Generalversammlung eine hochrangige Sitzung zur Lage der muslimischen Rohingya und anderer Minderheiten in Burma ein. Sie bot Gelegenheit, mit einem Dialog erneut weltweite Aufmerksamkeit auf ihre Lage zu lenken. Seit der militärischen Unterdrückung der Rechte und Deportation dieser Muslime aus Burma 2017 sind über eine Mio. Flüchtlinge nach Bangladesch geflohen. UN-Generalsekretär Guterres stellte fest, dass diese und andere Minderheiten insbesondere im Bundesstaat Rakhine weit verbreiteter Unsicherheit und Diskriminierung ausgesetzt sind.

Religionsfreiheit in China löst Sorgen aus

KÖLN (KNA). Thomas Rachel, Bundesbeauftragter für Religionsfreiheit, hat die Lage in China als besorgniserregend bezeichnet. „Dies gilt ganz besonders für die religiösen Minderheiten.“ Er verwies auf einen großen Widerspruch zwischen der Verfassung auf der einen und der Politik der Zentralregierung auf der anderen Seite. Das Recht spreche den Bürgern die Freiheit des Glaubens und der Religion zu. Das Regime ziele hingegen auf die „Sinisierung“ der religiösen und kulturellen Minderheiten ab.

Thinktank warnt vor rechtem Durchmarsch

BRÜSSEL (GFP.com). Die Berliner Denkfabrik SWP warnt vor einer zunehmenden „Integration“ der extremen Rechten in „das politische System der EU“. Ultrarechte Parteien sind an 9 von 27 EU-Regierungen beteiligt. Ein Experte warnt: In Deutschland könnte die AfD 30 % erreichen. In der Tschechei wurde sie just stärkste Kraft. Derzeit gewinnen sie im Europaparlament – dort stellen sie mehr als ein Viertel der Abgeordneten – zunehmend an Einfluss.

mitte-studie katholisch kirche afd

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Premier Starmer besucht Moschee nach Anschlag

LONDON (Memo). Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte am 23. Oktober zusätzliche Sicherheitsmittel in Höhe von 11,45 Mio. Euro zum Schutz muslimischer Gemeinschaften vor Hassverbrechen und Angriffen an, nachdem er eine Moschee in Peacehaven besucht hatte, die Anfang des Monats Ziel eines mutmaßlichen Brandanschlags geworden war, berichtete Anadolu. Während seines Besuchs sagte er, die Mittel würden Communitys Schutz bieten und „ihnen ein Leben in Frieden und Sicherheit ermöglichen”. Er fügte hinzu, dass Großbritannien ein „stolzes und tolerantes Land“ sei und dass „Angriffe auf jede Gemeinschaft Angriffe auf unsere gesamte Nation und unsere Werte sind“.

Bereitet Jakarta eine Friedensmission vor?

JAKARTA (KUNA). Indonesiens Präsident Subianto hat die Streitkräfte des Landes angewiesen, Friedenstruppen für einen potenziellen Einsatz im Gazastreifen vorzubereiten. In einer Erklärung vom 13. Oktober sagte ein Regierungsmitglied, dass die Entsendung eigener Truppen möglich wäre, sollte eine konstruktive Einigung erzielt werden. Wenn die Verhandlungen zu positiven Ergebnissen führen, könnte dies den Einsatz indonesischer Streitkräfte an einer Mission in Gaza zur Folge haben.

Bischöfe sind gegen ein Kopftuchverbot

WIEN (KNA). Die katholischen Bischöfe in Österreich haben sich gegen ein geplantes Kopftuchverbot für unter 14-Jährige an Schulen ausgesprochen. Man teile zwar die Sorge, dass die Integration von Mädchen durch das dortige Tragen eines Kopftuchs erschwert werden könnte, hieß es am 23. Oktober. Aber ein Verbot sei genauso „wenig wünschenswert“. Die Bischöfe plädierten dafür, dass sich die Regierung bei derlei Maßnahmen vorher „zumindest mit der betroffenen gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaft“ abstimmen sollte – in diesem Fall die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, die das Verbot ablehnt.

österreich

Foto: Adobe Stock/Photocreatief

Polio: Islamabad beginnt mit Impfkampagne

ISLAMABAD (KNA). In Pakistan startete am 13. Oktober eine landesweite Kampagne für Polioimpfung. Ziel ist es, mehr als 45 Mio. Mädchen und Jungen gegen Kinderlähmung zu impfen, berichteten Medien. Ein Grund: In diesem Jahr wurden bereits 29 neue Poliofälle registriert. Die Nation und ihr Nachbar Afghanistan sind die einzigen Staaten weltweit, in denen die Krankheit noch endemisch ist. Das Poliovirus ist die Ursache der Kinderlähmung. Mehr als 400.000 Gesundheitshelfer – darunter 225.000 Frauen – würden zu den Haushalten gehen, um sicherzustellen, dass jedes Kind das Vakzin erhalte.

Helfer fordern Öffnung aller Grenzübergänge

KAIRO (Agenturen). Am 10. Oktober strömte vertriebene Bewohner von Gaza nach Norden. Währenddessen wiederholten UN-Hilfsteams ihre Forderung zur Öffnung aller Grenzübergänge in das weitgehend zerstörte Gebiet. „Wir fordern, dass alle Grenzübergänge nach Gaza unverzüglich geöffnet werden, damit humanitäre Hilfsgüter in das vom Krieg zerstörte Gebiet gelangen können“, sagte Juliette Touma, Kommunikationsdirektorin des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNRWA.

Foto: imago/UPI Photo

Zementiert Hamas ihre Macht durch Exekutionen?

GAZA (The Conversation). Es scheint anhaltende Gewalt zwischen Hamaskämpfern und Mitgliedern verschiedener bewaffneter Clans zu geben, die seit dem Rückzug Israels aus Teilen des Gazastreifens zugenommen hat. Vor allem in den Tagen nach dem Waffenstillstandsabkommen kursierten Videos, die offenbar zeigen, wie die Hamas Angehörige einiger Familien hinrichtet. Die Tötungen scheinen brutal gewesen und ohne den Anschein eines unparteiischen Gerichtsverfahrens durchgeführt worden zu sein. Israels Ministerpräsident Netanjahu bestätigte, dass sein Land einige Banden bewaffnet hat. Zuvor tauchten Berichte auf, wonach die Streitkräfte Waffen direkt übergeben oder für sie zurückgelassen hätten.

Hoffnung geben: Türkei will weiter helfen

ANKARA (Memo). Die Türkei wird wie bisher Hilfe für den vom Krieg zerstörten Gazastreifen leisten und „Hoffnung für das palästinensische Volk“ geben, sagte der türkische Außenminister Fidan am 17. Oktober. „Die Türkei wird weiterhin ein Lichtblick für den Gazastreifen und eine Hoffnung für Palästina sein. Wir werden auch weiterhin aktiv die Bemühungen zum Wiederaufbau des Gazastreifens unterstützen“, erklärte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem deutschen Amtskollegen Wadephul. „Jedes Gebäude, das in Gaza entsteht, wird ein Werk des kollektiven Gewissens der Menschheit sein. Unser oberstes Ziel ist es, eine Zwei-Staaten-Lösung umzusetzen und einen Nahen Osten zu schaffen, in dem trotz aller Leiden Frieden und Wohlstand herrschen.“ Ankara habe unmittelbar nach der Einstellung der Feindseligkeiten seine Hilfsbemühungen verstärkt.

Popularität der Hamas sinkt weiter ab

JERUSALEM (KNA). Immer weniger Palästinenser glauben, dass der Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 ihren Interessen gedient hat. Auch die Beliebtheit der Organisation ist zurückgegangen, wie aus einer am 1. Oktober veröffentlichten Umfrage des „Jerusalem Media and Communications Centre“ in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung hervorgeht. Befragt wurden PalästinenserInnen im Westjordanland und Jerusalem. Eine Befragung im Gazastreifen war nicht möglich. Waren im September 2024 noch 45 % der Meinung, der Hamasangriff habe den Interessen Palästinas gedient, sank der Anteil in der aktuellen Umfrage auf knapp 31 %. Rund 35 % gaben an, dass er ihnen schade (2024: 30,2 Prozent).

Foto: Saudi Press Agency

Erdogan: Gaza mit Golfstaaten aufbauen

ANKARA (AA). Mit dem Hinweis, dass der Wiederaufbau Gazas keine leichte Aufgabe sein wird, erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am 24. Oktober, dass man „diesen Schritt gemeinsam mit den Golfstaaten gehen wird. (…) Wir werden Gaza gemeinsam wieder aufbauen. Das ist nichts, was die Türkei, Ägypten oder andere Golfstaaten alleine schaffen können. Es erfordert eine koordinierte, gemeinsame Anstrengung, und wir haben in jeder Phase umfassende Gespräche geführt.“ Er bezeichnete die Situation im Gazastreifen als „Prüfung“ für die muslimische Welt und äußerte die Hoffnung, dass sie diese „ehrenhaft bestehen und fest zu unseren Geschwistern in Gaza stehen“ werden. Erdogan sagte, dass Beratungen über eine mehrschichtige Einsatzgruppe im Gange seien, und bekundete die Bereitschaft der Türkei, dem Gebiet jede erdenkliche Unterstützung zukommen zu lassen.

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Auslands-Kurzmeldungen aus Ausgabe 363: vom Hunger in Gaza bis zum Kopftuch in Österreich

gaza Kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 363: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. Proteste gegen das Aushungern von Gaza über Friedenspläne zur erneuten Kopftuchdebatte in Österreich.

Rabbiner fordern Ende der Hungersnot

WASHINGTON (KNA/IZ). Rund 80 orthodoxe Rabbiner aus verschiedenen Ländern fordern die israelische Regierung auf, dem Hunger in Gaza ein Ende zu bereiten. Die Initiative für das Schreiben ging von US-Rabbi Yosef Blau aus. Er erklärte: „Wenn Religion dazu benutzt wird, die Verehrung von Macht zu rechtfertigen, verzerrt sie die grundlegende Moral.“ Unkritische Loyalität widerspreche dem Anspruch der Selbstreflexion, der fundamental für das Judentum sei. In dem Schreiben hieß es weiter, die Gräueltaten der Hamas würden Israel nicht von seiner Verantwortung für die humanitäre Krise im Gazastreifen entbinden. Daher müsse das Land eine massenhafte Hungersnot beenden. Zu den Unterzeichnenden gehört auch der polnische Oberrabbiner Michael Schudrich. Dieser historische Moment erfordere, so das Schreiben weiter, „eine Stimme, die in unseren tiefsten jüdischen Werten verwurzelt ist und von unserer traumatischen Geschichte der Verfolgung geprägt ist“.

IKRK

Foto: IKRK

‘Ulama rufen zu Hilfe für Gaza auf

ISTANBUL (IZ). Am 23. August befasste sich eine internationale Konferenz auf der Istanbuler Insel mit der Situation im Gazastreifen. Unter dem Titel „Islamische und humanitäre Verantwortung: Gaza“ hatte die Internationale Union muslimischer Gelehrter (IUMS) gemeinsam mit der Stiftung für islamische Gelehrte in der Türkei das Event organisiert. Sie war Teil einer mehrtägigen Konferenz zum Thema „Demokratie und Freiheit“. Mehr als 150 ‘Ulama aus mehr als 50 Staaten nahmen teil, um über die Auswirkungen des Krieges Israels gegen den Gazastreifen und die Reaktionen der islamischen Welt zu diskutieren. Der Präsident des Europäischen Muslimischen Forums, Abdul Vakhed Niyazov, würdigte die organisatorische Rolle der Türkei. Gleichzeitig kritisierte er, dass viele Organisationen bislang keine klare Haltung zur Lage in Gaza bezogen hätten. Türkische Einrichtungen hingegen hätten die Initiative ergriffen, um Fachkollegen zu versammeln und die humanitäre Situation öffentlich zu thematisieren.

Über die Hälfte der Menschen braucht Hilfe

BONN (KNA). Mehr als 50 % der Afghanen ist laut der Hilfsorganisation Help auf Unterstützung angewiesen. Besonders schlimm sei die Lage an der iranischen Grenze, wo täglich rund 10.000 Personen ankämen, teilte die Organisation am 11. August mit. Seit Jahresbeginn seien schon 1,9 Mio. aus dem Nachbarland deportiert worden. Besonders schlimm sei die Lage der abgeschobenen Frauen und Mädchen ohne männliche Familienangehörige. „Nach den Gesetzen der Taliban dürfen sie weder allein reisen noch einer Arbeit nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. In Afghanistan stehen sie vor dem Nichts“, sagte der Landesdirektor der Organisation, Shafi Shirzad.

Foto: Afrikablack, Unsplash

Türkische Unternehmen investieren verstärkt

ISTANBUL (Agenturen). Türkische Geschäftsleute haben 2,3 Mrd. Dollar investiert und 35.000 Menschen in Afrika beschäftigt, während die Bauwirtschaft des Landes mit über 2.300 Projekten auf dem Kontinent aktiv tätig ist, sagte der türkische Handelsminister. „Zehntausende Afrikaner wurden durch unsere Investitionen auf dem Kontinent beschäftigt“, so Ömer Bolat. „Afrika liegt uns sehr nahe, da man von der Türkei aus in nur 45 Minuten mit dem Flugzeug den Kontinent erreichen kann.“

Historisches Abkommen mit Armenien getroffen

WASHINGTON (IZ). Armenien und Aserbaidschan haben im Weißen Haus ein historisches Friedensabkommen unterzeichnet. Nach jahrzehntelangen Konflikten, zuletzt im Streit um Bergkarabach, verständigten sich beide Seiten auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, die Anerkennung bestehender Grenzen sowie den Ausbau wirtschaftlicher Zusammenarbeit. US-Präsident und internationale Partner begrüßten den Schritt als „Meilenstein“ für Sicherheit und Stabilität im Südkaukasus. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) lobte die Einigung ausdrücklich.

rohingya

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UN-Bericht spricht von „systematischer Folter“

GENF (IPS). Am 12. August veröffentlichte der Unabhängige Untersuchungsmechanismus für Myanmar (IIMM) seinen jährlichen von den UN in Auftrag gegebenen Bericht, in dem er erklärte, dass er erhebliche Fortschritte bei der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und der Identifizierung der Täter erzielt habe. Er beschreibt detailliert die anhaltenden Gräueltaten, darunter die Folterung von Zivilisten in von Militärs betriebenen Haftanstalten, koordinierte Luftangriffe auf Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser sowie die fortgesetzte ethnische Säuberung der Rohingya-Flüchtlinge. „Wir haben bedeutende Beweise, darunter Augenzeugenberichte, die systematische Folter in Haftanstalten in Myanmar belegen“, sagte Leiter Nicholas Koumjian.

Brandanschlag auf Moschee verurteilt

PARIS (AA). Frankreichs Innenminister Retailleau verurteilte am 15. August einen versuchten Brandanschlag auf eine Moschee in Chatillon-sur-Seine. „Letzte Nacht haben Unbekannte versucht, eine muslimische Gebetsstätte in Châtillon-sur-Seine in Brand zu setzen. Meine Gedanken sind bei den Gläubigen, die von dieser zutiefst feigen antimuslimischen Tat betroffen sind“, schrieb er auf X. Laut France Info wurden Flugblätter angezündet und in die Eingangstür geklemmt, bevor Passanten das Feuer schnell löschten. Eine Anzeige wurde erstattet, die Täter sind bisher unbekannt.

Indien Modi Hindu-Nationalismus

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Staat radikalisiert Gesetz gegen Konversion

NEU DELHI (KNA). In Indien wächst der Druck auf nicht-hinduistische Religionen. Der nordindische Bundesstaat Uttarakhand plant nun ein Gesetz gegen den Religionswechsel mit Strafen bis hin zu lebenslanger Haft, wie der asiatische Pressedienst Ucanews am 15. August berichtete. Es verbietet u.a. die Förderung und Anstiftung zu religiösen Konversionen über soziale Medien sowie „Anreize“ wie Geschenke, Bargeld, Sachleistungen, Beschäftigung, kostenlose Bildung oder Heiratsversprechen durch Angehörige von Minderheitsreligionen. Uttarakhand wird von der extremistischen BJP regiert. Ihr gehört auch Premier Modi an.

Ausbau von Siedlungen Richtung Jordan

TEL AVIV (KNA). Siedler dringen auf den Bau neuer Wohnviertel östlich von Jerusalem, um eine geschlossene, jüdisch besiedelte Zone bis zum Jordan zu schaffen. Das strategisch wichtige Gebiet spiele „eine entscheidende Rolle für die territoriale Kontinuität“ Israels, hieß es in einer Mitteilung der Siedlerorganisation Regavim.

EU will mehr Hilfen für Königreich Jordanien

BRÜSSEL (KNA). Zeitweise galt Jordanien als Stabilitätsanker im Nahen Osten. Doch eine hohe Zahl von Flüchtlingen und schwierige Wirtschaftsdaten sorgen für sozialen Druck. Nun kommt weitere Hilfe aus Europa. Angesichts der gespannten Lage im Nahen Osten will die EU-Kommission die Stabilität des Landes mit zusätzlichen 500 Mio. Euro stützen. Das teilte die Behörde am Dienstag in Brüssel mit. Der Vorschlag erfolgt in Ergänzung zu einer Finanzhilfe im Umfang von 500 Mio., die im April beschlossen worden war und bis 2027 ausgezahlt werden soll. Mit der Förderung will die EU dem Königreich helfen, die syrische Flüchtlingskrise und Auswirkungen regionaler Konflikte wie des Gaza-Krieges zu bewältigen.

libanon

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Regierung will Waffen-Monopol durchsetzen

BEIRUT (KUNA). Das libanesische Kabinett hat in einer Sitzung am 8. August den von dem US-Sondergesandten für Syrien Barrack vorgeschlagenen Plan zur Einführung eines staatlichen Waffenmonopols gebilligt. In der Besprechung wurde das Bekenntnis zu den Bestimmungen des Nationalen Versöhnungsabkommens, auch bekannt als Taif-Abkommen von 1989, und der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats bekräftigt. Das Kabinett versprach, die notwendigen Schritte zur Wiederherstellung der öffentlichen Souveränität über sein gesamtes Staatsgebiet zu unternehmen.

Schaffung von „Groß-Israel“ abgelehnt

KAIRO (Agenturen). Die Außenminister von 31 nahöstlichen und muslimischen Staaten sowie die Generalsekretäre der Arabischen Liga, der OIC und des Golf-Kooperationsrats haben am 15. August die jüngsten Äußerungen des israelischen Premierministers Netanjahu zum sogenannten „Groß-Israel“ scharf verurteilt. Sie warnten, dass diese die nationale Sicherheit ihrer Länder und die regionale Stabilität gefährden. „Diese Äußerungen stellen eine schwerwiegende Missachtung und eine eklatante und gefährliche Verletzung der Regeln des Völkerrechts und der Grundlagen stabiler internationaler Beziehungen dar. (…) Sie stellen auch eine direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit der arabischen Staaten, die Souveränität der Staaten sowie den regionalen und internationalen Frieden und die Sicherheit dar.“ Netanjahu erklärte am 12. August gegenüber dem Sender i24, er fühle sich der Vision eines Großisraels „sehr verbunden“. Er sagte, er sehe sich in einer „historischen und spirituellen Mission“, die „Generationen von Juden, die davon träumten, hierher zu kommen, und Generationen von Juden, die nach uns kommen werden“, erfüllt.

Troika arbeite an einem neuen Friedensplan

KATAR (MEMO). Sky News Arabia berichtete am 11. August mit, dass ägyptische und katarische Vermittler unter Beteiligung der Türkei einen neuen Vorschlag vorbereiten, um von Israels Ministerpräsident Netanjahu vorgebrachten Vorwände für die Besetzung von Gaza-Stadt auszuräumen. Die Initiative konzentriert sich auf ein umfassendes Austauschabkommen, das die Freilassung aller lebenden israelischen Geiseln und die Rückführung der Leichen der Getöteten im Austausch gegen die Freilassung palästinensischer Gefangener vorsieht. Dazu gehört auch, dass die Hamas einen neuen Einsatzplan für die israelische Armee unter arabisch-amerikanischer Aufsicht akzeptiert, bis eine endgültige Einigung erzielt ist.

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Schon wieder eine Kampagne zum Kopftuch

WIEN (KNA). In Österreich ist die Debatte um ein geplantes Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren neu aufgeflammt. Das Tragen von Kopftüchern sei eine „extreme Auslegung des Glaubens und das hat bei uns in Österreich nichts verloren“, sagte Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) am 30. Juli dem Sender ORF. Mit dem für Herbst angekündigten Gesetzesentwurf wolle man dem „Zeichen der Unterdrückung“ entgegenwirken. Bereits vor fünf Jahren war ein ähnlicher Vorstoß, damals unter Bundeskanzler Sebastian Kurz, an einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs gescheitert. Damals sahen die Richter die Religionsfreiheit und den Grundsatz der Gleichbehandlung durch die Regelung verletzt. Auch jetzt bezweifeln Verfassungsrechtler, dass es das Kopftuchverbot im zweiten Anlauf schafft. Einen Hinweis auf einen möglichen Grundrechtsverstoß könnte die Ministerin im Interview selbst geliefert haben: Sie betonte, es werde es keine vergleichbaren Verbote für Symbole anderer Religionen geben, etwa Ketten mit Kreuzanhängern oder die Kippa.

Kabinett will Gaza erneut besetzen

TEL AVIV (KUNA). Die israelische Regierung hat den Plan ihres Regierungschefs gebilligt, die Kontrolle über Gaza-Stadt zu übernehmen und ihre Militäroperationen auszuweiten. Nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts wurde beschlossen, Gaza zu besetzen, wie sein Büro in einer Pressemitteilung mitteilte. Er hatte vor, ganz Gaza zu okkupieren, wobei sein Plan sich speziell auf Gaza-Stadt konzentrierte, die größte Siedlung in dem bereits belagerten Gebiet, in dem Hunderttausende Menschen leben. Die Vereinten Nationen warnten, dass die Ausweitung der militärischen Kampagnen durch die Besatzung „katastrophale Folgen“ für die palästinensische Zivilbevölkerung haben könnte.

Vier Journalisten wurden gezielt ermordet

TEL AVIV/DOHA (IZ). Die Tötung von vier Al Jazeera-Journalisten durch Israel am 10. August löste internationale Empörung aus. Der katarische Sender verurteilte den Angriff als „vorsätzlichen Versuch, Stimmen zum Schweigen zu bringen“ und rief nach „rechtlichen Konsequenzen“. Die Bundesregierung kritisierte die Tötung scharf und verlangte eine transparente Aufklärung. Die UN bezeichneten das Vorgehen als Bruch des Völkerrechts, die EU forderte klare Beweise für Tel Avivs Terrorismusvorwürfe gegen den Autoren Anas al-Sharif. Journalistenverbände warfen Israel vor, systematisch palästinensische Journalisten zu gefährden.

Hitzewelle erschwert das Leben der Menschen

GAZA (KNA). Der Nahe Osten leidet unter einer enormen Hitzewelle, die zu Redaktionsschluss ihren Höhepunkt erreichen soll. Im Kriegsgebiet im Gazastreifen verschärfen sich dadurch die ohnehin harschen Lebensbedingungen. Die extreme Hitze in Verbindung mit Wasserknappheit, Strom- und Treibstoffmangel seien ein zusätzlicher Stressfaktor, der sich auf alle Bereiche der Gesellschaft auswirke, sagt Mohammed Fadlalla, Leiter der medizinischen Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in Gaza, der KNA. Vertriebene im Gazastreifen berichteten gegenüber Journalisten und in sozialen Medien von unerträglichen Temperaturen. Die Zelte aus Stoff oder Plastik böten keinen Schutz, Kühlungsmöglichkeiten fehlten ebenso wie eine ausreichende Wasserversorgung. Auch im blockierten Meer können die Bewohner des Kriegsgebiets keine Abkühlung suchen.

Auszug der neuen Ausgabe: Interview mit Ersin Özcan, Vorstandsvorsitzender des DITIB-Landesverbands Nordrhein-Westfalen zur Zukunft von Zentralvertretungen

„Das Agieren von muslimischen Vertretern reduziert sich immer mehr zu einem Selbstgespräche. In einer solchen Situation sprechen die Öffentlichkeit und die Politik immer weniger mit den Muslimen – sie führen immer mehr Zwiegespräche mit politischen Akteuren, die zunehmend nicht mehr die Muslime beim Staat vertreten, sondern den Staat mit seinen Erwartungen bei den Muslimen.“

(iz). Die Debatten rund um das Islamgesetz in Österreich haben in den letzten Wochen auch Muslime und Politik in Deutschland beschäftigt. Forderungen nach einem ähnlichen Gesetz wurden auch hier laut. Ersin Özcan, Vorstandsvorsitzenden des DITIB-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, unterstrich in einem langen Interview, was in der nächsten Ausgabe der Islamischen Zeitung in voller Länge zu lesen sein wird, dass das Islamgesetz von einem implizierten Vorwurf der Untauglichkeit und der Illoyalität geprägt sei.

„Letztlich erscheint mir das Islamgesetz als eine Art staatliche Obhut über Muslime und es manifestiert sich eine Haltung, in welcher der Staat bestimmt, wer ein guter Muslim ist“, so Özcan. Die befürwortenden Stimmen aus der Politik sind ihm ein Rätsel, erst recht die muslimischen, die solche Verbote oder Eingriffe fordern. „Ich glaube für Kirchen oder jüdische Gemeinden würde niemand aus der Politik so etwas fordern. Und schon gar nicht würden die Vertreter dieser Religionsgemeinschaften so etwas begrüßen“, sagte der NRW-Landeschef des größten Moscheeverbunds in Deutschland.

„Import-Imame“
Ersin Özcan geht im Interview auch auf die Problematik der so genannten Import-Imame im Kontext dieser Diskussionen ein. Die Muslime seien in der Lage, selbst entscheiden zu können, woran sie glauben, wie sie glauben und mit welchen Mitteln und mit welchem Personal sie ihren Glauben leben wollen. „So zu tun, als seien die Muslime nicht fähig zu erkennen, welcher Imam gut für sie ist, erscheint mir ziemlich paternalistisch“, betonte Özcan.

Dem Vorwurf, DITIB stehe unter Kontrolle Ankaras, geht Özcan aus dem Weg. Das seien „Nebelbombe“, in deren Schwaden all jene sich aus dem Staub machen würden, die in der Sache eine nachhaltige Debatte scheuten. „Ein solcher Auslandsbezug ist rechtlich wie tatsächlich bei anderen Religionsgemeinschaften, wie der Anglikanischen Kirche oder der Katholischen Kirche kein Problem“, so der DITIB-Vertreter. Man sollte auf das hören, was DITIB in Deutschland sage und die Inhalte wahrnehmen, um die es gehe. „Da spricht nicht die türkische Politik, da sprechen wir als Muslime in Deutschland über das, was uns hier wichtig ist“, so Özcan.

Der eigentlich kritische Punkt seien allerdings andere Entwicklungen innerhalb der muslimischen Community in Deutschland. Hierzulande würden wir eine zunehmende Veränderung des muslimischen Selbstverständnisses erleben. Özcan: „Muslimische Akteure scheinen immer mehr darum bemüht, zu gefallen, statt die Frage nach theologischer Wahrhaftigkeit zu stellen. Das mag als Geschäftsmodell für Partikularinteressen nützlich sein, für die muslimische Selbstfindung und den Erhalt einer an Lehraussagen orientierten, selbstgewissen religiösen Identität ist eine solche Entwicklung verheerend.“

Im Gespräch geht Özcan auch auf die jüngsten Diskussion über den Koordinationsrat der Muslime (KRM) ein. Politik und Öffentlichkeit habe jahrelang nach dem einen institutionellen Vertreter geschielt. Özcan sieht in einer zentralistischen Struktur Gefahren. Sie könne zu einer Art „Bischofskonferenz für Muslime“ mutieren. Durch diese Zentralisierung der muslimischen Selbstorganisation werde zudem nicht die ganze Vielfalt des muslimischen Lebens vertreten oder auch nur artikuliert. „Vielmehr hängt das, was die Muslime vermeintlich denken, wollen und tun von den Aussagen und Handlungen weniger Funktionäre ab, die im schlimmsten Fall nicht einmal eine gemeindliche Basis haben, bei der sie sich rechtfertigen müssten.“

Die Frage sei, betont Özcan, wie ein ernsthafter Austausch über islamische Grundfragen stattfinden könne. Eine weitere Zentralisierung sei diesem Austausch in keiner Weise dienlich. Er beobachtet eine Isolation der Funktionärseben von der muslimischen Basis. „Das Agieren von muslimischen Vertretern reduziert sich immer mehr zu einem Selbstgespräche. In einer solchen Situation sprechen die Öffentlichkeit und die Politik immer weniger mit den Muslimen – sie führen immer mehr Zwiegespräche mit politischen Akteuren, die zunehmend nicht mehr die Muslime beim Staat vertreten, sondern den Staat mit seinen Erwartungen bei den Muslimen.“

Mit einem solchen Modell werde man auf beiden Seiten nicht ernst genommen – weder bei der Basis, noch bei der Politik. Es führe kein Weg an einem wahrhaftigen und nachhaltigen innermuslimischen Austausch vorbei. Özcan würde ein Diskussionsforum für islamische Religionsgemeinschaften anstreben wollen, bei dem nicht mehr der Anspruch auf zentrale Vertretung im Vordergrund steht, sondern der Wunsch nach einer inhaltlichen Debatte.

Dieses Gremium sollte auch ergänzt werden durch Austauschforen mit Muslimen außerhalb der Verbände. „Da ist viel Potenzial, dass innerhalb der Verbände nicht genutzt wird“, folgert Özcan.

Das vollständige Interview wird in der nächsten Ausgabe der Islamischen Zeitung zu lesen sein.

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Nach einer internen Klausurtagung und mehrwöchigen Diskussionen in und um den KRM lud der Zentralrat zur Pressekonferenz

Köln (IZ/dpa/KNA). Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hat die anderen muslimischen Verbände zu mehr Einigkeit aufgerufen. Es sei „völlig legitim“, wenn einzelne Mitglieder des Koordinationsrats der Muslime (KRM) unterschiedliche Ansichten verträten, sagte er am 19. März auf einer Pressekonferenz seiner Organisation in Köln.

Mazyek hat sich gegen den Vorwurf gewehrt, er wolle sich zum alleinigen Vertreter der deutschen Muslime aufschwingen. Wenn in der Öffentlichkeit oft vor allem er als Stimme der Muslime wahrgenommen werde, dann liege dies nicht daran, dass er die Vertreter anderer islamischer Dachverbände ausstechen wolle. „Ich rufe sie auf, dass sie sich mehr einbringen», sagte er auf der Pressekonferenz. Das Wochenmagazin „Die Zeit“ zitierte hierzu auch ZMD-Generalsekretärin Nurhan Soykan. Wer kein Deutsch spreche, so die Juristin, dürfe sich auch nicht beklagen, wenn er nicht in Talkshows eingeladen werde.

Der ZMD-Chef hatte unter anderem eine zentrale Rolle bei der Mahnwache am Brandenburger Tor nach den Terroranschlägen von Paris gespielt. Die Türkisch-Islamische Union DITIB, der größte islamische Dachverband in Deutschland, hatte ihn kürzlich scharf angegriffen und ihm einen „Vertrauensbruch“ vorgeworfen. Derzeit wird vor und hinter den Kulissen in bisher unbekannter Heftigkeit und Offenheit über Interna aus der dem Umfeld des KRM und über seine Zukunft diskutiert. Bisher allerdings waren es vor allem einige Vertreter der KRM-Mitglieder, die diese Debatte führten. Elemente der muslimischen Zivilgesellschaft blieben bisher außen vor.

Zugleich betonte Aiman Mazyek, dass sein Verband „felsenfest“ am KRM festhalte, weil er eine wichtige Interessenvertretung sei. Der Dachverband werde derzeit reformiert. Arbeitsgruppen sollten für bestimmte Themen zuständig sein. „Der KRM ist nicht tot, sondern er lebt weiter.“ Die Muslime müssten „die ethnisch fragmentierte Landschaft der islamischen Religionsgemeinschaft“ aufheben. Auch im ZMD gebe es vom Ausland finanzierte Imame, räumte er ein. Aber es sei Konsens in der islamischen Gemeinschaft, dass deutschsprachige Imame mit Kenntnissen über die Mentalität und Kultur des Landes viel näher an den Menschen seien.

Nachfolge des DITIB-Modells? Umstrukturierungen im Zentralrat und Wohlfahrtsverband angekündigt
Dem ZMD gehören 33 Mitglieder an, die rund 300 Moscheegemeinden vertreten. Inzwischen gebe es Landesverbände in Hessen und Nordrhein-Westfalen. In Berlin stehe die Gründung am Freitag bevor, weitere Gespräche führe man in Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.

Dieser Prozess sei notwendig, da Absprachen und Verträge zwischen Staat und Religionen auf Landesebene stattfänden. In NRW haben man nach Angaben von Generalsekretärin Nurhan Soykan bereits die „erste Hürde“ genommen. Laut es anfänglichen Gutachtens erfüll ihr Dachverband die nötigen juristischen Kriterien für einen Status als Religionsgemeinschaft. Laut der Juristin sei dazu aber auch eine Überarbeitung von Satzungen der Landesverbände nötig.

Man wolle darüber hinaus das soziale Portfolio stärker koordinieren. Noch in diesem Jahr sei die Gründung eines eigenen Wohlfahrtsverbandes geplant, kündigte sie an. Dieser solle auch offen sein für Mitglieder und Initiativen anderer Verbände. „Noch schöner wäre es natürlich, wenn wir einen KRM-Wohlfahrtsverband hinbekämen, aber zunächst wollen wir unsere eigenen Strukturen ausbauen.“

Bereits jetzt sei man damit beschäftigt, Jugendvereine an Moscheen in Landesverbänden und einem Bundesjugendverband zusammenzufassen. Dort sollten auch Nicht-ZMD-Vereine ihren Platz finden können. Damit solle es auf Dauer bundesweit ein strukturiertes Angebot muslimischer Jugend- und Sozialarbeit geben, so Soykan.

Vorbereitung mit den Mitgliedern
Fünf Tage vor der Kölner Pressekonferenz, am Samstag, den 14. März, lud der Zentralrat zu einer Versammlung für seine Mitglieder ins sauerländische Arnsberg ein. Laut verbandseigener Pressemitteilungen hätten die anwesenden Mitglieder sich für die Fortsetzung der bisherigen Ausrichtung ausgesprochen. Darüber hinaus bestätigte der Dachverband die Mitgliedsanträge verschiedener Gemeindezusammenschlüsse, Einzelmoscheen und andere Organisationsformen.