
Die Abwicklung der Religionspolitik im Auswärtigen Amt folgte einer toxischen Debatte. Die neue Regierung versucht nun, die Scherben aufzukehren. (islam.de). Die Ansiedlung des Amtes des Beauftragten für weltweite Religionsfreiheit, Thomas […]
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Die Abwicklung der Religionspolitik im Auswärtigen Amt folgte einer toxischen Debatte. Die neue Regierung versucht nun, die Scherben aufzukehren. (islam.de). Die Ansiedlung des Amtes des Beauftragten für weltweite Religionsfreiheit, Thomas […]
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(iz). Basierend auf einer Vortragsreihe, die zwischen 2021 und 2024 an der Andrássy Universität Budapest stattfand, vereint der Band Beiträge von renommierten Wissenschaftlern, Politikern und religiösen Führern, die sich mit der zunehmenden Bedeutung von Religion in globalen Konflikten, Friedensprozessen und diplomatischen Beziehungen auseinandersetzen.
Das Buch gliedert sich in mehrere Kapitel, die jeweils unterschiedliche Aspekte des Verhältnisses von Religion und Diplomatie beleuchten. Die Beiträge reichen von theoretischen Reflexionen über die Rolle von Religion in säkularen Staaten bis hin zu praktischen Beispielen interreligiöser Dialoge und konkreter Friedensinitiativen.
Beispielsweise gibt es Beiträge von Jean-Claude Kardinal Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, der über die Arbeit der COMECE in Brüssel und die Bedeutung des Dialogs zwischen religiösen Institutionen und der EU berichtet; von Annette Schavan, ehemalige Bundesministerin und Botschafterin beim Heiligen Stuhl, die Einblicke in die päpstliche Diplomatie und die Friedensarbeit katholischer Laienorganisationen wie Sant’Egidio gibt; von Rabbiner Walter Homolka, der das Judentum zwischen Religion und Politik verortet und die Herausforderungen des Managements von Diversität in einer zunehmend populistischen und fundamentalistisch geprägten Welt diskutiert; von Aiman A. Mazyek, ehemaliger Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, der die Rolle des Islam in Europa und die Bedeutung des interreligiösen Dialogs für die Integration von Muslimen in Deutschland beleuchtet; von Dr. Regina Elsner, die sich mit der Rolle der Ostkirchen im Kontext des russischen Angriffs auf die Ukraine auseinandersetzt und die Spannungen innerhalb der orthodoxen Christenheit analysiert.
Eine der größten Stärken des Buches liegt in seiner interdisziplinären und multiperspektivischen Herangehensweise. Durch die Kombination von wissenschaftlichen, politischen und religiösen Stimmen gelingt es dem Herausgeber, ein breites Spektrum an Themen abzudecken, das von der historischen Rolle von Religion in Konflikten bis hin zu aktuellen Herausforderungen wie dem Umgang mit religiösem Extremismus und der Förderung von Religionsfreiheit reicht. Besonders beeindruckend ist die Aktualität der behandelten Themen, die durch den russischen Angriff auf die Ukraine und die zunehmenden Spannungen auf dem Westbalkan noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben.
Ein weiteres Plus ist die internationale Ausrichtung des Buches. Die Beiträge stammen nicht nur aus Deutschland und Europa, sondern beleuchten auch die komplexen Beziehungen zwischen dem Vatikan und China sowie die Rolle von Religion in postkommunistischen Gesellschaften.
Dadurch wird deutlich, dass Religion nicht nur ein lokales oder regionales Phänomen ist, sondern eine globale Dimension hat, die in der Diplomatie und internationalen Politik nicht ignoriert werden darf.
Manchmal wünscht man sich an einigen Stellen eine tiefere analytische Durchdringung der behandelten Themen, aber das ist dem Umstand sicherlich geschuldet wegen der Ansammlung von Aufsätzen verschiedener europäischer Persönlichkeiten.
„Religion und Diplomatie“ ist alles in allem ein wichtiger und zeitgemäßer Beitrag zur Debatte über die Rolle von Religion in der internationalen Politik. Das Buch bietet nicht nur eine fundierte Einführung in das Thema, sondern auch konkrete Beispiele und Ansätze, wie Religion in der Diplomatie und Friedensarbeit genutzt werden kann.
Es ist eine wertvolle Lektüre für alle, die sich für die Schnittstelle von Religion, Politik und internationalen Beziehungen interessieren, und ein Muss für Diplomaten, Politiker und Wissenschaftler, die in diesem Bereich tätig sind.
Religion und Diplomatie, Ein Blick aus Wissenschaft, Politik und Religionsgemeinschaften, Herausgegeben von Dr. Heinrich Kreft, Botschafter a.D., 2025, 198 S., brosch., Preis: EUR 49, ISBN 978-3-7560-2366-0

(The Conversation/IZ). Der schreckliche, gezielt ausgeführte Terrorakt von Militanten in Kaschmir am 22. April, bei dem mindestens 25 indische Touristen und ein nepalesischer Staatsangehöriger getötet und viele weitere verletzt wurden, trägt alle Merkmale des Terrorismus. Er ereignete sich zu Beginn der Hochsaison. Von Bulbul Ahmed & Nitasha Kaul
Die Region ist Schauplatz vielfältiger widerstrebender Ansprüche, tief verwurzelter Konflikte und intensiver Militarisierung. Der politische Streit wurde darüber hinaus dazu genutzt, die Kaschmiris entlang religiöser Linien zu spalten – in eine absolute muslimische Mehrheit und eine hinduistische Minderheit. Diese wird seit Jahr gezielt durch Ansiedlungsprogramme der Regierung in Delhi vergrößert.
Vor dem Hintergrund der Islamfeindlichkeit in Indien erhöht ein solcher Angriff die Gefahr von Repressionen und Gewalt gegen Angehörige dieser Religion. Die Reaktion in den indischen Mainstreammedien folgte einem vorhersehbaren Drehbuch. Inmitten der Hindutva (hindu-nationalistischen) Eskalation der antimuslimischen Stimmung im Land forderten einige Menschen in den sozialen Kanälen die Annexion des von Pakistan verwalteten Teils des seit 1947 geteilten Gebiets.
Das 222.236 Quadratkilometer große Tal in den schneebedeckten Gebirgszügen des Himalaya und Karakorum, ist eine umstrittene Region zwischen Indien, Pakistan und China. Delhi und Islamabad erheben Anspruch die gesamte Zone, verwalten jedoch jeweils nur einen Teil davon.
Während der britischen Herrschaft über Indien war Kaschmir ein Feudalstaat mit einem eigenen regionalen Fürsten. 1947 erklärte sich der dortige Herrscher Maharaja Hari Singh bereit, sein Königreich unter Bedingungen an Delhi anzuschließen. Es sollte seine politische und wirtschaftliche Souveränität behalten, während Indien für die Verteidigung und die Außenpolitik zuständig sein sollte.
Doch Pakistan, das gerade von den Briten gegründet worden war, erhob Anspruch auf den mehrheitlich muslimischen Teil Kaschmirs entlang seiner Grenze. Die beiden Nachfolgestaaten des britischen Raj führten 1947 den ersten von drei großen Kriegen um das Gebiet. Das Ergebnis war die Einrichtung einer von den Vereinten Nationen vermittelten „Waffenstillstandslinie“, die das indische und pakistanische Territorium trennte. Die Linie verlief mitten durch Kaschmir.
Trotz der Festlegung dieser Grenze, die heute als „Kontrolllinie“ bekannt ist, folgten 1965 und 1999 zwei weitere Waffengänge. Schätzungsweise 20.000 Menschen starben in diesen drei Kriegen.
Das Völkerrecht, ein nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenes Regelwerk für alle Nationalstaaten der Welt, soll territoriale Meinungsverschiedenheiten wie die um Kaschmir lösen. Sie werden hauptsächlich vom Internationalen Gerichtshof behandelt, einem UN-Tribunal, der über umstrittene Grenzen und Kriegsverbrechen entscheidet.
Doch das internationale Recht hat wiederholt versagt, den Konflikt zu lösen, wie meine Forschung zu Kaschmir und zum Völkerrecht zeigt. Die UNO hat zahlreiche erfolglose Versuche unternommen, den Dialog zwischen Indien und Pakistan über das Gebiet wiederherzustellen, wo heute eine vielfältige Bevölkerung von 13,7 Millionen Muslimen, Hindus und Angehörigen anderer Glaubensrichtungen lebt.
Foto: Photo Division, Government of India, via Wikimedia Commons | Lizenz: Public Domain
1949 entsandte die UNO eine Blauhelmmission in beide Länder. Die Friedensmissionen der UNO waren nicht so robust wie ihre heutigen Friedensoperationen, und die internationalen Truppen erwiesen sich als unfähig, die Unverletzlichkeit der Grenzen zwischen den verfeindeten Ländern zu schützen.
Im Jahr 1958 empfahl die Graham-Kommission dem UN-Sicherheitsrat, dass Indien und Pakistan sich auf eine Entwaffnung Kaschmirs und die Abhaltung eines Referendums zur Entscheidung über den Status des Gebiets einigen sollten.
Delhi lehnte diesen Plan ab, und sowohl Indien als auch Islamabad waren sich uneinig darüber, wie viele Truppen im Falle einer Entmilitarisierung an ihrer gemeinsamen Grenze verbleiben konnten. 1965 brach ein weiterer Krieg aus. 1999 lieferten sich beide Kämpfe entlang der Kontrolllinie im Bezirk Kargil in Kaschmir, was die Vereinigten Staaten zu einer diplomatischen Intervention auf Seiten Indiens veranlasste.
Seitdem besteht die offizielle Politik der USA darin, eine weitere Eskalation zu verhindern. Die US-Regierung hat mehrfach offeriert, einen Vermittlungsprozess über das umstrittene Gebiet zu erleichtern. Der letzte US-Präsident, der dieses Angebot unterbreitete, war Donald Trump, nachdem 2019 in Kaschmir Konflikte ausgebrochen waren. Die Bemühungen blieben erfolglos.
Warum ist der Streit politisch zu schwierig für einen weltweit vermittelten Kompromiss? Zum einen sind sich beide Staaten nicht einmal darüber einig, ob in dem Gebiet das Völkerrecht gilt. Während Pakistan den Kaschmir-Konflikt als internationalen Streitfall betrachtet, spricht der indische Staat von einer „bilateralen Angelegenheit“ und einer „inneren Angelegenheit“.
Die Haltung Delhis schränkt den Anwendungsbereich des Rechts ein. So können Organisationen in der Region nicht in die das Thema eingreifen – bspw. durch die Einberufung eines regionalen Dialogs. Indiens Behauptung, Kaschmir sei sein Territorium, ist umstritten.
Im Jahr 2019 schaffte die indische Regierung ein Gesetz von 1954 ab, das Kaschmir einen autonomen Status gewährte, und besetzte es militärisch. Mindestens 500.000 Soldaten sind derzeit dort stationiert. Heute ist es das am stärksten militarisierte Gebiet der Welt.
Die pakistanische Regierung verurteilte diesen Schritt als „illegal“, und viele Kaschmiris auf beiden Seiten der Kontrolllinie sagen, Indien habe gegen das damalige Beitrittsabkommen von 1947 mit Maharaja Singh verstoßen. Die UNO betrachtet das Tal weiterhin offiziell als umstrittenes Gebiet. Delhi hält daran fest, dass Kaschmir Teil seines Staatsgebietes ist und unter der Kontrolle der Zentralregierung steht, was die ohnehin schon schlechten Beziehungen zwischen Indien und Pakistan weiter verschlechtert.
Foto: Pxhere | Lizenz: gemeinfrei
Ein zusätzliches Hindernis für den Frieden der beiden Staaten: das pakistanische Militär. 1953 einigten sich Indiens Regierungschef Nehru und Pakistans Premierminister Bogra grundsätzlich darauf, das Problem durch eine UN-Vermittlung oder durch ein Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof zu lösen. Dazu kam es jedoch nie, da die Armee in Pakistan Bogra im Jahr 1955 stürzte.
Seitdem haben mehrere Militärregimes die Demokratie in Islamabad unterbrochen. Indien ist der Ansicht, dass diese undemokratischen Regimes nicht glaubwürdig genug sind, um mit ihm zu verhandeln. Generell haben die Militärregierungen den Krieg dem politischen Dialog vorgezogen.
In vielen Fällen können Verträge und zwischenstaatliche Gerichtsentscheidungen nicht durchgesetzt werden. Es gibt keine globale Polizeitruppe, die bei der Umsetzung des Völkerrechts helfen könnte.
Wenn ein Staat ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs ignoriert, kann die andere Partei in diesem Gerichtsverfahren den Sicherheitsrat anrufen, der Druck auf ein Land ausüben oder sogar Sanktionen verhängen kann, um es zur Einhaltung des internationalen Rechts zu zwingen. Dies kommt jedoch selten vor, da solche Beschlussfassungsverfahren hochpolitisch sind und jedes ständige Mitglied des Sicherheitsrats sein Veto einlegen kann.
Und wenn die Konfliktparteien eher geneigt sind, einen Konflikt aus der Perspektive des innerstaatlichen Rechts zu betrachten – wie Indien in Hinblick auf Kaschmir und Israel in Bezug auf die palästinensischen Gebiete –, können sie argumentieren, dass das Völkerrecht einfach nicht gilt.
* Übersetzung und veröffentlicht im Rahmen einer CC-Lizenz.
Frieden: Trotz tausender zumeist ziviler Opfer in Israel und Gaza wird der Krieg fortgesetzt. Im drängendsten Moment versagt die Diplomatie. (IZ/KNA/GFP.com). Im andauernden Krieg zwischen Israel und der Hamas zeichnete […]
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Berlin (dpa). Der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich für eine internationale Afghanistan-Konferenz ausgesprochen. „Je eher sie stattfindet, umso besser“, sagte Gabriel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Teilnehmen sollten auch Russland und China – auch wenn in beiden Ländern derzeit noch Spott und Häme wegen der Blamage des Westens dominierten.
„Das Triumphgeheul dieser Tage in Moskau und Peking wird bald verklingen“, so Gabriel. Tatsächlich blickten Russland und China mit sehr gemischten Gefühlen nach Afghanistan. Beide fürchteten einen neu aufflackernden islamischen Fundamentalismus in ihren eigenen Einflusszonen. Russland habe dabei die früheren Sowjetrepubliken Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan im Blick, China fürchte Unruhen in seiner an Afghanistan grenzenden muslimischen Provinz Xinjiang. Es gebe also quer durch die Region ein durchaus weit verbreitetes Interesse an Stabilität.
Gabriel betonte, an den Konferenztisch gehörten neben der EU nicht nur die Weltmächte USA, China und Russland, sondern auch Pakistan und der Iran. Mit Blick auf die Taliban sagte Gabriel, man werde hoffentlich mit jenen unter ihnen reden können, denen es schon immer darauf angekommen sei, bloß keine ausländischen Truppen im Land zu dulden: „Da gibt es eine lange nationalistische, identitäre Tradition.“
Die Frage sei, ob nach dem Abzug eine neue Art von Zusammenarbeit entwickelt werden könne, wenn der Westen diese Grundhaltung akzeptieren würde, so der frühere Außenminister. „Auch die Taliban wissen, dass ihr Land arm ist und dass eine Zusammenarbeit mit dem Westen in vielen Punkten in ihrem wohlverstandenen eigenen Interesse liegen kann.“
(iz). Am Wikileaks-Chef Julian Assange scheiden sich die Geister. Für viele ist der Australier ein Paradebeispiel für Meinungsfreiheit und Transparenz. Bei offiziellen Vertretern in den USA, in Großbritannien und anderswo […]
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