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Der Irankrieg hat fatale Folgen für Afrika

ramadan krise irankrieg

Hohe Preise für Benzin, Dünger und Wasser durch den Irankrieg: Mancherorts ist der Kostenanstieg bereits lebensbedrohlich.

(KNA). In Banjul, der Hauptstadt von Gambia in Westafrika. Das kleine, schmale Land ist vom großen Nachbarn Senegal komplett umgeben und vor allem als Urlaubsdestination für Briten bekannt. Moderne Hotels, große Pools und Sandstrände mit Palmen einerseits. Von Frida Nsonde & Katrin Gänsler

Andererseits lebt, verschiedenen Schätzungen zufolge, etwa jeder zweite Gambier – die Bevölkerung liegt bei rund 2,8 Mio. – unterhalb der Armutsgrenze. Schon geringe Preissteigerungen haben eine große Wirkung – auch für Taxifahrer Omar Chorr.

Er muss sein Auto gerade betanken, steht an der Zapfsäule und beobachtet, wie der zu zahlende Betrag auf dem Display weiter in die Höhe klettert. Die Preise seien gestiegen über die vergangenen Wochen, erklärt er – „wegen des Krieges im Iran, sagen die Leute“. Selbst die Gasflaschen zum Kochen seien deutlich teurer geworden. „Die Lage ist nicht leicht“, sagt er.

Die Preiserhöhung bestätigt Modou Ceesay, Manager der star-Tankstelle am Verkehrsknotenpunkt Turntable. Der Liter Benzin sei von zuvor etwa 80 Dalasi (0,9 Euro) um 14 Dalasi (0,16 Euro) gestiegen. „Der Preisanstieg für Diesel liegt bei rund 18 Dalasi“, so Ceesay. Umgerechnet sind das 0,21 Euro. Wer monatlich nur zwischen umgerechnet 100 und 200 Euro zur Verfügung hat, spürt jeden Cent weniger in der Tasche.

Immerhin, in Gambia hat sich die Regierung von Adama Barrow für eine Benzinsubvention entschieden. Für April hat sie dafür nach eigenen Angaben 316 Mio. Dalasi – 4,2 Mio. Euro – ausgegeben. Ohne die Subvention wäre die Lage zweifellos gravierender, zeigt sich Tankstellen-Manager Ceesay überzeugt.

Auch Pendler spüren den Preisanstieg. In unmittelbarer Nähe füllen sich Minibusse, das übliche Transportmittel in Gambia. „Vor einer Woche wurden die Transportpreise angehoben“, sagt Gehilfe Saidou Barry. Der junge Mann kassiert während der Fahrt das Geld ein.

Eine einfache Strecke, die zuvor 10 oder 12 Dalasi kostete, kostet nun 15 Dalasi. Für Strecken, die bisher 30 oder 50 Dalasi kosteten, müssen Fahrgäste nun jeweils 15 Dalasi mehr hinlegen. Die Erhöhung geht auf einen Beschluss des Transportministeriums nach einer Beratung mit der Transportgewerkschaft zurück.

Während es in Gambia noch Benzin gibt, haben in den vergangenen Wochen bereits mehrere Länder die Abgabemengen eingeschränkt. Vielerorts – etwa in Malawi und Namibia – bilden sich Berichten zufolge lange Schlangen vor den Tankstellen. In Mosambik ordnete die Regierung an, nach Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten und unnötige Fahrten zu vermeiden.

Weitaus dramatischer ist die Lage längst im Sudan, wo seit drei Jahren Krieg herrscht. In der Region Ost-Darfur wird mithilfe von Dieselgeneratoren Wasser aus Bohrlöchern in Tanks oder Rohrleitungen gepumpt. Steigt der Dieselpreis, wird auch das Trinkwasser teurer.

Nach Angaben von Mohammed Gebril, Koordinator für Wasser und Sanitärversorgung beim christlichen Hilfswerk World Vision in Ost-Darfur, stiegen die Wasserpreise nach der Sperrung der Straße von Hormus bereits um 30 Prozent – und das ausgerechnet jetzt: Die Temperaturen klettern aktuell auf über 40 Grad Celsius. Haben Menschen kein sauberes Wasser, steigt außerdem das Risiko für Erkrankungen wie Typhus und Cholera.

Nervös ist man hingegen auf Madagaskar; zwei Wochen lang galt dort gerade der Notstand. Denn auf der Insel im Indischen Ozean ist nur zu gut bekannt, welche weitreichenden Folgen Wasser- und Stromengpässe haben können.

Diese erlebte Madagaskar erst im vergangenen Jahr; Proteste der „Gen Z“ folgten und schwächten die Regierung von Präsident Andry Rajoelina. Das Militär nutzte seine Chance – und stürzte die Regierung schließlich.

Doch es sind längst nicht nur gestiegene Benzinpreise, die den Alltag erschweren. Vielerorts wird auch Dünger knapp. Laut UNCTAD, der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung, wird etwa ein Drittel des weltweiten Seehandels mit Düngemitteln – das entspricht rund 16 Millionen Tonnen – durch die Straße von Hormus abgewickelt.

geografie homus mahan

Foto: Aerial View/Adobe Stock

In Kenia kündigte die Regierung nun an, zwei Millionen Säcke subventionierten Düngers an mehr als sechs Millionen Farmer im Land zu verteilen. Diese hatten zuvor vor Ernteausfällen gewarnt.

Sollte es dazu kommen, könnte das gravierende Folgen für die Ernährungssituation haben. Kenia ist kein Einzelfall. Das Welternährungsprogramm schätzte gerade, dass weltweit zusätzlich 45 Millionen Menschen von Hunger betroffen sein könnten, falls der Konflikt nicht bis Mitte des Jahres beendet wird.

Davon lebten fast zwei Drittel in Afrika und Asien. Alleine im Sudan sind derzeit bereits mehr als 19 Mio. Menschen von akutem Hunger bedroht.

Unklar ist außerdem, welche Folgen der Krieg auf die Rücküberweisungen hat, die für Privathaushalte und Staaten eine wichtige Lebensader sind. Nach Weltbank-Angaben erhielt Subsahara-Afrika im Jahr 2021 schätzungsweise 49 Mrd. US-Dollar (rund 42 Mrd. Euro) an Rücküberweisungen. 

In Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait, Bahrain und dem Oman leben Schätzungen zufolge rund fünf Millionen afrikanische Migranten, die dort in Privathaushalten, im Baugewerbe und in der Logistik arbeiten. Gehen dort die Einkommen zurück oder verlieren sie gar ihre Jobs, wirkt sich das auch in ihren Heimatländern aus.

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Flatrates oder die Illusion der Unendlichkeit

Nachrichtenüberflutung flatrates

Themenausgabe über soziale Medien und ihre Folgen: Dr. Cemil Sahinöz über Flatrates und unsere Illusion der Unendlichkeit.

(iz). Das Thema Verschwendung ist in vielen Kulturen und Religionen ein zentraler Punkt. Im Islam wird die Wertschätzung von Gaben Gottes, sei es Nahrung, Wasser oder Zeit, besonders betont. Der Gläubige soll dankbar sein und achtsam mit den ihm anvertrauten Ressourcen umgehen. Der bekannteste Qur’anvers hierzu lautet: „Esst und trinkt, aber seid nicht maßlos (verschwenderisch)! Allah liebt nicht die Maßlosen (Verschwender).“ (Al-‘Aras, Sure 7, 31)

Doch wie lässt sich dieses Prinzip auf die moderne Welt übertragen, in der unlimitierte Datenflatrates und scheinbar endlose Datenmengen verfügbar sind?

Daten – ein unsichtbares Gut

Während die Verschwendung von Lebensmitteln oder Wasser für die meisten unmittelbar nachvollziehbar ist, erscheint die Verschwendung von Daten zunächst abstrakt. Daten sind ein immaterielles Gut, das in riesigen Rechenzentren produziert wird.

Diese Zentren benötigen jedoch enorme Mengen an Energie, die oft aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird. Die Kühlung dieser Anlagen ist ein weiterer Energiefresser. Die Herstellung der Hardware, also der Server und Netzwerkausrüstung, ist ebenfalls mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbunden.

Foto: Freepik.com

Der ökologische Fußabdruck der Datenflut

Jeder Klick, jede E-Mail, jedes Video, das wir online konsumieren, hinterlässt einen digitalen Fußabdruck. Dieser Fußabdruck ist zwar unsichtbar, aber seine Auswirkungen auf die Umwelt sind real. Die Produktion und der Transport von elektronischen Geräten, die für die Nutzung des Internets benötigt werden, verursachen Emissionen und belasten die Umwelt.

Flatrates und die Illusion der Unendlichkeit

Die Verfügbarkeit von Flatrates suggeriert, dass Daten ein unerschöpfliches Gut sind. Doch dies ist eine Illusion. Die Produktion von Daten ist mit erheblichen Kosten für die Umwelt verbunden. Die scheinbar unendliche Verfügbarkeit von Daten führt dazu, dass wir sorgloser mit ihnen umgehen und sie verschwenderisch nutzen.

Foto: Freepik.com

Verschwendung bei der rituellen Waschung

Eines Tages sagte der Prophet Muhammed zu seinem Gefährten Sa’d bin Abi Waqqas, als dieser bei der Gebetswaschung zu viel Wasser benutzte: „Was ist das nur für eine Verschwendung?“ Sa’d fragte: „Kann man denn bei der Gebetswaschung verschwenderisch sein?“. „Ja“, sagte der Prophet, „selbst, wenn du die Waschung in einem Fluss vornimmst, kannst du Wasser verschwenden!“

Der Prophet machte hier deutlich, dass man Wasser nicht verschwenden soll, selbst wenn dies zum Zwecke des Gottesdienstes erfolgt und scheinbar in einem Fluss oder Ozean „unendlich“ zur Verfügung steht.

Achtsamkeit im digitalen Zeitalter

Um eine nachhaltige Nutzung des Internets zu gewährleisten, ist es wichtig, auch im digitalen Bereich achtsam mit Ressourcen umzugehen. Dies bedeutet, dass wir uns bewusst machen sollten, welchen ökologischen Fußabdruck unser digitales Verhalten hinterlässt. 

In diesem Kontext ist eine selektive Nutzung sinnvoll. Denn nicht jede Information, die im Internet verfügbar ist, ist auch relevant für uns. Eine bewusste Auswahl der Inhalte, die wir konsumieren, reduziert den Datenverbrauch.

Es gibt auch andere Möglichkeiten, den eigenen Datenverbrauch zu reduzieren, z.B. durch das Löschen unnötiger Dateien.

Auch durch einfache Maßnahmen wie das Ausschalten von Geräten, wenn sie nicht benötigt werden, oder die Nutzung von Energiesparfunktionen kann der Stromverbrauch reduziert werden.

Der Kauf von langlebigen elektronischen Geräten und die Reparatur statt der Neuanschaffung trägt ebenfalls dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Fazit

Die Verschwendung von Daten ist ein zentrales Thema der Moderne, das sowohl ökologische als auch ethische Aspekte berührt. Im Islam wird die Wertschätzung aller Gaben Gottes betont. Auch im digitalen Zeitalter sollten wir daher achtsam mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen und unseren Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit der Umwelt leisten.

Forscher und Investoren glauben an die Entwicklung von aus Algen erzeugten Biotreibstoffen. Von Enrique Gili

(IPS). Stephan Mayfield, jüngst zum Leiter des Biotechnologie-Labors für Algen an der Universität von Kalifornien in San Diego ernannt, hat sich eine enorme Herausforderung vorgenommen. Er will einer alternativen Energie, […]

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Anmerkung zum größeren Kontext der Lage in Afghanistan. Von Parvez Asad Sheikh, Cape Town

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"Muslime & Globalisierung" – Pro: Möglichkeiten für saubere Energien auf den Märkten der muslimischen Welt. Von Athar Mian

(Dinar Standard). Wenn Sie glauben, dass die ölreichen Golfstaaten einen ewige Goldgrube sind, sollten Sie noch einmal nachdenken. Laut dem „Financial Sense“ (Jan. 2008) und anderen Quellen, wird Saudi-Arabien um […]

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