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Für die künftigen Muslime

Junge Muslime Zuwanderung Jugendliche Abendland

Haben wir eigentlich einen Plan, wie wir die Generationen neuer Muslime fördern sollen? (iz). Bei zeitlosen Themen wie beispielsweise allem, was mit Fasten und Ramadan zu tun hat, ist das […]

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Dearborn – arabische Stadt in den USA

dearborn

Der Industrieort im Staat Michigan hat eine Vorbildfunktion für die gesamten Vereinigten Staaten. (The Conversation). Dearborn (im Bundesstaat Michigan) ist ein Zentrum des kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Lebens der arabischen […]

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Debatte: Worüber wir 2023 (noch) nicht diskutieren

debatte

Innermuslimische Debatten: Es gibt Themen, die in der Community nicht ausreichend beleuchtet werden.

(iz). Es gab eine Zeit, in der sich innermuslimische Gespräche und Debatten vorrangig um „das Tuch“, um erlaubte und verbotene Lebensmittel und um Details der Glaubensfrage drehten. Das hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten durchaus geändert.

Das heißt nicht notwendigerweise, dass sie heute ausreichend an den Prioritäten von Allahs Din und unserer Situation in diesem Ort und dieser Zeit ausgerichtet sind.

umweltbewusst moschee

Foto: W. Dechau

Debatte: Es bleiben dunkle Flecken

Immer noch beklagen Muslime den abgehobenen Charakter mancher Khutba vor dem Freitagsgebet, die nichts mit ihren konkreten Problemen vor Ort zu tun haben. Auch heute noch fokussieren gerade die Diskurse auf Bundesebene eine erhebliche Energie auf repräsentative Fragen.

Andere essenzielle Herausforderungen dieser Zeit geraten dabei immer noch in den Hintergrund. Dazu gehört beispielsweise die Frage nach der Zakat. Auch wenn hierbei mittlerweile neue Ansätze gesucht werden, gilt die dritte Säule von Allahs Din mehrheitlich weiter als verlängerte Entwicklungshilfe, Pflicht-Spende oder als Support für muslimische Strukturen. Ihr Potenzial für die innerdeutsche Transformation bleibt weiterhin unterbeleuchtet.

Genauso überlebenswichtig ist die Entwicklung, Umarmung und Förderung neuer Generationen und bisher übersehener Segmente in der Community. Für eine dynamische Zukunft brauchen Deutschlands Muslime nicht nur funktionierende Strukturen, sondern auch die Menschen dazu.

sadaqa

Foto: Sufra SW London

Wie gehen wir mit gesellschaftlicher Armut um?

Immer mehr Menschen in Deutschland sind unverschuldet von Lebensmittelhilfen und Spenden wie denen vom Netzwerk der „Tafeln“ abhängig.

Muslime und ihre Gemeinschaften haben das Potenzial und die Großzügigkeit, hier helfende Angebote zu machen. Statistiken im Westen zeigen, dass unsere Communitys durchschnittlich hilfsbereiter sind als andere.

Tanju Doğanay (Mitte) im Gespräch mit anderen Aktiven von NourEnergy. Foto: NourEnergy

Mehr Nachhaltigkeit für unsere Moscheen

Es gibt in Deutschland derzeit rund 2.800 Gebetsräume, Moscheen und andere muslimische Einrichtungen. Wie alle anderen müssen sie spätestens seit Ende 2021 mit hohen Energiekosten umgehen.

Das wird sie zukünftig zum Umstieg auf erneuerbare Energien zwingen. Initiativen wie NourEnergy e.V. bieten hier Beratung und Projektplanung an.

Foto: Young Schura Niedersachsen

Woher kommen unsere zukünftigen Eliten?

Verschiedene Elemente der Community wie Jugendliche, Frauen, Konvertiten, Juristen oder IT-Profis verfügen über enorme Potenziale. Das zeigt sich an den vielen Projekten und Vereinen, die von ihnen gegründet werden.

Bisher fehlen Mechanismen und der Wille, ihre Kompetenzen für die Gemeinschaft zu entwickeln. Was es braucht, sind konzentriertes Mentoring und der Wille, sie in bestehende Strukturen einzubinden.

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Eine übersehene Gruppe: arabische und muslimische Wähler in den USA

wähler usa

Arabische und muslimische Wähler in den USA schaffen es kaum in die Berichterstattung. Dabei könnten sie 2024 entscheidend werden. (The Conversation). Eine übersehene und unterschätzte Gruppe von arabisch-amerikanischen und muslimischen […]

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Umgang mit Muslimen: Wächst der Druck?

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Im Nachgang von Terror und Krieg ändert sich die Stimmung in Deutschland gegen Muslimen und ihren Communitys. (IZ). Seit dem Terror und Krieg im Nahen Osten ist die Zahl der […]

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Russland und die islamische Welt

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Debattenbeitrag: Woher kommt die gutwillige Haltung vieler Muslime und ihrer Regierungen zu den Machthabern in Russland? (iz). Der folgende Text wurde vor dem 7. Oktober verfasst. Daher sind die Folgeereignisse […]

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Debatte: Wie mit ChatGPT umgehen?

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Umgang mit ChatGPT: Als Muslime müssen wir schon lange über das Internet sprechen. Es ist ein längst überfälliges Gespräch. (iz). Wir scherzen über „Schaikh Google“, hinterfragen aber nur selten die […]

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Seelsorge für Muslime im Jugendgefängnis

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Seelsorge: Der Islamwissenschaftler Luay Radhan ist für inhaftierte Muslime eine besondere Bezugsperson. Schifferstadt (KNA). Luay Radhan arbeitet hinter hohen Mauern, Gittern und Natodraht. An der Tür zu Radhans Büro klebt […]

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China verschärft Unterdrückung der Uiguren

china

China treibt im Rahmen seiner öffentlichen Politik die „Sinisierung“ von Minderheiten weiter voran. Tausende Moscheen sind schon betroffen.

Peking (KNA). Die autonome Region der muslimischen Uiguren in China erschwert mit neuen Regeln die freie Religionsausübung. Eine vom „Ständigen Ausschuss des Volkskongresses von Xinjiang“ erlassene Verordnung verbiete Organisationen und Einzelpersonen die Verbreitung von religiösem Extremismus und Terrorismus, berichtete das staatliche chinesische Portal „Global Times“ am 5. Januar.

Ebenso seien die Untergrabung der nationalen Einheit, die Störung der gesellschaftlichen Ordnung und die Behinderung im Namen von Religion in Verwaltung, Justiz, Bildung und anderen staatlichen Systemen untersagt.

Foto: Mashka, Shutterstock

China: „Sinisierung“ von Minderheit wird vorangetrieben

Religionsschulen müssten laut der neuen Verordnung in ihrem Bildungsansatz „dem Weg der chinesischen Merkmale folgen“, so der Bericht. Die Sinisierung betreffe auch die Architektur. Neu errichtete, renovierte oder erweiterte religiöse Stätten müssten in Zukunft chinesische Stilmerkmale etwa in Architektur, Skulptur, Malerei und Dekoration widerspiegeln. „Xinjiang erlebt die Präsenz von gewalttätigem Terrorismus, der die Religion als Instrument nutzt“, hieß es.

Namentlich nicht genannte „Experten“ sagten der „Global Times“, die neue Verordnung berücksichtige die in der Verfassung Chinas garantierte Religionsfreiheit.

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Tausende Moscheen beschädigt oder zerstört

Die Uiguren, mit rund 10 Millionen Mitgliedern nach den Hui die zweitgrößte muslimische Bevölkerungsgruppe unter den 23 Millionen Muslimen in China, sind seit langem im Visier der Kommunisten. Das Turkvolk lebt vornehmlich in der autonomen Provinz Xinjiang (Ostturkestan) im Nordwesten Chinas.

Seit Präsident Xi Jinping 2016 eine „Sinisierung“ der Religionen anordnete, stehen vor allem Christen und Muslime unter Beobachtung. Auf Basis von Satellitendaten schätzt das Australian Strategic Policy Institute (ASPI) die Zahl zerstörter oder beschädigter Moscheen in Xinjiang auf 16.000, 65 Prozent aller islamischen Gotteshäuser.

Foto: Imanaliev, Shutterstock

UN-Ausschuess verlangt unabhängige Untersuchung

Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung verlangte kürzlich von China die sofortige Untersuchung mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren in Xinjiang. Die Rede ist von Folter, Misshandlung, sexueller Gewalt, Zwangsarbeit, Verschwindenlassen und Tod in Gewahrsam.

In Tibet verfolgt China eine Sinisierung seit der Annektierung in den 50er Jahren. Seit 2022 üben chinesische Behörden zunehmend Druck auf buddhistische Mönche in Tibet aus, sich vom Dalai Lama als ihrem höchsten spirituellen Führer loszusagen.

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USA: Wie der Krieg für Biden zur innenpolitischen Krise wird

usa biden Israel Hamas Angriff

USA: Der Krieg in Gaza hat Joe Biden kalt erwischt. Der Konflikt birgt für ihn besondere innenpolitische Gefahren. Könnte er ihm zum Verhängnis werden?

Washington (dpa). Die Botschaft an Joe Biden ist unmissverständlich: Keine Waffenruhe in Gaza, keine Stimmen bei der Wahl. Der offene Brief, den der Nationale Rat muslimischer Demokraten vor wenigen Tagen an den US-Präsidenten schickte, war überschrieben mit dem Wort „Ultimatum“. Von Christiane Jacke

Wenn Biden nicht bis zum nächsten Tag eine Waffenruhe im Gaza-Krieg erreiche, dann werde er Wählerstimmen von Muslimen im ganzen Land verlieren – dafür werde das Bündnis sorgen. Die Frist verstrich, ohne dass die unverblümte Drohung Erfolg hatte.

Ein Waffenstillstand im Krieg zwischen Israel und der Hamas ist nicht ansatzweise in Sicht. Und der Konflikt wird für Biden neben einer außenpolitischen zunehmend auch zu einer innenpolitischen Krise.

Den Ultimatum-Brief mag mancher als Provokation einer eher kleinen Parteiorganisation abtun. Doch er steht beispielhaft für ein größeres Problem: Im Nahostkonflikt steht Biden unter wachsendem Druck von diversen Seiten und steckt in einer politischen Zwickmühle, die ihm mit Blick auf die Wahl in einem Jahr gefährlich werden könnte.

Foto: Saudi Press Agency | Lizenz: CC BY 4.0

USA: Was ist Bidens Kurs?

Seit der verheerenden Attacke der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober steht Biden fest an der Seite der israelischen Regierung. Bei dem schlimmsten Massaker in der Geschichte des Landes wurden auf israelischer Seite mehr als 1.400 Menschen getötet und mehr als 200 gewaltsam verschleppt.

Seitdem bombardiert das israelische Militär den Gazastreifen, in dem die Hamas das Sagen hat. Auch israelische Bodentruppen rücken in dem dicht besiedelten Küstengebiet vor – mit dem Ziel, die Hamas zu zerschlagen. Leidtragende sind die Bewohner in Gaza. Nach Angaben des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums kamen bereits mehr als 10.000 Palästinenser ums Leben.

Die Zahl lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Doch die Welt sieht jeden Tag erschütternde Bilder aus Gaza. Von Straßenzügen, die in Schutt und Asche liegen; von Leichen, die aus Trümmern gezogen werden; von blutüberströmten Kindern mit zerfetzten Körpern; von verzweifelten Menschen in Notunterkünften. 

Mit jedem Bild und jedem Tag wächst der Druck auf Biden, sich für eine Waffenruhe einzusetzen und nicht bedingungslos an der Seite von Israels Regierung zu stehen.

Biden und seine Regierung bemühen sich zwar um einen zunehmend nuancierten Ton, rufen zum Schutz von Zivilisten auf, beschreiben immer wieder das Leid der Menschen in Gaza und setzen sich für zeitlich begrenzte Feuerpausen ein. Doch bislang ist die US-Regierung vehement gegen eine generelle Waffenruhe und argumentiert, die würde nur der Hamas in die Hände spielen.

Biden verzichtet bisher auch, Israels Vorgehen öffentlich zu kritisieren oder rote Linien für den Partner aufzuzeigen. Nach einem beispiellosen Angriff wie jenem der Hamas müssten die USA uneingeschränkt für Israel da sein, heißt es.

Foto: Drazen Zigic, Shutterstock

Proteste auf der Straße

Kritiker beklagen, mit sanften Appellen an Israels Premier Benjamin Netanjahu erreiche die US-Regierung nichts – Biden müsse seinen Einfluss geltend machen und dürfe nicht tatenlos dem Leid der Palästinenser zusehen. Es brodelt überall: unter Demokraten in der Partei, im Kongress, in der Regierung, in gesellschaftlichen Gruppen, bei politischen Spendern und vor allem bei Wählern.

Am Wochenende gingen in Washington Zehntausende propalästinensische Demonstranten auf die Straße und verlangten einen Waffenstillstand. Ein paar Tage zuvor unterbrachen Demonstranten mehrfach eine Anhörung mit US-Außenminister Antony Blinken im Senat.

Sie forderten ebenfalls eine Waffenruhe und skandierten, die amerikanische Bevölkerung sei nicht bereit, den brutalen Krieg Israels zu finanzieren.

Widerstand in Regierung und Partei

In Bidens Regierungsapparat organisieren sich inzwischen Beamte, die in internen Schreiben Widerstand gegen die Linie des Präsidenten kundtun. Regierungsmitarbeiter sagen hinter vorgehaltener Hand, dass sie mit Bidens Kurs hadern.

Ein ranghoher Mitarbeiter des Außenministeriums schmiss öffentlichkeitswirksam hin und erklärte, er könne die „blinde Unterstützung für eine Seite“ nicht länger mittragen. Eine jüngere Mitarbeiterin des Außenministeriums machte Schlagzeilen, als sie Biden auf der Plattform X öffentlich vorwarf, er mache sich mitschuldig an einem „Genozid“ an den Palästinensern.

Linke Demokraten im Repräsentantenhaus fordern seit Wochen eine Waffenruhe, zuletzt schloss sich als erster Senator der Demokrat Dick Durbin an. Auch Dutzende Mitarbeiter im Parteiapparat der Demokraten forderten Biden in einem Brief auf, eine Waffenruhe durchzusetzen.

Foto: CAIR

Unverständnis bei Muslimen

Druck machen auch muslimische und arabischstämmige Gruppen. Der Rat für amerikanische-islamische Beziehungen etwa rief Biden auf, den „Wahnsinn“ in Gaza zu stoppen. Es sei „inakzeptabel“, dass die Regierung keine Waffenruhe fordere. Vertreter der Organisation drohten Biden damit, ihm die Unterstützung bei der Wahl zu entziehen.

Auch der Nationale Rat muslimischer Demokraten kündigte bei seinem Ultimatum konkret an, muslimische und arabische Wähler anzuhalten, „jedem Kandidaten, der sich nicht für einen Waffenstillstand einsetzt“, die Stimme zu verweigern. Und: „Wir betonen die Bedeutung von Michigan, Ohio, Iowa, Florida, Arizona, Nevada, Georgia, New Jersey, Pennsylvania und Tennessee, wo viele unserer Wähler wohnen.“

Schätzungen zufolge leben etwa 3,5 Millionen Muslime in den USA – das ist nur etwa ein Prozent der Bevölkerung. Doch durch das amerikanische Wahlsystem könnte die Präsidentenwahl Anfang November 2024 einmal mehr durch vergleichsweise wenige Stimmen in wenigen Bundesstaaten entschieden werden. 

In solchen „Swing States“, die zwischen Demokraten und Republikanern sehr umkämpft sind, kann sich Biden nicht leisten, einzelne Wählergruppen zu vergrätzen. Umfragen zufolge hat Biden in den vergangenen Wochen bei arabischstämmigen und muslimischen Wählern tatsächlich einiges an Unterstützung eingebüßt. Und das Thema wühlt längst auch andere Gruppen auf, gerade Jüngere.

Manche jüdischen Wähler wiederum, die sich uneingeschränkten Beistand der Amerikaner wünschen, könnten sich abgestoßen fühlen durch die interne Zerrissenheit der Demokraten mit Blick auf den Gaza-Krieg. Kurzum: Innenpolitisch kann Biden es kaum jemandem Recht machen.

Foto: U.S. Navy photo by Seaman Christopher A. Michaels

Außenpolitische Gefahren

Außenpolitisch wiederum zerrinnen alle bisherigen Fortschritte seiner Regierung im Nahen Osten. Noch dazu droht der Gaza-Krieg auszuarten zu einem größeren Konflikt. Angriffe proiranischer Milizen gegen US-Kräfte im Irak und Syrien nahmen in den vergangenen Wochen deutlich zu.

Das US-Militär bemüht sich um Abschreckung, durch die Verlegung von Ausrüstung und Hunderten Soldaten in die Region, um zu verhindern, dass die USA kurz vor der Wahl in einen neuen Krieg hineinschlittern.

Die Wahl ist noch zwölf Monate entfernt – in politischer Zeitrechnung eine Ewigkeit. Doch je nach Entwicklung könnte der Nahostkonflikt bei der Wahl eine gewichtige Rolle spielen.

Bidens politische Lage war vor dem Gaza-Krieg schon nicht einfach. Der älteste US-Präsident aller Zeiten, der bald 81 wird, hat seit längerem mit miesen Beliebtheitswerten zu kämpfen und mit Vorbehalten wegen seines hohen Alters. 

Selbst unter Parteikollegen mangelt es deshalb an Enthusiasmus für seine Wiederwahlkampagne – und auch in der Demokratischen Partei scheint sich keiner wirklich sicher, ob Biden die Wahl im November 2024 gewinnen kann. Durch die Eskalation im Nahen Osten ist seine Lage deutlich schwieriger geworden.