Moscheen und Schönheit – sie zeigen sich auch dort, wo Menschen mit Offenheit empfangen werden. Ein Plädoyer einladende Orte mitten in unserer Gesellschaft.
(iz). Moscheen hierzulande sind unterschiedlich. Sie existieren im Hinterhof, über einem Laden, im ehemaligen Industriegebäude. Es gibt sie als Neubauten, eigens für diesen Zweck errichtet.
Diese Vielfalt ist Ausdruck einer Geschichte von Migration, Eigeninitiative und der langsamen Verwurzelung muslimischen Lebens im Land. Viele Gemeinden tragen ihre Räume bis heute mit Mitgliedsbeiträgen, Spenden und ehrenamtlichem Einsatz.
Nicht selten geht es dabei weniger um Architekturfragen als um Mietverträge, Heizung, Unterrichtsräume und die nächste Jahresabrechnung.
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Auch daher sollte die Debatte über sie nicht bei ihrem Äußeren stehen bleiben. Eine Moschee wird nicht durch eine originalgetreue Kuppel zu einer solchen. Sie bewährt sich darin, ob sie ihren Zweck erfüllt.
Ob Menschen dort beten können, Wissen finden, ihre Kinder begleiten und zusammensein können. Das Gebäude ist hier keine Nebensache. Aber die Form muss dem Leben dienen, das in ihm stattfindet.
Die Frage nach Schönheit gehört dennoch ins Zentrum. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Allah ist schön und liebt die Schönheit.“
Darin liegt kein Aufruf zu teurer Dekoration und Rechtfertigung für Repräsentationsbedürfnisse.
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Ebenmaß im islamischen Sinn ist umfassender. Sie hat mit Stimmigkeit und Sorgfalt zu tun. Sie erweist sich im Licht eines Gebetsraums, in sauberen Waschräumen, in einem gepflegten Eingang oder einer verständlichen Beschilderung.
Sie zeigt sich ebenso darin, wie Kinder, ältere Menschen, Frauen, neue Gemeindemitglieder und nichtmuslimische Besucher empfangen werden.
Hier berührt die Rede von Schönheit den Begriff „Ihsan“. Er ist das Bemühen, etwas gut und auf bestmögliche Weise zu tun, im Bewusstsein, vor Allah verantwortlich zu sein.
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Es gibt Beispiele, die zeigen, wie sich eine Moschee in ihre Umgebung einfügen kann, ohne ihr muslimisches Profil aufzugeben. Das Islamische Forum Penzberg steht für den Versuch, zeitgenössische Bauformen, Transparenz und Gemeindeleben zusammenzudenken.
Die Zentralmoschee von Cambridge verbindet einen lichten, von hölzernen Säulen getragenen Innenraum mit nachhaltiger Technik.
Offenheit entsteht nicht auf dem Reißbrett. Sie braucht Menschen, die ihre Nachbarn kennen wollen. So kann Schönheit nach außen wirken, ohne Kulisse zu werden.
Sie zieht an, weil sie Aufmerksamkeit und Barmherzigkeit erkennen lässt. Und sie kann Suchenden eine Erfahrung vermitteln, die vor jeder Debatte liegt.


