Kurzmeldungen 348: In dieser Ausgabe reichen unsere Kurzmeldungen von Binnenflüchtlingen, dem Krieg in Gaza, über die Anerkennung Palästinas bis zur Katastrophe im Sudan. UN: Keine Gewalt gegen Kinder und Frauen! […]
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Bonn, 16. Mai 2024. 14.000 Tote und fast 30.000 Verletzte: Die Bilanz nach über einem Jahr Konflikt im Sudan ist verheerend. Mehr als sechs Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben, fast zwei Millionen sind aus dem Sudan geflohen.
Mit der Zunahme der Kämpfe in der Stadt Al-Faschir droht eine weitere Verschärfung der humanitären Situation, warnt die Hilfsorganisation CARE.
„Die jüngste Gewalt in Al-Faschir verschlimmert nicht nur das Leid der Menschen in der Stadt, sondern trifft auch die Gemeinden im benachbarten Ost- und Süd-Darfur schwer“, sagt Abdirahman Ali, CARE-Länderdirektor im Sudan.
„Durch die Stadt läuft eine wichtige Transitroute. Die Menschen in der Region sind bereits mit extremer Nahrungsmittelknappheit konfrontiert und es droht eine Hungersnot. Eine Eskalation der Kämpfe wird den Bedarf an humanitärer Hilfe weiter erhöhen.“

Foto: Henry Wilkins/VOA | Lizenz: Public Domain
Lebensnotwendige Güter wie Wasser, Treibstoff und Medikamente sind aufgrund von Zugangsbeschränkungen und steigenden Kosten unerreichbar. Nahrungsmittel werden immer knapper. Die humanitären Hilfsteams vor Ort befinden sich angesichts des Ausmaßes der Situation und der fehlenden Ressourcen am Rande ihrer Kapazitäten.
Die medizinische Versorgung bleibt eine Herausforderung. „Wir arbeiten seit Monaten unter katastrophalen Bedingungen, ohne Wasser und Strom. Wir können keine Impfstoffe kühlen und keine medizinischen Vorräte aufbewahren. Das gefährdet das Leben von Müttern, schwangeren Frauen und Kindern“, berichtet eine Gynäkologin und Geburtshelferin in einer von CARE unterstützten Gesundheitseinrichtung.

Foto: Abd_Almohimen_Sayed, Shutterstock
CARE fordert eine sofortige Einstellung der Kämpfe zum Schutz der Zivilbevölkerung sowie den sicheren, schnellen und ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe. Alle Parteien müssen ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen und die Sicherheit der humanitären Helfer:innen und der kritischen Infrastruktur, einschließlich der Krankenhäuser, gewährleisten.
„Jeder weitere Tag Konflikt führt zu mehr Leid für die Menschen im Sudan.“
Berlin (iz, dpa, KNA). Am Montagnachmittag hatten sich die Menschen in Rafah noch über die Zustimmung der Hamas zu einem Flüchtlingsabkommen gefreut, das eine Pause im Krieg hätte bedeuten können. Die Freude sollte nicht lange anhalten: Kurz darauf lehnte das israelische Kriegskabinett ein mögliches Abkommen ab.

Foto: IDF, via Wikimedia Commons | Lizenz: Public Domain
Gleichzeitig beschloss es, die „Operationen“ gegen die mit rund 1,5 Millionen Menschen überfüllte Stadt an der Grenze zu Ägypten fortzusetzen. Am Dienstag herrschte bei den internationalen Hilfsorganisationen vor Ort Unklarheit über Flucht- und Hilfsmöglichkeiten für die am stärksten bedrohten Zivilisten.
Ich warne vor einer Großoffensive auf #Rafah. Eine Million Menschen können sich nicht in Luft auflösen. Sie brauchen Schutz. Sie brauchen dringend weiter humanitäre Hilfe. Dafür müssen die Grenzübergänge Rafah und Kerem Shalom unverzüglich wieder geöffnet werden.
— Außenministerin Annalena Baerbock (@ABaerbock) May 7, 2024
Israelische Truppen waren in der Nacht zum 7. Mai in Teile der Stadt vorgerückt und hatten nach eigenen Angaben die palästinensische Seite des dortigen Grenzübergangs unter ihre Kontrolle gebracht. Der Grenzverkehr und die Einfuhr humanitärer Hilfsgüter wurden vorerst gestoppt.
„Es bleibt die Frage, wie Behinderte, Alte und Kranke sicher transportiert werden können und wo eine so große Bevölkerung sicher untergebracht und versorgt werden kann“, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Dienstag in Genf. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen Krankenhäuser wegen Treibstoffmangels vor dem Aus.
In der Öffentlichkeit findet derweil ein merkwürdig gespaltener und widersprüchlicher Diskurs statt. Angesichts der verstärkten Angriffe von WahlhelferInnen und PolitikerInnen in einigen Bundesländern, die Angehörige aller Parteien treffen, betonten VertreterInnen verschiedener Parteien die Bedrohungslage. Sie forderten ein Ende dieser politischen Gewalt sowie einen besseren Schutz ihrer KollegInnen.
Der Schutz unseres Gemeinwesens und seiner bürgerlichen Freiheiten stand in diesen Tagen im Mittelpunkt vieler Wortmeldungen. So beschrieb SZ-Autor Ronen Steinke im Podcast seiner Zeitung, wie Angriffe gerade auch auf kommunaler Ebene den politischen Meinungskorridor einengen.
Dass der Eingriff in die Freiheit der öffentlichen Debatte für Teile des offiziellen Deutschlands nicht per se problematisch ist, zeigt etwa der Umgang mit Studentenprotesten gegen den anhaltenden Krieg und das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung in Gaza – aber auch in Ost-Jerusalem und im Westjordanland.
Am Dienstag räumten Berliner Polizeikräfte ein Protestcamp von StudentInnen an der Freien Universität. Diese hatten dort einen Hof besetzt. Einige wurden wegen Hausfriedensbruchs und Volksverhetzung festgenommen. Die Räumung erfolgte auf Anweisung der Universitätsleitung.
Als Reaktion kritisierten „Lehrende an Berliner Universitäten“, denen sich auch Wissenschaftler aus dem In- und Ausland anschlossen, das Vorgehen von Universitätsleitung und Polizei. „Als Lehrende der Berliner Hochschulen verpflichtet uns unser Selbstverständnis dazu, unsere Studierenden auf Augenhöhe zu begleiten, aber auch zu schützen und sie in keinem Fall Polizeigewalt auszuliefern“, heißt es in dem Dokument.
„Unabhängig davon, ob wir mit den konkreten Forderungen des Protestcamps einverstanden sind, stellen wir uns vor unsere Studierenden und verteidigen ihr Recht auf friedlichen Protest, das auch die Besetzung von Uni-Gelände einschließt. Die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sind grundlegende demokratische Rechte, die auch und gerade an Universitäten zu schützen sind.“

Foto: UNHCR/Charlotte Hallqvist
Im Sudan vollzieht sich derzeit eine stille humanitäre Katastrophe. Im Gegen-die-Bürger-Krieg der sudanesischen Armeeführung (SAF) mit den Rapiden Einsatzkräften (RSF) zahlt die Zivilbevölkerung einen hohen Preis. Das Ganze spielt sich übrigens ohne sonderliche Kritik durch Organisationen wie die Arabische Liga oder die Organisation der muslimischen Zusammenarbeit (OIC) ab.
Nach Angaben von Hilfsorganisationen stellt der jetzige Konflikt aktuelle die größte humanitäre Krise weltweit überhaupt dar. Eine Konfliktforscherin hat vor einem möglichen Großangriff auf die sudanesische Stadt Al-Faschir durch Paramilitärs gewarnt. Die Stadt im Südwesten des Bürgerkriegslandes sei die letzte in der Region Darfur, die noch nicht unter Kontrolle der Rapid Support Forces (RSF) stehe, sagte Juliette Paauwe vom Global Centre for the Responsibility to Protect der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Sie fordert strengere Maßnahmen gegen Sudans Konfliktparteien.
„Die Staaten müssen ihren Einfluss nutzen, um sicherzustellen, dass SAF und RSF eine anhaltende Waffenruhe vereinbaren und alle Kräfte sich an das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte halten“, so Paauwe. Darauf müsse ein „glaubwürdiger politischer Prozess“ folgen, der den Wunsch der Sudanesen nach Demokratie berücksichtige. Der UN-Sicherheitsrat müsse seine Sanktionen ausweiten. Zudem sollten die Staaten „gezielte Sanktionen“ gegen Armeechef Abdel Fattah Burhan und RSF-Anführer Mohamed „Hemedti“ Dagalo erwägen, darunter das Einfrieren ihrer persönlichen Bankkonten und ihrer Unternehmen.

Foto: NourEnergy e.V.
Am 29. April veröffentlichte NourEnergy die diesjährigen Ergebnisse seiner GreenIftar-Kampagne. Dieses Jahr hätten, so der Verein, 626 Veranstaltungen stattgefunden. Dafür hätten sich „39 Moscheen, 53 Hochschulgemeinden und 258 Privathaushalte registriert“.
Besonders beliebt seien dabei das Einsparen von Verpackungen, vegetarisches/veganes Essen sowie das Teilen von Überschüssen mit Bedürftigen gewesen.
Aktuell herrscht in Südostasien Rekordhitze, das durch das Phänomen El Niño verursacht wird. Gefühlte Werte von über 50 Grad sind nicht nur für die Gesundheit gefährlich – sie haben noch weitere Folgen.
Länder in Südostasien und in Südasien melden Hitzerekorde – speziell die Philippinen, Bangladesch und Vietnam. So klagt Südvietnam mit der Millionenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt (früher: Saigon) über die längste Hitzewelle seit 30 Jahren. Seit Jahresbeginn lagen die Tageswerte Meteorologen zufolge fast immer bei über 35 Grad. In einigen Regionen wurden zuletzt sogar Temperaturen von rund 40 Grad gemessen.
Bangladesch erlebt derzeit sogar die längste Hitzewelle seit mindestens 75 Jahren. „Ich habe noch nie eine solche Gluthitze erlebt“, sagt der 38-jährige Aminur Rahman aus der Hauptstadt Dhaka erschöpft. Um seine fünfköpfige Familie über Wasser zu halten, tritt er auf seiner Rikscha in die Pedale. Derzeit schafft er gerade einmal zwei Stunden am Tag. Aber es kommen ohnehin kaum Kunden – auch in Dhaka bleiben die Menschen lieber in kühleren Innenräumen. Innerhalb weniger Tage starben trotzdem mindestens zehn Menschen an einem Hitzschlag. Vorsorglich wurden Schulen geschlossen – ebenso wie auf den Philippinen.
El Niño hat nichts mit dem menschengemachten Klimawandel zu tun. Es ist ein natürlich alle paar Jahre auftretendes Wetterphänomen, das mit der Erwärmung des Meerwassers im tropischen Pazifik und schwachen Passatwinden einhergeht. Das Phänomen kann aber die Folgen des Klimawandels verschärfen, weil es einen zusätzlich wärmenden Effekt hat. Auswirkungen gibt es vor allem in Südostasien, Australien, Afrika und Mittelamerika.
Kurzmeldungen: In dieser Ausgabe reichen unsere Kurzmeldungen von globalen Themen bis zu den USA. Resolution gegen Muslimfeindlichkeit beschlossen NEW YORK (Agenturen). Die UN-Generalversammlung hat am 15. März mit überwältigender Mehrheit […]
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Khartum (dpa/iz). Seit vier Monaten kämpfen im Sudan zwei ehemals verbündete Generäle ohne Rücksicht auf Verluste um die Macht. Gut 4.000 Kilometer weiter westlich, in der Sahelzone, toben Kämpfe gegen Terroristen.

Foto: Freepik.com
Mit dem jüngsten Putsch im Niger, fällt ein weiterer Staat in die Hände von Militärs. Der Konflikt könnte die gesamte Region destabilisieren. Auch in anderen Teilen Afrikas gehören Terrorismus und Gewalt nahezu zum Alltag.
Immer wieder Schreckensnachrichten. Warum kommt der Kontinent nicht zur Ruhe? Auf dem zweitgrößten Erdteil leben mehr als 1,4 Milliarden Menschen, mehr als eine Milliarde davon südlich der Sahara. Etwa 70 Prozent von ihnen sind jünger als 30 Jahre. 2050 wird Schätzungen zufolge ein Viertel der Menschheit hier leben.
Das ist Afrikas Chance auf eine steigende Produktivität; die Chance, sich zu einem wichtigen Absatzmarkt zu entwickeln und Investitionen anzuziehen.
Schon heute lassen dynamische Metropolen wie Luanda, Kigali, Lagos oder Nairobi die Klischees des leidenden Kontinents verblassen, auch wenn die Stadtkerne noch immer von Slums umgeben sind. In diesen Städten baut sich eine Digitalwirtschaft auf, leben gut ausgebildete junge Menschen, wächst der Mittelstand, blüht Innovation.

Foto: yiannisscheidt, Shutterstock
Und dann gibt es die andere Seite. 44 Millionen Menschen werden nach Schätzungen der UN in diesem Jahr südlich der Sahara auf der Flucht sein, vertrieben von Gewalt, Hunger oder Katastrophen.
Laut Global Peace Index 2022 befinden sich von den zehn am wenigstens friedlichen Staaten der Welt fünf in dieser Region. Mehr als 15 Konflikte in denen Zivilisten unter Gewalt leiden zählte Human Rights Watch in Subsahara-Afrika allein in diesem Jahr. Einige davon:
Sudan: Seit dem 15. April kommt es zwischen der Armee und der rivalisierenden RSF-Miliz zu schweren Gefechten. Neben der Hauptstadt konzentrieren sich die Kämpfe vor allem auf die westliche Region Darfur, wo es laut UN-Berichten zu ethnisch motivierten Kriegsverbrechen gekommen sein soll.
Westlicher Sahel: Extremistische Terrorgruppen, die der Terrormiliz Islamischer Staat oder dem Terrornetzwerk Al-Kaida ihre Treue geschworen haben, überzogen seit 2012 Mali, den Niger und Burkina Faso mit Gewalt. Nach Staatsstreichen regiert im Niger, in Mali, Burkina Faso, in Guinea sowie im Tschad nun das Militär.
Äthiopien: Nach einem jahrelangen Bürgerkrieg in der nördlichen Region Tigray eskalierte die Gewalt zwischen der Zentralregierung und der Volksgruppe der Amharen in der Region Amhara, die im Süden an Tigray grenzt.
Demokratische Republik Kongo: Im Osten, wo sich große Vorkommen an Kupfer, Diamanten, Kobalt, Koltan und Gold befinden, verüben Rebellengruppen seit Jahrzehnten Angriffe. Denn wer die Region kontrolliert, profitiert von den Bodenschätzen.
Mosambik: Im Norden Mosambiks – einer Region, in der der französische Energiekonzern Total an einem milliardenschweren Flüssiggasprojekt beteiligt ist – verüben extremistische muslimische Rebellen seit 2017 immer wieder Anschläge.
Nigeria: Afrikas größte Volkswirtschaft kämpft an mehreren Fronten: kriminelle Banden im Nordwesten, die Terrormiliz Boko Haram im Nordosten, gewaltsame Kämpfe um Land zwischen Viehhirten und Ackerbauern im Zentrum sowie Gewalt im Süden, die immer wieder um die Kontrolle von Ölfeldern aufflammt.
Somalia: Seit mehr als zehn Jahren destabilisiert die Terrormiliz Al-Shabaab das Land am Horn Afrikas und kontrolliert große Teile des Südens des Landes.

Foto: ssu.gov.ua/VOA
Die Gründe für die Konflikte sind komplex. Zu den vielschichtigen Ursachen gehören laut Experten tiefgreifendes politisches und wirtschaftliches Versagen, Armut und Arbeitslosigkeit, korrupte Eliten, schwache Staatsführung sowie Abhängigkeit von Rohstoffexporten. Auch die gewichtige, innenpolitische Rolle des Militärs ist in vielen Staaten ein entscheidender Faktor.
Das Erbe des Kolonialismus lastet schwer auf Afrikas Schultern. „In der heutigen multipolaren (Un-)Ordnung intervenieren sowohl westliche Mächte (die Vereinigten Staaten und Frankreich) als auch aufstrebende Mächte (China, Russland und die Türkei) in der Region, um unterschiedliche und oft widersprüchliche Interessen zu verfolgen“, schreiben Analysten des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in Südafrika.
Schon während der Kolonialzeit unterstützten Großmächte mit Interessen in Afrika gezielt rivalisierende Konfliktparteien, um innerstaatliche Bruchlinien zu vertiefen und Gewalt zu eskalieren, so das IISS.
Dazu setzt der Klimawandel Afrika immer stärker unter Druck. Extreme Wetterereignisse wie Dürren, Fluten, Tropenstürme und Heuschreckenplagen gehören zum Alltag. Menschen sterben, müssen fliehen, verlieren alles. „Das Potenzial des Klimawandels zur Verschärfung gewalttätiger Konflikte ist in Afrika offensichtlich“, sagt Philip Osano, Direktor des Afrika Zentrums des Stockholmer Umweltinstituts (SEI). Der zunehmende Kampf um natürliche Ressourcen werde existierende Spannungen weiter verstärken, so Osano.
Wie könnte mehr Ruhe in Afrika einkehren? Man müsse wiederkehrende Ursachen identifizieren, anstatt Symptome zu bekämpfen, sagt Raymond Gilpin, Analyst beim Think Tank Africa Centre.
Zu den Ursachen gehörten beispielsweise die Kontrolle über Bodenschätze, neokoloniales Machtstreben, Kriminalität und Terrorismus, aber auch externe Unruhestifter wie die russische Söldnergruppe Wagner. Versuche, Gewalt durch Aufstandsbekämpfung, Wirtschaftssanktionen oder schnelle Neuwahlen zu schlichten, seien oftmals kontraproduktiv, warnt Gilpin: „Mit umfassenden, langfristigen Ansätzen lässt sich viel mehr erreichen“.
Genf (dpa). Bei einer Geberkonferenz für den Sudan haben UN-Organisationen Zusagen von fast 1,5 Milliarden Dollar (1,37 Milliarden Euro) erhalten. Das gab der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Martin Griffiths, am Montagabend in Genf bekannt.
UN-Hilfsorganisationen hatten insgesamt mehr als 3 Milliarden Dollar gefordert, um den Menschen in dem von einem schweren Konflikt betroffenen Land in diesem Jahr zu helfen. 24,7 Millionen Menschen im Sudan – etwa die Hälfte der Bevölkerung – benötigen laut den Vereinten Nationen humanitäre Hilfe.

Foto: UNHCR/Charlotte Hallqvist
Deutschland will bis 2024 200 Millionen Euro für die Menschen im Sudan und in der umliegenden Region bereitstellen. 100 Millionen Euro davon seien neue Mittel, die je nach Entwicklung der Sicherheitslage und Zugangsmöglichkeiten für humanitäre Hilfe noch verplant werden müssten, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt.
„Die Kriegsparteien müssen Plünderungen beenden und sicheren Zugang ermöglichen“, forderte die Grünen-Politikerin in einer Videoschalte. Die EU-Kommission sagte darüber hinaus weitere 190 Millionen Euro zu.
Von den mehr als 3 Milliarden geforderten Dollar entfallen 2,56 Milliarden Dollar auf das Nothilfebüro der Vereinten Nationen (OCHA), das damit vorrangig Nahrung, Wasser, Unterkünfte und medizinische Hilfe im Land finanzieren will. Weitere 470 Millionen Dollar sind für die etwa 480 000 Menschen vorgesehen, die aus dem Sudan vorwiegend in umliegende Länder geflohen sind.

Foto: Elijah Pepe, vie Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0
Im Sudan kämpfen seit Mitte April die Paramilitärs des früheren Vize-Machthabers Mohammed Hamdan Daglo gegen die Streitkräfte unter der Führung von De-facto-Staatschef Abdel Fattah al-Burhan. Die beiden Generäle hatten sich 2019 und 2021 gemeinsam an die Macht geputscht, später aber zerstritten.
Ein von der Zivilbevölkerung geforderter Übergang zur Demokratie in dem rund 46 Millionen Einwohner zählenden Land im Nordosten Afrikas blieb aus. Neben der Hauptstadt Khartum ist die seit Jahrzehnten von ethnischen Konflikten zerrüttete Region Darfur von schwerer Gewalt betroffen.
Bonn (CARE/iz). Im Vorfeld der Sudan-Geberkonferenz, die am kommenden Montag stattfindet, appelliert die internationale Hilfsorganisation CARE daran, dass dringend mehr finanzielle Mittel für die Krise im Land bereitgestellt werden müssen. Um die Menschen mit Hilfe zu erreichen, muss den humanitären HelferInnen uneingeschränkter Zugang gewährt werden.

Foto: UNHCR/Aristophane Ngargoune
Mehr als die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung ist derzeit auf Hilfe angewiesen. Dies entspricht einem Anstieg von 57 Prozent seit Beginn der Krise Mitte im April dieses Jahres. Sollte der Konflikt weiter anhalten, geht das Welternährungsprogramm davon aus, dass 19 Millionen der 46 Millionen SudanesInnen in den nächsten zwei bis fünf Monaten sogar von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein werden.
„Die Krise im Sudan ist von dramatischem Ausmaß. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln, um eine noch größere humanitäre Katastrophe abzuwenden“, erklärte Arthur Molenaar, stellvertretender CARE-Landesdirektor für den Sudan.
„Vor allem mangelernährte Kinder, Entbindungsstationen und die medizinische Notfallversorgung brauchen im Land Unterstützung. Darüber hinaus sind auch die Nachbarländer, die unzählige Geflüchtete aus dem Sudan aufgenommen haben, dringend auf Hilfe angewiesen. Wir sind vor allem besorgt darüber, dass die Mehrheit der Vertriebenen Frauen und Mädchen sind, die in solchen Konflikten häufig geschlechtsspezifischer Gewalt erfahren und trotzdem kaum Hilfe erhalten.“

Foto: World Vision
Das Gesundheitswesen im Sudan steht kurz vor dem Zusammenbruch und gefährdet allein in der Hauptstadt Khartum die sichere Entbindung von über 200.000 Kindern. Die Sudan Doctors Trade Union schätzt, dass zwei Drittel der Krankenhäuser in der Nähe der Konfliktgebiete geschlossen sind. Ferner steigen die Preise für Lebensmittel, Treibstoff und andere Grundgüter rasant, sodass überlebensnotwendige Waren für viele Menschen unerschwinglich sind.
Ein weiteres großes Problem ist die fehlende Unterstützung für Kleinbauer:innen. Ohne sie und ihre Erträge werden in diesem und im nächsten Jahr noch mehr Menschen hungern.

Foto: CARE Deutschland
„Finanzielle Unterstützung ist von entscheidender Bedeutung für die Menschen. Aber es braucht mehr, um das Leid im Land zu stoppen“, sagte Molenaar. „Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, ihren Einfluss gegenüber den Konfliktparteien geltend zu machen, um die Zivilbevölkerung zu schützen, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten und humanitären Helfer:innen uneingeschränkten Zugang zu gewährleisten.“
Nach Angaben des sudanesischen Gesundheitsministeriums wurden bisher landesweit mindestens 780 Menschen getötet und etwa 5.800 verletzt. Mindestens 18 Gesundheits- und humanitäre Mitarbeiter haben ihr Leben verloren und mehrere humanitäre Einrichtungen wurden angegriffen und geplündert.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bis zum 2. Juni 2023 zudem 46 Angriffe auf Mitarbeiter:innen und Einrichtungen des Gesundheitswesens bestätigt.
Sudan ohne Waffenruhe: Der Kampf zwischen Armee und RSF verschlechtert die bereits angespannte Lage der Bevölkerung. (IZ/KNA). Im Sudan wurde mehrfach erfolglos versucht, die zerstörerischen Kämpfe zwischen der regulären Armee […]
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Köln (Islamic Relief). Die Regenzeit soll im Juni beginnen, während die Zerstörungen durch die wochenlangen Kämpfe den Ausbruch von durch Wasser und Vektoren übertragbaren Krankheiten wie Malaria, Cholera und Chikungunya noch wahrscheinlicher macht.

Foto: Islamic Relief Deutschland
In Khartum und Teilen von Darfur liegen immer noch Leichen auf den Straßen, die Wasserinfrastruktur ist beschädigt, der Müll türmt sich und die meisten Krankenhäuser sind immer noch nicht funktionsfähig – all dies erhöht das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten und der Verseuchung von Wasserquellen.
Die jüngste Aussetzung der Waffenstillstandsverhandlungen im Sudan hat bereits zu einem erneuten Anstieg der Gewalt geführt. Berichten zufolge wurden am vergangenen Donnerstag und Freitag in Khartum zahlreiche Zivilisten durch Granatenbeschuss getötet und verletzt.
Hilfsorganisationen stehen vor einem Wettlauf mit der Zeit, um die Hilfsgüter noch vor Beginn der Regenzeit zu liefern. Eine Zunahme der Gewalt wird dies weiter erschweren.

Foto: Pixabay
Örtliche Ärzte haben von einer Zunahme der Krankheitsfälle, einschließlich Meningitis bei Kindern, in Khartum berichtet, die auf verwesende, nicht bestattete Leichen und verfaulende Lebensmittel auf den Straßen zurückzuführen sind. In Teilen von Darfur wurden Zivilisten an Wasserstellen angegriffen, so dass viele Familien keinen sicheren Zugang zu sauberem Wasser haben.
Elsadig Elnour, Landesdirektor von Islamic Relief im Sudan und Fachkraft für öffentliche Gesundheit, sagt:
„Ich rechne mit einem Ausbruch von Krankheiten in Khartum, wenn die Regenzeit kommt. Die Kombination aus verwesten Leichen, zerstörter Infrastruktur und heftigen Regenfällen ist das Rezept für eine Katastrophe. Denn die Gesundheitseinrichtungen haben weder die Vorräte noch die Kapazitäten, um mit einem größeren Ausbruch fertig zu werden.
Diese Regenzeit wird die Krise und das Leid der Menschen hier noch verschärfen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass beide Seiten sichere Wege für humanitäre Hilfe öffnen und sicherstellen, dass die Leichen begraben und die Stadt vollständig gesäubert werden kann, bevor die Regenfälle beginnen.“

Foto: Wadi Lissa, Unsplash
Der Krieg hat sich auf die Energie- und Wasserinfrastruktur ausgewirkt und zu Nahrungsmittel- und Versorgungsknappheit in Khartum geführt, was bedeutet, dass viele Bewohner ohne fließendes Wasser überleben und sich bei einer Kampfpause einfach Wasser aus dem Nil oder örtlichen Brunnen holen. Die Regenfälle könnten ein weiteres Krankheitsrisiko darstellen, wenn Menschen aus unreinen Quellen trinken.
Die Zeit der erhöhten Niederschläge im Sudan dauert normalerweise zwischen Juni und Oktober an und wird voraussichtlich auch die Fähigkeit humanitärer Organisationen beeinträchtigen, Hilfe in abgelegene Gebiete des Sudan zu leisten. Denn die Regenfälle beeinträchtigen Straßen und machen Teile des Landes praktisch unzugänglich.
Washington (Agenturen/AA/iz). Die USA haben am 1. Juni eine erste von Sanktionen gegen Akteure im Sudan angekündigt, nachdem die Gespräche zwischen dem sudanesischen Militär und einer rivalisierenden paramilitärischen Kraft im saudischen Dschidda scheiterten. Die Gespräche wurden teilweise von Saudi-Arabien und den USA moderiert.
Die USA erklären, dass ihr vorrangiges Ziel im Sudan darin besteht, die Gewalt einzudämmen, bevor sie auf ein dauerhaftes Ende der Kämpfe und die Rückkehr zu einer zivilen Regierung im Land hinarbeiten.

Foto: Bumble Dee, Shutterstock
Die Entscheidung fiel weniger als einen Monat, nachdem Präsident Joe Biden erweiterte Befugnisse angekündigt hatte, die den USA die Möglichkeit eröffneten, Sanktionen gegen Einrichtungen im Sudan zu verhängen.
„Trotz eines Waffenstillstandsabkommens geht die sinnlose Gewalt im ganzen Land weiter, was die Bereitstellung humanitärer Hilfe behindert und diejenigen trifft, die sie am dringendsten benötigen“, erklärte der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, in einer Erklärung. „Der Umfang und das Ausmaß des Blutvergießens in Khartum und insbesondere in Darfur sind entsetzlich.“
Die Sanktionen umfassen sowohl Wirtschafts- als auch Visasanktionen. Sie werden verhängt als Reaktion auf anhaltende Verstöße gegen die von den sudanesischen Streitkräften (SAF) und der paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF) während der von den USA und Saudi-Arabien vermittelten Verhandlungen in Jeddah (Saudi-Arabien) eingegangenen Verpflichtungen.
Das US-Außenministerium hat Personen, die mit der SAF und der RSF in Verbindung stehen, sowie frühere Führungspersönlichkeiten der Regierung des langjährigen Machthabers Omar al-Bashir auf eine „schwarze Liste“ gesetzt und ihnen die Erteilung von US-Visa verweigert. Grundsätzlich äußert sich das Ministerium nicht öffentlich zu einzelnen Visumangelegenheiten.

Foto: beast01, Shutterstock
Ein von Saudi-Arabien und den USA vermittelter siebentägiger Waffenstillstand zwischen beiden Seiten lief am 29. Mai aus. Die Gegener einigten sich darauf, das Abkommen um fünf weitere Tage zu verlängern, doch die Friedensgespräche wurden am 31. Mai abgebrochen, als die SAF ihren Rückzug ankündigte und behauptete, die RSF habe „keine der Bedingungen des Abkommens umgesetzt und den Waffenstillstand kontinuierlich verletzt“.
Die Entscheidung fiel, nachdem es in der Hauptstadt Khartum und in El-Obeid, der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan, zu heftigen Zusammenstößen zwischen dem Militär und den RSF-Kämpfern kam.
„Durch die Sanktionen unterbrechen wir die wichtigsten Finanzströme sowohl zu den schnellen Eingreiftruppen als auch zu den sudanesischen Streitkräften und entziehen ihnen die Mittel, die sie für die Bezahlung der Soldaten, die Bewaffnung, die Versorgung und die Kriegsführung im Sudan benötigen“, erklärte Finanzministerin Janet Yellen.
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