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90 Tage nach dem Erdbeben: „Traumatisiert sind alle“

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Drei Monate nach den Erdbeben in der Türkei und Syrien warten viele Menschen weiter auf Hilfe – trotz Unterstützung in Milliardenhöhe.

Bonn (KNA/iz). Ein Vater in organfarbener Warnschutzjacke hält die Hand seiner toten Tochter. Sie liegt auf einer weißen Matratze, der größte Teil ihres Körpers begraben unter Trümmern. Zu sehen sind nur ihre weißen Fingerspitzen, die noch immer die Hand des Vaters umklammern. Es ist ein Bild, das nach dem Erdbeben in der Türkei und in Syrien um die Welt ging. Von Beate Laurenti

Ramadan Erdbeben

Foto: FreelanceJournalist, Shutterstock

Drei Monate nach dem Erdbeben

Drei Monate liegt die Katastrophe nun zurück, bei der am 6. Februar mehr als 50.000 Menschen ums Leben kamen. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden Medienberichten zufolge allein in der Türkei obdachlos. Viele von ihnen leben derzeit in Flüchtlingscamps, in denen es an Grundlegendem fehlt: an Lebensmitteln, Medikamenten, sauberem Wasser.

Nach der Katastrophe hat die Internationale Gemeinschaft schnell reagiert: Für den Wiederaufbau mobilisierte sie umgerechnet sieben Milliarden Euro. Die EU sagte eine Milliarde Euro für die Türkei sowie weitere 108 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau in Syrien zu. In kürzester Zeit verstärkten auch zahlreiche Hilfswerke ihren Einsatz vor Ort, riefen zu Spenden auf und sammelten Hilfsgüter.

Erdbeben Türkei Opfer

Foto: Mohammed Bash | Shutterstock

Sorgenvoller Blick nach Syrien

90 Tage später blicken viele Helfer mit Sorge vor allem nach Syrien. Seit mehr als zwölf Jahren leidet das Land unter den Folgen des Krieges, wirtschaftlicher Instabilität und einer Ernährungskrise. Bestehende Probleme wurden durch die Katastrophe verstärkt:

„Bereits vor den Erdbeben fehlten an der Grenze zu Syrien Trinkwasser, Nahrung sowie sichere Unterkünfte. Bei vielen Menschen in der Region ist zudem die psychische Belastung enorm. Viele Familien haben alles verloren und kämpfen mit dem Verlust von Angehörigen und Freunden. In der Türkei und Syrien ist neben der Hilfe beim Wiederaufbau auch langfristige Unterstützung sehr wichtig“, sagt der Generalsekretär von Care Deutschland, Karl-Otto Zentel.

Die Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international machen auf die Lage jener Syrer aufmerksam, die nach dem Beben in die Türkei geflohen sind. Die türkischen Behörden hätten angekündigt, vorübergehende Aufenthaltsgenehmigungen auslaufen zu lassen. „Ein Ende der Regelung könnte Zehntausende Menschen zwingen, in die vom Erdbeben zerstörten Gebiete zurückzukehren.“

Foto: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen, via flickr | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Vereinfachte Einreise nach Deutschland

Die Auswirkungen der Katastrophe zeigen sich auch hierzulande: Mehr als 6.000 Menschen aus dem Erdbebengebiet hat Deutschland aufgenommen. Bis Mittel April sind laut Bundesregierung für türkische Staatsangehörige mehr als 700 Schengen-Visa, rund 4.500 Visa mit räumlich beschränkter Gültigkeit und 429 Visa zum Familiennachzug erteilt worden. Syrische Staatsangehörige aus dem Erdbebengebiet erhielten 46 Schengen-Visa und rund 440 Visa zum Familiennachzug.

Trotz der vereinfachten Einreise nach Deutschland gibt es bürokratische Hürden: Voraussetzung ist etwa ein gültiger Reisepass, viele Betroffene des Erdbebens haben jedoch Hab und Gut verloren, darunter auch wichtige Dokumente. Nicht nur deshalb werden die Forderungen nach langfristiger Unterstützung immer lauter.

9.500 Türkinnen und Türken hätten bei ihren Angehörigen in Deutschland „nicht nur Obdach, sondern auch Halt und Trost“ finden können, erklärte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne); und: „Dass ihnen nun noch etwas mehr Zeit im Kreis ihrer Familie gegeben wird, während die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten in der Türkei voranschreiten, ist ein ganz praktisches Zeichen der Solidarität.“

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Foto: Amina Alađuz-Lomigora

Spendenbereitschaft ist zurückgegangen

„Am Anfang war die Spendenbereitschaft extrem“, erzählt ein Deutsch-Türke im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er möchte lieber anonym bleiben. „Jeder hat einen angesprochen, alle wollten helfen.“ Davon sei inzwischen nichts mehr zu merken.

Seine Mutter und zwei Schwestern wohnen in der vom Erdbeben betroffenen Provinz Malatya. Unmittelbar nach der Katastrophe seien sie in der Nähe von Istanbul untergekommen. Mittlerweile befänden sie sich wieder in Malatya. Sein Eindruck: „Die Stadt ist leer, viele sind noch nicht zurückgekommen, traumatisiert sind alle.“

Auch er habe überlegt, seine Familie zu sich nach Nordrhein-Westfalen zu holen. „Meine Mutter hätte das aber nicht gewollt. Sie hätte nach kurzer Zeit gesagt: ‘Ich will wieder zurück, ich will sehen, was da ist, ich muss etwas tun’.“

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Berliner Museumsfreunde helfen Erdbebenopfern in Aleppo

Aleppo

In Aleppo befindet sich nach 12 Jahren eines verheerenden Krieges die Stadt nach dem massiven Erdbeben in einer unfassbaren Katastrophe.

Berlin. Die Freund des Berliner Museums für Islamische Kunst (Pergamonmuseum) haben eine Hilfsaktion für Erdbebenopfer in der Altstadt der syrischen Stadt Aleppo gestartet. Im Folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung des Vereins.

„Nach den persönlichen Nachrichten und Fotos, die uns direkt von Menschen aus Aleppo erreichen und die das Ausmaß der Zerstörung durch das Jahrhundertbeben zeigen, muss man nun Familien  helfen, deren historische Wohnhäuser strukturelle Instabilität zeigen und einzustürzen drohen.“

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Foto: hakan2534, Shutterstock

Es sei notwendig, diese Häuser zu stabilisieren und Mauern abzustützen, damit die Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Häusern bleiben können. Eventuell seien temporäre Unterkünfte bereitzustellen. „Damit können wir den Menschen in Aleppo direkt helfen!“

Die aktuelle Situation im krisengeschüttelten Aleppo

Nach 12 Jahren eines verheerenden Krieges, gefolgt von einem wirtschaftlichen Zusammenbruch und den gegen Syrien verhängten Sanktionen, der Aleppo mit am stärksten getroffen hat, befinde sich die Stadt nach dem massiven Erdbeben in einer unfassbaren Katastrophe. Die Menschen in Aleppo, „einem der ältesten ununterbrochen bewohnten Orte der Welt“, bräuchten die Gewissheit, dass ihre Häuser stabilisiert, restauriert oder später wiederaufgebaut werden können.

Ingenieure sowie Bewohner der Stadt bitten um internationale Unterstützung, da die jetzigen Zerstörungen den ohnehin vorhandenen Mangel an Ressourcen, der auf den bisherigen Schäden durch das letzte Jahrzehnt des Konflikts beruht, verschärft haben.

Action Plan

Ein technischer Ausschuss für Sicherheit wurde gebildet, der die Schäden und Risiken an den Wohnhäusern der Altstadt einschätzt, um die Sicherheit der Bewohner wie der Vorübergehenden sicherzustellen und das gefährdete bauliche Erbe zu schützen. Der erste Schritt bestand darin, die am stärksten gefährdeten Häuser zu identifizieren und dringende Abstützungen vorzuschlagen, um deren Strukturen zu stabilisieren.

Foto: Jordi Bernabeu Farrús | Lizenz: CC-BY-SA 2.0

Der Ausschuss berichtet von rund 600 Wohnhäusern in den Stadtvierteln Jallum, Aqaba und Judayda, die als teilweise oder vollständig geschädigt eingestuft wurden. Zu diesen dringend zu konsolidierenden Gebäuden gehört auch das Haus Wakil in Judayda, aus dem das berühmte Aleppo-Zimmer im Museum für Islamische Kunst in Berlin stammt. In jedem Fall benötigen die Menschen vor Ort dringend Hilfe bei der Stabilisierung ihrer Häuser.

Wie können sie helfen?

Aus dem Team des Syrian Heritage Archive Projects (SHAP), das durch die „Freunde des Museums für Islamische Kunst e.V.“ seit 10 Jahren unterstützt wird, reist ein syrischer Mitarbeiter im März nach Aleppo, um sich über die Situation der Altstadthäuser ein genaues Bild zu machen und dort sofort notwendige Hilfe zu koordinieren. Die für diese Arbeit nötigen direkten Kontakte vor Ort in Aleppo haben sich im Laufe des Projektes entwickelt.

„Ihre Spende fließt direkt in die maßgeschneiderte Hilfe für vom Einsturz bedrohte historische Wohnhäuser. Bauingenieure werden unter Einbeziehung des zuständigen beratenden Statikers beauftragt, die Familien der an stärksten betroffenen Häuser bei Konsolidierungsarbeiten aktiv zu unterstützen“, erklärte der Verein.

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12 Jahre Gewalt in Syrien: „Es gibt keine Sicherheit in Syrien“

Syrien

In Syrien hat etwa die Hälfte aller Haushalte nicht genug zu essen, und die Zahl der Hungernden steigt rapide an. Köln (IRD). Die internationale Gemeinschaft muss ihre Bemühungen um langfristigen […]

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Rotes Kreuz warnt vor Wassermangel und Seuchen in Syrien

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Erdbebenschäden hätten das bereits durch den Bürgerkrieg in Mitleidenschaft gezogene Trinkwassernetz weiter beeinträchtigt. Jetzt herrscht Wassermangel.

Genf (KNA). Einen Monat nach dem Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion warnt das Internationale Rote Kreuz vor einem Zusammenbruch der Wasserversorgung in der syrischen Millionenstadt Aleppo. Die Gefahr katastrophaler Folgen durch Seuchen sei „beängstigend hoch“, sagte Fabrizio Carboni, Nahost-Regionaldirektor des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes in Genf, am Montag.

Erdbebengebiet Syrien Islamic Relief

Pressefoto: Islamic Relief Deutschland

Erdbeben und Krieg führen zu Wassermangel

Erdbebenschäden hätten das bereits durch den Bürgerkrieg in Mitleidenschaft gezogene Trinkwassernetz weiter beeinträchtigt, teilte die Organisation mit. Das gesamte System sei so alt, dass es schon keine Ersatzteile mehr gebe. Auch viele Wasserspeicher auf Hausdächern seien zerstört und Teile des Abwasserentsorgung ausgefallen.

Carboni sagte, dauerhafte Lösungen in der grundlegenden Infrastruktur seien lebenswichtig für die öffentliche Gesundheit. Das gelte besonders für Gemeinden, die für humanitäre Helfer schwer erreichbar seien.

Nach Angaben des Roten Kreuzes hatten 2010, also vor Beginn des Syrien-Konflikts, 98 Prozent der Stadtbevölkerung und 92 Prozent der Einwohner auf dem Land eine sichere Versorgung mit Trinkwasser. Heute funktionieren demnach landesweit nur 50 Prozent der Trink- und Abwassersysteme.

Foto: Zerophoto, Adobe Stock

Lage in Syrien: Ein Helfer berichtet

Im Gespräch mit der Islamischen Zeitung beschrieb ein Helfer von Islamic Relief Deutschland die Lage in Syrien: „Dort ist es in der Tat dramatisch. Die Situation war schon vorher schlecht. Jetzt ist sie dramatischer geworden. Eine Infrastruktur gab schon zuvor nicht mehr.

Deswegen ist es umso wichtiger, dass viele internationale Hilfsorganisationen dort aktiv werden. Nun sind zwei Grenzübergänge geöffnet worden. Hilfsgüter werden von der Türkei aus gebracht. Wir waren von Anfang an vor Ort, haben Zelte aufgebaut und medizinische Güter gebracht – wie benötigte Schmerzmittel. Tagtäglich gibt es dort eine Verteilung von Lebensmitteln.“

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Helfer: Erdbebenopfer brauchen Seelsorge

Erdbebenopfer Erdbeben Türkei Syrien

So trügen psychologische Belastungen zur Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Erdbebenopfer bei.

Bonn (KNA). Die von den schweren Erdbeben in der Türkei und Syrien Betroffenen müssen nach Angaben von Helfern möglichst rasch psychosoziale Unterstützung bekommen. „Die Entwicklung psychischer Erkrankungen bei von einer Katastrophe dieser Größenordnung betroffenen Menschen kann reduziert werden, wenn sie von den ersten Wochen an psychosoziale Unterstützung erhalten“, erklärte Silvia Rodriguez, die in der Türkei als psychosoziale Expertin von „Aktion gegen den Hunger“ in der Erdbebenregion vor Ort ist.

Erdbebengebiet

Erdbebenopfer brauche psychosoziale Hilfe

„Menschen in solchen Notlagen erleiden viele menschliche und materielle Verluste. Von einem Tag auf den nächsten liegt das komplette Leben in Scherben. Sie wissen oft nicht, ob sie essen können, wo sie schlafen werden’.“ All das habe einen enormen Einfluss auf das psychosoziale Wohlbefinden. „Wir wissen, dass der Anteil der Menschen, die langfristig spezialisierte Hilfe benötigen, relativ gering ist, wenn sie frühzeitig Unterstützung erhalten, um diese Emotionen angemessen bewältigen zu können“, betonte die Fachfrau.

In den ersten Wochen sei es eine natürliche Reaktion, wenn Betroffene intensive Reaktionen wie Symptome von Depressionen, Angstzuständen und Schlafstörungen zeigten. „Vielen Überlebenden einer solchen Katastrophe kann es schwerfallen, grundlegende Aufgaben wie die Aufrechterhaltung der eigenen Hygiene, die Zubereitung von Mahlzeiten oder die Betreuung von Minderjährigen zu erfüllen“, erklärte die Hilfsorganisation.

Psyche und Gesundheit

So trügen psychologische Belastungen zur Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes bei. Der Zugang zu psychologischer Ersthilfe, Selbsthilfegruppen oder Aktivitäten, bei denen Betroffene sich in die Gemeinschaft einbringen und könnten, sei wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten und die psychische Widerstandskraft zu stärken, betonte „Aktion gegen den Hunger“.

Vor rund drei Wochen hatten die Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet mehr als 50.000 Menschen das Leben gekostet. Hinzu kommen Verletzte und obdachlos Gewordene.

Die Hilfsorganisation Handicap International betonte, dass die Gefahr durch Blindgänger nach den Erdbeben sehr hoch sei. „Nicht explodierte Sprengkörper liegen insbesondere im Nordwesten Syriens, dort, wo die gewalttätigen Konflikte seit Jahren anhalten.“ Zu befürchten sei, dass nun viele Blindgänger durch Beben, Erdrutsche und eingestürzte Bauwerke bewegt worden seien und bereits geräumte Gebiete erneut kontaminierten. Die Organisation sei mit Spezialisten im Einsatz.

IZ.tv mit einem Interview eines Helfers über das Erdbeben:

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Islamic Relief: Angst nach Nachbeben

Islamic Relief Erdbeben Türkei

Noch mehr Menschen werden obdachlos und frieren in eisigen Temperaturen. Islamic Relief warnt vor den Folgen.

Köln (Islamic Relief). Islamic Relief-Teams vor Ort in der Südtürkei und im Nordwesten Syriens berichteten von weit verbreiteter Panik und Gebäudeschäden, nachdem am gestrigen Abend (Montag, 20. Februar) zwei weitere starke Erdbeben der Stärke 6,4 und 5,8 die Region erschüttert haben – nur zwei Wochen nach den tödlichen Erdbeben, bei denen bisher mindestens 47.000 Menschen ums Leben kamen. Als Hilfsorganisation konnte Islamic Relief bisher 54.533 Haushalte und 659.966 Personen mit medizinischer Hilfe, Decken, Nahrungsmitteln, Hygiene-Kits und Zelten versorgen.

Islamic Relief berichtet vom Erdbebengebiet

Ahmed Mahmoud, Leiter der Mission von Islamic Relief in der Türkei und Syrien, berichtete gestern Abend von der Angst der Menschen und eisigen Temperaturen in der Nacht: „Unsere Teams vor Ort spürten das jüngste Erdbeben, als sie heute Abend arbeiteten. Heute Abend herrscht weit verbreitete Panik und die Straßen sind voller Menschen, da Kinder und Familien ihre Häuser verlassen, weil sie sich nicht sicher fühlen. Berichten zufolge wurden Menschen verletzt, als sie von bebenden Gebäuden sprangen, um sich in Sicherheit zu bringen. Viele Menschen werden nun die Nacht in der eisigen Kälte bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt im Freien verbringen müssen.“

Kapazitäten in Syrien überfüllt

Zur Lage in Syrien spricht Mahmoud von überfüllten Lagern und Aufnahmezentren: „In Syrien sind die Aufnahmezentren für obdachlose Familien bereits durch die letzten Erdbeben massiv überfüllt. Es gibt zwei, drei oder sogar vier Familien, die sich einzelne Zelte teilen und nichts haben, was sie warmhält. Ich habe ein Zelt gesehen, in dem 32 Menschen untergebracht waren, darunter 17 Kinder, da es nicht genug Zelte für alle gibt. Wir brauchen so schnell wie möglich mehr Soforthilfe vor Ort.“

„Es gibt Berichte über weitere eingestürzte und beschädigte Gebäude in der Nacht. Wir erhalten Berichte über die jüngsten Schäden und unterstützen Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen in Syrien mit medizinischen Hilfsgütern. Die Menschen hier haben unvorstellbares Grauen und Leid erlebt, und seit gestern Abend sind sie erneut mit schierem Terror konfrontiert.“

Islamic Relief hat seit den ersten Erdbeben am 6. Februar bisher mehr als 659.966 Menschen in der Türkei und in Syrien mit Notunterkünften, medizinischen Hilfsgütern, Nahrungsmitteln und Wasser unterstützt.

Schutt räumen, damit Hilfen ankommen

In den letzten Tagen haben Teams der Hilfsorganisation in Nordsyrien Schutt von den Straßen geräumt, damit mehr Hilfe ankommen kann, Krankenhäuser mit lebenswichtigen Medikamenten und Betten versorgt, mobile Kliniken zur gezielten Versorgung von Frauen und Mädchen unterstützt und grundlegende psychosoziale Hilfe für Kinder geleistet, die extrem traumatische Ereignisse durchlebt haben.

In der Türkei verteilt Islamic Relief Lebensmittelpakete und Hygieneartikel und stellt Gutscheine zur Verfügung, mit denen die Menschen in örtlichen Geschäften und Supermärkten das kaufen können, was sie am dringendsten benötigen.

Seit Beginn des Nothilfeaufrufs in Höhe von 24 Millionen US-Dollar am 6. Februar hat Islamic Relief bisher mehr als 10,8 Millionen US-Dollar durch großzügige Spenden von Gemeinden und Unterstützenden weltweit gesammelt.

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Daesh-Mörder töten über 50 Menschen in Syrien

Daesh Terror Syrien Irak

Die Terrorgruppe Daesh ist zwar in Syrien militärisch besiegt, allerdings gibt es weiterhin aktive Zellen, die Anschläge verüben. So auch am Freitag im Osten des Bürgerkriegslandes.

Damaskus (dpa). Bei einem Anschlag der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten und Staatsmedien mindestens 53 Menschen getötet worden. 46 der Opfer seien Zivilisten gewesen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitagabend mit. Sieben waren demnach syrische Soldaten. Der Angriff ereignete sich in der Stadt Al-Suchna im Osten des Landes.

Angriffe auf Zivilisten

Die Terroristen seien mit Maschinenpistolen bewaffnet und auf Motorrädern unterwegs gewesen, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst attackierten sie demnach einen Checkpoint und töteten dabei die Soldaten. Anschließend hätten sie auf einem Feld „wahllos“ auf die Zivilisten geschossen. Die Menschen suchten den Angaben nach dort nach Trüffeln. Neben einigen Opfern gelang der Beobachtungsstelle zufolge auch allen Terroristen die Flucht.

Die Staatsagentur Sana berichtete unter Berufung auf das zuständige Krankenhaus, dass Mediziner nach dem Anschlag neben Leichen mit Kopfschüssen auch fünf aufgrund von Granatsplittern Verletzte untersucht hätten. Unklar blieb zunächst, ob die Attentäter ihre Opfer auch mit Sprengsätzen oder ausschließlich mit Schüssen töteten.

Bereits vor einigen Tagen hatten IS-Extremisten etwa 75 Trüffel-Sucher in der Region entführt und schließlich 16 von ihnen getötet, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Dutzende werden demnach noch vermisst.

Wichtiger Stützpunkt von Daesh

Die Wüstenstadt Al-Suchna liegt in der zentralen Provinz Homs und wurde 2015 zur strategisch wichtigen IS-Bastion, bevor syrische Regierungstruppen die Terrormiliz zwei Jahre später von dort vertrieben.

Der IS kontrollierte vor Jahren weite Gebiete in Syrien und dem benachbarten Irak. Inzwischen ist der IS dort zwar militärisch besiegt, allerdings gibt es weiterhin aktive Terroristenzellen in beiden Ländern, die Anschläge verüben.

Teil regionaler Machtverhältnisse

Die Gebiete um Al-Suchna werden von den Regierungstruppen und pro-iranischen Milizen kontrolliert. Der Iran und Russland sind im Krieg die wichtigsten Unterstützer von Syriens Präsident Baschar al-Assad. Russische Streitkräfte haben in den vergangenen Monaten mehrere Verstecke des IS in der Wüste ausfindig gemacht und Dutzende Anhänger des Terrornetzwerks getötet.

Der IS sieht in Assad eine Marionette Moskaus und Teherans. In den iranischen Milizen, die zumeist Schiiten sind, sehen die sunnitischen Terroristen einen Erzfeind.

Das US-Verteidigungsministerium hatte kurz vor Bekanntwerden des Anschlags mitgeteilt, dass das US-Militär im Nordosten Syriens ein hochrangiges IS-Mitglied bei einem Hubschrauberangriff getötet habe.

In Syrien tobt seit fast zwölf Jahren ein Bürgerkrieg, in dem nach UN-Schätzungen mehr als 350.000 Menschen starben.

Der Nordwesten des Landes wurde zudem am Montag vergangener Woche von heftigen Erdbeben erschüttert, Tausende starben. Al-Suchna war von den Beben nicht betroffen. Die Mitglieder des Islamischen Staates nutzen der Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge aus, das sich die Öffentlichkeit derzeit mit den verheerenden Erdbeben beschäftigt, um Anschläge zu verüben.

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Solidarität der Armen nach dem Erdbeben

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Es ist eine allzumenschliche Realität, dass es in Notfällen häufig die Armen sind, die schneller und bereitwilliger helfen als einige Wohlhabenden (unter den es ebenfalls sehr Großzügige gibt). Diese Solidarität erleben wir im Alltag genauso wie bei internationalen Notlagen.

(dpa/iz). In den letzte beiden Tagen gingen Nachrichten über die Ticker der Agenturen, dass Gruppen, die selbst unter harten Bedingungen leben, sich solidarisch mit den Erdbebenopfern in der Türkei und Syrien verhalten.

Rohingya spenden Decken und Jacken

Rohingya-Flüchtlinge aus überfüllten Lagern in Bangladesch haben Hilfe an die Opfer des verheerenden Erdbebens in der Türkei geschickt. Rund 700 Decken und 200 Jacken hätten sie dem Büro der Turkish Cooperation and Coordination Agency in der Hauptstadt Dhaka übergeben, sagte Rohingya-Anführer Sahat Zia Hero der Deutschen Presse-Agentur. Die Sachspenden seien mit kleinen Geldbeträgen der Flüchtlinge gekauft worden, die ihrerseits von internationaler Hilfe und der Hilfe von Rohingya in anderen Teilen der Welt abhängen. Bald wollten sie Windeln und Hygienebinden schicken.

„Es ist unsere Geste an die Menschen in der Türkei, ein Zeichen der Liebe für unsere Brüder und Schwestern, die in Schwierigkeiten leben“, sagte Hero. „Wir können den Schmerz, obdachlos zu sein, nachfühlen und rufen alle dazu auf, den Opfern beizustehen – mit den Mitteln, die sie haben.“ Er betonte, dass die Türkei besonders viel geholfen habe, als es 2017 zu einer Massenflucht der Rohingya gekommen war. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit waren damals vor Repression und Verfolgung in ihrem mehrheitlich buddhistischen Heimatland Myanmar vorwiegend ins Nachbarland Bangladesch geflüchtet.

Syrische Kinder sammeln für Erdbeben-Opfer

Während es nach den schweren Erdbeben bislang nicht ausreichend Nothilfe für Syrien gibt, bekommen die Betroffenen dort Unterstützung von unerwarteter Seite: Kinder aus der Stadt Rakka hätten ihr Taschengeld und Ersparnisse für die Opfer der Katastrophe gespendet, teilten die Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Geld und Kleidung der Mädchen und Jungen sollen demnach von den Beben betroffenen Altersgenossen im Land zugutekommen.

Ein Video der Aktivisten zeigte, wie die jungen Helferinnen und Helfer der Reihe nach ihre Spenden abgaben. Einige Kinder hielten zudem Schilder mit Grußworten in die Kamera. „Was dich getroffen hat, hat auch uns getroffen“, ist darauf etwa zu lesen.

Pomozi
Bosnien
Erdbeben
Solidarität

Foto: Amina Alađuz-Lomigora

Überwältigende Solidarität auf dem Balkan

Wie das Medium „Balkan Stories“ am 13. Februar auf seiner Webseite (https://balkanstories.net/2023/02/13/wer-nichts-hat-gibt-am-meisten/) unter dem zutreffenden Titel „Wer nichts hat, gibt am meisten“ meldete, kam es in den vorherigen Tagen zu einer enormen Solidaritätswelle vom Balkan. Demnach haben vor allem in Bosnien Arbeiter, Rentner und Arbeitslose in der Region Sachgüter und Geld gespendet. Mittlerweile hätten die Sarajevoer Verkehrsbetriebe eine „Sonderbuslinie“ eingerichtet.

Wegen der enormen Menge an Sachgütern, die zeitweise nicht mehr zu bewältigen war, baten die Helfer darum, vorläufig nur Geld zu spenden. Rechnet man die bisherigen getätigten Spenden, so „Balkan Stories“, inklusive einberechneter Einkommensunterschiede auf Wien um, wäre die Spendenmenge 30-40 Millionen Euro hoch.

„Überwältigend auch die Hilfsbereitschaft im montenegrinischen Sandžak. Bis Freitag hatten die Moscheegemeinden in der mehrheitlich muslimischen Grenzregion zu Serbien und zum Kosovo 275.000 Euro für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien gesammelt“, beschrieb der Autor die Hilfsbereitschaft in der mehrheitlichen Provinz, die zwischen Serbien und Montenegro geteilt ist.

Deutschlands Muslime machen mit

Auch in Deutschland geben Muslime seit Bekanntwerden des Erdbebens verschiedene Arten von Hilfen. Dazu gehören neben den vielen Einzelspendern individuelle Vereine, Dachverbände der Moscheen sowie mehrere muslimische Hilfsorganisationen.

Ein Beispiel dafür sind die kombinierten Bemühungen der IGMG, von Hasene International und des Islamrates. Mit einem Pool von 2.000 ehrenamtlichen Helfern und einem Logistikzentrum in Kahramanmaraş. Bisher konnten sie Folgendes leisten und liefern: 100 Lkw-Ladungen (davon 5 nach Syrien), 80 Fahrzeuge für die Verteilung, über 330 ehrenamtliche Fachkräfte (davon 30 Bergungskräfte, 50 medizinisches Personal), mobile Bäckerei (7.000 Brote täglich), mobile Suppenküche (für 10.000 Personen täglich), 2.700 Generatoren, 500 mobile Toiletten und 35 Betonbrecher, mobile Klinik, Hilfsgüter wie Lebensmittel (Babynahrung), Medikamente, Zelte, Winterkleidung.

In den Moscheen der IGMG wurde das Ereignis in den Freitagsgebeten thematisiert. Darüber hinaus verrichtete man für Verstorbene Toten- und Bittgebete in Abwesenheit.

Einige muslimische Hilfsorganisationen in Deutschland:

WEFA e.V. https://wefa.org/de/
Islamic Relief https://www.islamicrelief.de/erdbeben-tuerkei-syrien/
muslimehelfen e.V. https://spenden.muslimehelfen.org/?emergency_disaster_relief=70
Hasene International https://www.hasene.org/de/
Tuisa Hilft Stiftung https://tuisa.de/catalog/product/view/id/481/s/verheerendes-erdbeben-turkei-syrien/

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Nach dem Erdbeben: Welthungerhilfe und Caritas mahnen mehr Hilfen für Syrien an

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Die Not der Menschen und die Schäden nach den schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien sind enorm. Daher gibt es Rufe, die Unterstützung für die Opfer zu verstärken. Auch die Bundesregierung will weiter helfen.

Osnabrück/Freiburg (KNA). Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge, hält es für notwendig, die internationale Hilfe für Erdbebenopfer in Syrien massiv auszuweiten. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) sagte er: „Die bisherigen Anstrengungen reichen bei Weitem nicht aus, die Hilfe muss dem Ausmaß der Katastrophe angepasst werden.“

Die Welthungerhilfe und Caritas international begrüßten die Öffnung von weiteren Grenzübergängen zur besseren Versorgung der Erdbebenopfer im Nordwesten Syriens. „Angesichts der dramatischen Lage in diesem Teil des Erdbebengebietes ist es höchste Zeit, dass Syrien sich jetzt bewegt hat und zwei weitere Grenzübergänge zur Türkei öffnen wird“, sagte Oliver Müller, Leiter des Hilfswerks des Deutschen Caritasverbandes.

Bisher fünf Millionen durch Erdbeben obdachlos

Die Vereinten Nationen schätzten, dass mehr als fünf Millionen Menschen in Syrien durch das Beben obdachlos geworden seien, sagte Müller. Bislang war mit Bab al-Hawa nur ein Grenzübergang offen, er wirkte als Nadelöhr, was schnelle und umfassende Hilfe verhinderte. Die betroffenen Menschen im Nordwesten Syriens seien bislang weitgehend auf sich allein gestellt.

Mogge ergänzte, die Öffnung der Grenzübergänge bedeute, dass die benötigten Hilfsgüter auch unbürokratisch und vor allem zuverlässig in großem Stil die Grenzen passieren könnten. Politische Fragen müssten in dieser Notlage zurückgestellt werden. Die dramatische Situation der Menschen vor Ort dulde keine weiteren Verzögerungen. „Die Betroffenen berichten uns, dass das Erdbeben in wenigen Stunden mehr zerstört hat als der jahrelange Krieg und dass die Menschen in höchster Not sind. Wir verteilen bereits wichtige Hilfsgüter und benötigen dafür auch zukünftig finanzielle Unterstützung.“

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte zuvor den aus dem Erdbebengebiet in Syrien und der Türkei zurückgekehrten Helfern aus Deutschland gedankt. „Es war ein schwerer und gefährlicher Einsatz nach dieser Katastrophe, deren Ausmaße wir noch kaum erahnen können“, teilte Faeser am Dienstag mit. Insbesondere hob sie auch die Hilfsbereitschaft der deutsch-türkischen und der deutsch-syrischen Gemeinden hervor.

Gleichzeitig betonte Faeser, dass die Bundesrepublik ihre Hilfen fortsetzen werde. Bislang hat Deutschland nach Ministeriumsangaben Hilfsmaterial im Wert von rund 6,9 Millionen Euro an die Türkei und von gut 1,5 Millionen Euro an Syrien gegeben. „Die Überlebenden, die alles verloren haben, brauchen jetzt schnell winterfeste Unterkünfte.“ Bei dem Erdbeben in der Türkei und Nordsyrien sind aktuellen Schätzungen zufolge mehr als 37.000 Menschen gestorben.

Am Montagabend waren Such- und Rettungseinheiten der deutschen Hilfsorganisationen I.S.A.R. Germany und BRH Bundesverband Rettungshunde sowie des Technischen Hilfswerks von ihrem Rettungseinsatz in der Türkei nach Deutschland zurückgekommen.

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Erdbeben in Türkei und Syrien: Deutschlands Muslime reagieren mit Anteilnahme und Hilfsbereitschaft

Erdbeben Türkei Syrien

„Die Katastrophe hat auch uns tief im Herzen getroffen.“ Zenahir Mrakovic, Islamische Gemeinschaft der Bosniaken

Köln (iz). Nach dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet haben MuslimInnen in Deutschland mit Anteilnahme und Hilfsbereitschaft auf dessen verheerende Folgen für die Menschen in den betroffenen Regionen reagiert. In vielen deutschen Moscheegemeinschaften wurde die Katastrophe in den Freitagsgebeten erwähnt und für die MuslimInnen vor Ort gebetet. Darüber hinaus wurden in vielen Moscheen Hilfsgelder gesammelt.

Am Freitag trafen Repräsentanten der Union der Islamisch-Albanischen Zentren in Deutschland e.V. (UIAZD und der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD) in der Zentrale des Moscheeverbands DITIB zu Kondolenzbesuchen ein. Dabei sprachen sie Überlebenden und Angehörigen ihre Anteilnahme sowie Solidarität aus. Mansur Khalili (Vorsitzender UIAZD) betonte: „Wir wollen am Freitag ebenfalls bundesweit in allen unseren Moscheen Spenden sammeln für die Erdbeben-Opfer. Unser Prophet sagte, dass die Ummah einem Körper gleicht, und wennn ein Glied leidet, so leidet der ganze Körper.“ Im Gespräch wurden Hilfsgelder und weitere Hilfen angeboten.

Muharrem Kuzey als Vorsitzender des obersten Religionsrates der DITIB und Leiter der Spendenkampagne bedankte sich für den Besuch. Er zeigte sich beeindruckt von der großen Anteilnahme und Solidarität in Deutschland sowie dem Zusammenhalt der Menschen in dem Katastrophengebiet in diesen schwersten Stunden. „Natürlich beten wir in unseren Moscheen für die Rettung so vieler Menschen, wie nur möglich. Gleichwohl sind wir als Menschen, als Gläubige dazu aufgerufen, zu helfen, wo und wie wir nur können. Bezeichnend dafür ist, dass Moscheen für die obdachlosen Erdbebenopfern geöffnet werden, ihnen Zuflucht bieten vor Kälte, Einsamkeit und Verzweiflung.“

Muslime sammeln Hilfen

Wie die IGMG am 10. Februar wurden alleine in ihren Reihen sowie im Hilfsverein Hasene International eine Million Euro für die Betroffenen im Erdbebengebiet gesammelt. „Die Hilfs- und Spendenbereitschaft der Menschen hält ungebrochen an. Die Situation vor Ort ist jedoch weiterhin katastrophal und wird zunehmend unerträglich“, teilte der Moscheeverband mit. „Was wir hier vorfinden und erleben, ist kaum in Worte zu fassen. Das Leid der Menschen ist unermesslich. Die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Bekleidung wird zwar immer besser, ausreichend ist das aber noch lange nicht“, teilte IGMG-Vorsitzender Kemal Ergün aus der Region mit.

Direkt, nachdem das Beben und seine Folgen bekannt wurden, erklärte der Zentralrat der Muslime: „Der ZMD ruft zudem alle Hilfsorganisationen, Menschen guten Willens und insbesondere die muslimische Gemeinschaft in Deutschland auf, schnell und unbürokratisch Geld- und Sachspenden in die Erdbebengebiete zu schicken.“

Konkrete Unterstützung von Hilfsorganisationen

Am 6. Februar gab der Verein WEFA e.V. den Beginn seiner Nothilfe (https://wefa.org/de/nothilfe-tuerkei-wefa/?44005) bekannt. WEFA e.V. hat in Abstimmung mit verschiedenen Vereinen Hilfsmaßnahmen im Katastrophengebiet koordiniert und durchgeführt. Die in Europa gesammelten Spenden werden in Zusammenarbeit mit dem AFAD, dem Türkischen Roten Halbmond und der Diyanet Stiftung Türkei an die Erdbebenopfer übergeben.

Auch Islamic Relief Deutschland war kurz nach den Beben mit Helferteams vor Ort (https://www.islamicrelief.de/erdbeben-tuerkei-syrien/). Dabei wurden Lebensmittel und Winterkleidung verteilt, „um Betroffene vor der Kälte zu schützen“. Des Weiteren lieferten die Helfer Decken, Matratzen, Medikamente und weitere Unterstützung.

„Bei einer solchen humanitären Katastrophe wird jede Hilfe benötigt. Auch wir bemühen uns darum, unseren Brüdern und Schwestern beizustehen. Damit wir jedoch bei Notfällen wie diesen schnell handeln können, benötigen wir genügend Mittel“, gab muslimehelfen e.V. auf Facebook bekannt.

Auch die Tuisa Hilft Stiftung war mit HelferInnen vor Ort (https://tuisa.de/catalog/product/view/id/481/s/verheerendes-erdbeben-turkei-syrien/), um schnell Nothilfe zu leisten. „Menschen die alles verloren haben, stehen vor ihren zuerrütteten Häusern und warten darauf das Rettungskräfte ihre Kinder, Eltern, Ehepartner, Enkel oder Freunde bergen können. Darum sind wir hier, um den Menschen die überlebt haben, die warten und weinen aber auch hoffen eine helfende Hand zu sein.“

Einige muslimische Hilfsorganisationen in Deutschland:

WEFA e.V. https://wefa.org/de/
Islamic Relief https://www.islamicrelief.de/erdbeben-tuerkei-syrien/
muslimehelfen e.V. https://spenden.muslimehelfen.org/?emergency_disaster_relief=70
Hasene International https://www.hasene.org/de/
Tuisa Hilft Stiftung https://tuisa.de/catalog/product/view/id/481/s/verheerendes-erdbeben-turkei-syrien/