, , ,

San Diego: Angriff auf eine Moschee – der Schatten antimuslimischer Gewalt

san diego moschee

Tote vor einer Moschee in San Diego, zwei tote jugendliche Tatverdächtige und Ermittlungen wegen Hassverbrechens: Der Angriff steht am Anfang der Aufklärung. Schon jetzt verweist er auf eine bestehende Realität: Muslimische Gemeinden leben seit Jahren mit Gewalt, Verdacht und politischer Normalisierung.

(iz). Bei einem Angriff auf das Islamic Center of San Diego sind am Montag drei Männer getötet worden. Zwei jugendliche Tatverdächtige wurden wenig später tot in einem Fahrzeug in der Nähe gefunden, offenbar durch selbst zugefügte Schussverletzungen.

Die Polizei von San Diego und das FBI behandeln die Tat als mögliches Hassverbrechen; Polizeichef Scott Wahl sprach von Hinweisen auf „generalized hate rhetoric“. Er betonte zugleich, dass ein genaues Motiv noch nicht öffentlich geklärt sei. Nach jetzigem Stand handelt es sich um ein mutmaßliches antimuslimisches Hassverbrechen.

Der Angriff traf die größte Moschee im San Diego County, einen Komplex mit Gebetsräumen und Schule. Die ersten Notrufe gingen gegen 11.40 bis 11.43 Uhr Ortszeit ein; die Polizei war nach Behördenangaben innerhalb von vier Minuten vor Ort und fand drei getötete Männer vor dem Zentrum.

Parallel wurde wenige Blocks entfernt auf einen Landschaftsgärtner geschossen, der unverletzt blieb; Ermittler behandeln diesen Vorfall als mit der Moscheeattacke verbunden.

Opfer und offene Motivfrage

Die Vorgeschichte des Morgens ist für die Ermittlungen zentral. Nach Behördenangaben hatte die Mutter eines der Verdächtigen rund zwei Stunden vor der Tat die Polizei verständigt, weil ihr Sohn verschwunden sei, sie ihn als suizidal beschrieb und zugleich Waffen sowie ihr Fahrzeug fehlten.

Wahl sagte zudem, die Mutter habe eine Notiz gefunden, deren Inhalt zunächst nicht veröffentlicht wurde. NBC News berichtete unter Berufung auf Strafverfolgungsquellen, Ermittler prüften mögliche antiislamische Schriften im Fahrzeug der Verdächtigen.

Unter den Toten war nach Medien- und Community-Angaben Amin Abdullah, ein Sicherheitsmitarbeiter der Moschee und Vater von acht Kindern. Polizeichef Wahl sagte, Abdullah habe eine „pivotal role“ gespielt und vermutlich verhindert, dass die Tat noch schlimmer ausfiel.

CAIR-San Diego nannte nach BBC-Angaben außerdem N. Awad und Mansour Kaziha als Opfer; Awads Ehefrau arbeitet demnach an der Schule des Zentrums, Kaziha war mit der Pflege des Geländes und des dortigen Geschäfts verbunden. Die Kinder, Lehrkräfte und Mitarbeitenden der Schule blieben körperlich unverletzt, doch CAIR-CA verwies auf die tiefe Traumatisierung der Gemeinde.

Eine Gewaltgeschichte im Westen

San Diego steht in einer Reihe tödlicher Angriffe auf Muslime und muslimisch markierte Orte im Westen. In Québec City erschoss Alexandre Bissonnette 2017 sechs Menschen in einer Moschee; Kanadas Premier Justin Trudeau bezeichnete die Tat als Terrorangriff, während das Gericht eine durch Vorurteile gegen muslimische Einwanderer geprägte Tat erkannte.

In London fuhr Darren Osborne 2017 nach Ramadan-Gebeten mit einem Van in eine Gruppe von Muslimen vor dem Muslim Welfare House; Makram Ali starb, elf Menschen wurden verletzt, Osborne wurde wegen „terrorism related murder“ verurteilt. In Christchurch tötete ein australischer Rechtsterrorist 2019 in zwei Moscheen 51 Menschen und verletzte 50 weitere.

Auch in Kontinentaleuropa ist das Muster sichtbar, selbst wenn die Tatorte oft nicht Moscheen, sondern Shisha-Bars, Straßen oder öffentliche Räume sind. In Hanau erschoss ein deutscher Rechtsextremist 2020 neun Menschen in und an zwei Shisha-Bars, bevor er seine Mutter und sich selbst tötete; Bundesanwälte behandelten den Fall als Terrorismus.

Solche Fälle unterscheiden sich im Detail, teilen aber ein Motivfeld: Muslime erscheinen in den Weltbildern der Täter nicht als Bürger, Nachbarn oder Betende, sondern als Projektionsfläche für „Islamisierung“, „Invasion“ oder eine angebliche demografische Bedrohung.

Zwischen Statistik und Alltag

Die Zahlen zeigen, dass tödliche Gewalt nicht von alltäglicher Feindseligkeit getrennt werden kann. CAIR registrierte 2024 landesweit 8.658 Beschwerden, den höchsten Wert seit Beginn der eigenen Erfassung, darunter 40 Vorfälle, die ausdrücklich auf islamische Gebetsräume zielten (CAIR 2025 Civil Rights Report).

Für Europa ist die Diskrepanz zwischen Alltagserfahrung und offiziellen Zahlen besonders deutlich. Die EU-Grundrechteagentur FRA fand unter 9.604 muslimischen Befragten in 13 EU-Staaten, dass 47 Prozent in den fünf Jahren vor der Befragung rassistische Diskriminierung erlebten; in Deutschland lag der Wert bei 68 Prozent, in Österreich bei 71 Prozent (EU Fundamental Rights Agency).

CLAIM dokumentierte für Deutschland 2024 insgesamt 3.080 antimuslimische Vorfälle, 67 Angriffe auf Moscheen in der eigenen Dokumentation und 79 offiziell registrierte Moscheeangriffe in BKA-Zahlen (CLAIM).

Foto: The White House | gemeinfrei

Trumpismus, christlicher Nationalismus und Europa

Die politische Dimension beginnt dort, wo antimuslimische Ressentiments nicht nur am Rand bleiben, sondern in Gesetzgebung, Wahlkampf, Medienökologie und Sicherheitsapparaten normalisiert werden.

Trumps Reiseverbot von 2017 setzte die Einreise aus Iran, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen zeitweise aus, begrenzte das Flüchtlingsprogramm und begründete dies offiziell mit nationaler Sicherheit.

Der Erlass bestritt, gegen eine bestimmte Religion gerichtet zu sein, traf aber überwiegend Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit und wurde von Bürgerrechtsorganisationen als Ausdruck einer muslimischen Verdachtskategorie verstanden (Trump White House Archives).

Der christliche Nationalismus bildet in diesem Umfeld eine Brücke zwischen religiöser Selbstbehauptung, weißer Identitätspolitik und autoritärem Sicherheitsdenken. PRRI fand 2026, dass 32 Prozent der US-Amerikaner als Anhänger oder Sympathisanten christlich-nationalistischer Vorstellungen einzustufen sind, darunter 56 Prozent der Republikaner und 67 Prozent der weißen Evangelikalen (PRRI 2026).

Eine PRRI/Brookings-Erhebung von 2023 zeigte zudem, dass 67 Prozent der christlich-nationalistischen Anhänger dafür waren, Menschen aus einigen mehrheitlich muslimischen Ländern an der Einreise in die USA zu hindern, und dass 69 Prozent meinten, die Werte des Islam stünden im Widerspruch zu amerikanischen Werten (PRRI 2023).

Das beweist keine direkte Verbindung zu San Diego, zeigt aber den Resonanzraum, in dem Moscheen, Muslime und Migranten immer wieder als Sicherheitsproblem, kulturelle Bedrohung oder demografischer Feind beschrieben werden.

Foto: Elpstirra | Shutterstock

In Europa tragen vergleichbare Strukturen andere Namen, erfüllen aber ähnliche Funktionen. Der European Islamophobia Report beschreibt antimuslimischen Rassismus als zunehmend normalisiertes, politisches und strukturelles Phänomen, das öffentliche Debatten, institutionelle Praktiken, Sicherheitspolitik und Medienrahmungen prägt (European Islamophobia Report).

CLAIM dokumentiert für Deutschland, dass antimuslimischer Rassismus häufig mit Begriffen wie „Terroristen“, „Islamisten“, „Bombenleger“ oder „Antisemiten“ operiert und Muslime nach dem 7. Oktober 2023 verstärkt unter Generalverdacht geraten sind (CLAIM).

Mehr als eine lokale Tragödie

Der Angriff ereignete sich kurz vor Eid al-Adha und während des Monats Dhu al-Hijjah. Gerade deshalb trifft er mehr als die unmittelbaren Opfer: Er beschädigt das Sicherheitsgefühl einer Minderheit in einem Raum, der Geborgenheit, Gottesdienst und Gemeinschaft bedeuten soll.

In San Diego starben drei Männer, die Polizei ermittelt, die Community trauert, und vieles über die Radikalisierung der Täter ist offen. Was nicht offen ist: Antimuslimische Gewalt im Westen hat eine dokumentierte Vorgeschichte, und sie verlangt eine Antwort, die muslimisches Leben nicht erst schützt, wenn die nächste Moschee zum Tatort geworden ist.

,

Die Toten lehren uns viel über das Leben

trauer

Ein muslimischer Erfahrungsbericht von Dr. Zeyneb Sayılgan über den Umgang mit den Toten und ihrem Serben. (iz). Ich wasche Tote in meiner Freizeit. Zusammen mit siebzig Frauen engagiere ich mich […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

Zahl der Toten bei Flutkatastrophe in Pakistan steigt weiter

Klima-Extreme

Islamabad (dpa).- Die verheerenden Überschwemmungen in Pakistan haben jüngsten Angaben der Behörden zufolge bereits mehr als 1160 Menschen das Leben gekostet. Seit Mitte Juni sei die Zahl der Toten auf 1162 gestiegen, darunter befänden sich auch 384 Kinder, teilte die nationale Katastrophenschutzbehörde am Mittwoch mit. Es werde mit weiter steigenden Zahlen gerechnet.

Die UN und Pakistans Regierung stellten am Dienstag in Genf einen ersten Hilfsplan für sechs Monate vor, für den nun 160 Millionen Dollar (rund 160 Mio Euro) benötigt werden. UN-Generalsekretär António Guterres werde kommende Woche zu einem Solidaritätsbesuch nach Pakistan reisen, sagte ein UN-Sprecher.

Das südasiatische Land mit seinen rund 220 Millionen Einwohnern leidet seit Mitte Juni unter ungewöhnlich starkem Monsunregen. Mehr als 33 Millionen Menschen in 116 der 160 Bezirke Pakistans sind den Angaben zufolge von den Überschwemmungen betroffen.

Vor allem in der Provinz Belutschistan im Südwesten zerstörten Überschwemmungen Ackerland mit Ernten, Häuser und Infrastruktur. Auch der Nordwesten hat wegen der Fluten inzwischen mit großen Schäden zu kämpfen. Naturkatastrophen wie Fluten, Dürren und Erdrutsche haben in Pakistan in den vergangenen Jahren zugenommen. Experten schreiben dies dem Klimawandel zu.

Wie ist die Lage der Menschen in Gaza? Interview mit dem humanitären Helfer Dr. Mahmoud Almadhoun von Islamic Relief

(iz). Während die Zivilbevölkerung im Gazastreifen unter einem erneuten sinnlosen Krieg zu leiden hat, bemühen sich verschiedene internationale Organisationen zumindest um die Linderung der schwierigsten Versorgungsengpässe und der bedrohlichsten Mängel. Dabei müssen sie, wie unabhängige Journalisten, darauf achten, dass sie nicht selbst in die Schusslinie dieses Konfliktes geraten, der sich zu einem Bodenkrieg ausweiten könnte.

Dr. Mahmoud Almadhoun von Islamic Relief ist einer von ihnen. Almadhoun ist seit 2008 als Manager für das Personalwesen und die Qualitätssicherung sowie im Komitee für die Geschäftsführung aktiv. Während er mit einem Team der Hilfsorganisation in deren Kairoer Räumlichkeiten auf Grünes Licht für eine sichere Einreise nach Gaza wartete, sprachen wir mit ihm über die Lage, die Menge der bisherigen Opfer und den Mangel an wichtigen Gütern.

Islamische Zeitung: Sie stehen kurz davor bereit, mit Ihrem Team der Hilfsorganisation Islamic Relief nach Gaza einzureisen. Wie sieht die dortige Lage aus?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Ich bin seit drei Tagen in Kairo damit beschäftigt, die Lage in Gaza zu beurteilen. Eigentlich wollten wir heute mit einem Team nach Gaza fahren, aber wir konnten nicht. Die Sicherheitslage ist so brenzlig geworden, dass es bisher nicht möglich war. Auch aus Telefonaten mit meiner Familie in Gaza wurde deutlich, dass die momentane Lage mit dem Gazakrieg 2009 [die israelische Operationen „Gegossenes Blei“] zu vergleichen ist. Unser Palästina-Büro in Gaza hat uns kontaktiert und uns absolut von einem Kommen abgeraten. Die Lage ist vollkommen unübersichtlich und es bestehen keinerlei Möglichkeiten, den Schutz unserer Sicherheit zu gewährleisten.

Islamische Zeitung: Wie erlebte die Zivilbevölkerung die Angriffe der letzten vier Tage?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Die Situation ist sehr schwierig. Das Leben hat total aufgehört zu funktionieren. Die Kinder gehen nicht zur Schule. Die Leute bleiben zu Hause. Alle Menschen haben Angst und können überhaupt nicht schlafen, weil der kontinuierliche Beschuss aus der Luft und von See seit fünf Tagen sehr stark ist. Die Häuser wackeln genau wie bei einem Erdbeben.

Islamische Zeitung: Ist die Lage mit dem israelischen Angriffen bei der Operation „Gegossenes Blei“ im Jahre 2009 zu vergleichen?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Ja, unbedingt. Ich habe diese Frage mehrfach gestellt, auch unserem Büro von Islamic Relief in Gaza, und es sieht bisher genauso aus wie im Jahre 2009. Es ist noch nicht ganz so stark, aber die Gesamtlage sieht vergleichbar aus.

Islamische Zeitung: Es gibt in Deutschland Medienberichte, die von einem Ende der Aktion sprechen, da Israel angeblich beinahe sämtliche Raketendepots zerstört haben soll. Ist das glaubwürdig oder rechnen die Menschen in Gaza mit einem Einmarsch israelischer Bodentruppen?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Die arabische Webseite von Al Jazeera behauptete heute morgen so ziemlich das Gegenteil. Die israelische Regierung wolle noch weitermachen und hätte zusätzliche Einheiten mobilisiert. Laut Al Jazeera würde sich Israel auf eine Ausweitung der Operationen vorbereiten.

Islamische Zeitung: Gibt es verlässliche Zahlen zu Getöteten und Verletzten der ersten fünf Tage?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Wir wissen von 52 Personen, die bei den Angriffen getötet wurden. Darunter waren 15 Kinder, wobei das jüngste elf Monate als war. Über die Verletztenzahlen habe ich keine genauen Angaben.

Islamische Zeitung: Während der Operation „Gegossenes Blei“ funktionierten ja noch die Krankenhäuser vom Roten Kreuz und vom UNHCR teilweise. Arbeiten sie dieses Mal immer noch?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Doch, sie arbeiten jetzt immer noch.

Islamische Zeitung: Welche Projekte unterhielt Islamic Relief bis jetzt in Palästina?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Islamic Palästina wurde 1998 gegründet und momentan haben wir 102 Mitarbeiter. Augenblicklich betreiben wir 39 Projekte, davon 19 dienen der Nothilfe. 14 widmen sich der Entwicklungshilfe und sechs sind spezifisch auf die Betreuung von Kindern ausgerichtet. Dazu zählt ein Programm für 6.000 Waisen in Gaza. Islamic Relief hat in den letzten Tagen dieser Krise verschiedene Aktionen gestartet. So hat Islamic Relief Worldwide in diesem Zeitraum 1,2 Millionen Euro gesammelt und nach Gaza überwiesen. Dort besteht ein großer Bedarf an Medikamenten und medizinischer Versorgung. Mittlerweile ist eine Spendenkampagne angelaufen, die bis Ende November eine weitere Millionen Euro ergeben soll. Bis zum Ende des Jahres wollen wir diese Summe auf fünf Millionen steigern. Und bis zum Juni des kommenden Jahres soll das Endziel dieser Kampagne bei 20 Millionen Euro liegen. Insbesondere auf dem palästinensischen Gesundheitssektor gibt es einen großen Bedarf. Dieser ist in einem unglaublichen Zustand. Dabei ist nicht nur diese Krise das Problem, sondern wir müssen immer noch mit den Folgen des letzten Krieges fertig werden. Von 2009 bis heute wurde das Ziel der Entwicklung des Gesundheitssektors noch nicht erreicht.

Islamische Zeitung: Es ist seit mehreren Jahren schon der „Normalfall“, dass Gaza von Hilfslieferungen abhängig ist – wegen der Blockade und wegen einer nicht mehr existenten Industrie. Bei welchen Gütern wird es Ihrer Meinung nach die ersten Engpässe geben?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Gestern [Samstag, den 17. November] erhielten wir vom Gesundheitsministerium die Information, wonach 130 Medikamente für Fälle lebensbedrohlicher Krankheiten fehlen. Als Islamic Relief haben wir eine Liste von solchen Präparaten bekommen und möchten sie gerne mit Hilfe verschiedener Organisationen und Partner bearbeiten. Ein zweiter notwendiger Aspekt ist das Fehlen benzin- oder solargetriebene Notstromaggregate. Derzeit reichen die Kapazitäten nur für drei Tage. Danach können wir keinen Strom mehr bekommen. Das heißt, das die Krankenhäuser ohne Strom nicht mehr optimal werden funktionieren können. Islamic Relief unterstützt im Augenblick das Krankenhaus Asch-Schifa voll. Wenn man dort eintrifft, sieht man dort auch unser Logo. Islamic Relief Palästina hat sich insbesondere der Arbeit auf dem Gebiet der Gesundheit – allen voran den Krankenhäusern – gewidmet.

Islamische Zeitung: Wie sieht es bei der Versorgung mit Lebensmitteln aus?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Die Lebensmittelversorgung hängt von der Lage an den Grenzen ab. Wenn diese geschlossen sind, kommt keine Nahrung nach Gaza. Die Lebensmittel werden entweder in Ägypten oder stellenweise auch in Israel gekauft. Der Versorgungslage ist schwierig; auch, weil alle Leute jetzt versuchen, so viel wie möglich zu kaufen, um für eine Verschärfung der Lage gewappnet zu sein. Bereits jetzt gibt es einen Mangel.

Islamische Zeitung: Die israelische Luftwaffe hat bereits hunderte Angriffe geflogen. Inwieweit wurde auch die Infrastruktur von Gaza in Mitleidenschaft gezogen?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Egal, welche Art die Ziele der Angriffe sind, es bleibt nicht ausgeschlossen, dass alles andere mit betroffen sein wird. Ein Team von Islamic Relief war in einem Supermarkt während einer Beschießung ganz in der Nähe. Das war einer der Gründe, warum wir bisher nicht einreisten. Man weiß nicht genau, wo die Einschläge treffen werden.

Islamische Zeitung: Liegt dies auch an der Schwierigkeit, militärische und zivile Ziele auseinander zu halten, wenn beispielsweise Waffen in Wohngebieten gelagert werden?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Ja, und ich glaube, dass es sehr schwierig ist, wenn einzelne Personen das Ziel sind.

Islamische Zeitung: Wie ist die Stimmungslage in Gaza?

Dr. Mahmoud Almadhoun: Ehrlich gesagt kann ich nur von der Warte der Helfer aus berichten, habe aber einiges von meiner Familie gehört. Die Leute hoffen natürlich, dass alles gut ausgehen wird. Unsere Sorge als Islamic Relief gilt der Kampagne zur Unterstützung der Menschen in Gaza.

Islamische Zeitung: Arbeiten Sie mit internationalen Partnern in Gaza zusammen?

Dr. Mahmoud Almadhoun: In solchen Fällen, bei denen die Lage sehr schlecht ist, arbeiten wir mit UN-Organisationen und dem Roten Kreuz zusammen. Die internationalen Helfern bilden solchen Fällen Komitees, weil die Aufgaben in solchen Krisen nicht von einzelnen zu bewältigen sind.

Islamische Zeitung: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Webseite von Islamic Relief:
www.islamicrelief.de

Kommentar: Khalil Breuer fällt zum Videoskandal nichts ein

(iz). Manchmal ist es schwer, ein IZ-Journalist zu sein. Heute müsste ich eigentlich den „Videoskandal“ kommentieren und der Beitrag sollte auch noch bis heute Abend fertig sein. Jetzt ist es beinahe 20 Uhr und mir fällt einfach nichts dazu ein.

Es tut mir leid, aber – auch wenn der Ring nun seit Tagen frei ist für den dramatischsten, größten Kulturendkampf aller Zeiten – zwischen wutschnaubenden Bärtigen und den Herren der deutschen Abendlandsbewegung. Es also wie verrückt köchelt und die emsigen, besser bezahlten Kollegen (und Kolleginnen – Frauen dürfen auch arbeiten und sich selbst verwirklichen!) der Mainstreammedien praktisch am laufenden Band pfiffige Kommentare produzieren, bei mir tut sich im oberen Stübchen einfach nichts.

Natürlich stehe ich unter enormen Druck. Denn, wenn die größte Zeitung des deutschen Islam – die IZ mit Sitz in Berlin – heute nichts schreibt dann sind alle – ich wiederhole, alle negativen Assoziationen –unwidersprochen geblieben. So trommele ich es mir zumindest ein, aber der Geist ist ja willig. Aber es gibt, wie gesagt, oben keine Regung. Kein Zwang hilft da. Nichts geht.

Stattdessen habe ich heute Mittag, als das Wetter noch gut war, meinem Hund beim „über das Stöckchen springen“ zugeschaut. Dann habe ich ihm auch einige Minuten das Stöckchen so weit geworfen wie ich eben konnte. Wenigstens dem Hund war es nicht langweilig.

So verging der Tag, an dem ich eigentlich etwas über den Videoskandal schreiben musste. Jetzt prasselt der Regen gegen das Dach. Wie aus Protest. Aber, wir waren nicht alle still. Natürlich: Unsere zuverlässigen Kölner Islamvertreter waren so gut organisiert wie empört, haben, für uns alle – so lese ich – prompt nicht nur Qualitätssendezeit in der ARD bekommen, sondern sie haben alles klar gestellt und so sind sie jetzt sehr, sehr stolz, dass sie prompt reagiert haben. Danke Islamvertreter!

Morgen schreibe ich auch wieder was Sinnvolles. Versprochen. Euer Khalil Breuer

Trotz ausländischen Beobachtern steigen Opferzahlen dramatisch an. Ein Kommentar von Sulaiman Wilms

(iz). Syrien und sein Sturz in die Barbarei ist das Ende einer Ära in der arabischen Welt. Es steht für das Scheitern des erfolglosen arabi­schen Modernismus und seines Totali­tarismus. Es […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

Will das US-Militär seinen Krieg über die Grenze nach Pakistan ausweiten? Von Shahid R. Siddiqi, Baltimore

Der NATO-Angriff auf einen pakistani­schen Grenzposten hat deutlich gemacht, dass die Geduld dieser muslimischen ­Nation ihre Grenzen hat. Es bleibt offen, ob die USA tatsächlich gewillt sind, den Krieg über […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

,

Interview mit dem Fotojournalisten Marcel Mettelsiefen

(iz). „Zwischen 17 und 142 Tote“ habe es bei dem deutschen Bombardement in den Morgenstunden des 4. September südlich von Kunduz gegeben. So der bis heute immer wieder zitierte Nato-Untersuchungsbericht. […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

Kommentar: Die Mehrheit hat Recht. Es gibt keine Alternative zum Abzug aus Afghanistan. Von Khalil Breuer

(iz). Die Unverhältnismäßigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den so genannten „Krieg gegen den Terror“. Das jüngste Massaker am Hindukusch und dessen angeblich militärische Notwendigkeit sprechen dabei Bände. […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.