Über die Liebe zum Göttlichen als ein Heilmittel

In seinem tragischen Roman „Die Dämonen“ unterstrich Fjodor Dostojewski die Gefahren, die er in den modernistischen Idealen des 19. Jahrhunderts sah, als sie nach Russland kamen. Ein Hauptcharakter dieses literarischen Klassikers ist Stepan Trofimowitsch Werchowenski. Er ist liberaler Utopist der 1840er und Tutor für eine Gruppe Jugendlicher. Werchowenski unterweist sie in atheistischem Sozialismus und Säkularismus. […]

17.02.2022 .Redaktion 8 Min. Lesezeit

Rumi-Manuskript im Agha Khan Museum, Toronto. (Foto: Daderot, gemeinfrei)

In seinem tragischen Roman „Die Dämonen“ unterstrich Fjodor Dostojewski die Gefahren, die er in den modernistischen Idealen des 19. Jahrhunderts sah, als sie nach Russland kamen. Ein Hauptcharakter dieses literarischen Klassikers ist Stepan Trofimowitsch Werchowenski. Er ist liberaler Utopist der 1840er und Tutor für eine Gruppe Jugendlicher. Werchowenski unterweist sie in atheistischem Sozialismus und Säkularismus. Als die Schüler erwachsen werden, entwickelt sich aus der konzeptionellen Saat, die in ihrer frühen Erziehung gepflanzt wurde, ein extremer Nihilismus und eine verderbliche Ideologie der Revolution, die in ihrer Kleinstadt zu politischen Verschwörungen und Mord führte. Von Faraz Khan

(Renovatio). Wie Dämonen sind diese jungen Ideologen von gefährlichen Ideen besessen, die sie zu schwerwiegenden Grausamkeiten aufhetzen. Im letzten Kapitel der Novelle („Stepan Trofimowitschs letzte Wanderschaft“) finden wir den ehemaligen Tutor und ungewollten Vorläufer sozialer Unruhen auf dem Totenbett. Er hat dem Idealismus der Vergangenheit abgeschworen und trifft Aussagen von enormer metaphysischer Bedeutung: „Gott ist mir schon deswegen unentbehrlich, weil er das einzige Wesen ist, das man ewig lieben kann…“ Trofimowitsch fährt fort: „Meine Unsterblichkeit ist schon deswegen notwendig, weil Gott doch nicht das Unrecht wird begehen wollen, das Feuer der Liebe, das einmal in meinem Herzen zu Ihm entbrannt ist, ganz auszulöschen. Was aber ist teurer als Liebe? Die Liebe steht höher als das Sein, die Liebe ist die Krone des Seins, wie sollte da das Leben ihr nicht untertan sein? Wenn ich Ihn jetzt lieben gelernt habe, und diese meine Liebe mir eine Freude ist – wie wäre es dann möglich, dass Er mich und meine Freude wieder auslöschte und uns in Nichts verwandelte? Wenn es einen Gott gibt, so bin auch ich unsterblich! Voilà ma profession de foi (Hier ist mein Glaubensbekenntnis).“

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