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Amnesty International: Bundesregierung muss stärker Evakuierungen unterstützen

Foto: Bundeswehr, Marc Tessensohn, via flickr

Berlin (Amnesty International). Vor zwei Wochen ist die deutsche Evakuierungsaktion aus Afghanistan nach der Machtergreifung der Taliban eingestellt worden. Viele besonders bedrohte Menschen sitzen mit ihren Familien noch in dem Land fest. Amnesty International fordert mit Pro Asyl und mehr als 20 bundesweit aktiven Organisationen deshalb heute in einer gemeinsamen Erklärung die Bundesregierung dazu auf, gefährdete Afghan_innen zu schützen – die Evakuierungen müssen fortgesetzt und afghanische Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden.

Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, sagte: „Es ist vordringlich, dass besonders gefährdete Menschen die Nachbarstaaten erreichen können, um von dort evakuiert zu werden. Die Bundesregierung muss jetzt auf rasche Einigung mit den Nachbarländern Afghanistans darauf, dass gefährdete schutzbedürftige Personen in diese Länder einreisen dürfen, um von dort nach Deutschland gebracht zu werden, drängen.“

Zu den gefährdeten Personen gehören Mitarbeitende lokaler Partnerorganisationen und deutscher Organisationen, Frauenrechtsverteidiger_innen und Menschenrechtsaktivist_innen, Journalist_innen, bei Subunternehmen beschäftigte Ortskräfte und Regierungsangestellte, die für einen demokratischen Staat und eine unabhängige Justiz eingetreten sind.

Zusätzlich müssen die Nachbarstaaten Afghanistans unterstützt werden. Dabei geht es um humanitäre Hilfe, aber auch darum, dass Deutschland gemeinsam mit anderen EU-Mitgliedsstaaten Flüchtlinge aufnimmt. Beeko sagt: „Es braucht jetzt zügig Aufnahmeprogramme auf Bundes- und Landesebene, um einem angemessenen Kontingent afghanischer Flüchtlinge einen sicheren Zugangsweg nach Deutschland zu gewähren. Außerdem muss in dieser besonderen Situation dringend der Familiennachzug aus der Region zu hier lebenden afghanischen Flüchtlingen erleichtert und beschleunigt werden.“

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