Europa endet nicht an EU-Grenzen: Unterstützt unsere Balkan-Recherche auf commonsplace.de!
Sarajevo, Tirana, Skopje: IZ-Herausgeber Abu Bakr Rieger reist für uns an Orte, über die zu selten berichtet wird.
Foto: Alex Shirmanov/Adobe Stock
(iz). Aus Gesprächen mit Schriftstellern, Historikern, Journalistin und Aktivisten sollen Videos, Essays und ein Buch entstehen. Damit diese Recherche stattfinden kann, brauchen wir eure Unterstützung auf commonsplace.de.
Der Westbalkan ist kein ferner Rand Europas. In Sarajevo, Belgrad, Tirana oder Skopje wird verhandelt, was Zugehörigkeit, Erinnerung, Religion und europäische Zukunft heute bedeuten. Trotzdem erscheint die Region in deutschen Medien meist erst dann, wenn eine Krise aufbricht. Wir wollen vorher hinsehen.
Abu Bakr Rieger, Herausgeber der Islamischen Zeitung, reist durch den Westbalkan. Er sucht nicht die schnelle Schlagzeile und keine Reisebilder für den nächsten Feed. Er spricht mit Menschen, die ihre Gesellschaften von innen kennen.
Was sie erzählen, soll nicht nach zwei Wochen verschwinden. Aus der Reise entstehen Beiträge vor Ort, ein Bericht für Unterstützer und ein Buchprojekt für eine deutschsprachige Leserschaft.
Diese Recherche soll über die Crowdfunding-Plattform commonsplace.de mit finanziert werden. Sie verbindet Projekte mit einer Community, die Bildung, Kultur und eigenständige muslimische Initiativen gemeinsam möglich macht.
Jeder Beitrag hilft konkret: bei Wegen zwischen den Städten, Übersetzungen, Unterkünften, Kameraarbeit und zusätzlichen Tagen für Gespräche, die nicht unter Zeitdruck geführt werden müssen.
Unterstützt das Balkan-Projekt auf commonsplace.de. Denn unabhängiger Journalismus beginnt dort, wo Menschen bereit sind, Fragen mitzutragen, die sonst niemand stellt.
Europa beginnt nicht erst in Brüssel
Wer verstehen will, wie unser Kontinent aussieht, wenn es nicht aus Brüssel oder Berlin betrachtet wird, muss an seine Ränder fahren. Nach Sarajevo, Tirana und Skopje zum Beispiel: in Städte, in denen Geschichte nicht im Museum endet, sondern in Namen, Sprachen, Grenzen, Familiengeschichten und politischen Fragen weiterarbeitet.
Dorthin führt eine laufende Recherche der IZ. Unser Herausgeber, Abu Bakr Rieger, ist hier unterwegs, führt Gespräche, hört zu und fragt nach.
Es geht nicht um den Balkan als Projektionsfläche. Nicht um die vertraute Erzählung von Konflikt, Rückständigkeit oder „Pulverfass“.
Was bedeutet Europa für eine junge Bosnierin? Woran arbeitet ein albanischer Denker, wenn er über Gegenwart und Zukunft seines Landes spricht? Wie erzählt ein Historiker in Nordmazedonien seiner Tochter, wer sie ist, ohne die Geschichte in eine Waffe zu verwandeln? Solche Fragen lassen sich nicht vom Schreibtisch aus beantworten.
Diese Region liegt nicht außerhalb Europas. Gerade deshalb lohnt der Blick. In den Ländern treffen Erwartungen an eine europäische Zukunft auf offene nationale Fragen, wirtschaftlichen Druck, die Folgen von Kriegen und Umbrüchen sowie auf alte und neue Interessen von außen.
Wer über den Westbalkan spricht, spricht über die Reichweite Europas, aber auch über die Grenzen einer Politik, die Beitrittsperspektiven verspricht und Geduld verlangt.
Für muslimische Leser ist die Region zudem kein exotischer Nebenraum: Bosnien und Albanien gehören zu den prägenden europäischen Orten muslimischen Lebens;. In Nordmazedonien ist eine große muslimische Bevölkerung Teil des gesellschaftlichen Gefüges. Ihre Erfahrungen verdienen mehr als die kurze Aufmerksamkeit, die ihnen zuteilwird, wenn etwas eskaliert.
Unsere Reise soll daraus keine schnelle Lagebeschreibung machen. Während der Fahrt entstehen Videos, Reiseposts und Essays. Nach der Rückkehr erhalten die Unterstützer einen Abschlussbericht. Die Gespräche, Beobachtungen und Recherchen sollen außerdem in ein Buch einfließen.
Das ist der Unterschied zwischen einer Reise und einer bloßen Durchfahrt: Eine Reise endet mit der Rückkehr; gute Recherche arbeitet danach weiter. Sie ordnet Eindrücke, prüft Widersprüche, lässt Stimmen nebeneinanderstehen und bewahrt etwas für Menschen auf, die nie an diesen Orten sein werden.
Das Reisen in unserer Tradition
Reisen hat in unserer Tradition ohnehin nie nur Erholung bedeutet. Das arabische safar ist Bewegung, aber auch Unterbrechung der Gewohnheit. Der Qur’an fordert dazu auf, auf der Erde umherzugehen und nach dem Ausgang früherer Gemeinschaften zu schauen.
Die Aufforderung ist keine Einladung zur Kulisse, sondern zur Betrachtung: Macht ist nicht dauerhaft, Städte tragen Schichten von Erinnerung, und niemand versteht die Gegenwart ohne ihre Vorgeschichte.
Die Wege von Musa, Yusuf und Yunus sind Pfade der Prüfung, des Verlusts und der Erkenntnis. Die Hidschra, die Handelswege und die Reisen der Gelehrten machen deutlich: Wissen hat oft einen Weg vor sich.
Auch die Reise des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, ist nicht als Flucht aus der Welt zu lesen. Isra und Mi’raj verbinden den geschützten Ort in Mekka mit Al-Aqsa und verknüpfen Nähe zu Allah mit einer wirklichen Geographie.
Das Unterwegssein bleibt dabei anspruchsvoll. Der bekannte Hadith, Reisen sei ein Stück Beschwernis, romantisiert nichts. Es kostet Schlaf, Geduld und Sicherheit. Gerade deshalb verlangt sie Adab: eine klare Absicht, Verantwortung für Mitreisende, Rücksicht auf die Menschen am Ziel und die Bereitschaft, nicht nur Bestätigung für das eigene Bild zu suchen.
Beteiligt euch an der Recherche
Darum bitten wir nicht um Geld für eine Reise als Privatvergnügen. Wir bitten um Beteiligung an einer Recherche, die Zeit, Wege, Übersetzung und sorgfältige Produktion braucht. Reisekosten und Transporte vor Ort, Unterkünfte in drei Ländern, Dolmetscher und Kontaktleute, Video, Schnitt und Material sowie Plattform- und Zahlungsgebühren ergeben zusammen 6.000 Euro.
Für uns sind keine Honorare vorgesehen. Wenn mehr zusammenkommt, finanziert es zusätzliche Recherchetage und die Arbeit am Buch.
Eure Unterstützung ist eine Entscheidung, Aufmerksamkeit nicht allein Sendern, Agenturen und politischen Strategien zu überlassen. Eine Community, die ihre Fragen selbst finanziert, schafft sich einen eigenen Blick: offen und verantwortlich im Dialog.
Unterstützt die Reise auf commonsplace.de, teilt sie in euren Familien, Moscheen, Freundeskreisen und Redaktionen. Ein kleiner Beitrag trägt ein Stück Weg: zum Gespräch in Sarajevo, zur Übersetzung in Tirana, zu einem weiteren Tag in Skopje, zu einem Text, der nicht nach dem nächsten Nachrichtenzyklus verschwindet. Wir fahren los, um hinzusehen. Helft mit, dass aus dieser Bewegung Wissen wird, das bleibt.
Link zur Kampagne: https://commonsplace.de/project/balkan
Link zu Commonsplace: https://commonsplace.de