, , ,

Europa endet nicht an EU-Grenzen: Unterstützt unsere Balkan-Recherche auf commonsplace.de!

europa kampagne balkan reise

Sarajevo, Tirana, Skopje: IZ-Herausgeber Abu Bakr Rieger reist für uns an Orte, über die zu selten berichtet wird.

(iz). Aus Gesprächen mit Schriftstellern, Historikern, Journalistin und Aktivisten sollen Videos, Essays und ein Buch entstehen. Damit diese Recherche stattfinden kann, brauchen wir eure Unterstützung auf commonsplace.de.

Der Westbalkan ist kein ferner Rand Europas. In Sarajevo, Belgrad, Tirana oder Skopje wird verhandelt, was Zugehörigkeit, Erinnerung, Religion und europäische Zukunft heute bedeuten. Trotzdem erscheint die Region in deutschen Medien meist erst dann, wenn eine Krise aufbricht. Wir wollen vorher hinsehen.

Abu Bakr Rieger, Herausgeber der „Islamischen Zeitung“, reist durch die Region. Er sucht nicht die schnelle Schlagzeile und keine Reisebilder für den nächsten Feed. Er spricht mit Menschen, die ihre Gesellschaften von innen kennen.

Was sie erzählen, soll nicht nach zwei Wochen verschwinden. Aus der Reise entstehen Beiträge vor Ort, ein Bericht für Unterstützer und ein Buchprojekt für eine deutschsprachige Leserschaft.

Diese Recherche soll über die Crowdfunding-Plattform commonsplace.de mit finanziert werden. Sie verbindet Projekte mit einer Community, die Bildung, Kultur und eigenständige muslimische Initiativen gemeinsam möglich macht.

Jeder Beitrag hilft konkret: bei Wegen zwischen den Städten, Übersetzungen, Unterkünften, Kameraarbeit und zusätzlichen Tagen für Gespräche, die nicht unter Zeitdruck geführt werden müssen.

Unterstützt das Balkan-Projekt auf commonsplace.de. Denn unabhängiger Journalismus beginnt dort, wo Menschen bereit sind, Fragen mitzutragen, die sonst niemand stellt.

Europa beginnt nicht erst in Brüssel

Wer verstehen will, wie unser Kontinent aussieht, wenn es nicht aus Brüssel oder Berlin betrachtet wird, muss an seine Ränder fahren. Nach Sarajevo, Tirana und Skopje zum Beispiel: in Städte, in denen Geschichte nicht im Museum endet, sondern in Namen, Sprachen, Grenzen, Familiengeschichten und politischen Fragen weiterarbeitet.

Dorthin führt eine laufende Recherche der IZ. Unser Herausgeber, Abu Bakr Rieger, ist hier unterwegs, führt Gespräche, hört zu und fragt nach. Es geht nicht um den Balkan als Projektionsfläche. Nicht um die vertraute Erzählung von Konflikt, Rückständigkeit oder „Pulverfass“.

Was bedeutet Europa für eine junge Bosnierin? Woran arbeitet ein albanischer Denker, wenn er über Gegenwart und Zukunft seines Landes spricht? Wie erzählt ein Historiker in Nordmazedonien seiner Tochter, wer sie ist, ohne die Geschichte in eine Waffe zu verwandeln? Solche Fragen lassen sich nicht vom Schreibtisch aus beantworten.

Diese Region liegt nicht außerhalb Europas. Gerade deshalb lohnt der Blick. In den Ländern treffen Erwartungen an eine europäische Zukunft auf offene nationale Fragen, wirtschaftlichen Druck, die Folgen von Kriegen und Umbrüchen sowie auf alte und neue Interessen von außen.

Wer über den Westbalkan spricht, spricht über die Reichweite Europas, aber auch über die Grenzen einer Politik, die Beitrittsperspektiven verspricht und Geduld verlangt.

Für muslimische Leser ist die Region zudem kein exotischer Nebenraum: Bosnien und Albanien gehören zu den prägenden europäischen Orten muslimischen Lebens;. In Nordmazedonien ist eine bunte muslimische Gemeinschaft Teil des gesellschaftlichen Gefüges. Ihre Erfahrungen verdienen mehr als die kurze Aufmerksamkeit, die ihnen zuteilwird, wenn etwas eskaliert.

Unsere Reise soll daraus keine schnelle Lagebeschreibung machen. Während der Fahrt entstehen Videos, Reiseposts und Essays. Nach der Rückkehr erhalten die Unterstützer einen Abschlussbericht. Die Gespräche, Beobachtungen und Recherchen sollen außerdem in ein Buch einfließen.

Das ist der Unterschied zwischen einer Reise und einer bloßen Durchfahrt: Eine Reise endet mit der Rückkehr; gute Recherche arbeitet danach weiter. Sie ordnet Eindrücke, prüft Widersprüche, lässt Stimmen nebeneinanderstehen und bewahrt etwas für Menschen auf, die nie an diesen Orten sein werden.

Das Reisen in unserer Tradition

Reisen hat in unserer Tradition ohnehin nie nur Erholung bedeutet. Das arabische safar ist Bewegung, aber auch Unterbrechung der Gewohnheit. Der Qur’an fordert dazu auf, auf der Erde umherzugehen und nach dem Ausgang früherer Gemeinschaften zu schauen.

Die Aufforderung ist keine Einladung zur Kulisse, sondern zur Betrachtung: Macht ist nicht dauerhaft, Städte tragen Schichten von Erinnerung, und niemand versteht die Gegenwart ohne ihre Vorgeschichte.

Die Wege von Musa, Yusuf und Yunus sind Pfade der Prüfung, des Verlusts und der Erkenntnis. Die Hidschra, die Handelswege und die Reisen der Gelehrten machen deutlich: Wissen hat oft einen Weg vor sich.

Auch die Reise des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, ist nicht als Flucht aus der Welt zu lesen. Isra und Mi’raj verbinden den geschützten Ort in Mekka mit Al-Aqsa und verknüpfen Nähe zu Allah mit einer wirklichen Geographie.

Beteiligt euch an der Recherche

Darum bitten wir nicht um Geld für eine Reise als Privatvergnügen, sondern um Beteiligung an einer Recherche, die Zeit, Wege, Übersetzung und sorgfältige Produktion braucht. Reisekosten und Transporte vor Ort, Unterkünfte in drei Ländern, Dolmetscher und Kontaktleute, Video, Schnitt und Material sowie Plattform- und Zahlungsgebühren ergeben zusammen 6.000 Euro.

Für uns sind keine Honorare vorgesehen. Wenn mehr zusammenkommt, finanziert es zusätzliche Recherchetage und die Arbeit am Buch.

Unterstützt die Reise auf commonsplace.de, teilt sie – z.B. in Zirkeln, Freundeskreisen und Projekten. Ein kleiner Beitrag trägt ein Stück Weg: zum Gespräch in Sarajevo, zur Übersetzung in Tirana, zu einem weiteren Tag in Skopje, zu einem Text, der nicht nach dem nächsten Nachrichtenzyklus verschwindet. Wir fahren los, um hinzusehen.

Es geht bei diesem Projekt nicht darum, eine vorgefasste Sichtweise auf eine relevante Region Europas durch die eigene zu ersetzen.

Vielmehr strebt es das an, was Reisen im tieferen Sinn sein sollte: Etwas mit eigenen Augen zu sehen und die Menschen vor Ort sowie ihre Lebensweise und Kultur selbst zu Wort kommen zu lassen.

Link zur Kampagne: https://commonsplace.de/project/balkan

Link zu Commonsplace: https://commonsplace.de

, , ,

Nach Ceuta: Die Logik der Festung Europa

ceuta europa

Noch bevor die Toten gezählt waren, hatte Europa sein Wort für Ceuta gefunden: „Invasion“. Ein Gastbeitrag von Aiman Mazyek.

(iz). Nicht Menschen mit Hoffnungen, nicht Jugendliche ohne Perspektiven, nicht Familien, die ihr Leben riskieren – sondern eine Bedrohung.

Diese Sprache entmenschlicht, sie verwandelt soziale Not in ein Sicherheitsproblem und macht aus Individuen eine Masse, die es aufzuhalten gilt. Wer von „Ansturm“ oder „Flut“ spricht, muss nicht mehr erklären, warum Menschen aufbrechen – nur noch, wie man sie stoppt.

Der Verdacht, dass bestimmte Kräfte den Grenzübertritt bewusst zugelassen haben, um Druck auf Spanien und die EU auszuüben, ist ernst zu nehmen. Sollte sich das bestätigen, wären Hoffnungen tausender Menschen zynisch als geopolitisches Druckmittel instrumentalisiert worden.

Doch diese Analyse bleibt unvollständig, wenn sie nicht benennt: Drittstaaten können Migration nur deshalb als Waffe einsetzen, weil die EU ein Grenzregime geschaffen hat, das sie von diesen abhängig macht.

Europa hat seine Außengrenzen ausgelagert – nach Nordafrika, in die Türkei – gegen Geld und politische Zugeständnisse. Wer aber Europas Grenzen bewacht, besitzt Macht über Europa. Die Instrumentalisierung von Migration ist kein Unfall, sie ist die Kehrseite der eigenen Abschottungspolitik.

ceuta spielräume bilder

Foto: Mario Sánchez Bueno/Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Doch warum reicht ein Gerücht in sozialen Netzwerken, um zehntausende Menschen in Bewegung zu setzen? Weil es dort wirkt, wo bereits Hoffnungslosigkeit herrscht. Junge Marokkaner erleben Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung, fehlende Aufstiegschancen.

Ihre Hoffnung auf Europa ist Ausdruck einer globalen Ordnung, in der Reichtum und Lebenschancen extrem ungleich verteilt sind. Die Grenze bei Ceuta trennt nicht nur zwei Länder, sie trennt zwei Seiten einer ungleichen Weltwirtschaft – geprägt von noch in der Kolonialzeit geprägten Abhängigkeiten und internationalen Kapitalströmen.

Wo nicht über Eigentum, Verteilung, Sparpolitik und Arbeitsverhältnisse gesprochen wird, werden Migranten zu Ersatzschuldigen gemacht. Die öffentliche Debatte konzentriert sich auf Grenzkontrollen und Polizeieinsätze, nicht auf die Frage, warum junge Menschen keine Perspektive haben.

Sie thematisiert nicht, dass öffentliche Infrastruktur kaputtgespart wurde, dass Wohnraum unbezahlbar ist oder dass Löhne seit Jahren stagnieren. Stattdessen wird Migration zum zentralen Problem erklärt – obwohl sie nur ein Symptom tieferliegender sozialer und ökonomischer Krisen ist.

Gleichzeitig offenbart sich frappierend: Nicht Konzerne, Vermieter, Regierungen oder Vermögende erscheinen als Verantwortliche für soziale Unsicherheit, sondern Menschen, die häufig selbst unter prekären Bedingungen leben. In den Medien und in rechtspopulistischen Diskursen wird die Wut nicht gegen jene gelenkt, die tatsächlich von Ungleichheit profitieren – sondern gegen diejenigen, die noch weniger besitzen.

Arbeitsmigrantinnen in der Pflege, Erntehelfer in der Landwirtschaft oder Geflüchtete ohne Aufenthaltsstatus werden zu Feindbildern aufgebaut, während die eigentlichen Machtverhältnisse unangetastet bleiben. Soziale Konflikte werden ethnisiert, die Richtung der Kritik wird von oben nach unten umgeleitet.

Der grundlegende Widerspruch der europäischen Ordnung ist dabei offensichtlich: Für Kapital, Waren und Unternehmen gilt Bewegungsfreiheit – für Menschen gelten Visa, Zäune und Pushbacks. Europa will Migration nicht verhindern, sondern auswählen, steuern und disziplinieren. Das wäre auch soweit ok, wenn sie nicht mit eine grossen politischen Mogelpackung einher geht, denn das ist nicht OK. 

Fachkräfte sind willkommen, billige Arbeitskräfte in Pflege, Logistik oder Landwirtschaft werden gebraucht – aber sie sollen abhängig und jederzeit abschiebbar bleiben. Die öffentliche Hetze gegen Migranten ist kein Widerspruch dazu, sondern ein notwendiges Element dieser Politik: Sie sichert die Hierarchie der Arbeitsmärkte und verschleiert, dass soziale Unsicherheit hausgemacht ist.

abschiebe EU-Staaten Asyl kurzmeldungen

Foto: Rick, Adobe Stock

Menschen werden nicht als Subjekte mit eigenen Rechten gesehen, sondern als Mittel für fremde Zwecke. Ihre Lebensbedingungen, ihre Geschichten und ihre Wünsche verschwinden hinter Begriffen wie „Invasion“ oder „Ansturm“.

Die Alternative ist keine Politik der weiteren Abschottung, noch mehr Mauern oder noch engere Abkommen mit autoritären Regimen, auch nicht der völligen Durchlässigkeit der Grenzen. Nötig sind sichere und legale Zugangswege, humanitäre Visa, das Ende von Pushbacks und eine Seenotrettung, die nicht kriminalisiert wird.

Vor allem aber braucht es eine Politik, die soziale Rechte nicht an die Herkunft bindet – und die verhindert, dass Migranten als billige Arbeitskräfte gegen Einheimische ausgespielt werden.

Eine humanitäre Migrationspolitik muss immer auch eine soziale Politik sein: Sie muss Verteilungsfragen stellen, Eigentumsverhältnisse hinterfragen und für gemeinsame Rechte eintreten, statt Konkurrenz zwischen den Schwächsten zu organisieren, und zwar am besten in den Heimatorten zu aller Anfang.

Menschen fliehen nicht, weil Grenzen zu offen sind. Sie brechen auf, weil die Welt ungleich ist – und weil Hoffnung stärker sein kann als Angst. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Marokko Menschen als Waffe eingesetzt haben könnte, sondern warum Europa eine Ordnung geschaffen hat, in der Menschen überhaupt zu Waffen gemacht werden können.

Menschen sind keine Invasion, keine Verhandlungsmasse und keine Arbeitskräftereserve. Sie sind politische Subjekte mit Rechten.

Eine Antwort auf Ceuta muss deshalb beides zurückweisen: die zynische Nutzung menschlicher Hoffnung für geopolitische Interessen und die europäische Entmenschlichung derjenigen, die diese Hoffnung in Bewegung setzt.

, , ,

Remigration oder Europas neuer Kulturkampf

europa remigration kulturkampf

Unter dem Schlagwort „Remigration“ entwirft Europas extreme Rechte langfristige Pläne zur ethnischen Neuordnung. Im Fokus stehen u.a. Muslime – selbst mit hiesigem Pass. (iz). Aus Sicht muslimischer Communities in Europa […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, , ,

Srebrenica als Erinnerungsort der europäischen Muslime

Srebrenica erinnerung

Der Genozid von Srebrenica gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa nach 1945. Für Bosniaken ist der 11. Juli ein Tag der Trauer und des Widerstands gegen das Vergessen. Für […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, , ,

Osmanische Geschichte: Jenseits der alten Feindbilder

osmanisch geschichte sarajevo

Die osmanische Periode wird in vielen europäischen Ländern häufig negativ gesehen. (Extinguished Countries). Sie gilt vielen als Phase einer langen Besatzung, in der nichts Gutes geschah. Der Mediävist Emir O. […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

,

Ein Brief aus Goslar ans Herz der islamischen Welt

brief

Über den Briefwechsel zwischen M. Schumann und dem Scheyhulislam des Osmanischen Reiches (1887/88).

(iz). Im Oktober 1887 traf im Amt des Scheyhulislam in Istanbul ein ungewöhnliches Schreiben ein. Es kam nicht aus Kairo, nicht aus Damaskus, nicht aus den Weiten der islamischen Welt, sondern aus Goslar am Harz, einer kleinen deutschen Bergstadt in Niedersachsen.

Der Absender war ein Mann namens M. Schumann, wohnhaft in der Bäringerstraße 3, und sein Anliegen war, jedenfalls aus der Perspektive des osmanischen Staatsamtes, denkbar ungewöhnlich: Er wollte Muslim werden. Dieser Brief, heute überliefert im Osmanischen Staatsarchiv (BOA) und in den Tezâkir (Erinnerungen) des Ahmed Cevdet Pascha, ist mehr als ein privates Glaubensdokument.

Er ist ein Zeugnis der Zeit, ein Spiegel europäischer Sinnsuche, und zugleich eine Einladung zum Nachdenken über die Grenzen zwischen Orient und Okzident, die im ausgehenden 19. Jahrhundert noch keineswegs so undurchlässig waren, wie spätere Narrative es suggerierten.

Schumann schreibt, er lebe „in dichter Dunkelheit, weit entfernt von der Sonne des Islam, die im Osten ihr Licht verbreitet.“ Die Metapher ist bezeichnend. Es ist nicht das Licht der Aufklärung, das er sucht, nicht das Licht der Vernunft, das Europa seit dem 18. Jahrhundert für sich reklamierte.

Es ist eine andere Helligkeit, die ihm fehlt, eine geistige Orientierung und innerer Halt. Das Christentum seiner Umgebung, so Schumann, sei dem Namen nach vorhanden, aber ohne eigentlichen religiösen Ernst. Luthers Reformation habe nichts gebessert, sie sei wie ein fauler Same auf unfruchtbarem Boden.

Aus diesem Widerspruch zwischen nominellem Glauben und gelebter Leere sei eine Zersplitterung in zahllose Konfessionen entstanden. Allein der Islam, schreibt er, habe allen äußeren Angriffen standgehalten, unerschüttert und unverdorben.

Der Suchende und die Institution

Was Schumann antreibt, ist keine oberflächliche Faszination für das Fremde. Sein Brief ist von erkennbarer Ernsthaftigkeit. Er verweist auf den Kerngedanken des islamischen Monotheismus als das, was ihn anzieht, und bittet ausdrücklich, das Glaubensbekenntnis sprechen zu dürfen.

Dabei entschuldigt er sich für seine mangelnden Türkischkenntnisse und wartet gespannt auf Antwort vom Scheyhulislam-Amt, dem höchsten religiösen Gremium des Osmanischen Reiches, jenem Amt, das seit dem 15. Jahrhundert als oberste Instanz für Religionsrecht und Glaubensfragen zuständig war und dem Sultan in religiösen Dingen unmittelbar zur Seite stand.

Die Antwort wird nicht vom Scheyhulislam persönlich verfasst. Das Amt delegiert die Aufgabe an Ahmed Cevdet Pascha, einen der bedeutendsten osmanischen Gelehrten und Staatsmänner des 19. Jahrhunderts, der zu diesem Zeitpunkt als Justizminister tätig ist.

Cevdet Pascha ist Historiker, Rechtsgelehrter und Verfasser einer monumentalen Geschichte des Osmanischen Reiches. Er ist kein weltfremder Klostergelehrter, sondern ein Mann, der die Welt kennt, der die europäischen Rechtssysteme studiert hat und der den Islam als lebendige, rationale Ordnung zu vermitteln weiß.

Dass man gerade ihm diese Aufgabe überträgt, ist kein Zufall. Es zeugt davon, wie ernst das Amt das Schreiben aus dem fernen deutschen Harzstädtchen nimmt.

Cevdet Paşas Antwort ist von bemerkenswerter Nüchternheit und zugleich von tiefer Würde. Er erklärt Schumann, dass der Übertritt zum Islam keiner kirchlichen Genehmigung bedarf, keiner Institution, keines Priesters, keiner Zeremonie.

Im Islam existiere keine Geistlichkeit als Vermittler zwischen Mensch und Gott. Wer von Herzen überzeugt ist und mit dem Mund bekennt, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist, der ist Muslim, ohne dass jemand anderes diesen Akt vollziehen oder genehmigen müsste.

Diese theologische Auskunft ist gleichzeitig eine stille kulturkritische Aussage, denn sie trifft genau das, was Schumann an seiner christlichen Umgebung bemängelt hatte: die Abhängigkeit des Glaubens von Institutionen, Vermittlern und Amtsträgern.

Zwei Welten im Gespräch

Was macht diesen Briefwechsel kulturphilosophisch so bedeutsam? Es ist zunächst die Asymmetrie der Erwartungen, die sich im Laufe des Gesprächs aufzulösen scheint. Schumann schreibt aus einer Position des Suchenden, des religiös Entwurzelten, der im Westen keine Heimat für seinen Glauben findet.

Er blickt nach Osten, als blicke er in ein Licht. Das Osmanische Reich hingegen, das er als Adressaten wählt, befindet sich selbst in einem tiefen Umbruch. Die Tanzimat-Reformen haben das Reich in den Jahrzehnten zuvor fundamental verändert, europäische Rechtssysteme wurden rezipiert, die Rolle des Scheyhulislam begann sich zu wandeln. Zwei Kulturen, die beide in Bewegung sind, treffen aufeinander.

Zugleich widersetzt sich dieser Briefwechsel dem dominanten Narrativ der Zeit. Im ausgehenden 19. Jahrhundert ist der Diskurs über Orient und Okzident weitgehend von kolonialen Kategorien geprägt.

Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Der Osten gilt dem westlichen Blick als rückständig, irrational, erneuerungsbedürftig. Schumann bricht mit dieser Sichtweise radikal. Er kehrt den Blick um. Der Osten erscheint ihm als der Ort des lebendigen Glaubens, der Westen als der Ort des religiösen Verfalls.

Damit greift er unwissentlich eine romantische Sehnsucht auf, die in der deutschen Geistesgeschichte seit Goethe präsent ist: die Vorstellung des Ostens als spirituellen Gegenentwurf zum rationalistisch entzauberten Europa.

Ahmed Cevdet Pascha geht auf diese romantische Projektion nicht ein. Er korrigiert sie stillschweigend durch den sachlichen Ton seiner Antwort. Der Islam, den er beschreibt, ist keine Sehnsuchtsreligion, kein spirituelles Gegenprojekt zum westlichen Rationalismus, sondern eine umfassende Lebensordnung, die Glauben, Recht, soziale Gerechtigkeit und persönliche Praxis verbindet.

Er erklärt die fünf Säulen mit der Präzision eines Gelehrten und der Wärme eines Lehrers. Er vergleicht die islamische Praxis der direkten Gottesbeziehung mit der christlichen Abhängigkeit von Klerus und Sakramenten und stellt dabei nicht Überlegenheit zur Schau, sondern sachliche Unterschiedlichkeit.

Die zweite Begegnung

Wenige Monate später, am 9. Februar 1888, schreibt Schumann erneut. Sein zweiter Brief ist ein anderer als der erste. Er klingt nicht mehr wie die Bitte eines Suchenden, sondern wie das Wort eines Angekommenen.

Er habe das Glaubensbekenntnis gesprochen, schreibt er, er glaube von Herzen an Gottes Einheit und an die Prophetie Muhammads, und er sei stolz darauf, Muslim zu sein. Er wolle an den Geboten der Scharia festhalten und bitte Gott, ihn dabei zu stärken:

„Mit unbeschreibliche Freude erfüllte mich der Empfang des freundlichen Schreibens Eurer Hoheit. Aus voller Überzeugung bekenne ich: ‚Es ist nur ein Gott, und Mohammed ist sein Prophet.‘ Es wird mein höchstes Bestreben sein, zu zeigen, dass ich nicht unwürdig des Namens Muselman bin. Möge Allah mir Kraft geben, meinen Verpflichtungen als wahrer Gläubiger nachzukommen.“

Cevdet Paschas zweite Antwort ist noch umfangreicher als die erste. Er gratuliert Schumann, beglückwünscht ihn zur Führung Gottes und erklärt dann ausführlich, was das Leben als Muslim im Alltag bedeutet: Reinheit, Gebet, Zakat, Fasten, Hadsch.

Er erklärt die islamische Sozialordnung, die Ehe, das Erbrecht, den Schutz der Schwachen. Er beschreibt den Islam als eine Zivilisation der Würde, in der niemand des Anderen bedarf, um mit Gott zu sprechen, und in der soziale Gerechtigkeit nicht von der Güte der Mächtigen abhängt, sondern gesetzlich verankert ist.

Der Brief endet mit einem Gebet: „Möge Gott Sie und uns Seiner göttlichen Führung würdig befinden. Amin.“

Was bleibt

Über M. Schumann selbst ist wenig bekannt. Sein Name taucht in keiner größeren europäischen Geschichtsquelle auf. Er war kein Diplomat, kein Orientalist, kein prominenter Konvertit.

Er war ein Bürger einer deutschen Kleinstadt, der in einem fernen Amt um geistige Führung bat. Was aus ihm wurde, ob er seinen Glauben weiter pflegte, ob er je Kontakt zu Muslimen in seiner Umgebung fand, ist nicht überliefert. Er bleibt eine Randfigur der Geschichte.

Aber gerade seine Unauffälligkeit macht ihn bedeutsam. Er repräsentiert das, was offiziellen Geschichtserzählungen häufig entgeht: die persönliche, stille, unspektakuläre Dimension der Begegnung zwischen den Kulturen.

Dieser Briefwechsel lässt sich nicht in das übliche Bild der Ost-West-Beziehungen des 19. Jahrhunderts einordnen. Er ist keine Missionarsgeschichte, kein Kolonialtext, kein diplomatisches Dokument. Er ist das Protokoll einer menschlichen Suche.

Ein Europäer sucht Orientierung und wendet sich an eine islamische Instanz, nicht aus politischem Kalkül, sondern aus innerem Bedürfnis. Und die islamische Instanz antwortet, ohne zu missionieren, ohne zu vereinnahmen, ohne Triumphgefühle, mit dem klaren, ruhigen Ton des Wissenden, der einem Unwissenden erklärt, was er fragen wollte.

Vielleicht liegt gerade darin die bleibende Bedeutung dieses Briefwechsels. In einer Zeit, in der die Debatte über Islam und Europa häufig von Angst, Abwehr und wechselseitiger Vereinfachung geprägt ist, erinnert er daran, dass es diese einfache, offene Begegnung immer gegeben hat.

Dass ein Mann in Goslar im Jahr 1887 an das Herz des Osmanischen Reiches schrieb und höflich, ernst und vollständig Antwort erhielt, ist kein Wunder der Geschichte. Es ist ihr stilles, übersehenes Normalmaß.

Quellen

BOA, HR.TO, 531/33; BOA, Y.EE, 34/40; HR.TO, 531/64. Ahmed Cevdet Paşa, Tezâkir, Atatürk Kitaplığı, Cevdet Paşa Yazmaları, nr. 20, vr. 14a-17b und 32a-39a; Cevdet Paşa, Tezâkir, 40-Tetimme, hrsg. von Cavid Baysun, Ankara 1991, S. 246-249 und S. 258-263.

, , ,

Heimwärts: Jenseits von Anbiederung und Ressentiment

heimwärts europa

Heimwärts: Schaikh Abdal Hakim Murads wegweisendes Buch über Islam und Europa gibt es jetzt auf Deutsch.

(iz). Es gibt Bücher, die sind für die kommende Saison oder ein aktuelles Thema geschrieben. Daran ist nichts verkehrt, solange sie ihren Zweck erfüllen.

Daneben existieren Werke, die über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinweg relevant sind. Das trifft auf „islamische Texte“ ebenso zu. Allerdings ist die Einordnung eines Buches als „islamisch“ nur unter eng gefassten Kategorien möglich.

In unserer Sprache ist dazu (noch) nicht viel vorhanden. Ein bleibendes Werk ist das (zu Unrecht so benannte) „Hadith für Schüler“ – die jahrzehntealte Übersetzung der „Arba’in“ von Imam An-Nawawi durch Abdullah Bubenheim. Was diesen Titel unverzichtbar macht, sind seine Fundamentalkommentare aus der traditionellen Lehre – ein beinahe subversiver Akt angesichts der damaligen Dominanz ideologisierter Islamdeutungen.

Ebenfalls genannt werden muss das „Handbuch Islam“ von A. Reidegeld, das erste und beste Kompendium über die Ibadat und Glaubenslehre aus Sicht der vier Schulen. Schließlich wären die deutschen Übersetzungen des „Kitab Asch-Schifa“ und der „Muwatta“ von Imam Malik zu nennen (beide durch Abdulhafidh Wentzel).

Jenseits dessen wird die Luft auf dem heimischen Buchmarkt schon dünn. Jetzt hat der in Köln sitzende Verlag Plural Publications im Juni mit „Heimwärts“ von Schaikh Abdal Hakim Murad einen Titel von gleicher Relevanz veröffentlicht.

Die von Tariq Cviko übersetzte Sammlung der Essays des britischen ‘Alims und Professors erschien 2020 als „Travelling Home“. Das Buch ist kein klassisches Werk über Fiqh, Glaubenslehre, Hadithe oder einer der verschiedenen Wissenschaften des Islam.

Das macht „Heimwärts“ nicht weniger wichtig. Im Gegenteil. Es füllt eine riesige Lücke: eine erhellende, mutige und polemische Reflexion über den Daseinszweck der europäischen Muslime.

Das Buch erinnert uns an die die Rückbindung zu Allah und die Schicksalhaftigkeit unserer Existenz an diesem Ort, in dieser Zeit. Man merkt: Hier schreibt nicht nur jemand mit dem nötigen Wissen, sondern auch mit der gebotenen Leidenschaft und Ernsthaftigkeit.

Foto: Cambridge Muslim College

Seine inhaltlich verschiedenen Essays behandeln die Herausforderungen hiesiger Muslime im 21. Jahrhundert. Murad, selbst Europäer, betrachtet den westlichen Umgang mit Allahs Din als eine Geschichte, in der der Westen sich oft als Gegenpol dazu definiert hat.

Der zentrale Gedanke des Buches ist die Hoffnung auf sein Wachsen und Gedeihen selbst an Orten, die aus muslimischer Sicht kulturell entfremdet oder säkularisiert sind.

Eine wichtige Figur ist dabei für ihn Ismail. Der Sohn Ibrahims ist in Murads Denken ein Referenzpunkt. Und steht für eine tiefe Verbindung zu den ursprünglichen Quellen und zur Tradition des Islams, die im modernen Europa lebendig gehalten und neu interpretiert werden soll.

Dabei wird schon aus der furiosen Einleitung klar, dass sie für den britischen Gelehrten nichts Antiquarisches oder zu Bewahrendes ist, sondern ein Feuer im Kern, dass den Din vital erhält.

Gleich im ersten Aufsatz erinnert er die europäischen MuslimInnen, dass ein Verständnis für den sie umgebenden Ort Teil des abrahamitischen Maqam ist. Muslim zu werden, oder sich das traditionelle Bewusstsein von Allahs überwältigender Allgegenwart bewahrt zu haben, bedeute, das Land mit Verständnis zu betrachten.

Und daher Wurzeln zu schlagen sowie sich mit dem Ort auseinanderzusetzen. Murad selbst versteht seine „Sammlung polemischer Essays“, als Gegenentwurf zur heutigen Gewohnheit, Islam und Europa als fremde Phänomene zu begreifen.

Ein wichtiges Gegensatzpaar negativer Begriffe „Tanfir“ und „Assimiliation“, die den gesamten Text durchziehen. Der Grundgedanke ist, dass die exklusive Abgrenzung (Tanfir) der vermeintlichen „Reinen“ und die Aufgabe der religiösen Identität zugunsten einer Assimilation problematisch sind. Er plädiert stattdessen für einen ausgewogenen Weg, bei dem Muslime ihr Selbstverständnis bewahren und gleichzeitig in Europa verwurzelt sind, ohne sich entweder in Abgrenzung zu verlieren oder sich vollständig aufzulösen.

Die Relevanz seines Denkens zeigt sich in der begründeten Ablehnung politisierter und/oder postmoderner Begrifflichkeiten. So widersetzt sich Murad mutig der Gleichsetzung des Hasses auf Muslime mit einer „Form von Rassismus“.

Ihre Vertreter missachteten den Wunsch vieler religiöser Gemeinschaften, als Glaube wahrgenommen zu werden. Stattdessen würden sie als Ethnie oder Hautfarbe definiert; auch von ihren vermeintlichen FreundInnen.

„Da sich etwa neun Prozent der britischen Muslime bei der Volkszählung 2011 als ‘weiß’ bezeichneten, und die Mehrheit der Schweizer Muslime ebenfalls ‘weiß’ ist, könnte die Auffassung, dass Islamophobie mit Rassismus verknüpft sei, sich selbst als eine Form rassischer Diskriminierung erweisen. Denn sie de-islamisiert oder marginalisiert europäischstämmige Ismaeliten aus ‘rassischen’ Gründen.“

Darüber hinaus ignorierten diese „Antirassisten“ die Sicht des Qur’an, „der für die muslimische Debatte maßgeblich ist“. Die Feindschaft gegenüber dem Propheten ließe sich nur verstehen, wenn man erkenne, „dass sie ihrem Wesen nach auf dem Din beruhte, nicht auf der Stammeszugehörigkeit“.

Foto: Salsabil Morrison

„Heimwärts“ ist nicht nur ein Buch, dessen Inhalte zu einer tieferen Beschäftigung mit dem Thema anregen. Es ist gleichermaßen ein Text, der Widerspruch herausfordert und zu ihm einlädt, ohne dadurch etwas von seiner Relevanz und Wichtigkeit zu verlieren: So hat sich sein Autor in meinen Augen für eine falsche Interpretation der abendländischen Geschichte entschieden.

In seiner Darstellung entstanden Liberalismus und alle säkularen Folgeideologien gegen das Christentum – letztendlich als die bösen Anderen. Stattdessen kann man Liberalismus und Moderne als Kinder der Tradition verstehen. Sie sind ihre Nachkommen und aus ihren Widersprüchen erwachsen.

Man muss nicht so weit gehen wie Heidegger und den Verfall bei Sokrates beginnen lassen. Nur, die Grundsteine für die wesentlichen Elemente der kapitalistischen Seinsweise bestanden in Mehrheit, bevor es mit der Reformation losging.

„Heimwärts“ von Schaikh Abdal Hakim Murad ist Pflichtlektüre für alle, die sich für die Möglichkeit und das Schicksal des Islams bzw. der Muslime in Europa interessieren. Und gerade für den aktivistischen Teil unserer Gemeinschaften, die hier an Gegensätzen mitbauen, wo es keine gibt.

* Abdal Hakim Murad, Heimwärts – Über den Islam in Europa, Plural Publications 2025, Taschenbuch, 432 Seiten, ISBN 978-3949982712, Preis: EUR 17,95

, , ,

Muslimische Organisationen beziehen gemeinsam Stellung zu Gaza

Muslimische

Gestern wandten sich mehrere muslimische, europäische Organisationen mit einem Aufruf zu Gaza an die Öffentlichkeit. (iz). Am 9. Juli 2025 haben führende muslimische Organisationen aus Europa in einer gemeinsamen Erklärung, […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, ,

Auf dem Pferd: 8.000 Kilometer zur Hajj

pferd hajj

Auf dem Pferd: Drei spanischen Muslime legten den Weg ihrer Pilgerfahrt auf dem Rücken ihrer Reittiere zurück.

(TMO). Drei spanische Muslime haben einen ­jahrhundertealten Weg zur Hajj wiederbelebt, der seit über 500 Jahren nicht mehr benutzt worden war. Von Kanza Emaan

Abdelkader Harkassi, Abdallah Hernandez und Tariq Rodriguez haben eine 8.000 km lange Reise zu Pferd von Südspanien nach Saudi-Arabien zurückgelegt und dabei eine Route nachgezeichnet, die einst von andalusischen Muslimen in Spanien benutzt wurde.

Ihre Reise, die sie „Hajj zu Pferd“ nannten, begann im Oktober 2024 in der Al-Monaster-Moschee im Süden der Halbinsel. Auf ihren Tieren und mit nur dem Nötigsten ausgestattet, reisten die drei sieben Monate lang durch zehn Länder: Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, die Türkei, Syrien und Jordanien. Ihr Ziel war es, die Pilgerreise so zu vollziehen, wie es ihre Vorväter einst getan hatten.

Diese Idee entstand aus einem Versprechen, das Abdallah Hernandez gegeben hatte, der vor 35 Jahren zum Islam konvertierte.

„Ich habe mir selbst versprochen, die Hadsch so zu vollziehen, wie es meine andalusischen Vorfahren einst ­taten, nämlich zu Pferd. Diese Reise ist eine Hommage an dieses Erbe und eine spirituelle Suche“, erklärte Hernandez gegenüber Reportern. „Ich bin Allah dankbar, dass er mich mit Rechtleitung – Hidaya – gesegnet hat.“

Als sie Qurayyat, eine Stadt in der saudischen Provinz Al-Jawf, erreichten, wurden sie mit Freundlichkeit und Respekt empfangen. Mamdouh Al-Mutairi, Leiter des Al-Haditha-Zentrums, begrüßte sie und wünschte ihnen eine sichere und ­erfolgreiche Hajjj. 

Anwohner kamen ebenfalls, um die Gruppe zu begrüßen, Fotos zu machen und ihre Unterstützung zu bekunden. Während der Reise wurden sie von ­Bouchaib Jadil unterstützt, der ihnen in einem Auto vorausfuhr, um bei der Planung und Versorgung zu helfen. Er half den Reitern bei der Erledigung der Formalitäten an der Grenze und versorgte ihre Pferde.

Foto: Hajj on Horseback / Facebook

Für Harkassi hatte diese Reise eine tiefe Bedeutung. „Wir haben dies aus reiner Überzeugung getan, um die Hadsch auf eine Weise zu vollziehen, die unserer Vergangenheit Ehre macht.“ Die Gruppe hatte jahrelang in Spanien und Portugal trainiert, um Kraft zu sammeln und ihre Pferde vorzubereiten.

„Wir haben diese Reise mit reinen Absichten begonnen“, sagte er. „Wir sind fast am Ziel, und hoffentlich wird der Rest der Reise einfacher.“ Die Reise war voller Schwierigkeiten. Der Transport der Tiere über die Grenzen hinweg erwies sich als kompliziert.

„Das Überqueren der Grenzen war die größte Herausforderung“, sagte Hernandez. „Pferde werden nicht mehr als Transportmittel angesehen, daher mussten wir uns mit komplexen Vorschriften für den Transport von Tieren auseinandersetzen.“

An einem Punkt scheiterte ihr Plan, nach Serbien einzureisen. „Wir haben keine Genehmigung für Serbien bekommen“, erklärte Harkassi. „Die ­Regierung ist zusammengebrochen (…), daher konnten wir unsere Dokumente nicht bearbeiten.“

Foto: Hajj on Horseback / Facebook

In einigen Fällen mussten sie unterwegs neue Reittiere beschaffen. Als sie in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, ankamen, wurden sie mit Interesse und Unterstützung empfangen. Sie teilten ihre Reise online, was die ­Aufmerksamkeit von Menschen auf der ganzen Welt auf sich zog.

„Mit dieser Reise wollen wir eine historische Route der Andalusier von Spanien zum Haram von Mekka wiederbeleben. Es ist auch eine Reise voller Herausforderungen … aber auch eine Reise für die Seele“, sagte Hernandez.

, ,

Hamlet, Prinz von Europa

hamlet

Ein Essay von Konstantin Sakkas über Hamlet als den Paten des nachrömischen Europas. „Höher als die Wirklichkeit steht die Möglichkeit.“ Martin Heidegger (iz). Hamlet, die vielleicht wichtigste Figur der europäischen […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.