Remigration oder Europas neuer Kulturkampf

Unter dem Schlagwort „Remigration“ entwirft Europas extreme Rechte langfristige Pläne zur ethnischen Neuordnung. Im Fokus stehen u.a. Muslime – selbst mit hiesigem Pass.

29.07.2026 Ali Kocaman 3 Min. Lesezeit
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Italienische Rechtsextreme demonstrieren für „Remigration“ und „Reconquista“. (Foto: REPORT/Shutterstock)

(iz). Aus Sicht muslimischer Communities in Europa wirkt der Begriff „Remigration“ wie eine Drohung, die weit über migrationspolitische Detaildebatten hinausgeht. 

Viele Moscheevereine, Bildungsinitiativen und Medien beobachten, dass in den Entwürfen identitärer Vordenker nicht nur „irreguläre Migration“, vielmehr ausdrücklich „afroarabische und islamische Parallelgesellschaften“ adressiert werden.

Damit verschiebt sich die Perspektive: Nicht mehr einzelne rechtliche Verstöße oder Integrationsdefizite stehen im Mittelpunkt, sondern die schiere Existenz sichtbarer muslimischer Milieus.

Der „EUobserver“ verweist in seinem Beitrag auf den österreichischen Politikwissenschaftler Farid Hafez, der seit Jahren zu Muslimfeindlichkeit in Europa forscht. Er ordnet das Konzept der „Remigration“ in eine breitere Entwicklung ein: Antimuslimische Ressentiments sind für ihn zu einem verbindenden Element geworden, das unterschiedliche rechte und rechtspopulistische Akteure auf dem Kontinent zusammenführt.

Das Medium zitiert ihn mit der Einschätzung, dass Islamfeindlichkeit als eine Art „gemeinsame Sprache“ fungiert, durch die sich Parteien und Bewegungen von Frankreich bis Mitteleuropa aufeinander beziehen können. Und dass sie inzwischen weit über klassische extrem rechte Milieus hinausreicht.

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