Medizinethik: Wann ist man eigentlich tot?

Muslime und Medizinethik: Die Frage, wann ein Menschenleben zu Ende ist, wird heute nicht mehr nur im Gottesdienst gestellt, sondern in Intensivstationen, Ethikkommissionen und muslimischen Gemeinden in Europa.

29.07.2026 Malik Özkan 4 Min. Lesezeit
medizinethik tot muslime

Foto: Shutterstock

(iz). Das Thema Organspende macht diese Spannungen sichtbar: Juristisch gilt der Hirntod als Todeszeitpunkt, für viele wirkt der beatmete Körper aber erschreckend lebendig.

Medizinisch ist die Sache scheinbar klar: Ein Mensch gilt als tot, sollten entweder Herz und Atmung endgültig zum Erliegen gekommen sein oder wenn alle Funktionen des Gehirns irreversibel ausgefallen sind. Die Diagnostik des Hirntods folgt festen Protokollen und wird von spezialisierten Ärzteteams vorgenommen.

Gleichwohl bleibt für viele ein Unbehagen: Wenn aus diesem Körper Organe entnommen und einem anderen eingepflanzt werden, ist dann das Spenderleben abgeschlossen? Oder wird hier etwas aus einer noch nicht ganz erloschenen Lebendigkeit herausgelöst?

Islamische Bioethik setzt hier anders an. Das Menschenleben gilt als anvertraute Gabe Allahs und besitzt eine besondere Würde, die medizinische und soziale Verwertung des Körpers grundsätzlich begrenzt.

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.