In der Welt der Gegensätze sind Sachdebatten eher selten. Dagegen haben extreme Feindbilder und der Ruf nach neuen Grenzen wieder Konjunktur. (iz). Am Anfang der 1990er herrschte große Euphorie in […]
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In der Welt der Gegensätze sind Sachdebatten eher selten. Dagegen haben extreme Feindbilder und der Ruf nach neuen Grenzen wieder Konjunktur. (iz). Am Anfang der 1990er herrschte große Euphorie in […]
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Heute leben auf unserem Kontinent – den europäischen Teil der Türkei eingerechnet – rund 50 Millionen Muslime. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen sind Bürger bzw. Einwohner der 27 […]
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Wie die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz bekannt gab waren Juden und Muslime seit Oktober 2023 häufiger Ziel von Hass. (KNA/IZ). Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) […]
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Berlin (dpa) Die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Katarina Barley, hat wegen der Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump Zweifel an der Verlässlichkeit des US-Atomwaffen-Schutzschirms für die EU. „Angesichts der jüngsten Äußerungen von Donald Trump ist darauf kein Verlass mehr“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Zur Frage, ob die EU eigene Nuklearbomben brauche, antwortete Barley vor diesem Hintergrund: „Auf dem Weg zu einer europäischen Armee kann also auch das ein Thema werden.“ Die Sozialdemokratin sagte zugleich, es liege weiter im Interesse der Amerikaner, die nukleare Abschreckung für Europa maßgeblich bereitzustellen.
Der ehemalige US-Präsident Trump hatte am Wochenende bei einem Wahlkampfauftritt gesagt, dass er Nato-Partner, die nicht genug in Verteidigung investierten, im Ernstfall nicht vor Russland beschützen würde. Er würde Russland „sogar dazu ermutigen, zu tun, was auch immer zur Hölle sie wollen“. Diese Infragestellung der Nato-Beistandspflicht hatte eine Welle der Empörung von Washington über Brüssel bis nach Berlin ausgelöst. Trump will im November erneut für das Amt des US-Präsidenten kandidieren. Macron bot Gespräche an
Nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist Frankreich das einzige EU-Land mit Nuklearwaffen. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der Perspektive einer möglichen zweiten Amtszeit Trumps war schon mehrfach die Frage aufgeworfen worden, ob die nukleare Abschreckung in der EU neu organisiert werden muss. So hatte jüngst der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, Gespräche über den Aufbau eines „europäischen Atomschutzschirms“ gesprochen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Deutschland und anderen EU-Partnern bereits mehrfach Gespräche über eine europäische atomare Abschreckung angeboten. Konkret folgte daraus jedoch bislang nichts.
Jetzt könnte aber Bewegung in die Sache kommen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete die Drohung Trumps am Montagabend bei seinem Antrittsbesuch in Berlin „kalte Dusche“ für all jene, „die diese immer realer werdende Bedrohung für Europa weiterhin unterschätzen“. Der russische Präsident Wladimir Putin versuche den Westen unter Druck zu setzen, indem er immer wieder mit der Möglichkeit des Einsatzes von Nuklearwaffen drohe.
„Es wäre also gut, alle Ideen und Projekte, die unsere Sicherheit auch in dieser Hinsicht stärken würden, sehr ernst zu nehmen“, betonte Tusk mit Blick auf das Gesprächsangebot Macrons. Frankreich sei bereit, seine nuklearen Fähigkeiten ganz Europa als Teil eines gesamteuropäischen Sicherheitssystems zur Verfügung zu stellen. „Diese Art von Signalen gibt es schon seit einiger Zeit, und ich denke, sie sind es wert, sehr ernst genommen zu werden.“
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) machte dagegen deutlich, dass er auf das bestehende System der nuklearen Abschreckung der Nato setzt, dass auf den US-Nuklearwaffen basiert. „Wir haben eine funktionierende Nato, eine sehr gute transatlantische Partnerschaft. Dazu gehört auch das, was wir an nuklearer Zusammenarbeit entwickelt haben“, sagte er am Montag auf einer Pressekonferenz mit Tusk. Er verwies darauf, dass Deutschland an der sogenannten nuklearen Teilhabe der Nato beteiligt ist. Das bedeutet, dass US-Nuklearwaffen in Deutschland stationiert sind und die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt, um sie im Ernstfall einzusetzen.
Die Diskussion über eine eigene europäische nukleare Abschreckung hatte Scholz bereits im Januar mit deutlichen Worten abgelehnt. „Ich weiß nicht, was diese Diskussion heute soll“, sagte er der „Zeit“. Er halte die nukleare Teilhabe mit den USA „für den realistischeren Weg“.
Muslimfeindlichkeit ist nach wie vor ein drängendes Problem in allen europäischen Staaten. Es stellt die Regierungen vor die Herausforderung. Der 21. September wurde zum Europäischen Aktionstag gegen Islamophobie erklärt. Wir […]
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Antimuslimischer Rassismus: Die Europäische Koalition der Städte gegen Rassismus agiert sich vor Ort. (iz). Weltweit leben immer Menschen in urbanen Räumen beziehungsweise verlassen ihre ländlichen Gebiete. Auch in Europa spielen […]
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Wenige Tage nach dem 24. Februar 2022, als russische Truppen ihren Angriff auf die Ukraine begannen, sprach Bundeskanzler Scholz von einer „Zeitenwende“. In Folge wurde dieser Begriff zu einem Schlagwort für neue Vorstellungen in der bundesdeutschen Außen- und Militärpolitik.
Foto: Kutsenko Volodymyr, Shutterstock
Wer einen offenen Blick hatte, wusste schon länger, dass die nach 1945 errichtete Nachkriegsordnung nicht auf ewig bestehen würde. Die tektonischen Veränderungen durch Globalisierung und neue Technologien, die von den USA ausgelöste Schwächung internationaler Sicherungs- und Beratungssysteme, der Aufstieg neuer Großmächte wie China und Indien sowie der erstarkende russische Neo-Imperialismus haben diese „Zeitenwende“ vorbereitet.
Als im Februar letzten Jahres erstmals die Sirenen in Kiew ertönten, musste der deutschen und europäischen Bevölkerung klar geworden sein, dass die alten Werte nicht mehr galten. Den Menschen, die im Irak, in Syrien, in Libyen, dem Jemen, in Kaschmir oder in Xinjiang leben, war das schon seit Langem bewusst.
Foto: UN Photo, Evan Schneider
Mit „Weltunordnung“ veröffentlichte Politologe Carlo Masala einen übersichtlichen Band über die neuen Verhältnisse. Der Professor an der Universität der Bundeswehr hat sich seit Ausbruch des Ukrainekrieges zu einer relevanten Fachstimme zum Konflikt entwickelt. Darüber hinaus hat er mitgeholfen, den sicherheitspolitischen Dornröschenschlaf der Deutschen zu beenden.
Mit dem Buch fordert Masala seine Leser auf, sich von ihren bisherigen „Illusionen“ zu verabschieden. Dazu gehören: Die Idee, Globalisierung würde zu mehr Demokratie führen, dass die internationalen Beziehungen zunehmend verrechtlicht sein werden, sowie die widerlegte Hoffnung, Demokratie und Stabilität ließen sich exportieren. Der Titel bestätigt die Feststellung, dass die USA und ihre Verbündeten nach dem Fall der Mauer keine Ordnung, sondern Chaos hinterließen.
„Weltunordnung“ ist auch für muslimische Leser ein relevantes Buch. Gerade auch, um sich in den neuen Herausforderungen der Welt orientieren zu können. (sw)
Carlo Masala, Weltunordnung: Die globalen Krisen und die Illusionen des Westens, C.H. Beck, Dezember 2022, Paperback, 199 Seiten, ISBN 978-3406793257, Preis: EUR 16,95 (Paperback) / 12,99 (Kindle)
Rom (EULEMA/iz). Am 27. Dezember veröffentliche die NGO EULEMA (Europan Muslim Leaders Majlis) eine Stellungnahme über jüngste Maßnahmen der in Afghanistan regierenden Taliban, Mädchen und Frauen aus allen Bereichen der höheren und akademischen Bildung auszuschließen. Der zuständige Minister, Nida Nadim, wies diesen Wissenserwerb von Frauen zurück, weil er angeblich gegen „islamische und afghanische Werte“ verstoßen würde.
Bereits zuvor wurde diese Entscheidung durch die Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) zurückgewiesen: „Die OIC kann die Entscheidung nur verurteilen und fordert die Behörden in Kabul auf, sie rückgängig zu machen, um die Übereinstimmung zwischen ihren Versprechen und den tatsächlichen Entscheidungen zu gewährleisten.“ Die jetzige afghanische Regierung hätte für ihren Entschluss keinen Rückhalt bei Mitgliedsstaaten oder muslimischen Organisationen.
EULEMA bekundete in dem Schreiben „unsere Solidarität mit allen Gläubigen und Bürgern, einschließlich unserer Schwestern und ihrer Familien in Afghanistan, für Bildung, Menschenrechte, Religionsfreiheit und Würde“. Muslimische Gelehrte wie Mustafa Ceric und andere seien „sehr darauf bedacht“, eine authentische Lesart des Islam mit universellen Aspekten wie das Recht auf Bildung zu verbinden. „Es darf keinen künstlichen Missbrauch der Schari’a geben.“
Für 2023 kündigte der Rat die Schaffung von Arbeitsgruppen an. Diese sollen „radikalen und ideologischen“ Fehlinterpretationen entgegenwirken.
Unterzeitung wurde die Stellungnahme unter anderem von Mustafa Ceric (Bosnien, Amina Baghajati (Österreich) und Abdassamad El Yazidi (Deutschland).
Der Umgang mit Religion hängt in Frankreich, Großbritannien und der Bundesrepublik erheblich von der jeweiligen Geschichte ab. Von Jeanne Prades (The Conversation). Die Art und Weise, wie Islam wahrgenommen wird […]
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Auch heute gibt es noch Formen der Sklaverei. Menschen werden weltweit auf Feldern, auf dem Bau oder in Minen unter unwürdigen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Dagegen möchte die Europäische Kommission vorgehen – mit einem neuen Gesetzesvorschlag. Von Weronika Peneshko
Brüssel (dpa). Tomaten, Einweg-Handschuhe und Smartphones: Hinter diesen Produkten steckt immer wieder Zwangsarbeit. Fast 28 Millionen Menschen weltweit gelten der Europäischen Kommission zufolge als moderne Sklaven. Dagegen will die Behörde vorgehen. Ein am Mittwoch vorgestellter Gesetzesentwurf soll künftig etwa den Import und Export sowie den Verkauf von Produkten, die nachweislich unter Zwangsarbeit hergestellt wurden, in der EU verbieten. Den einzelnen Staaten soll damit ermöglicht werden, entsprechende Produkte aus dem Verkehr zu ziehen.
„Diese Verordnung wird bei der Bekämpfung der modernen Sklaverei, von der Millionen von Menschen auf der ganzen Welt betroffen sind, einen echten Unterschied machen“, sagte der Handelskommissar Valdis Dombrovskis. Die Kommission nennt unter anderem die Landwirtschaft, Minen und die Textilindustrie als Branchen, in denen Fälle moderner Sklaverei häufig gemeldet werden.
Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass nationale Behörden Ermittlungen zu Produkten aufnehmen müssen, die im Verdacht stehen, unter Zwangsarbeit hergestellt worden zu sein. Beweise können der Kommission zufolge Berichte von Nichtregierungsorganisationen sein oder auch Videos und Zeugenaussagen von Betroffenen. Erhärtet sich der Verdacht, dürfen die Produkte gar nicht erst auf den Markt oder müssen von den nationalen Behörden umgehend abgesetzt und entsorgt werden. Die Kommission will die Länder mit einer Plattform unterstützen, in der Erkenntnisse über einzelne Produkte gebündelt werden.
Der Sprecher der Nichtregierungsorganisation European Coalition for Corporate Justice (ECCJ) sieht aber auch Schwächen im Vorschlag der Kommission. Die Organisation setzt sich etwa dafür ein, dass europäische Unternehmen Verantwortung in Fragen der sozialen Gerechtigkeit übernehmen müssen. Kritisiert wird, dass Opfer von Zwangsarbeit in globalen Wertschöpfungsketten nicht entschädigt werden. Möglich sei es – das zeige ein ähnliches Gesetz in den USA.
Wegen Verstößen gegen Menschenrechte ist etwa das Exportland China schon lange im Fokus. Zuletzt hatte etwa das UN-Menschenrechtsbüro in einem Bericht erhebliche Vorwürfe gegen das Land wegen seines Umgangs mit der muslimischen Minderheit der Uiguren erhoben. Diese und andere Randgruppen würden etwa zur Arbeit verpflichtet. Auch in anderen Teilen der Welt – unter anderem in Europa – werden manche Arbeiter etwa auf dem Feld, auf dem Bau oder in der Prostitution nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen als moderne Sklaven ausgebeutet. Die Liste ist lang.
Neben den von der Kommission benannten 27,6 Millionen Zwangsarbeitern weltweit gibt es weitere 22 Millionen, die etwa in erzwungenen Ehen leben und dort vor allem als Hausbedienstete ausgenutzt werden. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für Migration (IOM) und der Walk Free-Stiftung, die sich gegen Sklaverei engagiert, hervor.
EU-Beamte hatten vorab darauf hingewiesen, dass sich die Verordnung explizit nicht gegen einzelne Firmen oder Regionen richte, sondern gegen konkrete Produkte. Dabei sei es unerheblich, welcher Anteil eines Produkts in Zwangsarbeit hergestellt wurde. Hingegen ist Zwangsarbeit im Dienstleistungssektor vom Gesetzesvorschlag nicht erfasst.
Der ECCJ-Sprecher sagte, dass Zwangsarbeit wegen dieses Gesetzesentwurfs daher wohl nicht abgeschafft werde. Außerdem gebe es strukturelle Schwierigkeiten, überhaupt an Daten zu kommen: „Wie sollen EU-Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften Zwangsarbeit in globalen Wertschöpfungsketten von EU-Unternehmen aufdecken, wenn die Daten dieser Lieferketten weder erfasst noch öffentlich zugänglich gemacht werden?“
Der Vorschlag der Kommission wird vermutlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft betont, dass es für Unternehmen langfristig ohnehin rufschädigend sei, mit Zwangsarbeit in Verbindung gebracht zu werden. Aber er sagte auch, dass andere Anreize als Gesetze Unternehmen zu verantwortungsvollerem Handeln führen könnten. Er befürchtet, dass das Gesetz zu mehr bürokratischen Kosten führen könnte – ohne entsprechenden Nutzen zu haben.
Die deutsche Position in Bezug auf unter Zwangsarbeit hergestellte Produkte ist klar. Werte und Interessen seien keine Gegensätze, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock kürzlich. „Weil nachhaltiger Wohlstand und Sicherheit mittel- und langfristig nur dort gelingen, wo die Rechte von Menschen gewahrt sind.“ Auf EU-Ebene wolle sich Deutschland dafür einsetzen, dass Produkte aus Zwangsarbeit nicht mehr in die EU gelangen dürfen.
Die EU-Staaten und das Parlament müssen sich nun jeweils auf eine Haltung zu dem Entwurf verständigen. Anschließend müssen beide Seiten miteinander über eine gemeinsame Position verhandeln. Das Gesetz soll nach einer Übergangsfrist von rund zwei Jahren in Kraft treten.
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