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Medien-Kritik: Imam Benjamin Idriz über einen Lanz-Talk

Ausgabe 373

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Foto: Benjamin Idriz

Imam Benjamin Idriz spricht anlässlich eines Lanz-Talks aus, was die Mehrheit der Muslime von medialisierten Islamdebatten hält.

(iz). „Nach der Lanz-Debatte bleibt bei vielen nicht nur der Inhalt hängen – sondern ein Gefühl.“ So beschreibt Imam Benjamin Idriz die Reaktionen, die ihn seitdem erreichen (Facebook, 17.06.2026).

In Gesprächen mit ganz unterschiedlichen Muslimen hört er immer wieder dasselbe: Verunsicherung, Angst und das Gefühl, nicht mehr wirklich dazuzugehören.

Es geht nicht um Randfiguren oder Extreme. Es geht um Menschen, die hier leben, arbeiten, ihre Kinder großziehen – und plötzlich den Eindruck haben, sich rechtfertigen zu müssen. Für ihren Glauben. Für ihre bloße Existenz.

Ein Beispiel, das Idriz nennt: Aydan Özoguz. Eine etablierte, demokratisch engagierte Politikerin. Doch allein durch Assoziationen gerät sie öffentlich in die Nähe von „Islamismus“. Für viele ist das mehr als ein Einzelfall – es wirkt wie ein Signal.

Was kommt an bei denen, die das beobachten? Die Botschaft von Zugehörigkeit – oder die Warnung, jederzeit unter Verdacht zu geraten?

Idriz macht klar: Extremismus muss benannt und bekämpft werden. Gerade Muslime leiden unter ihm. Doch wenn Kritik unscharf wird und ganze Gruppen trifft, kippt etwas. Dann beginnt eine Dynamik, die Deutschland aus seiner eigenen Geschichte kennt: Misstrauen, Abgrenzung, ein schleichendes „Wir gegen sie“.

Die Grenze verläuft nicht zwischen Kritik und Schweigen, sondern zwischen Differenzierung und Pauschalisierung. Wird sie überschritten, verlieren nicht nur Muslime Vertrauen – die Gesellschaft insgesamt gerät ins Rutschen.

Und genau hier liegt die eigentliche Gefahr: Wer pauschal verdächtigt, stärkt am Ende jene Kräfte, die man bekämpfen will.

* Mehr zur Kritik an der medialen Islamdebatte und ihren Folgen findet ihr auf unserer Website.

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