Dayton-Vertrag hat auch Ungerechtigkeiten festgeschrieben

Irgendwie kommt Bosnien-Herzegowina, immerhin potenzieller EU-Beitrittskandidat, nicht vom Fleck. Eine Ursache dafür ist das Abkommen von Dayton, das zwar den Bosnien-Krieg beendete, aber die Zukunft außen vor ließ. Bonn (KNA). Das Blutvergießen begann im April 1992 mit der Einkesselung von Sarajevo. Exakt 1.425 Tage lang blieb die Stadt der Olympischen Winterspiele von 1984 eingeschlossen; die […]

22.08.2023 Joachim Heinz 3 Min. Lesezeit

Foto: SPC Cabello

Irgendwie kommt Bosnien-Herzegowina, immerhin potenzieller EU-Beitrittskandidat, nicht vom Fleck. Eine Ursache dafür ist das Abkommen von Dayton, das zwar den Bosnien-Krieg beendete, aber die Zukunft außen vor ließ.

Bonn (KNA). Das Blutvergießen begann im April 1992 mit der Einkesselung von Sarajevo. Exakt 1.425 Tage lang blieb die Stadt der Olympischen Winterspiele von 1984 eingeschlossen; die längste Belagerung im 20. Jahrhundert. Schätzungsweise 100.000 Menschen starben in dem damit einsetzenden Bosnien-Krieg, rund zwei Millionen Frauen, Männer und Kinder mussten ihre Heimat verlassen. Das Massaker von Srebrenica, bei dem serbische Einheiten unter Ratko Mladic im Sommer 1995 mehr als 8.300 bosnische Muslime töteten, zählt zu den dunklen Momenten der europäischen Nachkriegsgeschichte.

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