Die Reisen des Apostels Petrus: Eine Antwort an Jörg Frey von Salim E. Spohr

(iz). Beeindruckt der „Bericht des Klemens von Rom an Jakobus, den Bruder Jesu, über seine Reisen mit Petrus, dem Apostel Christi und Bischof von Rom“ nicht bloß durch eine heute selten gewordene Sorgfalt in der Darstellung frühchristlicher Lehren und ihres Verhältnisses zu klassischen Positionen abendländischer Philosophie, der Astrologie und Mythologie, sondern vor allem durch eine […]

7.09.2022 salim-e-spohr 7 Min. Lesezeit

(iz). Beeindruckt der „Bericht des Klemens von Rom an Jakobus, den Bruder Jesu, über seine Reisen mit Petrus, dem Apostel Christi und Bischof von Rom“ nicht bloß durch eine heute selten gewordene Sorgfalt in der Darstellung frühchristlicher Lehren und ihres Verhältnisses zu klassischen Positionen abendländischer Philosophie, der Astrologie und Mythologie, sondern vor allem durch eine unprätentiöse Frische, die jene Positionen in lebendigen, meist öffentlich geführten Gesprächen, Reden und Gegenreden, geradezu hautnah erfahrbar macht, so ist es neben seiner Brisanz in dogmatischer Hinsicht schon allein dieser Charakter, der christliche Theologen das Werk fürchten lehrt und durch seine deutschsprachige Ausgabe zugleich alle Alarmglocken schrillen läßt.

Könnte dem gegenüber die Art, wie Jörg Frey „Die Reisen des Petrus“ in der Freitagsausgabe der F.A.Z. vom 3. Juni bespricht, als fair und angemessen erscheinen, so gilt dies indes nur auf den ersten Blick. Denn zwar lobt der Theologe die Neuerscheinung als „durchaus ansprechende“ und „gut zu lesende“ Ausgabe, die „bis heute gefehlt“ habe, deren Übersetzung und Publikation „gewiß verdienstvoll“ seien, so bemüht er sich doch zugleich nach Kräften, das Werk als ganzes herabzusetzen.

Zweifel an dessen historischer Wahrheit weckt er schon dadurch, dass er jene berühmten Berichte von vornherein, genau fünfmal, unter das Genre eines „Romans“ fallen lässt, in dessen fiktionalem Eigensinn es ja liegt, dass das ganze sich noch als eine reine Phantasiegeschichte erweisen könnte: ein Eindruck, den der Rezensent gekonnt hintergründig und nahezu unsichtbar, gewissermaßen „subkutan“, aber um so wirkungsvoller dadurch befördert, dass er dem vorgeblichen Roman lobende Etiketten wie „erbaulich“ oder von „vergnüglicher Lektüre“ zuweist.

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