Ein Alman im Nahostkonflikt
(iz). Das ist Jens: Mitte zwanzig, Gymnasialempfehlung ab der Grundschule, heute am Ende seines Soziologie- und Germanistikstudiums und, last but not least, mit Nazihintergrund in der dritten Generation. Jens war schon immer irgendwie links; das heißt, er war skeptisch gegenüber dem Kapitalismus und stand für eine gerechtere Welt. Doch seit seinem Studium hat sich Einiges […]
10.06.2021 Zenar Marf 5 Min. Lesezeit
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(iz). Das ist Jens: Mitte zwanzig, Gymnasialempfehlung ab der Grundschule, heute am Ende seines Soziologie- und Germanistikstudiums und, last but not least, mit Nazihintergrund in der dritten Generation. Jens war schon immer irgendwie links; das heißt, er war skeptisch gegenüber dem Kapitalismus und stand für eine gerechtere Welt.
Doch seit seinem Studium hat sich Einiges getan. In der Soziologie hat er erfahren, dass der Kampf gegen den Kapitalismus auch antisemitisch geführt wurde. Die jüdische Bevölkerung wurde mit dem Kapital in Verbindung gebracht und infolgedessen mitverantwortlich für den Kapitalismus befunden. Welche Gruppen das genau waren, ist nebensächlich. Jedenfalls ist Jens seitdem kein Antikapitalist mehr und sein Linkssein von da an ausschließlich ein Gegen-Antisemitismus-Sein, denn seine historische Schuld, das muss man ihm wirklich zugutehalten, ist ihm bewusst. Zwar wurde er bereits ein, zwei Mal des Rassismus bezichtigt, doch diese Vorwürfe waren allesamt haltlos. Er verwies auf seine spanische WG-Mitbewohnerin, mit der er sich blendend versteht und überhaupt respektiert er alle Ethnien und Kulturen, solange sie aufgeklärt und nicht islamistisch sind. Die Islamisten und ihren Judenhass, die hat Jens schon lange im Visier. Und damit ist nicht der jüngst protestierende Pöbel in Gelsenkirchen gemeint, der Türkeifahnen schwingend „scheiß Juden“ rief. Die lehnt ja nun wirklich jeder ab.
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