Ein Jahr nach Attacke auf Moschee-Besucher: London gedenkt der Opfer

Foto: Olof Lagerkvist, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 3.0

London (dpa). Mit einer Schweigeminute ist am Dienstag in London an die Opfer einer Terrorattacke auf Moschee-Besucher vor einem Jahr erinnert worden. Damals war ein Mann mit einem Lieferwagen vor der Moschee in Finsbury Park gezielt in eine Gruppe von Muslimen gefahren und hatte dabei einen Menschen getötet und etwa ein Dutzend verletzt.
Das Motiv des EinzeltĂ€ters, der sich durch rechtsgerichtetes Material radikalisiert hatte, war Hass auf Muslime. „Abscheulicher Extremismus“ werde nicht die Werte Großbritanniens zerstören, sagte Premierministerin Theresa May anlĂ€sslich des Jahrestages.
Der 48-jĂ€hrige TĂ€ter wurde im Februar wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er kann frĂŒhestens in 43 Jahren aus dem GefĂ€ngnis kommen. Der Mann war im Prozess durch teils wirre Aussagen aufgefallen. Zeitweise behauptete er, das eigentliche Ziel des Anschlags sei Labour-Chef Jeremy Corbyn gewesen.
Bei der Attacke hatte der TĂ€ter mit seinem Fahrzeug einen Mann ĂŒberrollt, der zuvor kollabiert war und am Boden von Ersthelfern versorgt wurde. Der sechsfache Familienvater starb. Der Angreifer konnte von umstehenden Menschen ĂŒberwĂ€ltigt werden.
Großbritannien war binnen eines Jahres von fĂŒnf Terrorattacken getroffen worden. Vier davon hatten einen muslimischen Hintergrund. Insgesamt kamen bei den AnschlĂ€gen 36 Menschen ums Leben.