Lebensart: Robert Rigney über Milchprodukte in der Türkei und wie Nachbarn sich bei Milch oder Joghurt aushelfen.
(iz). Ich habe einmal einen Artikel über Bulgarien gelesen, in dem stand, dass es eine Zeit geben wird, in der sich die jungen Bulgaren so weit vom bäuerlichen Leben entfernen werden, dass sie nicht mehr wissen, woher die Butter kommt. Mir wurde klar, dass ich das auch nicht wusste. Oder Käse oder Joghurt, wenn wir schon dabei sind. Ich würde sogar behaupten, dass die meisten Menschen in Berlin – oder in jeder anderen westlichen Stadt – in dieser Hinsicht genauso ahnungslos sind wie ich.
Ich musste erst eine türkische Frau mit halb ländlichem Hintergrund kennenlernen und heiraten, um einige dieser grundlegenden Tatsachen des Lebens zu verstehen, die vielleicht vor hundert Jahren allgemein bekannt waren, die wir aber in unserem verrückten Eifer, unser Leben zu modernisieren, irgendwie ignoriert und vergessen haben.
Aber bevor ich über Hadice spreche, möchte ich über Ivana sprechen. Eine andere Frau, die ich in Berlin kannte. Sie hatte im Gegensatz zu mir – einem städtischen Idioten – immerhin eine schwache Verbindung zum Land und wusste, woher Butter, Käse und Joghurt und andere Grundnahrungsmittel auf unserem Esstisch stammen.
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