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Philippe Sands: Das Recht kennt keine Lieblingsopfer

Wer darf auf Gerechtigkeit hoffen, wenn die Täter Freunde sind? Philippe Sands hat diese Frage in die Frankfurter Paulskirche getragen.

15.10.2026 Massouda Khan 5 Min. Lesezeit Ausgabe 377
Philippe Sands Opfer Gerechtigkeit

Foto: Philippe Sands

(iz). Der jüdische Jurist und Schriftsteller, dessen Familie unter dem Nationalsozialismus verfolgt wurde, verlangt von Deutschland, seine historische Verantwortung ernst zu nehmen: auch gegenüber den Palästinensern. Seine Dankesrede zum Friedenspreis handelt vom Schweigen – und davon, was es anrichtet, wenn Erinnerung zur Begründung wird, gegenwärtiges Unrecht nicht beim Namen zu nennen.

Philippe Sands gegen die selektive Moral

Am 11. Oktober 2026 erhielt der französisch-britische Autor den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Jury würdigte einen Mann, der die Verteidigung des Völkerrechts mit literarischer Arbeit verbindet. In der Paulskirche, einem Erinnerungsort deutscher Demokratie, sprach Sands über Grenzen staatlicher Macht. Seine Forderung war schlicht und unbequem: Gesetze müssen für alle gelten.

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