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Pro Asyl warnt vor politischen Schnellschüssen

Screenshot: Report Mainz

Osnabrück (KNA) Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat in der Debatte um öffentliche Gewalttaten in Ansbach, Würzburg und anderswo vor politischen Schnellschüssen gewarnt. Der stellvertretende Geschäftsführer Bernd Mesovic kritisierte in der „Neuen Osnabrücker
Zeitung” (Dienstag) namentlich den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). “Zuwanderer stärker kontrollieren und überwachen – so formuliert ist das auf jeden Fall der
Generalverdacht, den Seehofer natürlich einleitend dementiert. Da packt er dann trotzdem seinen Vorschlag einer Obergrenze drauf, als verhelfe dies zu mehr Sicherheit.”
Mesovic mahnte stattdessen zu Geduld. Er betonte, die polizeiliche Ermittlungsarbeit der nächsten Wochen werde hoffentlich konkrete Ansatzpunkte dafür liefern, was versäumt worden sei und was hätte getan werden können. “Die gefährliche Mischung aus erweitertem Suizid, Amokläufen mit terroristischer Sinngebung, Terror mit nachträglicher Urheberschaftsreklamation von Seiten des IS und
islamistischem Terror im engeren Sinne muss dringend genau analysiert werden. Politische Schnellschüsse sind da wenig hilfreich.”
Mesovic betonte, Seehofer sei einer der wenigen Politiker aus dem etablierten Spektrum, die aus den mörderischen Attacken kurzfristig Kapital zu schlagen versuchten. Bundesinnenminister Thomas de
Maiziére (CDU) stehe dagegen für die Position, “dass schnelle Schuldzuweisungen aller Art keine angemessene Reaktion sind”.
Der Pro-Asyl-Sprecher lobte zudem pragmatische und nachdenkliche Stimmen aus der Polizei und einigen Sicherheitsbehörden. Dort wisse man, “dass verstärkte Polizeipräsenz und bessere Ausstattung, so nötig sie sein mögen, einen Teil solcher Taten, wie sie jüngst geschehen sind, nicht verhindern können.” Zudem wisse man, “dass die Politik häufig eher auf das subjektive Sicherheitsgefühl ziele”, wenn sie Präsenz zu zeigen befehle, und weniger auf Prävention.

3 Kommentare zu “Pro Asyl warnt vor politischen Schnellschüssen

  1. Irgendwie müssen wir uns doch vor Islamisten schützen. In Rouen haben heute Morgen schon wieder zwei davon einem katholischen Priester während der Messe die Kehle durchgeschnitten und eine weitere Person schwer verletzt. Da sind mir die Befindlichkeiten der zugewanderten Muslime vollkommen egal. Wenn ich nicht einmal mehr in der Kirche sicher bin, stört mich ein Generalverdacht gegen Muslime kein bisschen.

  2. Es ist natürlich ein Fehler zu meinen, dass “Muslim” deckungsgleich mit “zugewandert” sei.
    Und auch Muslime haben als Einwohner und Bürger den gleichen Anspruch, nicht in Sippenhaftung genommen zu werden wie Sie. Und, angesichts des rechten Terrors seit der Wiedervereinigung sowie den brennenden Flüchtlingsheimen wäre – leider – ein Leichtes.

  3. Ein Generalverdacht gegen wen auch immer ist einfach Unsinn. Denn Muslime töten 10 mal mehr Muslime als Christen. Und gar 100 mal mehr Muslime als Christen tötet die Nato, zuletzt nahe Aleppo mit deutscher Beteiligung.
    Da sollte mich ein Generalverdacht gegen Nato und besonders USA kein bißchen stören. Tut es aber. Auch weil es in die Irre führt. In die Gewaltspirale, die genau unser Aller Lebensweise zerstört.

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