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Schlappe für Modi: Indiens Hindu-Nationalisten verfehlen Super-Mehrheit

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Foto: Talukdar David, Shutterstock

Noch steht das Ergebnis der Megawahl in Indien nicht im Detail fest. Nach aktuellem Stand hat die hindunationalistische Parteienallianz von Premier Modi ihr selbstgestecktes Ziel aber verfehlt.

Neu Delhi (KNA). Nach der Parlamentswahl in Indien hat das Parteienbündnis Nationaldemokratische Allianz (NDA) sein selbstgestecktes Ziel von 400 Parlamentssitzen verfehlt. Der von der hindunationalistischen Regierungspartei Bharatiya Janata Party“ (BJP) angeführte Zusammenschluss schnitt laut indischen Medienberichten (Dienstag) möglicherweise schlechter ab als bei der Wahl 2019.

Einen Erfolg verbuchte hingegen offenbar das Oppositionsbündnis INDIA. Es wird von der Kongress-Partei der Gandhi-Dynastie angeführt und wird mit mindestens 230 Sitzen im Parlament vertreten sein. 2019 hatte der Zusammenschluss 202 Sitze verloren und stellte nur noch 91 Abgeordnete. Die BJP verfügte hingegen mit 303 Sitzen über eine eigene Mehrheit und zusammen mit anderen Parteien über 353 Abgeordnete.

Nach aktuellem Stand der Stimmauszählung könnte die BJP nun ihre Mehrheit verfehlen, berichtet das Nachrichtenportal „Times of India“ (Dienstagnachmittag). Dann könnte Premierminister Narendra Modi nur mit Unterstützung anderer Parteien zum dritten Mal in Folge Regierungschef werden. Modi hatte im Wahlkampf mit dem Hindu-Nationalismus und antimuslimischen Parolen geworben.

Einen schweren Rückschlag mussten die BJP/NDA laut „Times of India“ ausgerechnet im hinduistischen Kernland im Norden Indiens hinnehmen. Stand Dienstagnachmittag lag INDIA im Bundesstaat Uttar Pradesch (UP) vor der BJP/NDA. Uttar Pradesch wird von dem Hindu-Hardliner Yogi Adityanath regiert. Der 52-jährige Priester galt bislang als ein potenzieller künftiger Nachfolger von Modi (73).

Modi und die BJP stehen fest auf dem Fundament der Hindutva-Ideologie. Indien, so die Hindutva, muss auf Grundlage eines kulturellen, religiösen und politischen Hinduismus regiert werden. Unter Modi hatten seit seiner ersten Wahl vor zehn Jahren Hass und Gewalt gegen Christen und Muslime durch radikal-militante Hindutva-Organisationen sprunghaft zugenommen.

Tuisa Hilft - Kurban

Die seit Anfang April bis 2. Juni in sieben Etappen durchgeführte Wahl galt wegen ihres schieren Ausmaßes als die größte weltweit. Man habe mit 642 Millionen Wählern einen Weltrekord aufgestellt, so Wahlleiter Rajiv Kumar zu Wochenbeginn. Die Wahlbeteiligung von 66,3 Prozent lag demnach knapp unter den 67,4 Prozent von 2019. Insgesamt waren 970 Millionen der 1,4 Milliarden Einwohner Indiens wahlberechtigt.

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