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Burkina Faso: Junta ist mit Massaker-Vorwürfen konfrontiert

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Die Militärregierung im westafrikanischen Burkina Faso hat von Menschenrechtlern erhobene Vorwürfe eines Massakers durch die Armee mit mindestens 223 getöteten Zivilisten zurückgewiesen

Ouagadougou (dpa). Die Militärregierung im westafrikanischen Burkina Faso hat von Menschenrechtlern erhobene Vorwürfe eines Massakers durch die Armee mit mindestens 223 getöteten Zivilisten zurückgewiesen.

Der von der Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Donnerstag veröffentlichte Bericht sei „erfunden“ und ziele darauf ab, „die Professionalität unserer tapferen Streitkräfte infrage zu stellen und das Ansehen Burkina Fasos zu untergraben“, teilte Regierungssprecher Rimtalba Jean Emmanuel Ouédraogo in einem am 28. April verbreiteten Schreiben mit. Ermittlungsverfahren liefen bereits zu den jüngsten Fällen ebenso wie zu früheren Vorwürfen von Tötungen von Zivilisten.

Massaker: schwere Vorwürfe von Menschenrechtlern

HRW hatte der burkinischen Armee vorgeworfen, die Zivilisten, darunter mindestens 56 Kinder, am 25. Februar in den Dörfern Nondin und Soro in der Provinz Yatenga zusammengetrieben und erschossen zu haben.

Es handele sich um eines der schlimmsten Verbrechen der Armee seit Beginn des Kampfs gegen islamistische Terrorgruppen 2015. Der Bericht stützt sich HRW zufolge auf 23 Interviews mit Augenzeugen und Überlebenden, Vertretern der örtlichen Zivilgesellschaft sowie Mitgliedern internationaler Organisationen.

Die Junta reagiert mit Repression

Als erste Reaktion hatte die Medienregulierungsbehörde des Landes am 26. April die Ausstrahlung des britischen Senders BBC und des US-amerikanischen Senders Voice of America, die in ihrem örtlichen Programm über die Vorwürfe berichtet hatten, für zwei Wochen ausgesetzt.

Außerdem wurde der Zugang zur Website von HRW im Land gesperrt. Der Regierungssprecher warf HRW vor, gemeinsam mit „medialen und imperialistischen“ Kräften „verhängnisvolle Ziele“ zu verfolgen.

Im Norden Burkina Fasos sind wie in den Nachbarstaaten Mali und dem Niger islamistische Gruppen aktiv, die den Terrormilizen Al-Kaida und Islamischer Staat die Treue geschworen haben. Die seit einem Putsch 2022 regierende Militärregierung in dem Sahel-Staat kontrolliert Schätzungen zufolge nur noch knapp die Hälfte des Staatsgebiets.

Nach Erhebungen der Konfliktdatenorganisation Acled wurden allein 2023 mehr als 8400 Menschen im Konflikt in Burkina Faso getötet, davon mindestens 2300 Zivilisten.

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Mindestens 28 Tote bei Angriff auf Minderheit in Burkina Faso

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Ouagadougou (dpa). Bei einem Angriff auf eine Minderheit im Osten Burkina Fasos sind Behördenangaben zufolge mindestens 28 Menschen getötet worden. Es habe am vergangenen Freitag einen Angriff gegen die Bevölkerungsgruppe der Fulbe gegeben, erklärte die Regierung des westafrikanischen Staats am Dienstag. Der Vorfall werde nun untersucht.

Die Organisation CISC, die sich gegen die Stigmatisierung von Minderheiten einsetzt, erklärte, es habe sich bei den Übergriffen um eine Vergeltungsaktion für einen Terrorangriff auf das Hauptquartier der sogenannten militärischen Hilfskräfte (VDP) in der Kleinstadt Nouna gehandelt.

Dafür wurden die Fulbe verantwortlich gemacht. Die VDP sind freiwillige Vertreter, die die Sicherheitskräfte unterstützen sollen. Nach einem Staatsstreich im September vergangenen Jahres wurde die Zahl der VDP stark erhöht.

In Burkina Faso, das rund 21 Millionen Einwohnern zählt, kam es Ende September zu einem zweiten Militärputsch innerhalb eines Jahres. Trotz großer Goldvorkommen gehört der westafrikanische Staat zu den ärmsten Ländern der Welt. In dem Staat in der Sahelzone sind zudem bewaffnete Gruppen aktiv, von denen einige der Terrormiliz Islamischer Staat oder dem Terrornetzwerk Al-Qaida angehören.

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In Burkina Faso ist jeder Zehnte auf der Flucht

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Binnenvertriebene in Burkina Faso haben fast alles verloren. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben viele dennoch nicht auf. Unterstützung bekommen sie vor allem von Angehörigen. Ouagadougou (KNA) Niemata Konfe […]

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Erneuter Militärputsch in Burkina Faso: Hauptmann Ibrahim Traore übernimmt die Macht

Kurzmeldungen

Burkina Faso erlebt den zweiten Putsch seit Jahresbeginn. Jetzt hofft die Bevölkerung, dass sich die Sicherheitslage in dem Krisenstaat endlich verbessert. Von Katrin Gänsler

Ouagadougou (KNA). Paul-Henri Damiba ist in Burkina Faso Geschichte. Der Militäroffizier, der Ende Januar nach dem Staatsstreich gegen Roch Marc Christian Kabore an die Macht kam, ist in der Nacht zu Samstag, den 01. Oktober, abgesetzt worden. In einer Ansprache im staatlichen Fernsehen RTB ernannte die Junta Ibrahim Traore zum neuen Präsidenten der regierenden Patriotischen Bewegung zur Rettung und Wiederherstellung (MPSR). Damit erlebt der Sahelstaat (21,9 Millionen Einwohner) den zweiten Putsch in gerade einmal acht Monaten. Über Damiba heißt es aus verschiedenen Quellen, dass er auf dem Weg nach Togo sei.

Begonnen hatte der erneute Machtwechsel am Freitag mit Schüssen in der Hauptstadt Ouagadougou. Dort, berichtet der Journalist Gerard Beogo gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), sei es am Samstagmittag ruhig gewesen. Viele Geschäfte hätten geschlossen. „In anderen Städten des Landes geht das Leben aber normal weiter“, so Beogo. Seiner Meinung nach ist der Coup keine große Überraschung. „Viele standen nicht mehr hinter Damiba.“ Seine Ankündigung, den Terrorismus zu bekämpfen, habe er nicht erfüllt.

Damiba galt international als jemand, der gute Beziehungen zu Europa pflegte. Und er schien offen für Verhandlungen. Die Sichtweise seiner Landsleute ist jedoch eine andere. Gerade gegen die Präsenz der einstigen Kolonialmacht Frankreich im Sahel – im Nachbarland Mali ist im August die wenig erfolgreiche Anti-Terrormission Barkhane beendet worden – regt sich Widerstand. Als neuer Partner für Burkina Faso wird zunehmend Russland ins Spiel gebracht. In Mali sind bereits Kräfte der russischen Sicherheitsfirma Wagner stationiert. In den vergangenen Monaten wurden den Söldnern, ebenso wie malischen Streitkräften, mehrfach schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Welche Strategie nun der 34-jährige Traore verfolgt, ist noch unklar. Er war bisher Leiter der 2019 gegründeten Anti-Terror-Einheit „Cobra“ in der Region Kaya nördlich von Ouagadougou. Dass ausgerechnet jemand von „Cobra“ ernannt wurde, könnte auch auf Querelen innerhalb des Militärs hindeuten. Nach Informationen des Magazins „Jeune Afrique“ warten die „Cobra“-Soldaten auf nicht gezahlte Prämien. Kritik gibt es zudem, weil ihr früherer Chef, Emmanuel Zoungrana, seit Anfang Januar in Haft sitzt. Ihm wird die Vorbereitung eines Staatsstreiches vorgeworfen. Sein Prozess soll Ende Oktober stattfinden.

Im Nordosten des Landes ist sich derweil Francois Paul Ramde, Koordinator der nichtstaatlichen „Geschwisterlichen Union der Gläubigen von Dori“, sicher: Die neuen Unwägbarkeiten werden den Kampf gegen die Terroristen nicht erleichtern, im Gegenteil. „Man wird sich mit der politischen Entwicklung beschäftigen – und weniger mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Das macht uns Angst.“

Seit Ende 2015 haben sich islamistische Terrorgruppen, die Al-Qaida und dem Islamischen Staat nahestehen, vor allem von Mali aus in Burkina Faso ausgebreitet. Aufgrund der Gewalt sind nach Regierungsangaben mittlerweile mehr als 1,9 Millionen Menschen auf der Flucht. Der ehemalige Präsident von Niger und derzeitige Vermittler in der Burkina-Faso-Krise, Mahamadou Issoufou, schätze im Juni, dass sich 40 Prozent des Landes nicht mehr unter Regierungskontrolle befinden. Nach Informationen der Vereinten Nationen sind mehr als 4.200 Schulen geschlossen.

Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1960 galt Burkina Faso stets als eines der ärmsten Länder der Welt. Die Sicherheitskrise hat die Situation weiter verschlimmert. „Wir haben Angst, über den Landweg zu reisen“, beschreibt Ramde den Alltag. Provinzhauptstädte seien noch einigermaßen gesichert, Fahrten in Dörfer nahezu unmöglich. „Wir können deshalb nur die Daumen drücken und beten“, sagt der Mann aus Dori. Der Kampf gegen die Terroristen müsse unbedingt fortgesetzt werden.