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CARE: Konflikt im Sudan droht Hunger zu verschärfen

Sudan Hunger

Im Sudan könnten anhaltende Kämpfedie kommende Saatperiode behindern. CARE-Analyse zeigt: Frauen besonders von Ernährungsunsicherheit betroffen

Bonn (Care Deutschland). Einen Monat nach Ausbruch der Kämpfe im Sudan droht die Zahl der Hungernden im Land deutlich anzusteigen, warnt die internationale Hilfsorganisation CARE. Bereits vor der aktuellen Krise hatten 11 Millionen Sudanes:innen, etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung, nicht genügend zu essen.

Sudan Afrika

Foto: beast01, Shutterstock

Sudan: Konflikt gefährdet Lebensmittelsicherhet

Nun droht die Saatperiode, die Ende Mai beginnen sollte, vom Konflikt erheblich behindert zu werden. Dies hätte fatale Konsequenzen für die nächste Ernte und somit für die Ernährungssicherheit im ganzen Land. Insbesondere Frauen sind von diesen Folgen betroffen, wie eine aktuelle CARE-Analyse ergibt.

„Während 31 Prozent der Haushalte, die von Männern geführt werden, in ihrer Nahrungsmittelversorgung gefährdet sind, sind es bei frauengeführten Haushalten bereits jetzt 42 Prozent. Frauen übernehmen im Sudan eine Schlüsselrolle in der Nahrungsmittelproduktion, doch aufgrund der derzeitigen Kämpfe haben sie oft keinen Zugang zu ihren Feldern“, sagt David Macdonald, Länderdirektor von CARE im Sudan.

„Der Konflikt muss beendet werden, damit die sudanesischen Landwirtinnen und Landwirte nicht nur ihre eigenen Familien, sondern auch die Gemeinschaft mit Nahrungsmitteln versorgen können.“

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Höchste Rate an Unterernährung bei Kindern

Der Sudan weist weltweit die höchste Rate an Unterernährung bei Kindern auf: Mehr als drei Millionen Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt und mehr als 610.000 Kinder leiden an schwerer akuter Unterernährung. Diese Zahlen steigen derzeit weiter an, vor allem in Gebieten, in denen es vermehrt zu Gewalt kommt.

Gleichzeitig ist die Gesundheitsversorgung stark eingeschränkt: In Khartum bleiben fast zwei Drittel der Gesundheitszentren weiterhin komplett geschlossen – nur jedes Sechste ist derzeit im Normalbetrieb. Damit gibt es auch kaum Möglichkeiten, die geschwächten Kinder medizinisch zu versorgen.

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„Wir fordern einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe in allen Teilen des Landes sowie einen generellen Waffenstillstand. Der Sudan braucht einen dauerhaften Frieden und kann es sich nicht leisten, die kommende Saatperiode zu verpassen“, so Macdonald.

Die sudanesischen LandwirtInnen sehen sich neben der derzeitigen Gewalt mit vielen weiteren Herausforderungen konfrontiert, angefangen beim begrenzten Zugang zu landwirtschaftlichen Betriebsmitteln über die marode Verkehrs- und Marktinfrastruktur bis hin zu den negativen Auswirkungen des Klimawandels in Form von Dürren und Überschwemmungen.

Diese Faktoren haben bereits in der Vergangenheit zu einer geringen landwirtschaftlichen Produktivität geführt und die Bemühungen des Sudans behindert, Selbstversorgung im Nahrungsmittelbereich zu erreichen.

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Menschenrechtsbeauftragte des Bundes: Libanon steht am Rand eines Kollapses

Libanon

Weiter wies Amtsberg darauf hin, dass über 70 Prozent der Menschen im Libanon in Ernährungsunsicherheit lebten.

München (KNA) Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg (Grüne), wirbt um Unterstützung für den Libanon. „Das Land steht am Rand eines Kollapses, man kann sogar sagen, es kollabiert vor unseren Augen“, sagte Amtsberg dem „missio magazin“, der Zeitschrift des internationalen katholischen Hilfswerk missio München.

Fotograf: Timo Wilke | Quelle: Luise Amtsberg

„Extreme Misswirtschaft und staatliche Korruption“ im Libanon

So gebe es dort eine „extreme Misswirtschaft und staatliche Korruption“. Die Währung – das Libanesische Pfund – habe in kürzester Zeit 95 Prozent ihres Wertes verloren. Die Menschen hätten keinen Zugang mehr zu Erspartem. Stromausfälle dominierten den Alltag.

Weiter wies Amtsberg darauf hin, dass über 70 Prozent der Menschen im Libanon in Ernährungsunsicherheit lebten. Auch die medizinische Versorgung sei mehr als mangelhaft, Richter streikten, seit Beginn des Jahres seien die staatlichen Schulen geschlossen.

Seit November 2022 regiere außerdem die alte Regierung im Übergang, weil es dem neuen Parlament nicht gelinge, sich auf einen neuen Präsidenten zu einigen. Dass es weiter keine ernstzunehmende Aufklärung hinsichtlich der Hafen-Explosion von 2020 in Beirut gebe, die die Stadt massiv traumatisiert habe, führe zu noch mehr Unzufriedenheit, so die Politikerin.

Foto: Zerophoto, Adobe Stock

Ein Viertel Bevölkerungswachstum durch Geflüchtete

Durch die Aufnahme syrischer Geflüchteter sei die Bevölkerung im Libanon um fast ein Viertel größer geworden. Das stelle das Land vor eine enorme Herausforderung. Zur Wahrheit gehöre dazu, dass der Libanon erst dann wirksam unterstützt worden sei, als sich immer mehr syrische Geflüchtete aufgrund der mangelhaften Versorgungslage auf den Weg nach Europa gemacht hätten. Deutschland helfe den Menschen im Libanon vor allem durch humanitäre Organisationen.

Gerade bei Krisen, die nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit stünden, sei es sehr wichtig, eine verlässliche Finanzierung zu erreichen, erklärte die Menschenrechtsbeauftragte. Beim Libanon komme ein weiterer Umstand erschwerend dazu: „Die Golfstaaten, die sehr aktiv waren, vor allem Saudi-Arabien, ziehen ihre humanitäre Hilfe aufgrund der Misswirtschaft zunehmend ab.“

Amtsberg empfiehlt daher, in den Dialog mit den Golfstaaten zu treten und zu versuchen, diese wieder an Bord zu holen. Außerdem müssten die vielfältigen Krisen im Libanon auch auf die Agenda des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen.

Amtsberg ist Schirmherrin der Kampagne „Vergessene Krisen“. Rund 30 deutsche Hilfsorganisationen lenken gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt die Aufmerksamkeit auf vernachlässigte Krisenregionen der Welt. Zu den Beispielländern gehören Libanon, Südsudan und Bangladesch. Missio München beteiligt sich ebenfalls an dieser Aktion.