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Feiertage – die beste Zeit, um die Familienbande zu knüpfen

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Im Islam folgen beide Feiertage einer großen Tat – dem Ramadan und der Hajj.

(iz). Heute nun haben wir den Tag der Belohnung. Einer Belohnung, die einer großen Tat folgt. Im Islam folgen die ‚Id-Feste beide einer großen Ibada. Die Muslime zeigen sich durch diese Ibadat ihrem Herrn gegenüber gehorsam.

Sie strengen sich durch diese Ibadat an, um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen. Sie bemühen sich und verausgaben sich in diesen Ibadat so sehr, dass Allah sie zum Schluss mit einem Fest und Tagen der Zufriedenheit und Freude belohnt. Diese Tage sind Tage, in denen die Muslime der Größe Allahs gedenken und ihm danken.

Wo im Quran werden die ‚Id erwähnt? Allah der Erhabene sagt: „Der Monat Ramadan, in dem der Quran offenbart wurde, als eine Leitung für die Menschen, und mit klaren Zeichen der Leitung und Unterscheidung. Und wer von euch den Monatsbeginn bezeugt, der soll fasten. Wer auf Reisen ist, oder krank, soll dieselbe Zahl von Tagen zu anderer Zeit fasten. Allah will für euch die Leichtigkeit und nicht die Schwierigkeit. Damit ihr die Zahl der Tage vervollständigt und die Größe Allahs verkündet, weil Er euch leitete, auf dass ihr dankbar sein werdet.“

Diese Takbirat des ‚Id und die Zufriedenheit am Tag des ‚Id, ist im Grunde die Zufriedenheit über die Rechtleitung, darüber, dass man mit Allah im Frieden ist, und darüber, dass man Ihm zugewandt ist. Es ist Freude und Glücklichsein über seine Nähe. Und in der Tat, O Muslime, freuen wir uns auf diese Weise und feiern täglich fünf Mal mindestens. Wir preisen Allah und wir danken Ihm.

Heute ist der Tag des ’Id.

Und das ’Id ist die beste Gelegenheit, um die Familienbande zu pflegen. Die „Silatu’r-Rahim“, die Pflege der Familienbande ist eine edle Ibada und eine Ibada, die mit Umgang, mit Muamalat zu tun hat. Der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte: „Der Din ist Muamalat.“

Der größte Zweck der Pflege der Familienbande ist, dass man die materiellen Umstände, Lebensumstände seiner Verwandten, ihren Zustand im Din und im Verhalten erfährt, und dass man ihnen danach Gutes zukommen lässt und Schlechtes von ihnen entfernt, soweit man kann.

Als die ersten Verse des Quran offenbart wurden, sagte Dschibril, Friede sei mit ihm, zum Propheten: „Lies im Namen deines Herrn, der den Menschen aus einem Fleischklumpen erschuf. Lies, und dein Herr ist der Großzügigste.“

Der Prophet kehrte mit diesen Worten zurück, und sein Herz war in Wallung. Er kam zu seiner Frau Khadija bint Huwaylid und sagte zu ihr: „Bedecke mich.“ Und sie tat dies bis er sich beruhigt hatte. Er sprach zu ihr und sagte, „Ich war in Sorge um mich.“

Sie sagte: „Allah wird dich niemals betrüben. Denn du brichst die Familienbande nicht, du hilfst den Menschen ihre Lasten zu tragen, du unterstützt die Mittellosen, du bist den Gästen gegenüber großzügig und bewirtest sie. Du stehst dem, der bei der Wahrheit steht, bei.

Foto: Rawpixel.com

Der Prophet rief zur Pflege der Familienbande, zur „Silatu’r-Rahim auf. Abu Zarr al-Ghifari sagte: „Mein Khalil, und er meinte den Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, empfahl mir die Pflege der Familienbande, selbst wenn einer unter ihnen sich von mir abgewandt haben sollte.“ Und der Prophet sagte: „Wer an Allah und den Letzten Tag glaubt, soll die Familienbande pflegen.“

Die Belohnung in der Dunya für die Pflege der Familienbande kommt sehr schnell, und in der Akhira ist sie ein weiterer Segen. Der Prophet sagte: „Es gibt nichts, mit dem man Allah gegenüber gehorsam ist, dessen Belohnung Allah schneller gibt, als die Pflege der Familienbande.“

In einer Khutba sagte der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm: „Die Leute des Paradieses sind drei Gruppen. Der gerechte Sultan, der barmherzige Mensch, dessen Herz sanft mit allen seinen muslimischen Verwandten ist, und der anständige Mann, der viele Nachkommen hat.“

Die Bedeutung des Wortes „Rahim / Arham“ wird als Verwandte väterlicherseits und mütterlicherseits erklärt, wurde aber auch als im Kontext des Din, als die Muminun erklärt. Die Familie aber hat Vorrang beim Vergeben von Sadaqa. Allah der Erhabene sagt: „Gebt den Verwandten ihren Teil, und den Armen und den Reisenden.“ Hier stellt Allah die Verwandten vor die Armen und die Reisenden.

Allah der Erhabene sagt: „Sie fragen dich, was sie spenden sollen. Sage: ‚Was ihr an Besitz gebt, soll den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen und den Reisenden zukommen.“ Aus diesem Grund sollen die ersten, die Sadaqa empfangen, die Armen unter der Verwandtschaft sein.

Die Ergebnisse der Pflege der Bande sind vielzählig. So zum Beispiel die Zuneigung innerhalb der Familie, die Erweiterung des Rizq, und ein langes Leben. Der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte: „Lernt euren Stammbaum, damit ihr wisst, mit wem ihr die Familienbande pflegt. Die Pflege der Familienbande bringt Zuneigung innerhalb der Familie, vermehrt das Vermögen, und dehnt die Nachkommenschaft über die Zeit.“

O ‘Ibadallah. Die Feste sind eine besondere Gelegenheit, um die Verwandten zu besuchen, ihnen zu helfen und großzügig zu ihnen zu sein. Der Prophet sagt: „Ihr werdet versorgt und zum Sieg geführt, aufgrund eurer Schwachen.“ Das heisst, entsprechend dem, wie ihr eure Schwächsten behandelt.

Besucht also eure Verwandten und eure Brüder im Din, und helft und steht euren Schwachen bei und seid großzügig zu ihnen. Dann wird Allah euch versorgen und euch zum Sieg führen.

Das Handeln ist unverzichtbar. Der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte über Iman: „(Es ist) das Sprechen (der Schahada) mit der Zunge, der Glaube mit dem Herzen und das Handeln mit den Gliedern.“

Allah sagt in einer Sura, die viele von uns auswendig kennen, in der Sura al-Asr: „In der Tat, der Mensch ist im Zustand des Verlustes. Außer jene, die Iman haben und rechtschaffen handeln.“ Iman wird von rechtschaffener Tat begleitet.

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Rechtschaffene Taten gibt es sehr viele. Das Gehen zur Moschee ist eine rechtschaffene Tat, das Speisen von Menschen ist eine rechtschaffene Tat, der Umgang mit Menschen durch guten Charakter ebenso, sowie der Dienst an Menschen, die Einladung zu Allah auf verschiedenen Wegen, die Pflege der Familienbande, Krankenbesuche und das Geben von Sadaqa sind alle rechtschaffene Taten, die der Mensch oft tun sollte.

O ihr Muslime – rechnet selbst mit euch ab, bevor Allah mit euch abrechnet, wiegt eure Taten selbst ab, bevor sie für euch abgewogen werden. Es gibt Sklaven Allahs, die dies täglich tun. Sie fragen sich, was sie an diesem Tag getan haben. Andere tun dies bei jedem der fünf Gebete, und wieder andere zu jeder Stunde und manche sogar in jedem Augenblick, und sie sind sich Allahs stets bewusst.

Füllt eure Zeiten mit dem Gedenken Allahs. Das Gedenken Allahs kennt keine zeitliche oder örtliche Beschränkung. Im Gegenteil, es wird zu immer mehr darin aufgefordert. Allah sagt in seinem Buch: „Gedenkt Allahs mit viel Gedenken.“

Das Beispiel dessen, der Allahs gedenkt und der dies nicht tut, ist wie der Unterschied zwischen dem Lebenden und dem Toten. Und der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, pflegte stets im Gedenken Allahs zu sein.

Wir bitten Allah um Erfolg darin, rechtschaffen zu handeln und dass er für uns Wissen und Tat vereinigt. Und wir bitten Allah, dass er uns an diesem Tag des Id segnet und uns diesen Tag in Erinnerung seiner Gaben und Dankbarkeit für diese Gaben feiern lässt.

‚Id Mubarak!

Hansestädte haben die Nase vorn bei Verhandlungen mit Muslimen

Bremen/Köln (iz). Nach der Hansestadt Hamburg ist es wieder eine Hansestadt, die einen Staatsvertrag mit den islamischen Religionsgemeinschaften unterzeichnet hat. In Bremen und Bremerhaven sind von nun an islamische Feiertage, die Besetzung einiger, öffentlich-rechtlicher Gremien, Bestattungsrituale oder der Bau von Moscheen vertraglich geregelt.

Mit diesem Staatsvertrag gehört der Islam nun auch zu Bremen. Zuvor hatte Hamburgs erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) den Islam in die Hansestadt „eingebürgert“.

Zu den Unterzeichnern des Bremer Staatsvertrags gehören neben der Schura Bremen auch der Landesverband der islamischen Religionsgemeinschaften Niedersachsen und Bremen (DİTİB), unter dem erfolgreichen Vorsitzenden Yılmaz Kılıç aus Melle und der Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ). Alle Beteiligten, angefangen vom Bremer Senat über Kirchen, Moscheen und weiterer zivilgesellschaftlicher Organisationen bewerten den Staatsvertrag als einen „Meilenstein“ und wichtige Anerkennung der muslimischen Religionsgemeinschaften sowie ihrer langjährigen, ehrenamtlichen Arbeit.

Den islamischen Religionsgemeinschaften ist es nun gesetzlich erlaubt, Moscheen mit Kuppeln und Minarette zu bauen, sofern diese sich mit den geltenden Baugesetzen vertragen. Außerdem bekennen sich beide Seiten ausdrücklich zur Gleichstellung von Mann und Frau. Dass dieser Punkt in dem Vertragstext ausdrückliche Erwähnung findet, weist auf eine offene Wunde in der Einwanderergesellschaft hin: Noch immer gibt es in den oftmals patriarchalischen Familienstrukturen vieler Muslime, Araber und Türken Defizite bei der geschlechtlichen Gleichstellung.

Dies hat aber im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung in der Mehrheitsgesellschaft überhaupt keine Grundlage in der islamischen Religion. Patriarchalische Gesellschaftsstrukturen und geschlechtliche Diskriminierung haben vorislamische Zusammenhänge, die öffentlich auch klar benannt werden müssen. Kulturelle Eigenschaften mit pseudoreligiösen Merkmalen zu vermischen, bringt die Migrantencommunity nicht voran. Bei der Geschlechtergleichstellung müssen sich viele Muslime noch weiter anstrengen. Der kulturelle, soziale und wirtschaftliche Erfolg der muslimischen Frau sollte die Männer nicht irritieren.

In dem Bremer Vertragstext finden weiterhin Abkommen zu Bestattungen auf öffentlichen Friedhöfen, die Beteiligung in öffentlich-rechtlichen Institutionen, zum Beispiel in den Rundfunkräten sowie die Achtung islamischer Speisevorschriften für die Bremer Muslime Erwähnung. Des Weiteren können sich die Muslime an islamischen Feiertagen wie dem Ramadan-Ende und dem Opferfest unbezahlten Urlaub nehmen und die Kinder vom Schulunterricht befreien lassen. Muslimische Schüler bekommen grundsätzlich frei an den Feiertagen und müssen nicht, wie früher, um Erlaubnis bei der Schulleitung fragen.

Daneben müssen Betriebe ihrem Personal an diesen Tagen die Teilnahme an dem Gebet erlauben, falls seitens des Arbeitgebers keine ernstzunehmenden Gründe dagegen sprechen. Weitere wichtige Fragen, wie etwa der Schwimm- und Religionsunterricht oder die Speisevorschriften auf Klassenfahrten, finden in dem Staatsvertrag keine Erwähnung. Diese müssen aber ebenso schnell geklärt werden.

In dem Stadtstaat (Bremen und Bremerhaven) leben nach Schätzungen etwa 50.000 Muslime. Diese bekommen durch den Vertrag, zwar mehr Rechte, aber auch mehr Pflichten im Alltag. Dennoch bedeutet ein Staatsvertrag noch keinen Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Erst dadurch wäre es aber möglich, auf „gemeinsamer Augenhöhe“ zu diskutieren, wie so oft von Integrationsexperten gefordert wird. Erst durch einen Körperschaftsstatus können wichtige Mitspracherechte und nötige Finanzmittel für eine qualitativ wertvolle Arbeit beansprucht werden.

Sie müssen aber auch mehr Finanzmittel bekommen, um die ehrenamtlichen Tätigkeiten zu professionalisieren und geeignete sowie dringend benötigte Fachkräfte einzustellen. Bei der Finanzmittelvergabe und der zukünftigen Einstellungspraxis des Landes Bremen wird sich herausstellen, ob sich Wohlfahrtsverbände, Kirchen und andere öffentlich-rechtliche und zivile Organisationen wirklich über diesen Staatsvertrag freuen und es ernst meinen oder ob dies nur Politik mit Symbolcharakter ist.

Man muss sich nichts vormachen: Es geht hier auch um die Verteilung von knappen Ressourcen. Wo Geld und Macht geteilt werden, muss jeder zu Kompromissen bereit sein. Mit der Anerkennung der islamischen Religionsgemeinschaften und der Unterzeichnung des Staatsvertrags kommt ein weiterer „Akteur“ hinzu, den die etablierten Kräfte als Konkurrenz ansehen könnten.

Es bleibt zu hoffen, dass die neue Situation zu neuen Kooperationen und gegenseitigem Nutzen führen wird; ein Nutzen für die gesamte Gesellschaft. Eine „win-win-Situation“ gewissermaßen, in der alle Seiten profitieren und keiner verliert.

Zum Autor:
Yasin Bas ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?“ sowie „nach-richten: Muslime in den Medien“.