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Die unsichtbare Rechnung der Gewalt

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Den Preis von Gewalt sehen nur wenige: Warum der Iran‑Krieg unser Ernährungssystem erschüttert – und häuslicher Missbrauch ökonomische Folgen hat. (iz). Der Blick auf den Irankrieg richtet sich auf Raketen […]

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 373): von Muslimfeindlichkeit bis zur Anzahl der Muslime in Deutschland

Kurzmeldungen Muslimfeindlichkeit

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 373) reichen von Muslimfeindlichkeit im Land, über politische Gewalt bis zu einem Friedhof für Kassel.

CLAIM zu Muslimfeindlichkeit: tausende Fälle

BERLIN (IZ). CLAIM verweist in einem aktuellen Überblick auf mehrere tausend dokumentierte antimuslimische Vorfälle innerhalb eines Jahres. Erfasst werden nicht nur Angriffe auf Moscheen und muslimische Einrichtungen, sondern auch Beschimpfungen im Alltag, Benachteiligung auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowie Hass und Verschwörungserzählungen im Netz. Die Dunkelziffer gilt als deutlich höher, weil viele Betroffene Vorfälle aus Angst, Scham oder mangelndem Vertrauen in Behörden gar nicht melden. Die Organisation kritisiert, dass das Thema häufig nur selektiv thematisiert wird – etwa nach spektakulären Anschlägen, während strukturelle Diskriminierung und die Erfahrungen im Schatten des Alltags unsichtbar bleiben. Für muslimische Organisationen ist die Datensammlung zugleich ein wichtiges Instrument, um zu zeigen: Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um ein Muster.

Foto: DABLJU/Adobe Stock

Politisch motivierte Gewalt auf Rekordniveau

BERLIN (IZ). Die politisch motivierte Kriminalität hat im Jahr 2025 ein Rekordniveau erreicht: ca. 86.000 Delikte wurden erfasst – so viele wie nie zuvor seit Einführung der Statistik. Die Spannbreite reicht von Propagandadelikten und Bedrohungen bis zu Körperverletzungen und schweren Angriffen, die aus rechten, linken oder religiös-extremistischen Motiven begangen werden. Behörden warnen, dass insbesondere rechtsextreme Netzwerke Gewalt strategisch einsetzen, um die Gesellschaft zu polarisieren.

Strafe für Hassmail gegen Muslime und Giffey

BERLIN (IZ). In Berlin ist ein 44-jähriger Mann zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einer E-Mail Muslimen den Tod wünschte und die Senatorin Franziska Giffey massiv beleidigte. Die Nachricht war kein Einzelfall, sondern steht exemplarisch für einen digitalen Alltag, in dem Politikerinnen und Muslime regelmäßig Zielscheibe von Hass werden. Das Gericht wertete die E-Mail als Volksverhetzung und öffentliche Aufforderung zu Straftaten; die verhängte Geldstrafe von 2.250 Euro soll deutlich machen, dass solche „Entgleisungen“ nicht unter Meinungsfreiheit fallen.

kurzmeldungen inland

Foto: U. J. Alexander/Adobe Stock

Mehr Hass auf Sinti und Roma dokumentiert

BERLIN (IZ). Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus hat für 2025 einen neuen Höchststand von 2.076 antiziganistischen Vorfällen registriert – ein Plus von rund 24 %. Besonders häufig erleben Sinti und Roma Diskriminierung im Kontakt mit staatlichen Stellen: 428 Fälle betreffen Behörden, in 29 % der dokumentierten Vorfälle seien Polizisten involviert. Neben Stereotypisierungen und Herabwürdigungen, die mit 1.193 Fällen den größten Block bilden, verzeichnet MIA 55 körperliche Angriffe und acht Fälle extremer Gewalt.

AIWG hielt ihren Fachkongress ab

FRANKFURT (IZ). Am 12. und 13. Juni fand der Fachkongress der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) statt, zu dem Forschende, Studierende, Pädagogen und Vertreter muslimischer Organisationen zusammenkamen. In Panels und Workshops ging es um die Rolle islamischer Theologie an deutschen Universitäten, Fragen religiöser Autorität, muslimische Wohlfahrtsarbeit sowie um neue Formate von Bildung für Kinder und Jugendliche. Diskutiert wurde auch, wie sich muslimische Lebensrealitäten in Lehrplänen, Medien und Politik besser abbilden lassen.

Foto: Jean-Luc, Adobe

GfbV kritisiert China-Reise von Reiche

GÖTTINGEN (IZ). Die Gesellschaft für bedrohte Völker warf der Bundesregierung vor, bei China-Reisen Menschenrechte systematisch auszuklammern. Anlass war der Besuch von Wirtschaftsministerin Reiche in Peking, bei dem weder die Verfolgung der Uiguren in Xinjiang noch Zwangsarbeit und Unterdrückung von Minderheiten thematisiert worden seien. Damit setze sie die Linie von Kanzler Merz fort, der bereits im Februar ohne öffentliche Menschenrechtsforderungen nach China gereist war.

Neue muslimische Grabfelder in Kassel

KASSEL (IZ). Die Stadt reagiert auf die wachsende Nachfrage nach muslimischen Bestattungen und richtet auf dem Hauptfriedhof zusätzliche Grabfelder ein. Die erweiterten Flächen sind nach Mekka ausgerichtet, erfüllen die für muslimische Beerdigungen relevanten religiösen Vorgaben und sollen über Jahre hinweg zusätzliche Kapazität schaffen. Für die lokale Community ist das mehr als ein verwaltungstechnischer Akt. Viele Familien standen bislang vor der Entscheidung, ihre Verstorbenen ins Herkunftsland zu überführen, obwohl die Kinder und Enkel längst in Deutschland verwurzelt sind.

CDU-Mitglied wünscht Muslimen den Tod

KREFELD (IZ). In Krefeld sorgt ein Video für große Verunsicherung unter Muslimen: Ein 23-jähriges CDU-Mitglied soll darin sagen, man solle sie „lieber umbringen lassen – so vergasen oder so“ und dabei ausdrücklich auf die Ermordung der Juden Bezug nehmen. Muslimische Vertreter in NRW warnen, solche Entgleisungen blieben nicht ohne Wirkung auf das Sicherheitsgefühl in Gemeinden und Moscheen. Viele fragten sich, wie tief enthemmter Hass inzwischen in der sogenannten politischen Mitte verankert ist und ob Staat und Parteien Muslime wirklich wirksam schützen.

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Foto: Andreas Prott, Adobe Stock

Umfrage: Christen wählen seltener die AfD

KÖLN (KNA). Der Anteil von potenziellen AfD-Wählern ist unter Katholiken und Angehörigen evangelischer Landeskirchen geringer als der Gesamtbevölkerung. Das geht aus einer Yougov-Umfrage im Auftrag der KNA hervor. Die katholische Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatten die AfD mehrfach als für Christen nicht wählbar bezeichnet. Demnach würden 29 % aller Wähler die AfD wählen, wenn Bundestagswahl wäre. Bei den Mitgliedern der katholischen Kirche und der evangelischen Landeskirchen wären es jeweils 24 %. Menschen, die keiner Religion angehören, gaben zu 32 % an, sie wählen zu wollen.

Das BamF geht von mehr Muslimen im Land aus

NÜRNBERG (KNA/IZ). In der Bundesrepublik wächst die Zahl der Muslime. Laut einer neuen Hochrechnung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lebten 2025 6,6 bis 7 Mio. in Deutschland. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt damit zwischen 8,0 und 8,5 %. Gegenüber der letzten (für das Jahr 2019) entspricht dies einem Anstieg um 1,6 bis 1,8 Prozentpunkte. Damals gab das Bamf die Zahl der Muslime mit 5,3-5,6 Mio. an. Ein wichtiger Grund für den Zuwachs sei Zuwanderung , erklärte Anja Stichs, Wissenschaftlerin am Bamf-Forschungszentrum.

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Gewalt im Zeitalter der Straflosigkeit

gewalt krieg straflosigkeit

Die Gewalttätigkeit hat sich zum Normalzustand der Menschheit ausgebreitet. Supranationale Institutionen und die Politik versagen weithin. (IPS). Dennoch bleiben globale Institutionen durch Vetos und Rivalitäten gelähmt und geben nur hohle […]

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Rohingya: Wenn Mönche Mörder anfeuern

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Über die Rohingya und den buddhistischen Nationalismus in Myanmar. (Traversing Tradition). „Buddhistische Extremistenzelle schwört, den Westen mit Ruhe zu überziehen“, lautet eine kürzlich wiederaufgegriffene Schlagzeile des Satiremagazins „The Onion“ aus […]

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Die Worte der Extremisten: Sprache wird gewalttätig

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Gewalttätige Extremisten setzen Worte als Waffen ein. Eine neue Studie enthüllt sechs Taktiken, die sie anwenden. (The Conversation). Worte sind mächtige Werkzeuge. Gewalttätige Extremisten wissen das nur zu gut und […]

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Indien am Scheideweg der antimuslimischen Gewalt

Indien

Es gibt genug Hinweise, wonach in Indien unter der Dominanz von Premier Modi und seiner BJP Gewalt gegen Minderheiten Staatsräson wurde.

(The Muslim News). Mehrere aktuelle Ereignisse in Indien, die an sich erschreckend sind, zeigen zusammen in der Gesamtsumme, dass sich das Land seit dem Amtsantritt von Premier Narendra Modi im Jahr 2014 auf eine alltägliche Akzeptanz von antimuslimischem Hass zubewegt.

Das sind keine zufälligen Tragödien, sondern Warnsignale aus einer Gesellschaft, in der Hassreden zur Routine geworden sind, Gewalt durch den Mob erwartet wird und Verantwortlichkeit immer mehr verschwindet. NGOs wie Human Rights Watch haben das alarmierende Ausmaß der Verfolgung aufgedeckt.

Ein junger Muslim, der in der Diwali-Nacht in Delhi zu Tode geprügelt wurde. Ein Kind, das sich entschuldigen musste, nachdem ein Mob wegen einer Bemerkung über Essen in sein Haus eingedrungen war. Ein ehemaliger Abgeordneter der Regierungspartei, der offen Regierungsjobs für hinduistische Männer verspricht, die „muslimische Mädchen mitbringen“.

Diese Vorfälle ereignen sich in verschiedenen Bundesstaaten, betreffen eine Vielzahl von Akteuren und haben unterschiedliche Auslöser. Dennoch verbindet sie ein unbestreitbarer roter Faden:

Sie werden allein deshalb angegriffen, weil sie Muslime sind, während diejenigen, die diese Übergriffe schüren bzw. begehen, sich oft durch politischen Schutz, die Apathie der Polizei oder einen öffentlichen Diskurs, der von unerbittlicher Entmenschlichung geprägt ist, abgeschirmt fühlen.

Foto: Ananya Bhardwaj, ThePrint

In Indien haben kleinere Provokationen wiederholt tödliche Folgen gehabt, sollten Muslime beteiligt sein, wodurch das tägliche Leben zu einem Minenfeld aus Misstrauen und Gefahr geworden ist. Der Mob wird immer dreister, sobald Hass mit Schweigen belohnt wird. Wenn diejenigen, die für Gerechtigkeit sorgen sollen, wegschauen, wird Terror zur Routine und Angst zu einem ständigen Begleiter.

Der frenetische Jubel der Menge unterstreicht, wie beunruhigend normalisiert solche abscheuliche Rhetorik geworden ist. Das sind keine Randphänomene, sondern bspw. gewählte Amtsträger, die öffentliche Autorität ausüben und eine Sprache des Hasses sprechen, die unzählige andere ungestraft wiederholen.

Die Werte der indischen Verfassung und mehrere Artikel versprechen allen Bürgern gleichen Schutz. Die Realität steht jedoch zunehmend im Widerspruch zu diesen Zusagen. Die Rhetorik der hinduistischen Nationalisten, die einst nur eine Randerscheinung war, hat sich in die Mainstreampolitik eingeschlichen, wird durch soziale Netzwerke verstärkt und findet bei Kundgebungen und an Straßenecken lauten Widerhall.

Indien Modi Hindu-Nationalismus

Foto: Talakdar David, Shutterstock

Islamfeindliche Angriffe auf Muslime folgen mittlerweile einem düsteren, vorhersehbaren Muster. Eine kleine Auseinandersetzung oder ein harmloser Beitrag in den sozialen Medien kann eine Konfrontation auslösen, die schnell eskaliert, wenn sich oft mit organisierten extremistischen Gruppen verbundene Mobs mit alarmierender Geschwindigkeit mobilisieren.

Diese Übergriffe werden gefilmt und online geteilt, wodurch Gewalt zu einem Spektakel wird, das ganze Gemeinschaften einschüchtern soll. Unterdessen reagiert die Polizei träge, zweideutig oder offen voreingenommen, und das allgemeine politische Klima belohnt, entschuldigt bzw. ignoriert die Täter oft.

Dies ist kein zufälliges Chaos. Es handelt sich um einen sorgfältig gepflegten Kreislauf, der durch Schweigen an der Spitze, Komplizenschaft in der Mitte und aktive Beteiligung an der Basis aufrechterhalten wird.

In diesem riesigen Staat mangelt es nicht an Gesetzen gegen Hassreden, Körperverletzung, Entführung oder Aufruf zur Gewalt. Was fehlt, ist der politische Wille, diese Rechte gleichermaßen durchzusetzen. Der selektive Einsatz des Apparats, der ein verletztes muslimisches Kind anklagt, während Extremisten ihre Drohungen live streamen, untergräbt nicht nur die Rechte von Minderheiten, sondern auch die Legitimität seines Justizsystems.

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Sudan-Expertin: „Nicht mit zweierlei Maß messen“

Sudan-Expertin

Sudan-Expertin von Amnesty International Martina Liedke im Gespräch über Hintergründe und Rechtsbrüche im Sudankrieg. (iz). Seit April 2023 tobt der blutige Sudankrieg zwischen den Streitkräften und den RSF-Milizen. Nachdem beide […]

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El Faschir: Zehntausende Menschen sind weiterhin vermisst

el Faschir sudan

Massaker in El Faschir: Zehntausende vermisst, systematische Gewalt gegen Zivilisten und humanitäre Katastrophe in Darfur. Internationale Organisationen fordern Aufklärung und Rettung inmitten der Machtübernahme durch die RSF-Miliz.

(iz). Ein aktuelles Feature des Nachrichtensenders Sky News dokumentiert die dramatischen Ereignisse rund um die sudanesische Stadt El Faschir, die am 26. Oktober nach monatelanger Belagerung durch die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) fiel.

Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sind über 60.000 Menschen verschwunden, während etwa 200.000 Bewohner offenbar als Geiseln von RSF-Kämpfern in der Stadt festgehalten werden.

Die Reportage rekonstruiert mittels Videoanalysen und Zeugenaussagen das Schicksal vieler Geflüchteter, die bei ihrem Fluchtversuch systematisch aufgegriffen, getrennt und teils hingerichtet wurden.

Besonders verstörend ist die Berichterstattung über Massaker in provisorischen Gefangenenlagern: Einige Überlebende berichten davon, dass RSF-Militante willkürlich Menschen auswählten und vor den Augen ihrer Familien exekutierten, während die Hinterbliebenen die Toten anschließend selbst beerdigen mussten.​

Berichte von Aktivisten und Überlebenden, die teils durch Plattformen wie Avaaz und lokale Widerstandskomitees nach außen gelangen, schildern Massenexekutionen, Vergewaltigungen und Plünderungen.

Frauen und Kinder flohen oft zu Fuß in das 80 Kilometer entfernte Tawila, wo Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen die Ankommenden versorgen – viele schwer traumatisiert, mehrfach misshandelt und vom Hungertod bedroht.

Foto: vantortech/X

El Faschir: Satellitenbilder lassen das Schlimmste erahnen

Satellitenaufnahmen bestätigen, dass in der Umgebung von Geurnei und in der Nähe von Schulgebäuden neue Gräber entstanden sind. Hochrangige Offiziere der sudanesischen Armee sicherten sich vor der Einnahme den eigenen Rückzug – mehr als 100 Fahrzeuge brachten Militärs und Politiker außer Gefahr, während eventuell zurückgebliebene Soldaten und Zivilisten ihrem Schicksal überlassen wurden.

Der kommandierende General der SAF, Abdel Fattah Al Burhan, rechtfertigt den Abzug mit der Absicht, noch größere Zerstörung durch die anhaltenden Angriffe zu verhindern. Dennoch berichten Soldaten und Flüchtlinge von Chaos und fehlender Koordination während der Räumung, was zu weiteren Opfern und zur völligen Übermacht der RSF in der Stadt führte.​

Die Dokumentation von Sky News verwertet mehrere Augenzeugenberichte und Bildmaterial, um das ganze Ausmaß der Gewalt und der Strategie der RSF zu zeigen.

Der Bericht liefert eine minutiöse Rekonstruktion von Fluchtwegen, Geiselnahmen und Strafaktionen gegen die Zivilbevölkerung, unterstreicht aber auch die Überforderung und fehlende Abstimmung der regulären sudanesischen Streitkräfte. 

Parallel zu den lokalen Machtkämpfen thematisiert Sky News zudem die internationalen Dimensionen des Konflikts – etwa die mutmaßliche militärische Unterstützung der RSF durch die Vereinigten Arabischen Emirate und die Genozid-Vorwürfe der US-Regierung gegen die RSF.​

Foto: Henry Wilkins/VOA | Lizenz: gemeinfrei

Scharfe Kritik von humanitären Organisationen

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, sudanesische Aktivisten und internationale Institutionen wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) haben die Entwicklungen in der Stadt und die daraus resultierende humanitäre Katastrophe scharf verurteilt und dokumentiert.

Laut Berichten von Human Rights Watch und Amnesty International zeigen Augenzeugenberichte und Videomaterial systematische Muster extremer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung – darunter Massenerschießungen, sexualisierte Verbrechen, gezielte Angriffe auf medizinische Einrichtungen, Märkte und Fluchtkorridore sowie ethnisch motivierte Gewalt durch RSF-Kämpfer.​

Warnungen von UNICEF

UN-Organisationen, darunter das UN-Menschenrechtsbüro und UNICEF, sprechen von einer massiv verschärften Notlage. Die Vereinten Nationen fordern eine unabhängige Untersuchung aller mutmaßlichen Kriegsverbrechen und betonen Berichte über Massenexekutionen, Vergewaltigungen und Entführungen, deren Gesamtausmaß wegen der Kommunikationsblockade schwer zu erfassen ist.

Das UN-Kinderhilfswerk warnte, dass Zehntausende Kinder in Al Faschir schwerwiegenden Rechtsverletzungen und Hunger ausgesetzt sind; viele seien entführt, verstümmelt oder sogar getötet worden.

Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen berichten, dass Überlebende aus der Region medizinisch behandelt und schwere Traumata registriert wurden. Viele Geflüchtete seien auf der Flucht weiter Gewalt und Ausbeutung durch Bewaffnete ausgesetzt.

Foto: Islamic Relief Deutschland

IKRK: Parallele zu früherer Gewalt in Darfur

Das IKRK hob jüngst die erschütternde Parallele zur Massengewalt vor 20 Jahren in Darfur hervor und schildert die Lage als „erschreckend“. Zehntausende Menschen seien aus Al Fashir geflohen, doch noch wesentlich mehr wären in der Stadt gefangen und hätten keinen Zugang zu Wasser, Nahrung oder medizinischer Versorgung.

Angesichts dieser Situation forderten viele Akteure – darunter der Weltrat der Kirchen und zahlreiche Stimmen aus dem Sudan – dringend Zugang für humanitäre Helfer, Evakuierungskorridore und ein sofortiges Ende der Gewalt gegen die schutzlose Bevölkerung.​

Ebenfalls alarmierende Schilderungen kommen von sudanesischen Aktivisten und Lokaljournalisten, die von bewussten ethnischen Säuberungen berichten. RSF-Kämpfer würden gezielt Männer von Frauen und Kindern trennen; zahlreiche Zeugen beschreiben regelrechte Hausdurchsuchungen, massive Plünderungen und Strafmaßnahmen gegen bestimmte Volksgruppen.

Aktivisten schildern, dass Versuche, Überlebende zu retten, teils mit Waffengewalt beantwortet wurden. Die Position der sudanesischen Exilregierung ist deutlich: Ministerpräsident Kamil Idris forderte nachdrücklich, sämtliche von der RSF begangenen Gräueltaten international zu verfolgen und die Miliz als Terrororganisation einzustufen.​

Insgesamt bestätigt das breite Material der weltweiten Zivilgesellschaft, dass in und um El Faschir systematische, schwerste Menschenrechtsverbrechen verübt wurden und weiterhin werden. Alle angesprochenen Quellen rufen die Weltgemeinschaft zum Handeln und zur Rettung der eingeschlossenen Bevölkerung auf.

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Hunger, Tod, Vertreibung: Über welche Krisen sprechen wir nicht?

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Vergessene Krisen: 123 Millionen Menschen weltweit sind Zwangsvertriebene. Experten zufolge gibt es heute so viele bewaffnete Konflikte wie seit 1946 nicht mehr: 61 in 36 Ländern. Die meisten geschehen abseits der Weltöffentlichkeit.

(KNA). Hunger im Gazastreifen, das Leid der entführten Geiseln, abgeworfene Hilfslieferungen, die ihr Ziel nie erreichen. Die Lage in Nahost beherrscht die Schlagzeilen. Andere Krisen und Konflikte indes werden medial verdrängt. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nimmt einige davon in den Blick.

Im Sudan wurde im April 2023 aus einem Kampf zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) ein Krieg um die Vorherrschaft im Land. Auslöser war die geplante Eingliederung der RSF in das reguläre Militär.

Foto: Abd_Almohimen_Sayed, Shutterstock

Die Vorgeschichte aber ist viel älter: 2019 wurde Langzeitherrscher Omar al-Bashir gestürzt. Nach anfänglicher Hoffnung wuchsen wirtschaftliche Probleme und damit Unzufriedenheit. 2021 kam es zu einem Militärputsch. 2023 eskalierte die Gewalt.

Die Folgen: Zwölf Millionen Menschen wurden seither laut UN-Angaben vertrieben. Vier Millionen suchten Schutz in Nachbarländern, die ebenfalls unter dem anhaltenden Bürgerkrieg leiden. Allein der Tschad nahm bisher 1,2 Millionen Menschen auf.

Mindestens 150.000 Menschen starben. Eine Hungersnot wurde schon im August 2024 in Teilen Nord-Darfurs bestätigt. Nach Schätzung des UN-Koordinierungsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA) werden in diesem Jahr 4,2 Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe benötigt, doch bisher ist nicht einmal jeder vierte US-Dollar bereitgestellt.

Laut der Welthungerhilfe sind in Darfur neun Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Im ganzen Land gebe es 30 Millionen Hilfsbedürftige. Im Januar sprach der damalige Papst Franziskus von der schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt.

Foto: hyotographics. Shutterstock

Über Somalia am Horn von Afrika, einen der fragilsten Staaten der Welt, wird schon lange kaum noch berichtet. Dabei gelang es der Terrormiliz Al-Shabaab im März, in der Stadt Beledweyne im Zentrum des Landes für 24 Stunden ein ganzes Hotel unter ihre Kontrolle zu bringen. 20 Menschen wurden ermordet.

Die Extremisten führen einen bewaffneten Kampf gegen die Regierungstruppen; dazu kommt politische Instabilität. Nach UN-Angaben sind fast vier Millionen Menschen vertrieben worden, etwa 4,4 Millionen leben in einer kritischen Ernährungssituation. Der Klimawandel und die daraus resultierenden Dürren und Überschwemmungen verschärfen den Konflikt.

Mali Minusma

Foto: UN Photo, via flickr | Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Seit dem Abzug der Bundeswehr hat auch das Interesse am Sahelstaat Mali merklich abgenommen. Dabei breitet sich die religiös-terroristische „Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime“ (JNIM) rasant in Richtung Süden und Westen aus und ist längst in den Nachbarländern – vor allem Burkina Faso und Niger – präsent.

Angst und Schrecken verbreitet aber auch die malische Armee, die mit der russischen Wagner-Miliz – heute Afrikakorps genannt – kooperiert. Die Vorwürfe von Menschenrechtlern: Im Anti-Terror-Kampf würden selbst unschuldige Zivilisten zu Terroristen erklärt, es komme zu Massakern mit Hunderten Toten. Eine unabhängige Berichterstattung aus der Region ist derzeit nicht möglich.

Komplett aus den hiesigen Nachrichten verschwunden ist Kamerun. Das passt zur Einschätzung des Norwegischen Flüchtlingsrats, der jährlich eine Liste vernachlässigter Vertreibungskrisen erstellt.

Die aktuelle Rangfolge führt erneut das Land in Zentralafrika an. Aufgrund mehrerer Krisen – Terroristen im Norden, im Südwesten ein Kampf zwischen Armee und nach Unabhängigkeit strebenden Milizen – gibt es mehr als 1,1 Millionen Binnenvertriebene. Dass sich daran etwas ändert, ist unwahrscheinlich: Im Oktober will sich der 92 Jahre alte Langzeitherrscher Paul Biya zur Wiederwahl stellen.

In Asien spielt sich ebenfalls eine von der Weltöffentlichkeit wenig beachtete Krise ab: Seit einem Putsch im Februar 2021 ist das Militär an der Macht. Im darauf folgenden Bürgerkrieg starben Zehntausende Menschen. Hinzu kam vor einigen Monaten ein verheerendes Erdbeben mit Tausenden Toten.

Juntachef Min Aung Hlaing hat zwar für Ende des Jahres Wahlen angekündigt. Doch Beobachter sind skeptisch, ob dies tatsächlich zum Frieden führt: Der Juntachef selbst leitet die Wahlkommission. Überdies beschränkt ein Gesetz den freien Zugang zum Internet.

Weitgehend ignoriert wird mittlerweile auch Afghanistan. Dabei gingen Bilder von dort vor vier Jahren um die Welt: Tausende Afghanen auf dem Rollfeld des Kabuler Flughafens mit der Hoffnung, das Land in letzter Minute vor der Machtübernahme der Taliban doch noch verlassen zu können.

An das Schicksal der afghanischen Zivilbevölkerung – vor allem die Rechte von Frauen und Mädchen wurden stark eingeschränkt – wird meist nur noch am Jahrestag (15. August) erinnert.

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Gaza: Gewalt gegen Zivilbevölkerung geht unvermindert weiter

Gewalt gaza

Die vergangenen sieben Tage in Gaza waren geprägt von anhaltender Gewalt, einer sich weiter verschärfenden humanitären Krise und massiven Menschenrechtsverletzungen.

(iz, dpa). Die israelischen Streitkräfte setzten ihre Angriffe auf verschiedene Gebiete des Gazastreifens fort, wobei täglich Dutzende Zivilisten getötet oder verletzt wurden. Gleichzeitig verschlechterte sich die Versorgungslage für die palästinensische Bevölkerung dramatisch, insbesondere im Hinblick auf Nahrungsmittel, Wasser, medizinische Versorgung und Schutzräume.

Die humanitäre und menschenrechtliche Lage in Gaza bleibt katastrophal. Die internationale Gemeinschaft, darunter die UN und zahlreiche NGOs, fordern ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Zivilisten, die Öffnung sicherer Korridore für Hilfslieferungen und die Rückkehr zu einer neutralen, völkerrechtskonformen humanitären Versorgung.

Die Rolle der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) steht dabei im Zentrum der Kritik und symbolisiert die Politisierung und Militarisierung der Nothilfe im Gazastreifen.

Trump spricht von einem „Abkommen“

Die Hamas will nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump eine Einigung mit Tel Aviv. „Sie wollen sich treffen und sie wollen diese Waffenruhe“, sagte er zu Beginn eines gemeinsamen Abendessens mit Ministerpräsident Netanjahu im Weißen Haus. Am 6. Juli wurde bekannt, dass die israelische Führung Änderungswünsche in einigen Punkten seitens der Hamas ablehnen würde.

Er war von anwesenden Journalisten gefragt worden, ob sich unbestätigte Berichte über einen Zwischenfall im Norden Gazas mit israelischen Opfern auf die laufenden Vermittlungsgespräche auswirken würden. „Ich denke nicht“, sagte Trump.

Foto: The White House, gemeinfrei

Zum aktuellen Stand der indirekten Gespräche über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln sagte US-Sonderbeauftragter für den Nahen Osten Witkoff, es gebe die Gelegenheit, eine Einigung schnell zu erzielen. Er werde nach offiziellen Angaben diese Woche in die katarische Hauptstadt Doha reisen, um an der Vermittlung teilzunehmen.

Gewalt und Hungerkrise in Gaza

Die Mehrheit der Bevölkerung leidet unter akutem Hunger. Die Vereinten Nationen und zahlreiche Hilfsorganisationen berichten von einer „katastrophalen“ Ernährungslage. Viele Menschen sind gezwungen, stundenlang an Verteilungspunkten für Lebensmittel auszuharren, wobei es immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen kommt.

Seit Ende Mai wurden laut UN und Gesundheitsministerium mindestens 640 Menschen getötet und über 4.400 verletzt, als sie versuchten, Hilfsgüter zu erhalten. Die meisten dieser Vorfälle ereigneten sich in der Nähe von Verteilungspunkten der Gaza Humanitarian Foundation (GHF).

Viele Krankenhäuser sind beschädigt oder überfüllt, es fehlt an Medikamenten, Verbandsmaterial und Personal. Die Versorgung von Verletzten und Kranken ist vielerorts kaum noch möglich.

Weltgewissen

Foto: Aliaksandr, Adobe Stock

Internationale Kritik

Die UN, Amnesty International und andere Organisationen werfen Israel und der GHF schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Es gibt Hinweise auf gezielte Tötungen, Kollektivstrafen und die bewusste Herbeiführung von Hunger als Kriegswaffe.

Die amerikanische Center for Constitutional Rights hat die GHF wegen möglicher Komplizenschaft an Kriegsverbrechen und Völkermord abgemahnt.

Verheerende Menschenrechtslage der Zivilbevölkerung

Hunderttausende Menschen sind weiterhin auf der Flucht innerhalb des Gazastreifens. Viele leben in provisorischen Lagern bzw. auf offenem Gelände, ohne ausreichenden Schutz vor Angriffen oder den Elementen.

Immer wieder wird gezielt auf Menschen geschossen, die sich an Hilfspunkten aufhalten. Berichte belegen, dass sowohl das israelische Militär als auch private US-Sicherheitsfirmen und bewaffnete Gruppen auf Zivilisten feuern, die auf Lebensmittel warten.

Die von der GHF betriebenen Verteilungspunkte werden von Überlebenden als „Todesfallen“ beschrieben. Die UN und über 170 NGOs werfen der GHF vor, zwei Millionen Menschen in überfüllte, militarisierte Zonen zu zwingen und sie dort fast täglich Angriffen auszusetzen.

Die GHF oder wenn angebliche Hilfe Militarisierung ist

Die Gaza Humanitarian Foundation (GHF) wurde im Februar 2025 als US-Organisation gegründet, um nach dem Ausschluss der UN und anderer etablierter Hilfswerke die Versorgung im Gazastreifen zu übernehmen. Sie wird von den USA und Israel unterstützt.

Sie steht massiv in der Kritik, da sie laut UN und Hilfsorganisationen nicht neutral agiert, sondern Teil eines politischen Projekts ist, das die palästinensische Bevölkerung kontrollieren und vertreiben soll. Die Organisation wird beschuldigt, die Hilfslieferungen zu instrumentalisieren und damit das Leid der Zivilbevölkerung zu verschärfen.

Seit Beginn ihrer Operationen wurden Hunderte Menschen an ihren Verteilungspunkten getötet, meist durch Schüsse des israelischen Militärs oder privater Sicherheitsdienste. Die Privatorganisation selbst bestreitet eine direkte Verantwortung, doch die Vorwürfe wiegen schwer.

Die Hamas hat jegliche Zusammenarbeit mit ihr verboten und wirft ihr vor, im Auftrag Israels und der USA zu agieren und die Zivilbevölkerung zu gefährden. Wer mit der GHF kooperiert, riskiert harte Strafen.

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Foto: Anas-Mohammed, Shutterstock

Erschreckende Pläne zur Deportation und „Konzentration“ der Bevölkerung auf den Ruinen von Rafah

Israelische Regierungsvertreter und Militärs haben seit Kriegsbeginn mehrfach Pläne vorgestellt, große Teile der palästinensischen Menschen in Gaza in abgegrenzte, kontrollierte Gebiete („humanitäre Städte“ bzw. „Auffanglager“) umzusiedeln. Ziel ist es, die Personen entweder auf engem Raum zu konzentrieren oder ihre „freiwillige“ Auswanderung zu fördern.

In den letzten Tagen sind konkrete Pläne aus Tel Aviv für ein großes Auffanglager („Humanitäre Stadt“) für etwa 600.000 Palästinenser im südlichen Gazastreifen bekannt geworden. Diese sollen vor allem Menschen aufnehmen, die derzeit in provisorischen Zelten im Gebiet von Al-Mawasi leben und durch den Krieg in Gaza vertrieben wurden.

Das Lager soll auf den Trümmern der zerstörten Stadt Rafah entstehen und während einer geplanten 60-tägigen Feuerpause aufgebaut werden, über die derzeit in Doha zwischen Israel und der Hamas indirekt verhandelt wird.

Wer in die „Humanitäre Stadt“ aufgenommen wird, muss eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen. Nach der Aufnahme ist ein Verlassen der Einrichtung nicht mehr vorgesehen; wer sie verlässt, verliert das Recht auf Rückkehr.

Das Lager ist auch als Vorstufe für einen „Emigrationsplan“ gedacht: Verteidigungsminister Katz kündigte an, die „freiwillige“ Auswanderung von Palästinensern solle damit vorbereitet werden. Es gibt jedoch erhebliche Zweifel am freiwilligen Charakter dieser Maßnahme, und bislang hat kein Land eine nennenswerte Aufnahmebereitschaft signalisiert.

International und von Menschenrechtsorganisationen werden diese Pläne als Vorbereitung auf eine dauerhafte Vertreibung und als mögliche Verletzung des Völkerrechts kritisiert.