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Islamic Relief feiert ein Vierteljahrhundert Unterstützung für Bedürftige

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(iz). Wer die muslimische Landschaft Kölns kennt, der ist schon häufiger an ihrem Verwaltungssitz in Nippes vorbeigefahren. Unzählige weitere Muslim:Innen im gesamten Bundesgebiet kennen ihre Informationsstände auf muslimischen Events vor […]

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Islamic Relief: 25 Jahre humanitäre Hilfe in Bildern

Köln (IRD). Islamic Relief Deutschland wird 25 Jahre alt. Mit der Online-Ausstellung „Faces of IRD“ zeigt die Hilfsorganisation 25 Projekte aus einem Vierteljahrhundert Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit.

Erdbeben in Japan und der Türkei, Kriege in Syrien und Bosnien, Hungersnöte am Horn von Afrika und im Jemen – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der humanitären Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland leisteten bei zahlreichen Katastrophen weltweit Hilfe. Seit 25 Jahren engagiert sich die NGO in der Nothilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. Zu ihrem Jubiläum präsentiert sie nun Einblicke aus den zurückliegenden zweieinhalb Jahrzehnten in einer Online-Ausstellung mit dem Titel „FACES OF IRD“. 

Mit der Ausstellung geht Islamic Relief Deutschland bis an ihre Anfänge – noch vor ihrer offiziellen Gründung zurück – als erstmalig Geld für die Opfer des Bosnienkriegs gesammelt wurde. Die Organisation präsentiert passend zum 25-jährigen Jubiläum Bildmaterial aus 25 Projekten, verteilt auf vier Kontinente und 18 Länder. Insgesamt verwirklichte die NGO bereits Projekte in über 40 Ländern weltweit.

„Realistische Einblicke in die Arbeit einer Hilfsorganisation“

Die Motivation hinter der Vernissage erklärt Tarek Abdelalem, Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland: „Unsere Ausstellung gibt einen realistischen Einblick in die Arbeit einer Hilfsorganisation. Dazu gehören extreme Situationen in Kriegen oder nach Umweltkatastrophen genauso wie hoffnungsvolle und fröhliche Momente.“

Wer die Ausstellungsseite besucht, erkennt schnell, wie vielseitig die Aufgaben der Hilfsorganisation sind. „Es war uns wichtig, die gesamte Bandbreite unserer Arbeit abzubilden“, sagt Nuri Köseli, stellvertretender Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland und führt beispielhaft an: „In Nepal erarbeiten wir mit den Gemeinden eine Katastrophenvorsorge. In Mali klären wir Glaubensführer auf, um veraltete Traditionen zu durchbrechen und die Rechte von Frauen und Mädchen zu stärken. In Asien, Europa und Afrika sind wir in Flüchtlingslagern aktiv und versorgen die Menschen mit Medikamenten und Nahrung.“ Bilder aus diesen und vielen weiteren Projekten finden Interessierte ab sofort unter: www.faces.islamicrelief.de.

Neben der Online-Ausstellung führt Islamic Relief Deutschland zu ihrem Jubiläum eine weite Aktion durch. Unter dem Motto „I’m a Reliefer“ stellt die NGO jede Woche eine Unterstützerin oder einen Unterstützer vor. Zu finden sind die Geschichten der „Reliefer“ auf der Website der Organisation sowie auf ihren Social-Media-Kanälen.

Über Islamic Relief Deutschland

Gegründet wurde Islamic Relief Deutschland 1996 in Köln, wo bis heute ihre Zentrale sitzt. Weitere Standorte befinden sich in Berlin und Essen. Als Mitglied des internationalen Islamic Relief-Netzwerkes agiert die Nichtregierungsorganisation weltweit in mehr als 40 Ländern und auf allen Kontinenten. Islamic Relief Deutschland leistet sowohl lebensrettende Nothilfe als auch langfristige Entwicklungszusammenarbeit. Dabei hält sich die NGO strikt an die Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals) und ist den Core Humanitarian Standards on Quality and Accountability (CHS) verpflichtet, einem weltweiten Qualitätsstandard für humanitäre Arbeit. 

Wo man helfen muss“– „Wir sehen uns im Paradies“: Die Geschichte von Mohannad und Hind. Von Tasnim El-Naggar

(IRD). Im November 2013 bin ich für Islamic Relief nach Jordanien geflo­gen. Dort habe ich Mitarbeiter von Islamic Relief Jordanien getroffen und mit palästinensischen und syrischen Waisenkindern gesprochen, um mehr über ihr Leben zu erfahren. Hier möchte ich von den beiden Waisen Hind und Mohannad aus Syrien erzählen. Mit dem Auto fahren wir am Morgen von Amman nach Irbid. Wir – das sind Hadeel und Olivia von Islamic Relief Jordanien. Und ich. Erst einmal besuchen wir das Feldbüro, das für die vielen syrischen Flüchtlinge errichtet ­wurde. Die meisten von ihnen sind glücklicherweise in Wohnungen untergekommen und werden dort von Sozial­arbeitern von Islamic Relief betreut.

Eine von ihnen ist Hala Al-Thalji, die uns auf unserem weiteren Weg ­begleitet. Ich kann mir gut vorstellen, wie sie mit ihrer lustigen und quirligen Art die Waisenkinder zum Lachen bringt.

Erst einmal besuchen wir zwei syrische Familien, die uns die bewegenden und auch traurigen Geschichten ihrer Flucht erzählen. Ein paar kurze Augen­blicke dürfen wir ihr Schicksal mit ­ihnen teilen, Anteil nehmen, unser Mitgefühl ausdrücken, ihre Hände halten, ihre Tränen wegwischen.

Wir begeben uns auf den Weg zu den syrischen Waisenkindern, die wir nun besuchen möchten. Da kommt uns ein kleiner Junge entgegen, ruft uns etwas zu, wirft sich uns stürmisch und unerschrocken in die Arme, freut sich. Wir sind entzückt, drücken ihn feste. Er nimmt eifrig meine Hand und führt uns zu seinem Haus, das sein neues Zuhause ist. Mohannad heißt der Kleine, dreijährige Junge, erfahren wir von seiner Oma. Und da ist Hind, seine große und ebenso herzliche Schwester. Sie ist fünf Jahre alt. Hind wurde nach ihrer Oma benannt, die mit ihren beiden Enkelkindern und ihrem behinderten Sohn nach Jordanien geflohen ist. Die 52-Jährige ist nun für diesen kleinen Rest der Familie, der noch übrig ist, verantwortlich. Schwer schluckt sie, als sie davon erzählt, wie erst ihr Mann unter Folter und dann ihr Sohn, der Vater von Hind und Mohannad, gestorben ist. „Er war einfach nur ein normaler Taxifahrer. Aber sie haben ihn entführt, und als wir das Lösegeld nicht bezahlen konnten, haben sie ihn getötet. Mit 26 Jahren.“ Nur drei Monate später starb die junge Mutter der Kinder. „Ich bin mit Hind und Mohannad zur Impfung gegangen. Als wir zurückkehrten war das Haus zerstört. Meine Schwiegertochter wurde unter den Trümmern begraben.“ Da packten sie ein paar Sachen und flohen so schnell sie konnten von Homs über Daraa nach Irbid. „Mein behinderter Sohn war in unserem Haus, als es zerstört wurde. Er hat ein Trauma ­erlitten und hat nun panische Angst vor ­Donner oder dem Zerplatzen eines Luftballons.“

Während die Kinder gerade noch ausgelassen spielten, sitzen sie im ­nächsten Moment auf dem Schoß ihrer Oma und fragen nach Mama und Papa. Fotos von ihren Eltern liegen vor ihnen, Erinnerungen kommen hoch. „Ihr werdet sie im Paradies treffen“, lächelt sie ihnen hoffnungsvoll zu, während ihr Herz schwer wird. Dann spielen die Kinder weiter, voller Freude stürzen sie sich auf die Geschenke, die wir ihnen mitgebracht haben, begeben sich für eine Zeit ganz und gar in ihre sorgenfreie Welt. Eine beim Anblick von Oma Hind übers ganze Gesicht strahlende Frau betritt den Raum. Es ist Najah, die Vermieterin. Täglich sehen sich die ­beiden Frauen, haben innige Freundschaft geschlossen. Dass Einheimische und syri­sche Flüchtlinge sich mögen ist nicht selbstverständlich; es herrscht viel Neid, viel Missgunst. Umso schöner zu sehen, wie sich die beiden Frauen drücken. „Ich bin so froh, dass sie da ist! Durch sie habe ich eine neue Familie gewonnen, als ich meine alte zurücklassen musste.“

Ich bewundere die Mütter und Großmütter, die wir bei unseren Besuchen getroffen haben, für ihre innere Stärke, ihre Geduld, ihre Ausdauer, mit der sie ihrem harten Los trotzen und versuchen einen Alltag zu leben, der seit ihrer Flucht fast unmöglich ist. Ich bewunde­re sie für jedes Lächeln, das ihr Gesicht erhellt, und den Dank, den sie an ­Allah richten, voller Bescheidenheit und Demut. Und ich bewundere sie für ihre Hoffnung, die sie auch jetzt nicht verloren haben. Ich weiß, dass ich mich noch lange an sie und das, was sie uns erzählt haben, erinnern werde, für sie beten werde. Aber auch, dass unser Besuch nur ein kurzer Einblick in das war, was diese Familien tagtäglich an Prüfungen erleben. Ich bin froh, dass wir von Islamic Relief ihnen durch die Mietbeihilfe, die Lebensmittelmarken und den seelischen Beistand ihre Last zumindest ein wenig erleichtern und ihre Not lindern können. (IRD).

Mehr zur Nothilfe Syrien von Islamic ­Relief unter: islamicrelief.de/notfall/syrien-nothilfe
Mehr zu meiner Reise nach Jordanien ­unter jordanienreise-islamicrelief.blogspot.de