(iz). Die Tarawih-Gebete im Fastenmonat Ramadan werden von den Muslimen wegen ihrer Atmosphäre und der besonderen spirituellen Erfahrung hochgeschätzt und das ganze Jahr über erwartet. Nach dem Essen geht man […]
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(iz). Die Tarawih-Gebete im Fastenmonat Ramadan werden von den Muslimen wegen ihrer Atmosphäre und der besonderen spirituellen Erfahrung hochgeschätzt und das ganze Jahr über erwartet. Nach dem Essen geht man […]
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Die richtige Absicht definiert den Ramadan: Gerade weil sich im Äußeren scheinbar nichts ändert, erhalten wir selbst das Potenzial, im Inneren zu etwas Neuem zu werden. (iz). Es gehört zu […]
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Die Wie und wozu des Ramadan: In jedem grundlegenden Element unseres Din lassen sich bei aller Einfachheit doch unzählige Bedeutungen finden. (iz). Die Verse, in denen Allah im Qur’an den […]
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(iz). Auch wenn der Islam im Internet und in den herkömmlichen Medien präsent ist, scheint es mehr als sinnvoll zu sein, dessen spirituellen Aspekte über die polemisch debattierten Aspekte zu betonen. Ohne Frage haben die so genannten „Fünf Säulen“ Vorrang vor sekundären Fragen.
Wir sprachen daher mit dem muslimischen Lehrer, Imam und Übersetzer Dr. Asadullah Yate über verschiedene, wichtige Aspekte des Fastenmonats Ramadan.
Islamische Zeitung: Wir Muslime sagen immer, dass der Ramadan die besten Zeit des Jahres sei. Wir freuen uns auf sie und sind traurig, wenn sie vorüber ist. Für einen nicht-muslimischen Außenseiter mag es seltsam erscheinen, eine gute Zeit zu haben, wenn man weder essen oder trinken kann beziehungsweise sich der anderen erlaubten Dinge des Lebens erfreuen darf. Wie kann dies eine wunderbare Zeit sein?
Dr. Asadullah Yate: Es handelt sich um eine Zeit des Wandels und der Ausnahme. Vor allem und zuerst handelt es sich beim Ramadan um eine erschütternde Phase. Der Fastenmonat verändert das normale Verhaltensmuster des Lebens, was wiederum eine Veränderung im reglementierten Alltag von Essen und Schlafen nach sich zieht.
Die Unterbrechung unserer Routine erweckt die spirituelle Seite des Herzens. Das Herz erwacht, weil wir weniger essen und schlafen. Dies führt natürlicherweise zur Belebung der anderen Wirklichkeit des menschlichen Selbst [der Nafs] und des Herzens. Aus diesem Grund wird man spiritueller. Das Wort „Tarawih“ [der Name des besonderen Gebets, dass in der Nacht verrichtet wird] bedeutet wörtlich „spirituell werden“. Die Bedeutung des Tarawih leitet sich von „Ruh“ [Geist] ab.
Aus diesem Grund ist der Ramadan die Zeit der besonderen Zustände und der Freude.
Islamische Zeitung: Sicherlich kennen die meisten Muslime die relevanten Verse des Qur’an im Zusammenhang mit dem Ramadan. Könnten sie uns kurz einen Überblick verschaffen?
Dr. Asadullah Yate: In der Sure Al-Baqara [Vers 183 ff.] sagt Allah, dass das Fasten uns in dem gleichen Maße vorgeschrieben wurde, wie für jene Völker, die vor uns kamen. In anderen Worten: Das Fasten ist seit den Tagen Adams immer ein Teil der menschlichen Realität gewesen. Es ist keine Praxis, die nur auf die Muslime beschränkt ist.
Und Allah sagt in einem Vers, dass es uns vorgeschrieben sei, dass wir im Monat Ramadan fasten müssen. Es gibt natürlich Ausnahme für jene, die reisen oder krank sind. Jene Gruppen müssen in diesen Zuständen nicht reisen und die ausgelassenen Tage später nachholen.
An zwei Stellen dieser qur’anischen Verse erwähnt Er auch Regeln, die aufgehoben wurden. Diese betreffen jene historische Phase, in der die Muslime entscheiden konnten, ob sie fasten oder nicht. Wenn sie dies nicht taten, mussten sie eine Fidja bezahlen. Aber Allah hat mit jenen Versen in der Sure Al-Baqara nun diese Möglichkeit aufgehoben und uns gesagt, dass wir fasten müssen, wenn wir ansässig sind. Mit anderen Worten, wenn wir weder reisen oder krank sind.
An einer anderen Stelle dieser Gruppe qur’anischer Verse erlaubt Allah, dass die Muslime nun Geschlechtsverkehr während der gesamten Nacht haben können. Denn zu Beginn des Islam war es ihnen nur erlaubt, sich ihren Eheleuten bis zur Zeit des Nachtgebets zu nähern. Und so finden wir in Zusammenhang mit dem Ramadan zwei Gelegenheiten, bei denen eine frühere Praxis des Islam durch eine spätere aufgehoben wurde.
Islamische Zeitung: Ich habe von verschiedenen Phasen des Ramadans gehört und jede einzelne soll für ein bestimmtes Element des Fastenmonats stehen. Könnten sie uns diese kurz beschreiben?
Dr. Asadullah Yate: Der Gesandte Allahs sagte, dass der erste Teil des Ramadans, die ersten zehn Tage, Gnade oder Rahma ist. Der zweite Teil, seine Mitte – die Maghfira – ist die Vergebung, in der dem Diener Allahs alle falschen Handlungen verziehen werden. Und der dritte Teil ist die Freiheit, der Schutz vor dem [Höllen]Feuer.
Wir wissen von einer anderen prophetischen Überlieferung, dass jemandem, der den Ramadan „Imaman“ (mit vollem Vertrauen auf Allah) und „Ihtisaban“ (voll bewusst) fastet, seine Zunge hütet und sich offensichtlich von allen Dingen fern hält, die es zu vermeiden gilt, die falschen Handlungen vergeben werden. Man ist dann am Feiertag zum Ende des Ramadans wie ein neugeborener Säugling.
Islamische Zeitung: Für die Muslime ist die „Nacht der Macht“ (Lailatul Qadr) der Höhepunkt des Fastenmonats. Warum ist dies eine besondere Zeit und was bedeutet sie für die Muslime?
Dr. Asadullah Yate: Diese Nacht ist der enorme Augenblick, in dem Allah der Qur’an auf einmal herab sandte. Wir wissen natürlich, dass der Qur’an in einer langjährigen Periode offenbart wurden, wenn der Prophet Rechtleitung benötigte, um zu wissen, was er in einer bestimmten Lage zu tun hatte. Aber er wurde auch in einem Durchgang herab gesandt – in dieser Nacht der Macht (Qadr). Die Nacht ist eine Offenbarung der Macht Allahs.
Qadr bedeutet aber Maß oder Bestimmung. Es ist die Nacht, in der Allah die Ereignisse des kommenden Jahres bestimmt. Der Prophet hat uns angewiesen, nach ihr in den letzten zehn Tagen des Ramadans Ausschau zu halten. Dann hatte er diese Anweisung weiter eingegrenzt und gesagt, wir sollten nach ihr in den ungeraden Nächten suchen. Und schließlich gab der Gesandte Allahs eine noch genauerer Bestimmung, als er sagte, dass es sich dabei um die 27. Nacht handelt.
Wir haben unterschiedliche Überlieferungen, von denen keine absolut bestimmend ist. Der Gesandte Allahs wies uns an, wir sollten nach dieser Nacht „suchen“. Manche sind der Ansicht, dass sich die Nacht der Macht während des gesamten Ramadans finden lasse. Aber die wahrscheinlichsten Hinweise finden sich bezüglich der letzten zehn Tage des Ramadans und bezüglich des 27. Ramadan.
Die Lailatul Qadr ist die Nacht, in der wir daran erinnert werden, dass der Qur’an offenbart wurde. Wir wissen von einer anderen Überlieferung, dass es die Nacht der Stille ist. Dabei handelt es sich um einen Augenblick, in welcher die Belohnung von Allah endlos vergrößert wird. Für jedes Gebet während dieser Nacht, im Tarawih oder danach, gibt es eine besondere Belohnung.
Der Prophet hatte es uns ebenfalls empfohlen, in den letzten zehn Tagen des Ramadans I’tikaaf zu machen. Das heißt, sich in die Moschee zurückzuziehen und von der auswärtigen Welt abschneiden.
Islamische Zeitung: Nur wenige Tag nach der Lailatul Qadr kommt das Fest des ‚Id, welches das Ende des Ramadans markiert. Was ist die soziale Bedeutung des ‚Ids für die Muslime?
Dr. Asadullah Yate: Natürlich ist der ‚Id eine Zeit der enormen Freude, in der die Enthaltsamkeit plötzlich in eine Feier verwandelt wird, zu der alle zusammenkommen. Der Gesandte Allahs sagte, dass es zwei Freuden für den Fastenden gibt. Zum einen, wenn er am Ende des Tages sein Fasten bricht und zum anderen, wenn er seinem Herrn begegnet.
Die Muslime fasten für Allah und Allahs sagte in einem Hadith Qudsi: „Das Fasten ist für mich.“ Es ist also eine spezielle Form der Anbetung, die Allah für Sich beansprucht. Und Er sagt weiter: „Ich werde die Belohnung dafür geben.“
Das Fasten kann nicht von außen beobachtet werden. Nur der Fastende selbst und Allah wissen davon und so gibt es keine Grundlage für Rija – für das Angeben. Was am ‚Id geschieht ist die Umkehrung der gesamten Sache nach außen. Die Freude wird in den Menschen sichtbar und sie kommen zusammen. Normalerweise wird das besondere Feiertagsgebet in einer Musalla, einem Ort außerhalb der Stadt, verrichtet, in der alle Platz finden. Der ‚Id ist ein Augenblick der Vereinigung nach dieser Zeit der Enthaltsamkeit.
Islamische Zeitung: Sie haben umfangreich die muslimische Welt bereist. Was ist der Unterschied zwischen den Muslimen Europas auf der einen Seite und denen im Nahen Osten, wie sie den Ramadan praktizieren?
Dr. Asadullah Yate: Offenkundig fastet nur ein Teil der Bevölkerung in Europa. Und so findet sich hier eine andere Atmosphäre, wenn man die Geschäfte und Straßen betritt und die Mehrheit der Menschen nicht fastet. Dies hat eine Auswirkung auf den persönlichen Zustand. Man ist sich offenkundig bewusst, dass nur die anderen Muslime fasten.
In der traditionell muslimischen Welt geschieht der Ramadan jedoch als gemeinschaftliches Ereignis. Und so wird wegen der Macht des Fastens der Ruhani-Aspekt der Menschen geweckt und sie dadurch gestärkt. Dadurch wird der Din des Islam belebt und mit ihm die Menschen.
Wir wissen vom Propheten, dass die Teufel während des Ramadans in Ketten gelegt sind und die besten Eigenschaften der Menschen zu Tage treten. Dies ist in Europa nicht immer der Fall, denn wir werden uns des Unterschieds zwischen Fastenden und Nichtfastenden bewusst. Allerdings gibt uns dies natürlich die Möglichkeit, jenen Menschen, die keine Muslime sind, das große Geschenk des Ramadans zu erklären. Wir können sie zum Fastenbrechen einladen und mit ihnen das Licht teilen, dass Allah uns gegeben hat.
Islamische Zeitung: Vielen Dank für das Gespräch.

Wir beten dafür, dass diese Zeit eine Spanne der spirituellen Erneuerung wird. Eine Zeit, wenn man dazu in der Lage ist, für den vollen Nutzen der Göttlichen Geschenke, die den Anbetenden angeboten werden.
Diejenigen, die nicht in der Lage waren, sich in den beiden Monaten Rajab und Scha’ban auf den Ramadan vorzubereiten, sollten insbesondere den Ramadan gewissenhaft umsetzen.
Beachten wir die folgende Worte des Dichters: „Horche! O du, der nicht damit zufrieden war, im Radschab falsche Handlung zu vollziehen. Seine Rebellion gegen seinen Herrn musste während der Dauer das Scha’bans anhalten. Der Monat des Fastens ist nun gekommen, um dir Schatten und Schutz zu geben. Verwandle ihn nicht in einen Monat der falschen Taten. Lies den Qur’an und verherrliche (Allah), mit eifriger Zunge. In der Tat! Er ist ein Monat der Verherrlichung und des Qur’an. Verneine die Leidenschaften deines Körpers und suche das Heil deiner Seele. Irgendwann wird die Erde den Körper verzehren. Wie viele Verstorbene hast du gesehen, die fasteten – in deiner Familie, bei deinen Nachbarn und Brüdern? Der Tod hat sie ausgelöscht, und dich zurückgelassen. Sei ernsthaft, denn die Lebenden sind den Toten nah. Du erfreust dich an der Kleidung des ‘Ids [Feiertag am Ende des Ramadans], die nun für den Feiertag geschnitten wird. Aber bald wird sie dein Totenkleid sein. Wie lang kann eine Person in ihrer weltlichen Behausung glücklich sein? Bedenke, dass ihre endgültige Heimat das Grab ist.“
Foto: Yuri A./Shutterstock
Wir hoffen, dass der Ramadan für uns ein Mittel des spirituellen Aufstiegs ist. Wenn dies geschieht, und unsere körperlichen Leidenschaften abnehmen, können wir uns in jener Art des Fastens üben, wie sie von unseren rechtgeleiteten Vorläufern beschrieben wurde:
„Fastet eurer gesamtes Leben. Macht den Tod zu eurem ‘Id! Das Leben selbst ist ein Fasten für die Rechtgeleiteten. Denn es besteht im Fernbleiben von verbotenen Lüsten. Wenn der Tod zu ihnen kommt, dann endet ihr Fasten. In diesem Augenblick finden sie den Neumond des Festtages.“
Es ist für alle Muslime empfehlenswert, die prophetischen Gewohnheiten (Sunnan) des Ramadan zu befolgen. So sollten sie versuchen, eine Mahlzeit vor Sonnendämmerung (Sahur) zu sich zu nehmen, egal wie klein sie auch sein mag, und sich gleichermaßen dabei beeilen, das Fasten so früh wie möglich zu brechen. Der Sinn dieser Zeit besteht auch in der Steigerung des Gehorsams.
Dies wird dadurch erreicht, dass wir gewissenhaft an den Regeln bezüglich des Fastens festhalten. „O ihr, die ihr Iman habt. Das ist euch vorgeschrieben, so wie es jenen vorgeschrieben wurde, die euch vorausgingen, damit ihr Taqwa haben möget.“ (Al-Baqara, 183)
Ebenso sollten wir uns gegenseitig dazu anhalten, gerade jetzt großzügig zu sein. Unser geliebter Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, war schon üblicherweise überragend großzügig. Im Ramadan war er sogar noch freigiebiger. Ibn ‘Abbas, möge Allah mit ihm zufrieden sein, überlieferte:
„Der Prophet war der großzügigste aller Menschen. Er war im Ramadan noch freigiebiger, wenn Jibril [der Erzengel Gabriel] ihn besuchte und mit ihm den Qur’an durchging. Jibril kam zu ihm in jeder Nacht des Ramadans und ging den Qur’an mit ihm durch. Während dieser Augenblicke war der Gesandte Allahs noch großzügiger als der ungehindert wehende Wind.“ (Al-Bukhari und Muslim)
Wir sollten jeden ermutigen, den Qur’an mindestens einmal durchzulesen. Diejenigen, die die arabische Schrift beherrschen, sollten es auf Arabisch tun, selbst wenn sie dessen Bedeutung nicht voll verstehen. Auch sollten sie die jeweilige Übertragung der Bedeutungen in ihrer Muttersprache studieren.
Denen, welche die arabische Schrift nicht beherrschen, rate ich, trotzdem eine Übertragung studieren. Der Ramadan ist, neben vielen anderen Dingen, eine Feier des Qur’an. Wir sollten uns dieser Feier anschließen, indem wir während dieses gesegneten Monats häufig im Buch Allahs lesen.
Unsere Imame, Malik, Abu Hanifa, Asch-Schafi’i und andere, unterichteten während des Ramadans weder Hadithwissenschaften noch islamisches Recht (Fiqh). sondern widmeten sich ausschließlich dem Qur’an.
Allah sagt über Sein Majestätisches Buch: „Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung.“ (Al-Baqara, 185)
Foto: quickshooting, Adobe Stock
Alle sollten ermutigt werden, sich im Ramadan vor dem Schaden zu hüten, den die Zunge anrichten kann. In seinem Hauptwerk „Ihya ‘Ulum Ad-Din“ (Wiederbelebung von den Wissenschaften des Dins) benennt Imam Al-Ghazali diese Gefahren wie folgt:
• Übermäßiges Reden,
• Sprechen über falsche Taten,
• Streit und Anfechtungen,
• Unnötige ausgeschmückte Rede,
• Beleidigende oder frivole Sprache,
• Erweckung des Fluchs von Allah gegen jemand anderen,
• Frivoler Gesang oder die Rezitation unmoralischer Dichtung,
• Übertriebene Späße,
• Sarkasmus und Entwürdigung,
• Weitergabe von Geheimnissen,
• Falsche Versprechen,
• Lügen und falsche Eide,
• Verleumdung und üble Nachrede,
• Die Verschlechterung der Beziehung der Menschen untereinander durch die eigene Rede,
• Das Lob von jemandem, der es entweder nicht verdient hat oder nicht in der Lage ist, bescheiden zu bleiben,
• Sprechen über Themen und Vorstellungen, bei denen man weder das notwendige Wissen hat oder die Sprachfähigkeit, die dafür notwendig wäre, und
• Rede von einfachen Leuten in Fragen, die die Domäne von Spezialisten sind.
Möge Allah uns vor diesen Schädigungen während und nach dem Ramadan bewahren. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wer daran scheitert, die schädliche Rede zu lassen und dann nach ihr handelt, von dem verlangt Allah auch nicht, dass er das Essen und Trinken sein lässt.“ (Al-Bukhari)
Foto: hussein, Adobe Stock
Wir sind dazu aufgerufen, alle Streitigkeiten, Auseinandersetzungen und unnötigen Verstrickungen während dieses gesegneten Monates sein zu lassen. Dies ist die Zeit für tiefe Anbetung und Hinwendung zu Allah.
Es ist für uns empfehlenswert, getrennte Beziehungen oder Verwandtschaftsgrade wieder zu beleben, die vernachlässigt wurden. Dies ist eine Zeit, in der der sanfte Wind der Göttlichen Hilfestellung weht. Jede gute Sache, die wir im Ramadan angehen, wird – wenn Allah es will – ihre Früchte tragen.
Gleichfalls ist es nicht nur Tradition, sondern auch empfehlenswert, in dieser Zeit einfach und leicht zu essen. Man sollte die Absicht fassen, unnötige und allgemein ungesunde Nahrung nicht zu essen. Pizza, Eiscreme, Fast-Food, Gebäck, Fritiertes und Softdrinks sollten stehen bleiben.
In manchen Regionen der muslimischen Welt artet das eigentlich simple Mahl zum Fastenbrechen in ein Gelage aus, und in einigen Regionen haben sich sogar zwei warme Mahlzeiten vor dem Schlafengehen eingebürgert. So kommt es, dass nicht wenige Muslime im Ramadan sogar zunehmen, statt an Gewicht zu verlieren.
Wer es gewohnt ist, viel Fernsehen zu schauen oder kommerzielle Musik zu hören, ist gut beraten, diese Dinge im Ramadan aufzugeben. Sie lenken uns von der Erinnerung an Allah auf jeden Fall ab. Während dieser besonderen Zeit, wenn jeder Buchstabe des Majestätischen Qur’an, den wir rezitieren, belohnt wird, sollten wir uns damit beschäftigen, anstatt mit banalem Zeitvertreib.
Für Ehepaare ist es segensreich, sich gegenseitig an die spirituellen Elemente der Sunna im Ramadan zu erinnern, das heißt der Rezitation des Qur’an, der Teilnahme an Tarawih-Gebeten etc. Diejenigen, die gewohnt sind, im Ramadan extravagante Abendessen zu halten, sollten dies vermeiden, insbesondere wenn die Menschen in der Küche mit langen Stunden beschäftigt sind, anstatt ihre freiwillige Anbetung zu vollziehen.
Üblicherweise sind gerade die Frauen vom Kochen während des Fastens betroffen. Während es ohne Frage lobenswert ist, Gäste und andere mit Essen zu versorgen, damit diese ihr Fasten brechen können, so reichen Datteln, Wasser (oder auch Milch) und eine einfach zubereitete Mahlzeit aus.
Für jeden von uns zahlt es sich aus, an den freiwilligen Tarawih-Gebeten teilzunehmen. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Für den, der während der Nächte im Ramadan im Gebet steht, werden seine/ihre Sünde ausgelöscht.“ (Al-Bukhari und Muslim)
Das Gebet ist ein Symbol für unser Leben. Der Ramadan ist eine großartige Zeit, die Macht des Gebets wieder zu entdecken und unsere Widmung für unseren Herrn durch das Gebet wieder zu erneuern.
Nach dem Glaubenszeugnis (Schahada), dem Gebet (Salat) und der Wohlstandsabgabe (Zakat) ist das Fasten (Sijjam) die vierte Säule des Islam. (iz). Es hat rituelle, spirituelle, gesundheitliche, soziale, psychologische und ökonomische […]
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(iz). Allah der Erhabene sagt in Seinem Buch: „Herabgesandt haben Wir ihn in der Nacht der Macht und Bestimmung. Und du weißt sehr wohl, was die Nacht der Macht und Bestimmung ist. Die Nacht der Macht und Bestimmung ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel herab und der Ruh (Geist) mit der Erlaubnis ihres Herrn und Seinem Befehl. Friede ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung.“ (Sura Al-Qadr)
Zum Anlass der Bekanntmachung der Lailatu’l-Qadr wurde unter anderem das Folgende vom Propheten überliefert:
„Jemand berichtete dem Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, von einem Mann von den Söhnen Israels, der tausend Monate lang die Nächte im Gebet verbrachte und an den Tagen auf dem Wege Allahs kämpfte. Der Gesandte Allahs, Friede sei mit ihm, war davon sehr beeindruckt und wünschte sich dasselbe für seine Leute. Er sagte: ‘Oh mein Herr, Du hast meine Leute (verglichen mit den Völkern vor ihnen, als die) mit der geringsten Lebensspanne und (daher als die) mit den wenigsten Taten erschaffen’, worauf Allah ihm die Lailatu’l-Qadr, die Nacht der Macht und Bestimmung (zu erkennen) gab.“
Foto: Max Pexels
In dieser Nacht sandte Allah den Qur’an herab, und in ihr werden die Dinge für das kommende Jahr festgelegt. Allah sagt im Qur’an: „Wir sandten ihn herab in der Nacht der Macht und Bestimmung“ und „Wir sandten ihn herab in einer Nacht, in der alle entscheidenden Dinge festgelegt werden.“
Über die Herabsendung des Qur’an finden wir in den Erläuterungen zum Qur’an (Tafsir) folgende Überlieferungen: „Allah sandte den Qur’an in dieser Nacht von der Wohlbewahrten Tafel zum uns nächsten Himmel herab. Der Engel Dschibril (Gabriel), Friede sei mit ihm, diktierte den Qur’an den Engeln des uns am nächsten gelegenen Himmels, die ihn dann auf Seiten aufschrieben. Diese Seiten wurden an einem Ort mit dem Namen Baitu’l-Izza, das Haus der Würde, aufbewahrt und von dort aus überbrachte Dschibril, Friede sei mit ihm, den Qur’an zu verschiedenen Anlässen und Begebenheiten dem Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm.“
Der Vorgang der Offenbarung geschah in einem Zeitraum von etwa 20 bis 23 Jahren in unsere Welt. Der Qur’an wurde somit sowohl als Ganzes, als auch Stück für Stück offenbart.
Wer die Nacht der Bestimmung in der Anbetung Allahs verbringt, bekommt eine Belohnung, als ob er tausend Monate (in denen diese Nacht nicht enthalten ist) durchgehend in der Anbetung Allahs (‘Ibada) verbracht hätte. Wer diese Nacht – in Erwartung der großen Belohnung, die in ihr für alle guten Taten liegt – mit Erinnerung an Allah (Dhikr) und Anbetung verbringt, dem werden seine Fehler und falschen Taten vergeben.
Die Nacht der Bestimmung ist eine besondere Eigenschaft der Muslime. Keinem anderen Volk, keiner anderen Gemeinde hat Allah vorher dieses Wissen gegeben. Er hat jedoch die genaue Zeit der Lailatu’l-Qadr vor den Menschen verborgen, damit viele die Nächte des Ramadan auf der Suche nach ihr verbracht werden.
Allah hat auch anderswo gewisse Dinge und Zeiten in anderem verborgen, um die Menschen zu Mehr und Besserem anzuregen. Dazu gehören zum Beispiel folgende Dinge und Zeiten:
Die Lailatu’l-Qadr im Ramadan, damit viele der Nächte des Ramadan auf der Suche nach ihr verbracht werden. Die genaue Zeit am Tag des Freitagsgebetes (Dschumu’a), zu der von Allah die Bittgebete (Du’a) erhört werden, damit man während des gesamten Tages Du’a macht.
Das Mittlere Gebet (Salaatu’l-Wusta) unter den anderen, damit man alle gleich schätzt und alle einrichtet. Seinen Höchsten Namen verbarg Allah unter Seinen anderen Namen, damit die Menschen Ihn bei allen Seinen Namen anrufen.
Den größten Wali (Freund Allahs), den Qutb, den Pol der Schöpfung, unter den Gläubigen, den Muminun, damit man alle respektiert und über alle gut denkt und spricht.
Die Stunde, zu der das Ende dieser Welt und allem, was auf ihr ist, kommen wird, damit sich die Menschen immer an sie erinnern und sich davor in Acht nehmen.
Die Zeit des Todes einer Person in seiner Lebensspanne, damit sie immer darauf vorbereitet ist. Selbst wenn man die genaue Zeit der Lailatu’l-Qadr nicht erkennt, bekommt man doch von der unermesslichen Belohnung, die in ihr liegt, durch die Absicht und die Suche nach ihr.
Foto: Meeko Media, Shutterstock
Wer in der Lailatu’l-Qadr das Nachtgebet in der Moschee mit der Gemeinschaft verrichtet, bekommt seinen Anteil an ihr. Diese Nacht ist am wahrscheinlichsten innerhalb der letzten zehn ungeraden Nächte des Ramadan zu finden.
Die Zeichen der Lailatu’l-Qadr sind unter anderem, dass in dieser Nacht der Himmel sehr klar ist; es ist eine relativ milde Nacht, nicht zu heiß, nicht zu kalt; es ist eine ruhige Nacht, das Bellen von Hunden und das Rufen der Esel ist in dieser Nacht weniger; Salzwasser wird etwas süßer; man kann beobachten, wie die verschiedenen Geschöpfe Allahs sich auf ihre Art und Weise vor Allah niederwerfen; man hört, als ob es menschliche Worte wären, wie jedes Ding sich an Allah erinnert, und am Sonnenaufgang ist der Tag besonders hell und rein.
Nacht der Bestimmung: In der Sura Al-Qadr sagt Allah: „Die Engel steigen herab und der Ruh mit der Erlaubnis ihres Herrn, und mit Seinem Befehl.“
In dieser Nacht werden die Geschicke aller Dinge für das kommende Jahr festgelegt. Das heißt, dass alle an der Ausführung beauftragten Engel in dieser Nacht über ihre Aufgaben für das kommende Jahr unterrichtet werden – das sind Dinge, wie beispielsweise die Verpflegung und Versorgung des Menschen, die Zeiten des Todes und alles, was das nächste Jahr bringen wird.
Diese Bestimmung wird den so genannten „Verwaltern“, den vier großen Engeln Jibril, Mikail, Israfil und Azrail, Friede sei mit ihnen, zur Ausführung übergeben.
In jener Nacht kommen die Engel, die sich sonst am Lotusbaum (Sidratu’l-Muntaha) an der Grenze der erschaffenen Dinge aufhalten, auf die Erde. Dschibril, Friede sei mit ihm, kommt auf die Erde herab und bringt vier Banner mit sich. Eines stellt er am Grab des Propheten auf, eins am Baitu’l-Maqdis, der Moschee in Al-Quds (Jerusalem), eins am Masdschidu’l-Haram, der Moschee um die Ka’aba, und eins am Berg Sinai.
Palästinensische „Musaharatis“ schlagen Trommeln, während sie am ersten Abend des Ramadan ihre Runde drehen. (Shutterstock)
Er geht in dieser Nacht in jedes Haus, in dem ein Gläubiger oder eine Gläubige wohnt und begrüßt sie und sagt: „Oh Gläubiger/Oh Gläubige, der Friede, As-Salam, grüßt euch mit Frieden, Salam.“
Jibril, Friede sei mit ihm, macht dabei keine Ausnahme, ob rechtschaffen oder nicht; nur drei Gruppen besucht und grüßt er nicht: Alkoholiker, Leute die Schweinefleisch essen, und Leute, die die Familienbande brechen.
Es gibt verschiedene Ansichten darüber, was der Geist, der Ruh, sei, der hier gemeint ist. Es gibt die Ansicht, dass damit Jibril, Friede sei mit ihm, gemeint ist, und es gibt eine Ansicht, die sagt, dass dieser Geist, der in der Lailatu’l-Qadr auf die Erde herab kommt, ein Engel ganz besonderer Art ist. Dieser Engel befindet sich direkt unter dem Thron Allahs und ist von gewaltiger Größe.
Er preist Allahs Majestät jeden Morgen und jeden Abend. Er hat tausend Köpfe, in jedem Kopf hat er tausend Gesichter, in jedem Gesicht tausend Münder, und in jedem Mund tausend Zungen, und jede Zunge preist und lobt Allah auf tausend verschiedene Arten und jede seiner Zungen spricht eine andere Sprache als die anderen.
Wenn dieser Engel seine Münder öffnet, um Allah zu loben, werfen sich alle Engel in den sieben Himmeln nieder – aus Furcht, die Intensität des Lichtes, das aus seinen Mündern kommt, würde sie auslöschen. In der Nacht der Bestimmung kommt er wegen der besonderen Bedeutung dieses Augenblicks auf die Erde.
Er bittet Allah mit allen seinen Mündern bis zum Anbruch der Morgendämmerung um Vergebung für jeden Mann und jede Frau aus der Gemeinde Muhammads, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, die das Fasten einhalten.

(iz). Während Europa unter den Lasten der Finanzkrise stöhnt und das Auseinanderbrechen der Eurozone – und sogar den Rückfall in den Nationalismus – befürchtet, sind Millionen Muslimen durch einen alten Ritus vereint: das Fasten.
Jeden Tag üben Millionen Gläubige, vereint in einem überlieferten Ablauf, den Verzicht auf Nahrung und Konsum ein. Das Fasten gleicht so für einige Stunden die unterschiedlichsten Lebensverhältnisse an.
Foto: 4.murat, Shutterstock
Im Mittelpunkt steht das Verhältnis der Menschen zu ihrem Schöpfer und die Reflektion über die Bedeutung des eigenen Daseins. Am Abend nach Sonnenuntergang dreht sich das Geschehen dann in eine ausgelassene Atmosphäre, es wird gemeinsam gegessen, gefeiert und gebetet.
In allen Moscheen Europas treffen sich Muslime zu besonderen Gebeten und Vorträgen. Dabei ist die Praxis des Fastens zwischen allen Glaubensrichtungen unstrittig. Natürlich gibt es auch regionale Unterschiede, die sich besonders in den Stunden nach Sonnenuntergang zeigen.
Es gibt zum Beispiel bestimmte Traditionen, was man abends isst oder trinkt. Besonders interessant ist der Ramadan in den muslimischen Regionen Europas. In Sarajevo gibt die osmanische Altstadt jeden Abend die wunderschöne Kulisse für eine festliche Stimmung nach Sonnenuntergang vor.
In vielen Lokalen trifft man sich zum Fastenbrechen oder geht später zu Konzerten unter freiem Himmel. Im andalusischen Granada genießen die Gläubigen nach einem Fastentag mit großer Hitze das Fastenbrechen. Sie sitzen nach dem Gebet noch lange auf der Terrasse der örtlichen Moschee im Albaycin; bis zum Morgengebet herrscht hier ein buntes Treiben.
Natürlich fehlt es in vielen deutschen Städten wie Berlin an dieser einmaligen architektonischen Umgebung. Aber in unzähligen kleinen und großen Moscheen fehlt es dennoch weder an Atmosphäre, noch am Zusammenhalt.
Foto: IZ Medien, Archiv
Jeder muslimische Haushalt lädt in dieser einmaligen Zeit gerne Gäste zum Essen ein. In den Moscheen wird Geld für sozial Bedürftige oder Menschen in Not gesammelt. Auch wenn die Muslime in Großstädten wie Berlin nur eine Minderheit sind, es ist gerade die Fastenzeit, die ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl schafft.
Außerdem laden Dutzende Gemeinden traditionell auch die Nachbarschaft zum Fastenbrechen ein. Die Besucher werden so Teil des reichhaltigen spirituellen Lebens im Islam. In ganz Europa wird so deutlich, dass es zwischen Muslimen in Europa manche kulturellen Unterschiede gibt, aber auch eine große Einheit in der Lebenspraxis selbst.

Ramadan: Erst kommt unmittelbar nach dem Ende ein wehleidiges Zurückblicken auf den vergangenen Monat. Dann wird sehnsüchtig vorwärts geschaut. (iz). Ramadan. Ein Monat, der für manche manchmal nichts weiter darstellt […]
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(iz). Der Fastenmonat Ramadan heißt für die Muslime, dass sie sich einen Monat lang von Beginn des Sonnenaufgangs bis zum Sonnenuntergang des Essens und des Trinkens enthalten. Jedoch wird die eigentliche Bedeutung dieses Monats und des damit verbundenen Fastens oft verkannt, birgt aber eine Reihe von bemerkenswerten Besonderheiten.
Er zeichnet sich dadurch vor den anderen Monaten aus, dass in ihm der Qur’an als ganzes in den untersten Himmel herabgesandt wurde und in ihm der Engel Jibril dem Propheten das erste Mal erschien und ihm die ersten Worte der Offenbarung lehrte.
Foto: Pxhere.com
Es ist auch der Monat der Entscheidung, in dem sich die erste und wohl bedeutendste Auseinandersetzung zwischen den Muslimen und dem Stamm Quraisch bei Badr ereignete, bei der Allah den Muslimen mit fünftausend Engeln zur Seite stand und sie siegreich den Platz des Geschehens verließen.
Ramadan, das ist auch der Monat der Eroberung und Vollendung, da der Prophet in ihm, einundzwanzig Jahre nach seiner Entsendung, friedlich nach Mekka zurückkehrte. Das Fasten wurde den Muslimen im zweiten Jahr nach der Hijra als Pflicht auferlegt und löste jegliches Fasten ab, welches der Prophet und seine Gefährten zu begehen pflegten.
Von Beginn des Fajr bis zu Maghrib müssen sich die Muslime jeglicher Nahrungsaufnahme enthalten. Kranke, die regelmäßig Medizin einnehmen müssen oder bei denen ein verlangsamter Heilungsprozess zu befürchten ist, sind vom Fasten ausgenommen und müssen die versäumten Tage nachfasten.
Ebenfalls ausgenommen sind Reisende, die eine Entfernung zurücklegen wollen, die das Kürzen des Gebetes erlaubt, und solche, die, wollen sie am Tag des Reisebeginns bereits essen, die Reise vor dem Fajr antreten. Dem Leser ist dringend geraten, sich bei seinem Imam, Hodscha oder Schaikh über weitere Regeln, Ausnahmen und Pflichten zu informieren, da ein von ihm verschuldetes Versäumnis keine Entschuldigung darstellt.
Ein weiterer oft übersehener, aber genauso wichtiger Aspekt des Fastens ist der der Läuterung des Nafs während des Fastens. Denn Allah der Erhabene macht eine geläuterte Seele zur Voraussetzung für das richtige Verständnis von Qur’an und Sunna.
Gemäß des Verses „Allah hat den Gläubigen wirklich eine Wohltat erwiesen, als Er unter ihnen einen Gesandten von ihnen selbst geschickt hat, der ihnen Seine Zeichen verliest, und sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obgleich sie sich zuvor wahrlich in deutlichem Irrtum befanden“, sind wir sogar aufgerufen, uns zu läutern, noch bevor wir uns den Regeln und Richtlinien Allahs zuwenden, um diese überhaupt richtig verstehen zu können.
Da unsere Taten ansonsten den Mantel einer islamischen Handlungsweise tragen, sie aber in Wirklichkeit auf den niederen Beweggründen unseres Nafs fußen und das Licht der Offenbarung von den Schatten der Triebseele, wie Neid, Arroganz und Selbstsucht, abgeschirmt wird.
In diesem Rahmen erlangt das Fasten seine eigentliche Bedeutung. Denn Allah teilt uns im Qur’an mit, welchen Zweck das Fasten zu erfüllen hat: „O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.“
Und der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, äußerte sich verdeutlichend: „Der Schaitan nimmt seinen Weg im menschlichen Körper in den Bahnen des Blutes, so verengt sie ihm durch den Hunger.“ Sowohl für das Erlangen der Gottesfurcht, als auch für die Läuterung des Nafs spielt das Fasten eine wesentliche Rolle.
Die körperlichen Triebe, denen sich der Schaitan bedient und mittels derer er sein Unwesen treibt, werden durch das Fasten um ein wesentliches geschwächt, so das der Mensch seinen Einflüsterungen nicht mehr in einem so großen Maße ausgesetzt ist.
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Dass die Teufel im Ramadan in Ketten liegen, sollte es uns noch leichter machen, unser Nafs in diesem Monat zu läutern. Imam Al-Ghazali macht in seinem Werk „Ihya ‘Ulum Ad-Din“ auf einige Dinge aufmerksam, die der Fastende berücksichtigen sollte, um die Früchte des Fastens in vollem Maße ernten und genießen zu können.
Den Blick vor allem Verwerflichem und allem, was vom Gedenken an Allah abhält und ablenkt, zu senken, ist eine der wichtigsten Verhaltensregeln, die der Fastende befolgen sollte. Der Prophet sagte: „Der Blick ist ein vergifteter Pfeil der Pfeile Iblis’, möge Allah ihn verfluchen. Wer ihn senkt aus Furcht vor Allah, dem wird Allah einen Iman schenken, dessen Süße er im Herz spüren wird.“
So lenken den Fastenden in unserer Zeit viele visuelle Eindrücke vom Gedenken Allahs ab, und machen es ihm schwer, sich seines Zustandes zu vergegenwärtigen. Das führt dazu, dass er nicht mehr darauf achtet, mit welchen Worten er seine Zunge sprechen lässt. Überflüssiges Gerede, Lügen, üble Nachrede, Verleumdung, unzüchtige Rede, Beschimpfungen und Streitgespräche ziemen sich nicht im Munde eines Fastenden.
Vielmehr soll er sich im Schweigen üben, Allahs des Erhabenen gedenken und den Qur’an rezitieren. So sagt der Gesandte Allahs, Sein Segen und Frieden auf ihm: „Wer Falschaussagen und üble Nachrede nicht unterlässt, so hat Allah kein Interesse daran, das dieser für Allah sein Essen und Trinken unterlässt.“
Es genügt aber nicht allein, seine Zunge zu hüten, vielmehr ist das Bewahren der Ohren vor dem, was die Zunge nicht aussprechen soll, logische Konsequenz, mit der das erstere erst vervollkommnet wird, da der Zuhörer gleich demjenigen ist, der üble Nachrede verübt.
Um nicht ein Schloss zu bauen und dafür eine ganze Wohnsiedlung abzureißen, ist der Fastende angehalten, unbedingt darauf zu achten, dass die übrigen Körperteile sich Verbotenem enthalten. Dazu gehört auch das Meiden verbotener Speisen und der gemäßigte Konsum erlaubter.
Wie eingangs erwähnt, hat das Fasten den Sinn, die Triebe zu schwächen, um sich den Gottesdiensten zuzuwenden und sein Nafs zu läutern. Äße man abends übermäßig von dem, dessen man sich des Tages enthält, würde man sich die Früchte seiner Anstrengungen zunichte machen. Dem Fastendem muss weiterhin klar sein, dass die Verhaltensregeln keine optionalen sind.
Zwar sprechen die Fuqaha’ [Rechtsgelehrten] über ein gültiges Fasten, sofern man sich des Essens und des Trinkens enthält, doch aus der Sunna geht deutlich hervor, dass der Fastende, der die andere Seite des Fastens vernachlässigt, keinen Lohn für seine Enthaltung zu erwarten hat.
„Wer Ramadan aus festem Glauben und mit reiner Absicht im Gebet verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“
Sowohl der Prophet als auch seine Gefährten beteten im Monat Ramadan nach dem Ischa’-Gebet [Nachtgebet] ein zusätzliches Gebet, das unter den Namen Tarawwih bekannt ist. In den ersten beiden Nächten betete der Prophet in der Moschee, wo sich seine Gefährten ihm anschlossen. In der dritten Nacht jedoch verrichtete der Prophet das Gebet nicht mehr in der Moschee und sagte am darauf folgenden Morgen zu seinen Gefährten:
„Es hielt mich lediglich die Furcht ab, es könnte euch zur Pflicht gemacht werden.“
So beteten sie einzeln und in kleinen Gruppen, bis sich die Moschee nach dem Tod des Propheten mit den Gefährten und den Tabi’un füllte und der Khalif ‘Umar es vorteilhafter für die Demut im Gebet empfand, das Gebet von einem Imam leiten zu lassen.
Screenshot: Youtube
Die Gefährten, die begriffen, dass nicht das Zusammen beten, sondern die Furcht des Propheten, es könnte zur Pflicht werden, den Propheten abhielten, mit ihnen in der Gemeinschaft zu beten, widersprachen ‘Umar nicht in seiner Entscheidung, sondern bekräftigten ihn durch ihren Zustimmung. ‘Umar legte damit gleichzeitig die Anzahl der Gebetseinheiten auf 20 Raka’, ohne die drei Raka’ für das Witr-Gebet, fest.
Jedoch ist zu bemerken, dass es örtliche Differenzen in der Anzahl der Raka’at gab. So wird von Zaid bin Wahb, Dawud bin Qais, Nafi’, Al-Hafiz bin Hadschar, Ishaq bin Mansur und anderen überliefert, dass man in Mekka 20 Raka’t, in Medina 36 und in Basra 34 betete.
Da zu Zeiten ‘Umars, ‘Uthmans und ‘Alis das Tarawwih-Gebet mit zwanzig Raka’t begangen wurde, übernahmen die vier Rechtsschulen mehrheitlich diese Zahl, Meinungsverschiedenheiten und davon abweichende Meinungen innerhalb der einzelnen Rechtsschulen vorbehalten. Daraus ergibt sich, dass der Prophet die Anzahl zwar nicht festgelegt, sie aber auch nicht beschränkt hat.
Ibn Taimija sagte diesbezüglich: „Es wird überliefert, dass Abu Ubaij b. Ka’b (unter Anweisung ‘Umars) das Gebet im Ramadan mit zwanzig Raka’t leitete und drei Raka’at Witr anschloss, so dass viele der Sahaba dies als die Sunna ansahen und keiner von ihnen widersprach. Sodass dies ein Konsens der Sahaba ist“.
Quellen:
Nur Ad-Din Itr: ‘Ulum Al-Qur’an
Ali ‘Imran, Vers 164.
Al-Bukhari und Muslim.
Al-Hakim, mit Isnad Sahih.
Sunan At-Tirmidhi.
Al-Bukhari und Muslim.
Ibn Taimijja: Al-Fatawa
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