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San Diego: Wenn der Hass zur Praxis wird

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San Diego: Was haben mediale und politische Diskurse mit den Schüssen auf das Islamische Zentrum zu tun?

(The Conversation). Viele muslimische US-Bürger waren verängstigt nach einer Schießerei im islamischen Zentrum von San Diego, bei der drei Gläubige ums Leben kamen. Von Anisah Bagasara

Ermittler fanden Berichten zufolge hasserfüllte Äußerungen und antimuslimische Schriftzüge im Fahrzeug der mutmaßlichen Schützen, die sich kurz nach dem Anschlag das Leben nahmen.

Der Direktor des Islamischen Zentrums, Taha Hassane, verurteilte den Angriff und rief gleichzeitig dazu auf, mit positiven Eigenschaften zu reagieren. „Wir alle sind dafür verantwortlich, die Kultur der Toleranz, die Kultur der Liebe zu verbreiten“, sagte er und beklagte die Umstände, die zu solcher Gewalt geführt hatten.

Der Anschlag ereignete sich nur eine Woche vor dem Fest des Eid al-Adha. Es ist das jährliche Fest, das die Bereitschaft des Propheten Ibrahim feiert, seinen Sohn im Gehorsam gegenüber Gott zu opfern, sowie vor dem Abschluss der Hajj – der Pilgerfahrt nach Mekka, einer der fünf Säulen des Islam.

Dies geschah zudem vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen im Nahen Osten und einer zunehmend schrillen politischen Rhetorik in den Vereinigten Staaten. Republikaner im Kongress hielten in der Woche vom 13. Mai 2026 Anhörungen unter dem Titel „Sharia-Free America“ ab.

Dies spiegelt ein seit langem bestehendes antimuslimisches Klischee wider, das sie als Eindringlinge darstellt, die allen anderen US-Bürger die Scharia aufzwingen wollen. Viele von ihnen sind besorgt, da der Anstieg antimuslimischer Vorurteile unter Politikern größtenteils auf Schweigen gestoßen ist.

Sie warnen seit langem, dass die zunehmende Rhetorik gegen den Islam und Muslime ihre Gemeinschaft gefährdet. Als Wissenschaftlerin, die sich mit Islamophobie und deren Auswirkungen auf diese Amerikaner befasst, habe ich beobachtet, wie der Krieg mit dem Iran die muslimische Stimmung im Internet verschärft hat.

Eine Studie des Center for the Study of Organized Hate ergab, dass in den ersten sechs Tagen des Konflikts die durchschnittliche Anzahl islamfeindlicher Postings auf X von rund 2.000 Beiträgen pro Tag auf 6.000 stieg.

Untersuchungen zeigen immer wieder, dass negative Darstellungen von Muslimen die öffentliche Haltung ihnen gegenüber prägen und zu verstärkter Diskriminierung, psychischen Schäden und Hassverbrechen wie dem Amoklauf in San Diego führen können.

Beiträge und Kommentare in den sozialen Medien zeigten eine zunehmende Verwendung entmenschlichender Sprache gegenüber Muslimen. In einer von mir im Jahr 2020 durchgeführten Studie gab eine Mehrheit der 830 Befragten, die meisten antimuslimischen Inhalte auf Facebook anzutreffen, gefolgt von Twitter und Instagram.

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Foto: The White House | Lizenz: gemeinfrei

Diese Verschiebung spiegelte sich in der Wortwahl und Berichterstattung über den Islam in rechtsgerichteten Medienunternehmen wider, die sie oft als „Eindringlinge“ darstellten, die die Scharia durchsetzen wollten, und als Belastung für die Sozialsysteme.

Auch die Mainstreammedien können ihre negative Beschreibung verstärken, indem sie den Islam oft im Zusammenhang mit Terrorismus thematisieren. Sie präsentieren Muslime negativer als andere ethnische oder religiöse Minderheiten.

Ideologische Verbrechen nehmen tendenziell parallel zu antimuslimischer Rhetorik zu. Im Jahr 2016, einer Zeit mit hoher antiislamischen Wortwahl, wurden 307 Vorfälle berichtet – die höchste Quantität seit der Phase unmittelbar nach dem 11. September.

Die Zahlen gingen 2017 zurück, stiegen jedoch 2024 mit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas wieder an. Hier wurden 288 antimuslimische Hassverbrechen gemeldet.

Eine Umfrage von 2025 ergab, dass 63 % der US-Muslime angaben, religiöse Diskriminierung erlebt zu haben, wobei viele seit 2016 mindestens einen solchen Vorfall jährlich meldeten.

Die kumulativen Auswirkungen der Islamfeindlichkeit wirken sich auf ihre psychische Gesundheit und ihren Zugang zu medizinischer Versorgung aus.

Zahlreiche Studien seit dem 11. September 2001 bringen die hohe Diskriminierungsrate, der die hiesigen Communitys ausgesetzt sind, mit einer höheren Depressionsrate in Verbindung. Diskriminierungserfahrungen führen zudem dazu, dass manche US-Muslime glauben, nicht als Amerikaner angesehen zu werden.

31 % der Teilnehmer meiner Studie von 2020 beschrieben die Auswirkungen von Onlinemedien auf ihre psychische Gesundheit. Viele gaben an, dass sie es vermieden, ihre Identität in Social-Media-Beiträgen zu zeigen, einen muslimischen politischen Kandidaten in sozialen Medien zu unterstützen bzw. gar religiöse Inhalte sowie Videos zu teilen. Einige zogen sich einfach zurück – 27 % deaktivierten oder löschten ihre Social-Media-Konten.

Darüber hinaus gaben viele Muslime an, sich davon abgehalten zu fühlen, sowohl physische als auch psychologische Behandlung bei nichtmuslimischen Anbietern in Anspruch zu nehmen.

Foto: State Dept. / D.A. Peterson

Dies führt dazu, dass US-Muslime die verfügbaren Dienste im Vergleich zu anderen ethnischen und religiösen Minderheitengruppen deutlich weniger nutzen.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 ergab, dass fast ein Drittel der muslimischen Amerikaner angab, in Einrichtungen des Gesundheitswesens Diskriminierung erlebt zu haben, was sich auf ihr Vertrauen in die Anbieter auswirkt. Die Mehrheit berichtete von unhöflicher Behandlung durch das Personal, mangelnder Rücksichtnahme auf Sitten und Gebräuche oder der Missachtung ihrer Schmerzen.

Ein Teilnehmer dieser Studie sagte: „Als ich zu einer Operation ging, erkannten die medizinischen Fachkräfte nicht, wie wichtig es für mich war, meinen Hijab zu behalten und den Großteil meines Körpers bedeckt zu haben.“

Als Reaktion darauf sind auf lokaler und nationaler Ebene eine Reihe von Initiativen entstanden. Ein Ansatz besteht darin, Wissen über Psycho-Gesundheit in Communitys zu fördern und Netzwerke von Experten für psychisches Wohlbefinden aufzubauen, die mit diesen Klienten arbeiten.

Forscher und Fachkräfte haben begonnen, Therapien und Ressourcen zu entwickeln, die islamische Glaubensvorstellungen und spirituelle Ansätze in die Behandlung einbeziehen. Dazu gehören Psychotherapien, die vom Qur’an, den Lehren des Propheten und sufischen Praktiken wie Selbstreflexion, Gebet und Achtsamkeit inspiriert sind.

* Übersetzt und veröffentlicht im Rahmen einer CC-Lizenz.

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San Diego: Angriff auf eine Moschee – der Schatten antimuslimischer Gewalt

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Tote vor einer Moschee in San Diego, zwei tote jugendliche Tatverdächtige und Ermittlungen wegen Hassverbrechens: Der Angriff steht am Anfang der Aufklärung. Schon jetzt verweist er auf eine bestehende Realität: Muslimische Gemeinden leben seit Jahren mit Gewalt, Verdacht und politischer Normalisierung.

(iz). Bei einem Angriff auf das Islamic Center of San Diego sind am Montag drei Männer getötet worden. Zwei jugendliche Tatverdächtige wurden wenig später tot in einem Fahrzeug in der Nähe gefunden, offenbar durch selbst zugefügte Schussverletzungen.

Die Polizei von San Diego und das FBI behandeln die Tat als mögliches Hassverbrechen; Polizeichef Scott Wahl sprach von Hinweisen auf „generalized hate rhetoric“. Er betonte zugleich, dass ein genaues Motiv noch nicht öffentlich geklärt sei. Nach jetzigem Stand handelt es sich um ein mutmaßliches antimuslimisches Hassverbrechen.

Der Angriff traf die größte Moschee im San Diego County, einen Komplex mit Gebetsräumen und Schule. Die ersten Notrufe gingen gegen 11.40 bis 11.43 Uhr Ortszeit ein; die Polizei war nach Behördenangaben innerhalb von vier Minuten vor Ort und fand drei getötete Männer vor dem Zentrum.

Parallel wurde wenige Blocks entfernt auf einen Landschaftsgärtner geschossen, der unverletzt blieb; Ermittler behandeln diesen Vorfall als mit der Moscheeattacke verbunden.

Opfer und offene Motivfrage

Die Vorgeschichte des Morgens ist für die Ermittlungen zentral. Nach Behördenangaben hatte die Mutter eines der Verdächtigen rund zwei Stunden vor der Tat die Polizei verständigt, weil ihr Sohn verschwunden sei, sie ihn als suizidal beschrieb und zugleich Waffen sowie ihr Fahrzeug fehlten.

Wahl sagte zudem, die Mutter habe eine Notiz gefunden, deren Inhalt zunächst nicht veröffentlicht wurde. NBC News berichtete unter Berufung auf Strafverfolgungsquellen, Ermittler prüften mögliche antiislamische Schriften im Fahrzeug der Verdächtigen.

Unter den Toten war nach Medien- und Community-Angaben Amin Abdullah, ein Sicherheitsmitarbeiter der Moschee und Vater von acht Kindern. Polizeichef Wahl sagte, Abdullah habe eine „pivotal role“ gespielt und vermutlich verhindert, dass die Tat noch schlimmer ausfiel.

CAIR-San Diego nannte nach BBC-Angaben außerdem N. Awad und Mansour Kaziha als Opfer; Awads Ehefrau arbeitet demnach an der Schule des Zentrums, Kaziha war mit der Pflege des Geländes und des dortigen Geschäfts verbunden. Die Kinder, Lehrkräfte und Mitarbeitenden der Schule blieben körperlich unverletzt, doch CAIR-CA verwies auf die tiefe Traumatisierung der Gemeinde.

Eine Gewaltgeschichte im Westen

San Diego steht in einer Reihe tödlicher Angriffe auf Muslime und muslimisch markierte Orte im Westen. In Québec City erschoss Alexandre Bissonnette 2017 sechs Menschen in einer Moschee; Kanadas Premier Justin Trudeau bezeichnete die Tat als Terrorangriff, während das Gericht eine durch Vorurteile gegen muslimische Einwanderer geprägte Tat erkannte.

In London fuhr Darren Osborne 2017 nach Ramadan-Gebeten mit einem Van in eine Gruppe von Muslimen vor dem Muslim Welfare House; Makram Ali starb, elf Menschen wurden verletzt, Osborne wurde wegen „terrorism related murder“ verurteilt. In Christchurch tötete ein australischer Rechtsterrorist 2019 in zwei Moscheen 51 Menschen und verletzte 50 weitere.

Auch in Kontinentaleuropa ist das Muster sichtbar, selbst wenn die Tatorte oft nicht Moscheen, sondern Shisha-Bars, Straßen oder öffentliche Räume sind. In Hanau erschoss ein deutscher Rechtsextremist 2020 neun Menschen in und an zwei Shisha-Bars, bevor er seine Mutter und sich selbst tötete; Bundesanwälte behandelten den Fall als Terrorismus.

Solche Fälle unterscheiden sich im Detail, teilen aber ein Motivfeld: Muslime erscheinen in den Weltbildern der Täter nicht als Bürger, Nachbarn oder Betende, sondern als Projektionsfläche für „Islamisierung“, „Invasion“ oder eine angebliche demografische Bedrohung.

Zwischen Statistik und Alltag

Die Zahlen zeigen, dass tödliche Gewalt nicht von alltäglicher Feindseligkeit getrennt werden kann. CAIR registrierte 2024 landesweit 8.658 Beschwerden, den höchsten Wert seit Beginn der eigenen Erfassung, darunter 40 Vorfälle, die ausdrücklich auf islamische Gebetsräume zielten (CAIR 2025 Civil Rights Report).

Für Europa ist die Diskrepanz zwischen Alltagserfahrung und offiziellen Zahlen besonders deutlich. Die EU-Grundrechteagentur FRA fand unter 9.604 muslimischen Befragten in 13 EU-Staaten, dass 47 Prozent in den fünf Jahren vor der Befragung rassistische Diskriminierung erlebten; in Deutschland lag der Wert bei 68 Prozent, in Österreich bei 71 Prozent (EU Fundamental Rights Agency).

CLAIM dokumentierte für Deutschland 2024 insgesamt 3.080 antimuslimische Vorfälle, 67 Angriffe auf Moscheen in der eigenen Dokumentation und 79 offiziell registrierte Moscheeangriffe in BKA-Zahlen (CLAIM).

Foto: The White House | gemeinfrei

Trumpismus, christlicher Nationalismus und Europa

Die politische Dimension beginnt dort, wo antimuslimische Ressentiments nicht nur am Rand bleiben, sondern in Gesetzgebung, Wahlkampf, Medienökologie und Sicherheitsapparaten normalisiert werden.

Trumps Reiseverbot von 2017 setzte die Einreise aus Iran, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen zeitweise aus, begrenzte das Flüchtlingsprogramm und begründete dies offiziell mit nationaler Sicherheit.

Der Erlass bestritt, gegen eine bestimmte Religion gerichtet zu sein, traf aber überwiegend Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit und wurde von Bürgerrechtsorganisationen als Ausdruck einer muslimischen Verdachtskategorie verstanden (Trump White House Archives).

Der christliche Nationalismus bildet in diesem Umfeld eine Brücke zwischen religiöser Selbstbehauptung, weißer Identitätspolitik und autoritärem Sicherheitsdenken. PRRI fand 2026, dass 32 Prozent der US-Amerikaner als Anhänger oder Sympathisanten christlich-nationalistischer Vorstellungen einzustufen sind, darunter 56 Prozent der Republikaner und 67 Prozent der weißen Evangelikalen (PRRI 2026).

Eine PRRI/Brookings-Erhebung von 2023 zeigte zudem, dass 67 Prozent der christlich-nationalistischen Anhänger dafür waren, Menschen aus einigen mehrheitlich muslimischen Ländern an der Einreise in die USA zu hindern, und dass 69 Prozent meinten, die Werte des Islam stünden im Widerspruch zu amerikanischen Werten (PRRI 2023).

Das beweist keine direkte Verbindung zu San Diego, zeigt aber den Resonanzraum, in dem Moscheen, Muslime und Migranten immer wieder als Sicherheitsproblem, kulturelle Bedrohung oder demografischer Feind beschrieben werden.

Foto: Elpstirra | Shutterstock

In Europa tragen vergleichbare Strukturen andere Namen, erfüllen aber ähnliche Funktionen. Der European Islamophobia Report beschreibt antimuslimischen Rassismus als zunehmend normalisiertes, politisches und strukturelles Phänomen, das öffentliche Debatten, institutionelle Praktiken, Sicherheitspolitik und Medienrahmungen prägt (European Islamophobia Report).

CLAIM dokumentiert für Deutschland, dass antimuslimischer Rassismus häufig mit Begriffen wie „Terroristen“, „Islamisten“, „Bombenleger“ oder „Antisemiten“ operiert und Muslime nach dem 7. Oktober 2023 verstärkt unter Generalverdacht geraten sind (CLAIM).

Mehr als eine lokale Tragödie

Der Angriff ereignete sich kurz vor Eid al-Adha und während des Monats Dhu al-Hijjah. Gerade deshalb trifft er mehr als die unmittelbaren Opfer: Er beschädigt das Sicherheitsgefühl einer Minderheit in einem Raum, der Geborgenheit, Gottesdienst und Gemeinschaft bedeuten soll.

In San Diego starben drei Männer, die Polizei ermittelt, die Community trauert, und vieles über die Radikalisierung der Täter ist offen. Was nicht offen ist: Antimuslimische Gewalt im Westen hat eine dokumentierte Vorgeschichte, und sie verlangt eine Antwort, die muslimisches Leben nicht erst schützt, wenn die nächste Moschee zum Tatort geworden ist.

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San Diego: Tote bei Angriff auf Moschee

San Diego

Bei einem tödlichen Angriff auf ein islamisches Zentrum in San Diego werden mindestens drei Menschen getötet, zudem sterben die beiden Verdächtigen.

San Diego (dpa/IZ) Erneut ist in den Vereinigten Staaten eine religiöse Einrichtung Ziel eines Gewaltverbrechens geworden – diesmal in San Diego. Ein 17-Jähriger und ein 19-Jähriger griffen ein islamisches Zentrum an, zu dem neben einer Moschee auch eine Schule gehört. Mindestens drei Menschen starben, die beiden Angreifer wurden später tot in ihrem Auto gefunden. 

Viele Details zum Tathergang bleiben unklar, ebenso wie das Motiv. Ein warnender Anruf bei der Polizei wirft zudem die Frage auf, ob die Tat womöglich hätte verhindert werden können. 

Schwer bewaffnete Polizisten bringen Kleinkinder aus dem Gebäude 

Die Polizei hatte mit einem Großeinsatz auf Berichte über einen Schützen an dem Zentrum reagiert. Auf Hubschrauberaufnahmen war zu sehen, wie schwer bewaffnete Beamte Kinder aus dem Gebäude der Moschee in San Diego begleiteten. Ein Zeuge sagte dem Sender CBS News, er habe etwa 30 Schüsse gehört und daraufhin die Polizei verständigt. 

Die Polizei fand vor Ort nach eigenen Angaben drei getötete Männer erwachsenen Alters vor, einer davon ein Wachmann der Einrichtung. Bei den beiden anderen handelt es sich laut Medienberichten um Mitarbeiter. Nähere Angaben zu ihrer Identität machte die Polizei aus Rücksicht gegenüber den Angehörigen nicht. 

Noch sei nicht genau geklärt, was vor der Moschee passiert sei, sagte der Polizeichef von San Diego Scott Wahl mit Blick auf den getöteten Wachmann. „Aber an dieser Stelle kann man wohl mit Sicherheit sagen, dass sein Handeln heldenhaft war und er heute zweifellos Leben gerettet hat.“ Die „Washington Post“ zitierte den Imam der Gemeinde damit, dass der Wachmann über sein Funkgerät die Lehrer der Schule noch gewarnt habe, die Klassenzimmertüren zu verschließen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich 200 Kinder im Gebäude aufgehalten.

Wahl zufolge machten sich die Beamten umgehend daran, das Gebäude zu durchsuchen. Ungefähr zur gleichen Zeit sei ein weiterer Notruf bei der Polizei eingegangen, demzufolge wenige Straßen entfernt auf einen Garten- und Landschaftsbauer geschossen worden sei. Die genauen Umstände seien noch unklar, doch möglich ist, dass sein Helm ihm das Leben gerettet habe.

Wiederum wenige Minuten später ging erneut ein Notruf ein: Das Auto mit den beiden toten Tatverdächtigen stand wenige Blocks entfernt mitten auf der Straße. „Derzeit scheint es, als seien die Verdächtigen an selbst zugefügten Schussverletzungen gestorben“, sagte Wahl.

Mutter verständigte die Polizei von San Diego zwei Stunden vor der Tat 

US-Präsident Donald Trump reagierte bestürzt auf den Vorfall. Es sei eine „entsetzliche Situation“, sagte er in Washington. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, teilte mit: „Hass hat in Kalifornien keinen Platz, und wir werden keine Terrorakte oder Einschüchterungsversuche gegen Glaubensgemeinschaften dulden.“ 

Polizeichef Wahl teilte darüber hinaus mit, die Mutter eines der beiden Tatverdächtigen habe rund zwei Stunden vor dem Angriff bei der Polizei angerufen: Ihr Sohn sei verschwunden, genauso wie mehrere ihrer Waffen und ihr Auto. Zudem sei er mit einem Freund unterwegs und trage Tarnkleidung. Die Mutter nahm an, ihr Sohn wolle sich das Leben nehmen.

Mitteilung eines Tatverdächtigen gefunden 

Die Beamten schlussfolgerten Wahl zufolge allerdings, dass die Details nicht zu einem Suizid passten. In der Folge habe die Polizei Beamte an mutmaßliche Ziele eines Gewaltverbrechens geschickt, darunter ein Einkaufszentrum und eine Schule. Beamte seien nur wenige Straßen entfernt gewesen, als schließlich der Notruf vom islamischen Zentrum einging.

Keine Angaben machten die Ermittler zu einem möglichen Motiv. Es sei eine Mitteilung bei einem der Tatverdächtigen gefunden worden, zur jetzigen Zeit könne er aber keine Auskunft darüber geben, sagte Wahl. Da es sich um eine religiöse Einrichtung handele, betrachte die Polizei die Attacke bis auf Weiteres als Hassverbrechen. 

Deswegen sei auch die Bundespolizei FBI eingeschaltet worden. Der zuständige FBI-Beamte Mark Remily bezeichnete den Gewaltakt als sinnlos und bat die Öffentlichkeit um sachdienliche Hinweise. Jedes Detail könne dabei helfen, nachzuvollziehen, „warum sich dieser schreckliche Vorfall ereignet hat.“ 

Erste Videos zum Geschehen online:

https://www.tagesschau.de/video/video-1586860.html

Lesen Sie hierzu auch:

https://islamische-zeitung.de/angriffe-auf-moscheen-neuer-hoechststand/

Europa aufgepasst! US-Communities beweisen ihre Positivität – gerade die neuen Muslime spielen dabei eine wichtige Rolle. Von Ali Kocaman, Rendsburg

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