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Kurzmeldungen Inland (Nr. 369): von Freiheit in Deutschland bis Theologie in Koblenz

kurzmeldungen

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 369) reichen vom Stand der Freiheit in Deutschland, über Gewalt in Beziehungen bis zu einem neuen theologischen Standort in Koblenz.

Regierung: Nehmen Kritik wg. Freiheit ernst

BERLIN (KNA). Kritische Äußerungen zur Meinungsfreiheit in Deutschland durch die zuständige UN-Sonderberichterstatterin nimmt die Bundesregierung nach eigener Darstellung sehr ernst. Es greife aber zu kurz, aktuell nur die negativen Aspekte herauszugreifen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. Der Besuch von Irene Khan sei insgesamt positiv abgelaufen, und man wolle nun ihren abschließenden Bericht im Juni abwarten. Sie war vom 26. Januar bis 6. Februar in Leipzig, Dresden, Köln, Düsseldorf, Karlsruhe und Berlin. Es war der erste offizielle Besuch eines UN-Sonderberichterstatters für Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung in Deutschland.

Selbstzensur

Foto: Anas-Mohammed/Shutterstock

Vorwürfe vom Lemkin Institut an Deutschland

BERLIN/WASHINGTON (IZ). Das renommierte Lemkin-Institut zur Verhütung von Völkermord wirft Deutschland in einem neuen Bericht vor, den anhaltenden Genozid in Gaza zu leugnen und entsprechende Narrative in Politik und Öffentlichkeit zu verbreiten. Spitzenpolitiker hätten der internationalen Rechtsordnung den Rücken gekehrt, die wesentlich als Reaktion auf deutsche Gräueltaten geschaffen worden sei. Scharfe Kritik übt das Institut auch an großen Medienhäusern, die ihre journalistische Verantwortung aufgegeben und sich „praktisch zum loyalsten Sprachrohr der israelischen Regierung“ entwickelt hätten.

Gewalt in Beziehungen größer als bekannt

BERLIN (IZ). Eine neue Studie zeigt ein massives Dunkelfeld bei Gewalt in Paarbeziehungen in Deutschland. Die meisten Übergriffe werden nicht angezeigt, warnen die Forschenden. Besonders gefährdet sind Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund. Experten fordern besseren Schutz und niedrigschwellige Beratungsangebote für Betroffene. Die Untersuchung macht zudem auf erhebliche Lücken bei Prävention und Erfassung der Fälle aufmerksam. Politische Konsequenzen werden nun diskutiert.

Foto: crop media, Shutterstock

Ex-Hisbollah-Mann zu Bewährung verurteilt

CELLE (KNA). Das Oberlandesgericht Celle hat ein ehemaliges Mitglied der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der 51 Jahre alte Mann aus Langenhagen wurde am 23. Februar der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Miliz wird vor allem vom Iran finanziell und militärisch unterstützt. International werden Teile der Organisation als Terrororganisation eingestuft. In Deutschland ist sie seit 2020 vollständig verboten.

Abrahamisches Forum feiert 25-jähriges Jubiläum

DARMSTADT (IZ). Vor 25 Jahren am 6. Februar 2001 wurde auf Einladung des Vorsitzenden des Interkulturellen Rates in Deutschland, Dr. Jürgen Micksch, sowie in Abstimmung mit den Zentralräten der Juden und der Muslime in Deutschland zur ersten Sitzung eingeladen. Der Vorsitzende des Abrahamischen Forums in Deutschland e.V., Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel aus Tübingen, betont angesichts von 25 Jahren: „Das Abrahamische Forum hat entscheidend zum guten Miteinander von Religionen in Deutschland beigetragen.“

gesundheit

Foto: Freepik.com

Kein Kopftuchverbot für Flughafenpersonal

ERFURT (KNA). Das Bundesarbeitsgericht sieht keinen Grund für ein Kopftuch-Verbot für Mitarbeiterinnen der Sicherheitskontrolle an Flughäfen. Für diese Mitarbeiterinnen gelte kein Neutralitätsgebot, so das Gericht am 29. Januar in Erfurt. Es bestätigte in seiner Entscheidung die Verurteilung einer Sicherheitsfirma, die Passagier- und Gepäckkontrollen an Flughäfen abwickelt. Das Unternehmen unterlag in erster Instanz am Arbeitsgericht Hamburg einer Muslimin, die sich 2023 bei der Firma am Hamburger Flughafen beworben hatte. Laut Arbeitsgericht hatte sie sich zunächst ohne Lebenslauf beworben. Auf Nachfrage reichte sie dann ihren Lebenslauf mit Foto nach, auf dem sie ein Kopftuch trägt. Kurz darauf habe sie eine unbegründete Absage erhalten. Die Frau sieht sich diskriminiert und glaubt an eine Ablehnung aufgrund ihres muslimischen Hijabs. Das Gericht folgte in großen Teilen der Begründung der vorherigen Instanzen. Diese sahen ausreichende Hinweise auf eine Benachteiligung bei der Bewerbung.

Ein neues Institut für Islamische Theologie

KOBLENZ (IZ). Die Universität Koblenz hat zum 1. Januar 2026 ein Institut für Islamische Theologie eingerichtet. Ziel ist der Aufbau eines eigenständigen theologischen Studiengangs, der sowohl Imame als auch Religionspädagoginnen und -pädagogen ausbilden soll. Geplant sind Professuren für Tafsir, islamische Rechts- und Glaubenslehre sowie praktische Theologie. Das Institut soll zudem als Ansprechpartner für Politik, Schulen und Zivilgesellschaft in Fragen des Islam in Deutschland dienen.

Foto: Tafel Deutschland e.V., Thomas Lohnes | Getty Images

IGMG: Armut mit Gerechtigkeit bekämpfen

KÖLN (igmg.org). Die IGMG warnt vor den gesellschaftlichen Folgen wachsender Armut in Deutschland und fordert eine gerechtere Verteilung. Mehr als 13 Millionen seien armutsgefährdet, besonders Alleinerziehende, Rentner sowie Menschen mit Migrationsgeschichte und Geflüchtete. Ungleiche Verteilung untergrabe das Gerechtigkeitsempfinden und treibe sie in die Arme von Extremisten, warnt Generalsekretär Ali Mete. Jede sozialpolitische Reform müsse daran gemessen werden, ob sie Armut – insbesondere Kinderarmut – tatsächlich senke. Anlass waren aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts, wonach die Armutsgefährdung in Deutschland weiter steigt – so wie in vielen anderen Ländern Europas. „Wohlstand ist Verantwortung – sowohl für den Einzelnen als auch für den Staat.“

Leiter von Kolleg schon 2024 zurückgetreten

OSNABRÜCK (IZ). Wie Ende Februar 2026 durch Meldungen des „Tagesspiegel“ und des epd bekannt wurde, ist Prof. Dr. Bülent Uçar bereits Ende 2024 von seinem Posten als wissenschaftlicher Leiter des Islamkollegs Deutschland zurückgetreten. Zuvor ist gegen ihn nach Angaben beider Medien wegen fehlerhaften Spesenabrechnungen ermittelt worden. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen eine Geldauflage ein. Er gilt damit als nicht schuldig. Der Forscher sprach gegenüber dem „Tagesspiegel“ von unbeabsichtigten Fehlern und übernahm die Verantwortung. Er betonte aber, dem Islamkolleg sei kein finanzieller Schaden entstanden. Da das Verfahren eingestellt wurde und die Einrichtung die Öffentlichkeit nicht über den Schritt unterrichtete, wurde er erst jetzt bekannt.

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Wo stehen wir mit der Theologie nach ca. 15 Jahren?

islamische theologie theologie

Islamische Theologie: Beinahe 15 Jahre nach der Einführung des Faches wünschen sich viele mehr Dialog zum Thema. (iz). Im Januar 2010 wurde auf Anraten des Wissenschaftsrates die Schaffung des Studiengangs […]

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Zur Relevanz des österreichischen Islamgesetzes für Deutschland

(iz). Seit der ersten vom damaligen Innenminister Schäuble initiierten Deutschen Islamkonferenz (DIK) hat sich viel getan. Mittlerweile sind Standorte der „Islamischen Theologie“ an verschiedenen Universitäten entstanden und in der aktuellen DIK laufen die Verhandlungen für einen Wohlfahrtsverband. Zwar beobachten Vertreter muslimischer Verbände die jüngsten Entwicklungen hinsichtlich des Islamgesetzes und der Forderung einer so genannten Einheitsübersetzung des Qur’an im Nachbarland Österreich mit Kopfschütteln, nur sollten wir dies nicht eher als warnendes Beispiel zur Kenntnis nehmen?

Die sich abzeichnende politische Anerkennung auf Landes- und Bundesebene scheint aber bisher eher die Köpfe des politischen Islam zu verdrehen. Mit den Wohlfahrtsverbänden erhofft man sich den Zugang zu den heiß begehrten Geldtöpfen und auf Landesebene findet zwischen den konkurrierenden Mitgliedern des Koordinationsrates der Muslime (KRM) ein Wettlauf statt. Wer passt seine Strukturen schneller den Anforderungen für eine Anerkennung an? Darum geht es den verschiedenen Verbänden in erster Linie.

Die Auswirkungen sehen wir in den letzten Monaten. In wichtigen Fragen koordiniert der KRM kaum etwas, stattdessen konterkarieren bestimmte Verbände eine einheitliche Linie. Besonders deutlich wurde dies in der Causa Khorchide. Das gemeinsame Gutachten des KRM zu dieser Frage hat kaum noch Relevanz, wenn man sieht, dass der Generalsekretär der DITIB einen Lehrauftrag am Münsteraner Lehrstuhl annimmt und der amtierende stellvertretende Zentralratsvorsitzende dort arbeitet.

Auch scheut man sich davor, solidarisch mit Muslimen zu sein, die für ihre kritische Auseinandersetzung zu gewissen Einflussversuchen auf innermuslimische Angelegenheiten angegriffen werden. Jüngstes ­Beispiel ist der Wissenschaftler Muhammad Sameer Murtaza, der sich mit absurden Vorwürfen von Prof. Khorchide konfrontiert sieht, die gezielt seine berufliche Existenz angreifen. Sowohl von Seiten des KRM, als auch von anderen muslimischen Organisationen fehlt dort bisher die ­Solidarität.

Die bloße Fixierung auf eine Anerkennung seitens des Staates hat zur Folge, dass man jederzeit darauf aufpassen muss, nicht mit Personen oder einem Denken assoziiert zu werden, die die Anerkennungsbemühungen zunichte machen können. Heute kann die Springer-Presse einen als den „perfekten deutschen Muslim“ adeln – aber morgen schon, kann durch Assoziation der Spieß umgedreht werden; und schon ist man der böse, konservative Muslim.

Wer seine Macht über Staat und Öffentlichkeit definiert, wird über kurz oder lang seine Inhalte und auch seine freie Lehre verlieren. Wer sich heute auf die klassische Lehre im Islam beruft, muss bereits mit dem Vorwurf rechnen, nicht mehr politisch korrekt zu sein. Was wir als Muslime in Deutschland brauchen, ist in erster Linie eine gegenseitige Anerkennung, jenseits des gesamten Anerkennungskurses mit dem Staat. Das besteht auch in einer klaren aktiven Absage an jegliche Extreme und ist gleichzeitiger Schutz des Mittelwegs.

P.S.: Um beleidigten Reaktionen vorzubeugen; das ist kein „Verbandsbashing“.

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Nach Xaver: Die Naturgewalten sind offenkundige Zeichen der Macht Allahs

(iz). Ein Wintersturm zog im Dezem­ber über Deutschland hinweg. Stürme sind ein religiöses Ereignis. Solch eine Naturerscheinung ist – egal wie groß – ein Hinweis auf etwas größeres. Es ist […]

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Alternativen zwischen bloßem Konsum und echter Änderung

(iz). Ortstermin Weide in der Nachbarschaft. Wind weht über die Hügel, die Hunde haben Spaß mit den Schafen und das Messer geht nur einmal in kraftvollen, aber kontrollierten Händen über […]

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Exklusiv aus der neuen Ausgabe – Schwerpunkt "Wissen": Gesucht werden freie Orte echter Wissensvermittlung. Von Khalil Breuer

(iz). Bekanntlich sollten Glauben und Handeln eins sein und Theorie und Praxis kein Gegensatz. Um so wichtiger ist es, heute die islamische Lehre und damit die Lebenspraxis selbst, nicht in eine Art der Weltfremdheit abgleiten zu lassen. Es geht uns als ­Muslime um das Hier und Jetzt, das Innen und Außen, das Materielle und Spirituelle.

Diese Einheit der Glaubensüberzeugungen symbolisiert von jeher der Zusammenhang von Moschee und Markt. Die erste Gemeinschaft ist um diesen Zusammenhang gebaut und ohne Kennt­nisse hierüber grundsätzlich missverstan­den. Über Jahrhunderte waren ­diese beiden religiösen Bezugspunkte – wie man in jeder historischen Stadtanlage der ­islamischen Welt unschwer erkennt – ­untrennbar miteinander verbunden. ­Jeder Muslim, unabhängig vom Bildungsgrad, kannte den Ritus und vollzog die ­wichtigsten inneren und ­äußeren Glaubenspraktiken.

Moschee und Markt sind dabei die gro­ßen Freiräume, die der Politik entzo­gen sind. Die großen, auch kontroversen, oft auch feinsinnigen Debatten der Theolo­gen fanden zu jeder Zeit statt, allerdings auf der Grundlage, dass die einfachsten Gesetzlichkeiten, zwischen Gebet und Zakat, nicht etwa zur Disposition standen. Als Muslime müssen wir immer wieder neu lernen: die einfachen Positionen der Glaubensüberzeugungen und die Richtlinien des gerechten Handelns.

Wer sich berufen fühlt, über den ­Islam zu lehren, den kann es nicht kalt lassen, wenn ganze Pfeiler des Islam wegzubrechen drohen. Die erste Frage an die Authentizität des Gelehrten, dem es um das Wohl der Muslime geht, muss heute daher die Frage nach der Zakat sein. Natür­lich erfordert jede Zeit zudem die Betonung und Vertiefung einer bestimmten Seite der Offenbarung und der Lehre.

Es ist logisch, dass eine Lebensform wie der Kapitalismus, die quasi religiöse Züge bekommt und massiv die Schöpfung herausfordert, von jeder Lehre kritisch hinterfragt werden muss. Hier, wenn es um den Kern unserer Zeit geht, müssen wir unsere Quellen – innerhalb einer freien Lehre – entsprechend genau studieren.

Die Authentizität dieser Lehre zeigt sich auch hier im Mittelweg: Der Islam bejaht Eigentum, fordert die freie Marktwirtschaft und tritt für den Handel auf fairer Gegenseitigkeit ein.

Die Debatte um die islamische ­Lehre, die nicht nur dem Leben entfernte Theologie sein will, muss sich ihres eigenen Standpunktes bewusst werden. Das islamische Leben findet nicht in den Türmen der Wissenschaft statt, es kreist noch immer um das alltägliche Wissen über den Gottesdienst in Moscheen und auf Marktplätzen.

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„Die Tinte ist getrocknet“

„Bei dem deutlichen Buch! Wir haben es wahrlich in einer gesegneten Nacht herabgesandt – Wir haben ja (die Menschen) immer wieder gewarnt –, in der jede ­weise Angelegenheit einzeln entschieden […]

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