, , ,

Der Grand Magal – das große Treffen in Touba

Magal Touba

Grand Magal: Im Senegal treffen sich in der Stadt einmal im Jahr und gedenken dem bekannten Schaikh Ahmadou Bamba.

(iz). Der Grand Magal von Touba ist das größte religiöse Fest und die wichtigste Wallfahrt der Mouride-Tariqa im Senegal. Das Wort „Magal“ bedeutet Lobpreisung in der Sprache Wolof. Der Event vereint spirituelle Traditionen und mit der lokalen Kultur.

Es findet jährlich am 18. Safar (dieses Jahr: am14. August), dem zweiten Monat des islamischen Kalenders, in der religiös wichtigen Stadt Touba statt. Unzählige Gläubige aus dem Senegal und den Nachbarländern kommen zusammen, um das Leben und die Lehren des Gründers, Schaikh Ahmadou Bamba, zu ehren.

Foto: Wikimedia Commons | Lizenz: gemeinfrei

Jedes Jahr pilgern mehrere Millionen Menschen hierher, viele aus Senegal, Gambia und der weltweiten Diaspora. Hier besuchen sie die Große Moschee und das Mausoleum von Ahmadou Bamba.

Die Reise und die Festtage sind geprägt von Gebeten, Gemeinschaft, Essen, Gesang und dem Teilen – Hotels gibt es in Touba nicht, Fremde werden von Einheimischen aufgenommen und versorgt.

Das Fest erinnert an sein Exil durch die französischen Kolonialherren im Jahr 1895. Für die Mouriden symbolisiert dieses Ereignis Schaikh Ahmadou Bamba‘s spirituelle Stärke und Standhaftigkeit.

Er spielte eine wichtige Rolle im Kampf Senegals um die Befreiung des Landes und wurde in einigen westlichen Quellen wegen seiner Form des Widerstands gegen den Kolonialismus und seiner Opferbereitschaft mit Mahatma Gandhi verglichen.

Senegal, das 1960 seine Unabhängigkeit erlangte und ein säkularer Staat wurde, hat es geschafft, die auf dem Sufismus basierenden Orden als integralen Bestandteil des sozialen und politischen Lebens zu bewahren.

Foto: Adobe Stock

Die Pilger besuchen die Große Moschee von Touba und sein Mausoleum von Ahmadou Bamba. Der Grand Magal ist sowohl religiöses Ritual als auch gesellschaftliches Ereignis. Er stärkt das Gemeinschaftsgefühl, fördert die Bindung an den Gründer und dient auch als Treffpunkt für Familien und spirituelle Führer.

Mit mehreren Millionen Teilnehmenden zählt er zu den größten religiösen Zusammenkünften weltweit. Neben spirituellen Aktivitäten werden soziale, kulturelle und wirtschaftliche Kontakte gepflegt. Touba ist während des Fests im Ausnahmezustand – die Stadt ist überfüllt und eine spezielle ökonomische Dynamik entsteht, da viele Waren auf Märkten angeboten werden.

Das Ereignis verwandelt die Stadt Touba für einige Tage in eine Millionenmetropole, mit einigen Herausforderungen für Wasser- und Müllversorgung. 

Rund um die Moschee erwächst ein riesiger Markt, der von Nahrungsmitteln bis zu Fußballtrikots alles bietet und enorme wirtschaftliche Impulse für die Region setzt. Lokale Infrastruktur, Transport und Handel profitieren stark. 

Gleichzeitig fördert das Fest den sozialen Zusammenhalt: Rivalitäten ruhen, und viele nutzen die Gelegenheit für Familienbesuche und Versöhnung.

, ,

Erstmals wieder Treffen der Außenminister Irans und Saudi-Arabiens

Saudi Arabien Iran China

Seit Jahren ringen Saudi-Arabien und Iran in ihrer Region bereits um Einfluss. Nun findet auch das mit Spannung erwartete Außenministertreffen statt.

Peking (dpa). Als weiteres Zeichen der Annäherung zwischen dem Iran und Saudi-Arabien sind die Außenminister der beiden rivalisierenden Länder, Hussein Amirabdollahian und Faisal bin Farhan, in Peking zusammengetroffen. Das berichtete das chinesische Staatsfernsehen.

Saudi-Arabien trifft Iran erstmals wieder seit sieben Jahren

Das Treffen am Donnerstag war die erste Zusammenkunft dieser Art seit mehr als sieben Jahren. China hatte hinter den Kulissen einen Neubeginn zwischen beiden Kontrahenten vermittelt.

Der staatliche saudi-arabische Sender Al-Ekhbariya zeigte kurze Aufnahmen des Treffens, ohne weitere Details über den Inhalt zu nennen. Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete, bei dem Treffen stehe unter anderem die Wiedereröffnung der Botschaften beider Länder auf dem Plan.

Screenshot: El-Ekhbariya

Überraschende Einigung

Teheran und Riad hatten vergangenen Monat überraschend verkündet, wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen zu wollen. Als erster Schritt war das Außenministertreffen angekündigt worden. Unter strenger Geheimhaltung kamen die Minister nun zusammen.

Riad und Teheran wollen im Dialog ihre Differenzen beilegen und innerhalb von zwei Monaten wieder Botschaften eröffnen, hieß es bereits im März bei einem Zusammentreffen hochrangiger Regierungsvertreter beider Länder in Peking. Saudi-Arabien und Iran kündigten damals auch an, bei dem Ministertreffen über den Aufbau von Handelsbeziehungen und eine Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen sprechen zu wollen.

Israels Opposition hatte die Wiederannäherung scharf kritisiert. Israel ist Irans Erzfeind und bemüht sich seit längerem um eine Normalisierung der Beziehungen mit Saudi-Arabien, auch um eine Koalition gegen Teheran aufzubauen. Seit der Islamischen Revolution von 1979 stellt der Iran Israels Existenzrecht in Frage.

Foto: GRAPHIC DESIGN BLOG

Jahrzehntelanger Streit um regionale Hegemonie

Das sunnitische Saudi-Arabien und der mehrheitlich schiitische Iran unterhielten in den vergangenen Jahren keine diplomatischen Beziehungen. Beide Länder ringen in der Region um politischen und militärischen Einfluss. Eine Annäherung der Rivalen könnte zu größeren Umbrüchen führen, darunter im Bürgerkriegsland Jemen, wo die Länder unterschiedliche Seiten unterstützen.

Im vergangenen Jahr näherten sich beide Seiten auf diplomatischer Ebene vorsichtig an. Im Irak fanden mehrere Gesprächsrunden mit iranischen und saudischen Vertretern statt, bei denen es vor allem um Sicherheitsfragen ging.

Foto: Secl, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 3.0

Der Iran und Saudi-Arabien sind beide vom Ölexport abhängig. Auch die Konkurrenz auf dem Energiemarkt hatte zu ihrer Rivalität beigetragen. Durch internationale Sanktionen wegen seines umstrittenen Atomprogramms ist der Iran aber weitgehend vom Markt ausgeschlossen.

Riad hatte die offiziellen Kontakte mit Teheran im Januar 2016 als Reaktion auf einen Angriff iranischer Demonstranten auf die saudische Botschaft im Iran gekappt. Ausgelöst wurden die Proteste durch die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Scheich Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien.

Karte Naher Osten Iran Yuan Einfluss

China etabliert sich als Ordnungsfaktor am Persischen Golf

Die Vereinbarung sei dank einer „großzügigen Initiative von Präsident Xi Jinping“ zustande gekommen, hieß es von der saudischen Staatsagentur. Angesichts der politischen Isolation des Irans und internationaler Kritik hatte die Islamische Republik in den vergangenen Jahren in Asien nach neuen Partnern gesucht. Der Oman und Irak begrüßten die Annäherung zwischen Riad und Teheran.

Der Iran und Saudi-Arabien sind beide vom Ölexport abhängig. Auch die Konkurrenz auf dem Energiemarkt hatte zur Rivalität beigetragen. Durch internationale Sanktionen im Rahmen seines umstrittenen Atomprogramms ist der Iran aber weitgehend vom Markt ausgeschlossen.

Beobachtern zufolge könnte eine Normalisierung der Beziehungen der beiden Länder auch die Verhandlungen zur Wiederbelebung des Wiener Atomabkommens positiv beeinflussen. Seit fast einem Jahr liegen die Gespräche auf Eis.

Riad hatte die offiziellen Kontakte mit Teheran im Januar 2016 als Reaktion auf einen Angriff iranischer Demonstranten auf die saudische Botschaft im Iran gekappt. Ausgelöst wurden die Proteste durch die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Scheich Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien. Ihre Rivalität trugen die beiden Staaten in vergangenen Jahren auch bei militärischen Konflikten in der Region aus, etwa im Jemen.

Wuppertal: Erstes „Zahnräder“-Treffen bot Plattform für Austausch und Vernetzung. Von Yasin Alder

(iz) Vom 24. bis 26. September hat das erste Treffen von „Zahnräder – Netzwerk junger muslimischer Köpfe“ in Wuppertal stattgefunden. Insgesamt 102 junge Muslime waren nach Angaben der Organisatoren als […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.