
Islam und KI: Es gibt fundamentale Grenzen menschlichen Wissens. Die Unfähigkeit, die Seele vollständig zu begreifen, demonstriert, dass bestimmte Aspekte der Schöpfung jenseits technologischer Reproduzierbarkeit liegen. (iz). In den gläsernen […]
Nachrichten & Lebensart

Islam und KI: Es gibt fundamentale Grenzen menschlichen Wissens. Die Unfähigkeit, die Seele vollständig zu begreifen, demonstriert, dass bestimmte Aspekte der Schöpfung jenseits technologischer Reproduzierbarkeit liegen. (iz). In den gläsernen […]
IZ+
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

Auf dem Weg zu einer Vertrauensgesellschaft: Essay über die Fundamente unseres sozialen Zusammenlebens. (iz). Deutschland wirkt auf den ersten Blick wie eine aufgeklärte, stabile Wissensgesellschaft. Informationen sind jederzeit verfügbar, Debatten […]
IZ+
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.
Muslime brauchen Wissen, das ihnen weiterhilft. Schaikh Faraz Rabbani erläutert Aspekte dieser wichtigen Frage. (SeekersGuidance). Der Prophet Muhammad, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, sagte uns: „Demjenigen, der den […]
IZ+
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

Yavuz Kudret Gürsoy vom Netzwerk muslimischer Akademiker (NmA e.v.) im Gespräch über die Arbeit des Netzwerkes und die wichtige Funktion für die weitere Community. (iz). Schon lange haben Muslime in […]
IZ+
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.
(iz). Schaikh Muhannad Yusuf erlernte und studiert seit seiner Kindheit die wesentlichen Wissenschaften des Islam. Seine Studien fanden unter Anleitung renommierter mauretanischer Schuyukh und ‘Ulama statt.
Zu seinen vielfältigen Aufgaben im In- und im Ausland gehört die Leitung der Madrassa der Nour Community in Deutschland. „Das Ziel seiner Lehrtätigkeit besteht darin, die klassischen islamischen Wissenschaften fundiert und praxisnah zu vermitteln“, findet sich auf der Webseite zu seiner Person. Darüber hinaus schloss er in seiner Jugend Schulungen für Management und TV-Journalismus ab.
Von 2017 bis 2020 war er Imam einer Moschee in Minden und übernahm sowohl die Rolle des zweiten als auch teilweise des ersten. Zu den Aufgaben gehörten unter anderem die Freitagsansprachen und alle traditionellen Pflichten dieses Amtes.
Er gründete den größten islamischen Discord-Server Deutschlands und erreichte weltweit Platz zwei. Dieser zählt heute über 6.700 Mitglieder und wurde initiiert, um Jugendliche auf ihrem digitalen Weg abzuholen und ihnen eine Plattform für Austausch und Bildung im Din zu bieten.
Die Schüler sind aktiv für die wissenschaftliche Arbeit in der Akademie zuständig, wodurch sie nicht nur ihr Wissen vertiefen, sondern auch Verantwortung übernehmen können. Es handelt sich um ein sehr erfolgreiches Projekt, das bis heute wächst.
In einem umfangreichen Hintergrundgespräch befragten wir ihn u.a. zu den Grundelementen des Wissens, was zu einer substanziellen Ausbildung gehört, warum die Nachfolge einer Rechtsschule so wichtig ist und wieso insbesondere unsere Gelehrten frei sein müssen, um ihre Aufgabe authentisch erfüllen zu können.
Islamische Zeitung: Lieber Schaikh Muhannad, Sie selbst sind engagiert in der Vermittlung von islamischen Wissenschaften. Welche Fragen und Themen sind für die hiesigen Muslime – insbesondere die Jugend – gerade am drängendsten bzw. relevantesten?
Schaikh Muhannad: Das drängendste Thema für die muslimische Jugend in Deutschland ist die Frage nach Orientierung. Diese entsteht nicht durch einzelne Schlagworte, sondern durch ein solides Fundament.
Damit meine ich das islamische Grundwissen, das in unserer Tradition als Fard ‘Ayn bezeichnet wird – also das Pflichtwissen, das jeder Muslim beherrschen muss. Dieses umfasst den Kern in ʿAqida, im Fiqh und im Tasawwuf – also Glaube, Handeln und Spiritualität. Wer dieses Fundament hat, besitzt eine gesunde Basis.
Zu diesem Grundwissen gehören heute aber auch die islamischen Antworten auf die Probleme der Zeit. Nur wenn beides zusammenkommt – klassisches Pflichtwissen und ein Verständnis der Gegenwart – entsteht eine realistische, gesunde und zukunftsorientierte muslimische Persönlichkeit.
Ohne dieses Fundament hingegen entsteht oft eine verwirrte, orientierungslose Haltung, die entweder zur Last für Familie und Umfeld wird oder sogar in extremistische Strömungen abgleitet.
Hier zeigt sich, wie zentral Bildung ist. Bildung, Bildung, Bildung – und Aufklärung – das sind die Schlüssel, um Jugendliche zu stabilisieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, positiv zu wirken. Die Botschaft des Islam ist genau so aufgebaut: Das Grundwissen ist elementar und führt zu einer ausgewogenen Persönlichkeit. Vertiefende Wissenschaften sind ebenfalls wichtig, sollten aber denjenigen offenstehen, die sich aus eigenem Antrieb weiter spezialisieren wollen.
Darüber hinaus reicht es nicht aus, „nur“ in Deutschland zu leben. Man muss auch verstehen, wie dieses Land historisch, kulturell und politisch zu dem geworden ist, was es heute ist. Ohne dieses Wissen kann man sich nicht gesund einbetten. Ein Mindestmaß an Kenntnissen über Geschichte, Philosophie und die gesellschaftliche Ordnung ist daher unverzichtbar.
„Die Jugend darf sich nicht von Negativschlagzeilen lähmen lassen. Wer Pflichtwissen erwirbt, Chancen ergreift und seine Rolle erkennt, wird die Zukunft dieses Landes aktiv mitgestalten.“
Ein weiterer Aspekt ist der demografische Wandel, der Deutschland große Herausforderungen, aber auch enorme Chancen bringt. Dieses Land wird in den nächsten Jahren viele Arbeitskräfte brauchen.
Wenn die muslimische Jugend ihre Zukunft aktiv mitgestalten will, muss sie sich ernsthaft mit Bildung, Berufsfeldern und gesellschaftlichem Engagement befassen. Denn wer die vorhandenen Chancen nicht nutzt, wird übersehen – und andere werden über die Köpfe hinweg entscheiden.
Hier liegt eine große Möglichkeit: Muslime können diese Lücken füllen, Verantwortung übernehmen und einen positiven Beitrag leisten – im karitativen Bereich, in der Wirtschaft, im Gesundheitswesen, in der Verwaltung. Das ist nicht nur eine Frage der Integration, sondern auch der Gestaltung.
Jugendliche sollten deshalb nicht in erster Linie auf die gegenwärtige Stimmung des Rechtspopulismus schauen und sich entmutigen lassen. Solche Strömungen sind zeitlich begrenzt und politisch wechselhaft. Was aber bleibt, sind die Fakten: der demografische Wandel, die Notwendigkeit von Arbeitskräften und die Realität, dass alle gebraucht werden. Früher oder später wird das auch zu einem Wandel im gesellschaftlichen Klima führen.
Wenn dieses Fundament gelegt ist – islamisches Grundwissen, Bewusstsein für die eigene Rolle und Blick auf die realen Chancen – dann stellen sich die wirklich relevanten Fragen: Welches Pflichtbewusstsein habe ich gegenüber Allah, meiner Familie und der Gesellschaft, in der ich lebe? Und wie kann ich meinen Auftrag als Khalifa erfüllen und nützlich sein?
Islamische Zeitung: Unsere Wissenschaften – von der Qur’anwissenschaft bis zum Tasawwuf – folgen ja inneren Denklogiken und ihren jeweils eigenen Methodologien. Muss man als Lehrer vor der Vermittlung vom konkreten Wissen seinen Schülern erst beibringen, welche Kenntnisse für sie geeignet sind und nicht?
Schaikh Muhannad: Ja – unbedingt. Bevor Wissen vermittelt wird, muss man dem Schüler beibringen, wie man Wissen trägt und welche Stufen für ihn geeignet sind. Nicht jedes Wissen ist für jeden in jedem Moment gut. Die islamischen Wissenschaften lassen sich – vereinfacht gesagt – in drei Ebenen gliedern:
Zielsetzung: Jede Wissenschaft hat nicht nur den Zweck, die göttliche Wahrheit von Qur’an und Sunna und die Praxis der ersten Generationen zu bewahren. Ebenso wichtig ist, dass wir ihre Methoden bewahren – also wie sie die Probleme ihrer Zeit verstanden, analysiert und gelöst haben.
Nur so können wir heute auf gleiche Weise die Fragen unserer Zeit angehen. Es geht also nicht darum, bloß alte Antworten zu wiederholen, sondern auch ihre Art des Forschens lebendig zu halten.
Methodik: Jede Disziplin besitzt ihre Werkzeuge. Dazu gehören die Usul und Qawa‘id, die sich durch Jahrhunderte intensiver Diskussionen herausgebildet haben. Aber auch hier geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern darum, wie diese Ergebnisse entstanden sind – welche Fragen gestellt wurden, welche Analysen vorgenommen wurden und wie man schließlich zu Lösungen gelangte. Diese Methodik gibt uns den Schlüssel, heutige Fragen mit derselben Tiefe und Präzision zu behandeln, wie es die Gelehrten mit den Problemen ihrer Zeit getan haben.
Praxis: Schließlich geht es um die Anwendung – sowohl das Beherrschen und Verstehen des bereits vorhandenen Wissens als auch das Erarbeiten neuer Antworten für die Herausforderungen der Gegenwart. Jede Zeit bringt neue Fragen hervor, und die Praxis islamischer Wissenschaft besteht darin, sie auf der Grundlage von Qur’an, Sunna, Usul und Tradition zu beantworten.
Diese Dreiteilung ist eine Vereinfachung, um die Struktur verständlich zu machen. In Wirklichkeit sind die Disziplinen noch vielschichtiger, doch alle greifen ineinander. Ein Gelehrter verbindet Qur’anwissenschaft, Fiqh, Tasawwuf und Methodologie, wenn er eine Fatwa gibt oder einen Rat ausspricht.
„Ein Lehrer vermittelt nicht nur Inhalte – er gibt Reihenfolge, Eignung und Erziehung vor. Nur so wird Wissen zum Licht und nicht zur Last.“
Das Problem unserer Zeit ist jedoch, dass diese Reihenfolge oft nicht eingehalten wird. Viele Jugendliche beschäftigen sich mit Hadith-Bewertungen, Überliefererkritik oder alten Streitfragen, die längst abgeschlossen sind – ohne die Grundlagen zu beherrschen.
Andere steigen sofort in Themen wie Takfir (das Ausschließen von Muslimen) ein, obwohl ihnen sowohl Wissen als auch Erziehung fehlen. Dadurch entsteht Verwirrung, Spaltung und im schlimmsten Fall Radikalisierung.
Noch gravierender ist, dass sich heute beinahe jeder im Internet zum Islam äußert – unabhängig von Bildung, Charakter und Eignung. Dabei geht verloren, dass islamisches Wissen auf kollektiven Ergebnissen beruht: den jahrhundertelangen Diskussionen und Konsensen der Gelehrten. Wer nicht in dieser Tradition verankert ist, verliert Respekt vor diesem Erbe und konstruiert eigene Wege.
Deshalb braucht es neben Wissen immer auch Erziehung (tarbiya), die den Charakter festigt und den Schüler befähigt, Wissen verantwortungsvoll zu tragen. Scharfe Werkzeuge dürfen nicht in unreifen Händen liegen.
Genau aus diesen Beobachtungen und Beratungen mit Gelehrten heraus ist die Nour Islam Akademie entstanden. Sie arbeitet präventiv, indem sie bei den Wurzeln ansetzt – nicht bei Symptomen. Wir vermitteln das islamische Grundwissen in der richtigen Reihenfolge und begleiten es mit spiritueller Erziehung.
Gleichzeitig halten wir an den Fundamenten der Tradition fest, entwickeln aber Lösungen für die heutigen Herausforderungen. Ziel ist es, eine Generation auszubilden, die die Werkzeuge der Gelehrten versteht, sie verantwortungsvoll nutzt und später selbst dieses Wissen an andere weitergibt.
„Alle Rollen im islamischen Wissen teilen ein Fundament. Unterschiede entstehen durch Spezialisierung, Verantwortung und die historische Entwicklung der Begriffe.“
Islamische Zeitung: Wenn es um das Wissen und seine Träger geht, fallen häufiger mal Begriffe wie Imam, ‘Alim, Faqih, Mufti oder Schaikh. Können Sie uns diese Aufgaben erläutern und worin deren Unterschiede bestehen?
Schaikh Muhannad: Im Islam ist Wissen zu einer Wissenschaft geworden, damit spätere Generationen immer wieder auf dieselben Quellen zurückgreifen und Antworten finden können. Wie in allen Wissenschaften gibt es auch hier ein Fundament, das alle teilen, und Spezialisierungen, die sich im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet haben. Die wichtigsten Begriffe lassen sich unterscheiden.
Imam: Ursprünglich bezeichnete dieser Begriff große Vorbildgelehrte – Persönlichkeiten wie Imam Malik oder Imam al-Nawawi, die in nahezu allen islamischen Disziplinen herausragende Beiträge geleistet haben. Sie verbanden die Fachbereiche, schufen Grundlagen, auf die alle späteren Gelehrten aufbauten, und hinterließen Werke, die bis heute angewendet werden. Im späteren Sprachgebrauch hat sich der Begriff jedoch erweitert und bezeichnet heute meist den Vorbeter in der Moschee. In wissenschaftlichen Kontexten aber wird der Begriff Imam weiterhin in seiner ursprünglichen, hohen Bedeutung verwendet.
‘Alim: Wörtlich „der Wissende“. Damit ist ein Gelehrter gemeint, der über ein breites Fundament verfügt und oft auch wissenschaftlich forscht und publiziert.
Faqih: Ein Spezialist für Fiqh, also das islamische Recht. Nicht jeder Faqīh ist ein Muftī – aber jeder Mufti muss ein Faqij sein.
Mufti: Derjenige, der nicht nur Fiqh beherrscht, sondern auch befähigt ist, Fatwas – also Rechtsgutachten – zu aktuellen Fragen zu geben. Ein Mufti arbeitet oft interdisziplinär, zieht Experten hinzu (etwa bei medizinischen oder technischen Fragen) und verbindet deren Wissen mit den Grundlagen des islamischen Rechts.
Schaikh: ein Oberbegriff für Lehrer und Meister. In der arabischen Welt ist es die Sammelbezeichnung für Gelehrte.
Allen diesen Rollen ist ein gemeinsames Fundament eigen: die Grundausbildung im islamischen Pflichtwissen, die überhaupt erst befähigt, über den Islam zu sprechen. Danach folgen Spezialisierungen, die mit unterschiedlichen Aufgaben und Verantwortungen verbunden sind.
Natürlich ist diese Darstellung sehr vereinfacht. In einem wissenschaftlichen Rahmen ließe sich das noch viel detaillierter und fundierter erklären. Für den allgemeinen Überblick und die breite Leserschaft genügt diese Einteilung jedoch.
„Die Rückkehr zu den Rechtsschulen ist eine Chance für Klarheit und Stabilität – vorausgesetzt, sie wird nicht durch willkürliche Zitate oder politische Interessen missbraucht, sondern im Geist der Tradition und Methodik vermittelt. Die malikitische Schule ist dabei ein besonders starkes Beispiel, ohne die Bedeutung der anderen Rechtsschulen zu mindern.“
Islamische Zeitung: Jahrzehntelang haben ideologische Bewegungen starken Einfluss auf das geistige Klima von Muslimen nicht nur hier genommen. Seit mehreren Jahren schon wenden sich Junge und Interessierte von diesen ab und den Rechtsschulen zu. Auch, weil sie sich von diesen eine Rückbindung zum Vorbild Madina erwarten. Wie sehen Sie diesen Aspekt in Deutschland?
Schaikh Muhannad: Ideologische Bewegungen haben meist keine lange Lebensdauer. Sie gewinnen oft in den jungen Jahren der Menschen an Einfluss – in der Pubertät, in der Suche nach Identität – und verlieren später an Kraft, wenn Menschen älter werden und mehr Lebenserfahrung sammeln.
Heute sehen wir, dass viele junge Muslime erkennen, dass diese Bewegungen keine tragfähigen Antworten bieten. Durch das Internet haben sie Zugang zu vielen Stimmen, können vergleichen und erleben, dass die Argumente der klassischen Tradition und der Rechtsschulen stärker und nachhaltiger sind. Das ist eine sehr positive Entwicklung.
Allerdings muss man wachsam sein: Es gibt politische Gruppen, die für ihre eigenen Ziele die Religion missbrauchen. Sie arbeiten ähnlich wie Parteien – sie sagen, was die Menschen gerne hören möchten, um sie zu binden.
Manche von ihnen geben sich heute den Anschein, „rechtsschulgebunden“ zu sein. Sie behaupten etwa, sie würden der hanbalitischen Schule oder sogar mehreren Rechtsschulen zugleich folgen. In Wirklichkeit vertreten sie jedoch nicht die Inhalte, die Methodik oder den Geist dieser Schulen. Es bleibt bei Etiketten, ohne Substanz.
Man erkennt diese Gruppen daran, dass sie Aussagen und Zitate einzelner Gelehrter willkürlich herausnehmen, ohne den gesamten Rahmen, die Methodik und die innere Logik der jeweiligen Rechtsschule zu respektieren. So entsteht ein Bild, das oberflächlich nach Rechtsschule aussieht, inhaltlich aber entweder wahhabitische oder salafistische Lehren transportiert – oder politische Programme.
Ein einfacher Muslim, der gerade erst die Rechtsschulen kennenlernt, kann das kaum durchschauen. Er denkt, er habe den Weg zum traditionellen Islam gefunden – nur um nach Jahren festzustellen, dass er in Wirklichkeit in einer politischen oder sektiererischen Struktur gelandet ist.
Gerade hier zeigt sich die besondere Stärke der malikitischen Schule, die seit jeher eng mit Medina und der Tradition des Propheten verbunden ist. Der große Gelehrte al-Hafiz as-Subki sagte über sie: „Und Allah hat die Malikiten rein bewahrt: Wir haben keinen Malikiten gesehen, außer dass er in seiner Glaubenslehre asch‘aritisch war.“
Dieses Zeugnis passt deshalb besonders gut, wenn es um die medinensische Schule geht. Gleichzeitig gilt: Auch die anderen Rechtsschulen können – wenn ihre Vertreter sich konsequent um die Wahrung der Tradition bemühen – davor bewahrt bleiben, von politischen oder ideologischen Strömungen vereinnahmt zu werden.
Wirklich fruchtbar wird die Rückkehr zu den Rechtsschulen nur dann, wenn sie rein religiös vermittelt werden – ohne politische Hintergründe, ohne ideologische Instrumentalisierung. In diesem Fall eröffnet sich ein großes Potenzial, auch hier in Deutschland.
„Online ist eine Tür zum Wissen – aber niemals der Raum selbst. Wirkliche Lehre braucht Nähe, Erziehung und den direkten Blick zum Lehrer.“
Islamische Zeitung: Lieber Schaikh Muhannad, Sie gehören zu denjenigen Gelehrten hier, die aktiv und erfolgreich verschiedene Online-Medien und Plattformen zur Wissensvermittlung nutzen. Hat der Einsatz solcher Mittel einen Einfluss auf die Form der Lehre?
Schaikh Muhannad: Natürlich hat der Einsatz von Online-Medien einen Einfluss auf die Lehre – und zwar einen sehr deutlichen.
Aus meiner Erfahrung ist Online-Unterricht in erster Linie Wissensvermittlung. Was dabei fast völlig fehlt, ist die Erziehung (tarbiya). Zwar habe ich erlebt, dass einzelne Menschen selbst über Online-Kanäle tief geprägt wurden – aber das sind seltene Ausnahmen.
Der klassische Unterricht vor Ort umfasst viel mehr: Erziehung, Begleitung, Adab, die geistige und seelische Verbindung zwischen Lehrer und Schüler. Im Hadith von Jibril sehen wir, dass die Überlieferung des Wissens direkt von Angesicht zu Angesicht geschieht. Online kann diesen Kanal nicht ersetzen.
Deshalb habe ich auch die Nour Islam Akademie von Anfang an als hybrides Modell aufgebaut: Online-Angebote ermöglichen Zugang und Flexibilität – etwa für Menschen, die reisen oder weit entfernt wohnen. Aber das Herzstück ist und bleibt der Unterricht vor Ort. Denn aus meiner eigenen Erfahrung ist das Lernen in direkter Nähe zum Lehrer wesentlich effektiver, tiefgründiger und nachhaltiger.
Online birgt zudem viele Gefahren: Ablenkung, fehlende persönliche Nähe und vor allem keine echte geistige Bindung. Eine gute Information, die in einem falschen Kanal aufgenommen wird, kann sogar Schaden anrichten. Deshalb kann Online-Unterricht niemals den direkten Kontakt ersetzen.
Wer es ernst meint mit islamischer Lehre, sollte online nur als ergänzendes Werkzeug nutzen. Für jene aber, die nur auf Selbstinszenierung und Reichweite aus sind, ist das Internet die perfekte Bühne – doch was bleibt, ist verbrannte Erde.
„Online-Wissen ist wertvoll – aber immer mit Vorsicht zu genießen.“
Islamische Zeitung: In der englischsprachigen Welt sind viele, international bekanntere ʿUlamā im Internet unterwegs. Hätten Sie Tipps & Ratschläge für den erfolgreichen und gleichzeitig sicheren Umgang mit dem Netz in Deutschland?
Schaikh Muhannad: Der englischsprachige Raum ist zahlenmäßig sehr viel größer, deshalb sind dort viele Gelehrte online sichtbarer. Im deutschsprachigen Raum ist die Zahl kleiner, aber das Interesse ist hier besonders konzentriert.
Das Internet kann ein wertvolles Werkzeug sein – aber es ist mit Vorsicht zu genießen. Inhalte sollten nicht Trends hinterherlaufen, sondern Maßstäbe setzen. Und man sollte sich bewusst sein: Im deutschsprachigen Raum gibt es weniger Gelehrte, deshalb können falsche Stimmen schneller Einfluss gewinnen.
„Solange die Wurzeln krank sind, bleibt jede Debatte ein Streit über Symptome. Erst wenn das Fundament gesund ist, können wir die wirklich relevanten Fragen angehen.“
Islamische Zeitung: Welche Fragen wären für Sie augenblicklich von vorrangiger Relevanz für die Muslime in diesem Land? Diskutieren wir über die falschen Dinge?
Schaikh Muhannad: Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Die Anliegen von Muslimen in einem Dorf unterscheiden sich oft von denen in einer Großstadt. Dennoch gibt es gemeinsame Belange, die uns alle betreffen.
Ich glaube, dass viele der heutigen Diskussionen nur Symptome sind – nicht die eigentliche Krankheit. Man kann endlos über Detailfragen streiten, aber ohne Fundament führen solche Debatten zu nichts. Die Wurzeln sind das Entscheidende: islamisches Pflichtwissen, richtige Führung und klare Maßstäbe.
Wenn diese Basis fehlt, ist keine Einigung möglich. Jeder hält sein eigenes Thema für das wichtigste, und am Ende wird mehr gestritten, als dass Lösungen entstehen. Viele, die heute als „Stimmen des Islam“ auftreten, sind in Realität nur Vertreter bestimmter Gruppen oder Parteien. Das verschärft die Verwirrung zusätzlich.
Die tatsächlich relevanten Fragen sind daher nicht die Schlagzeilen von heute, sondern: Wie stärken wir das Fundament der Muslime? Wie sichern wir Pflichtwissen, Erziehung und Verortung in dieser Gesellschaft? Wenn diese Basis gelegt ist, lösen sich viele Nebendebatten von selbst.
„Wir brauchen Räume für echten Austausch – geschützt, neutral und inhaltsorientiert. Nur so können Gelehrte und Gemeinschaft einander erreichen.“
Islamische Zeitung: Muslime unterschiedlicher Herkunft oder Alters sowie ihre Gemeinschaften suchen einerseits bei drängenden, manchmal kontroversen Fragen tragfähige Antworten von der Lehre. Andererseits haben sich die meisten in der Bundesrepublik bekannten Gelehrten in den letzten 10–15 Jahren – aus Gründen – dazu entschieden, den öffentlichen Dialog oder die Debatte (nach negativen Erfahrungen) zu meiden. Brauchen wir in Deutschland mehr Gelegenheiten, auf denen sich die Leute des Wissens einerseits untereinander austauschen, und andererseits zugänglicher sind für den Dialog mit der muslimischen Community im Ganzen?
Schaikh Muhannad: Ja, wir brauchen solche Möglichkeiten dringend. Ein geschützter Rahmen, in dem Gelehrte miteinander und mit der Gemeinschaft diskutieren, ist viel wertvoller als die oft oberflächlichen Debatten in den sozialen Medien. Dort geht es zu schnell um Schlagzeilen und persönliche Egos, statt um Inhalte.
Solche Formate müssten gut moderiert und neutral begleitet werden – vielleicht könnte das auch eine Aufgabe für eine Zeitung wie die Ihre sein. Denn Gelehrte brauchen Räume, in denen sie sich austauschen können, und die Gemeinschaft braucht den direkten Zugang zu ihnen.
Gleichzeitig darf man nicht nur darauf warten, dass solche Formate entstehen. Jeder von uns trägt Verantwortung, Debatten lebendig zu halten – und zwar mit dem Grundsatz: Es geht nicht um Personen, nicht um Interessen, sondern um Inhalte.
Natürlich gibt es die Schwierigkeit, dass manche Gruppen sich selbst als „die Mitte“ darstellen, obwohl sie in Wahrheit eine parteiische Richtung vertreten. Genau deshalb ist es so schwer, wirklich neutrale Räume zu schaffen. Aber das sollte uns nicht abhalten, daran zu arbeiten.
Islamische Zeitung: Lieber Schaikh Muhannad, wir bedanken uns recht herzlich für das substanzielle Gespräch.

„Die Wellen singen mir ihr Lied
Mit dem Wind zur Melodie
Und die Möwen stimmen ein
Zu meiner Symphonie
Das ist mein Moment am Meer
Den ich tief in mir genieß‘
Den ich in mir seh‘ und fühl‘
Wenn ich die Augen schließ’“
(iz). Ich liege mit geschlossenen Augen auf dem Bett. Eine kühle Brise dringt durchs Fenster ein. Das Hotelzimmer ist stadtnah. Bevor es zum Vortrag geht, möchte ich noch eines dieser „besten Fischbrötchen der Welt“ essen.
Der Freund, der mich vom Bahnhof in Kiel abgeholt hat, hat mir die Stadt gezeigt und es endete damit, dass ich unbedingt „das beste Fischbrötchen der Welt“ essen müsse. Er hat mir nicht zu viel versprochen. Das Fischbrötchen ist einen Trip nach Kiel wert.
Ein Wunsch von mir war es, mit der Fähre zu fahren. Auch das taten wir. An einer Anlegestelle war ein Café und den Augenblick ließ ich mir nicht nehmen: Ein Kaffee an der Küste: „Das ist mein Moment am Meer!“
Verse, die lebendig werden! Und nachdem wir mit der Fähre wieder zurückfuhren, habe ich mich zum Ausruhen vor dem Vortrag ins Hotel zurückgezogen. Und nun liege ich hier und höre „Küstenkind“:
„Wohin das Leben mich auch führt
Wo immer ich auch bin
Ich trag‘ den Norden tief in mir
Ich bin ein Küstenkind!“
Ein Küstenkind war ich nicht, denn ich bin in Wolfenbüttel, der Lessingstadt, geboren, aber: Den Norden trage ich tief in mir. Ich liebe es, wenn mich jemand mit Moin grüßt. Das gibt es in Köln, wo ich jetzt lebe, leider nicht. Scherzhaft sage ich immer, wenn ich den Gruß höre: „Endlich ein Mensch, der Zivilisation erfahren hat.“ Manche gucken dann irritiert, andere lachen. Ich habe meine Freude!

Foto: Autor
Kultur – das wird auch das Thema meines Vortrages an der Uni sein. Islam und Kultur. Über den Titel kam es im Voraus zu einer Meinungsverschiedenheit. Auf dem Flyer stand „Islam vs. Kultur“. Ich bitte meinen Ansprechpartner der Hochschulgruppe, das zu ändern – doch der Titel stehe schon und der Flyer sei bereits geteilt. Ich sage, dass ich nicht für so einen Titel stehe. Mir wird gesagt, wenn Islam und Kultur sich nicht widersprechen, dann sei es ja meine Aufgabe, das im Vortrag deutlich zu machen.
Und tatsächlich werde ich kurz darauf bereits angesprochen auf den Titel: „Ahmet, der Titel war aber nicht deine Wahl, oder?“ Die Menschen wissen, was ich seit Jahren auf Social Media und auf meinem Blog, den ich gerade erneuere, teile und worüber ich referiere.
Ich frage den Freund, der mir das leckerste Fischbrötchen der Welt zeigte, ob die diesjährigen Organisatoren denn wissen, dass ich inhaltlich andere Dinge vortragen werde, als die Redner an den Tagen davor. Er bejaht und sagt, dass er froh ist, dass ich die Abwechslung bringe.
Die Vorträge wirken auf mich wie Predigten in der Moschee – aber wir sind an einer Uni. Das ist ein typischer Trugschluss. Manche Muslime denken islamisch ist etwas nur dann, wenn über Qur’an und Hadithe gesprochen wird. Es müsse sich um Gottesdienste, Fasten und Charakterideale drehen.
Zum richtigen Verständnis meiner Worte: In der Moschee können und sollten wir gerne ausführlich über Gottesdienste sprechen. Problematisch wird es dann, wenn Muslime einzig das für „traditionell-islamisch“ halten und die Universität für eine Moschee halten.
Die Universität ist keine Moschee. Sie ist keine Synagoge. Sie ist keine Kirche. Das gilt nicht nur für Muslime, sondern für alle. Hier gelten andere Normen. Das ist das eine.
Etwas anderes ist ebenfalls wichtig: Als ich während meines Vortrags Fragen gestellt bekomme, antwortete ich auch: „Die Frage möchte ich nicht beantworten. Ich bin hier als Akademiker. Wenn ihr einen theologischen, innerislamischen Vortrag hören möchtet, dann könnt ihr mich für ein anderes Format anfragen.“
Nur weil ich antworten könnte, heißt es nicht, dass ich antworten muss. Ich muss wissen „wer“ ich bin und „wo“ ich bin. So sagte ich es auch im Vortrag. Das ist es, was Adab ist: die Wissenschaft von schöner Lebensart, das gute Betragen.
Ich war vor kurzem als muslimischer Repräsentant bei der Abschlussfeier einer Grundschule und habe aus dem Qur’an vorgetragen und etwas über einige Verse erzählt. Meine dortige Rolle war klar definiert. Ich sollte dort in der Rolle eines Imams auftreten und wurde deshalb gebeten in Gewand und mit Kopfbedeckung zu erscheinen. Kleidung, die ich privat nicht trage. Aber ich war in einer Schule mit der Bitte, Muslime zu repräsentieren. Also wählte ich das, was in einer Moschee üblich ist. Ort und Anlass erlaubten es.
Ich bin privat eher für meine Weste bekannt, die ich unter dem Gewand auch voller Stolz trug. Dieselbe Weste trug ich auch in Kiel. Und ich leitete meinen Vortrag in Kiel mit einem Bild ein. Auf dem Bild war das Mausoleum Rumis in Konya zu sehen. Damit setzte ich ohne Worte das erste Zeichen dafür, was im Vortrag folgen wird. Damit ließ ich andeuten, welche Gelehrtentradition ich wertschätze.
Der Referent Sertac Odabas bemängelte, als Salafist bezeichnet zu werden und dass keine inhaltliche Auseinandersetzung mit seinem Vortrag stattgefunden habe. Nun, so funktionieren Medien auch nicht. Es kommt nicht nur darauf an, was ein Referent während eines Vortrags sagt, sondern wofür er steht.
Und wer häufiger Ibn Taymiyya zitiert, lässt sich erstmal nichts zu Schulden kommen. Aber Tatsache ist, dass vor allem die Muslime, die Ibn Taymiyya zitieren, einen Rumi und Ibn ‘Arabi als „Kafir“, also Leugner der göttlichen Einheit, bezeichnen. Wer also häufiger Ibn Taymiyya zitiert und keine anderen muslimischen Gelehrten wie Rumi, setzt sich selbst diesem Verdacht aus.
Wer so vorgeht, darf nicht überrascht sein, wenn er in Verbindung mit dieser Ideologie gebracht wird. Die deutsche Öffentlichkeit kann eventuell nicht nachvollziehen, was ich hier von mir gebe. Deshalb möchte ich es verständlicher machen.
Vor kurzem wurde eine Moschee in Braunschweig geschlossen. Diese Entscheidung war absolut richtig. Ich komme aus der Region und habe erlebt, wie junge Muslime, die sie besuchten, sich dahingehend radikalisiert haben, dass sie plötzlich Menschen nur nach ihrem Glauben beurteilt haben:
„Ich Muslim gegen die Welt.“ Das ist das Weltbild von Salafisten. Radikale Abendlandsverteidiger denken ähnlich: „Wir wissen, was Freiheit ist und kämpfen gegen den Rest der Welt.“ Das ist das Anzeichen von Ideologen, von Extremisten.
Einige Muslime aus der inzwischen geschlossenen Einrichtung haben nach gemeinsamen Gesprächen erkannt, wie unsinnig das Islamverständnis war, dem sie folgten. Was ist das erste Anzeichen eines Salafisten? Die jungen Muslime, die dort in die Moschee gingen, bezeichneten auf einmal Rumi als Kafir, das heißt als Leugner; oder „Ungläubiger“, wie es fälschlicherweise aus der christlichen Kirchenterminologie übernommen wurde.
Rumi und Ibn ‘Arabi und teilweise auch Abu Hanifa, die seien abgeirrt. Das wird bei Salafisten zu einer wichtigen Angelegenheit in der Religion. Von Berlin über Braunschweig bis Wuppertal – überall ist dies ein Anzeichen von Salafisten. Und ja, das ist gefährlich!
Die Aufgabe der Menschen in dieser Moschee schien zu sein, gegen bestimmte muslimische Gelehrte zu hetzen und allen klar zu machen, dass sie nicht zum traditionellen Islam gehören.
Ich weiß nicht, ob Sertac Odabas Rumi oder Ibn ‘Arabi zu Leugnern erklärt. Sollte er es tun, dann würde eines der klarsten Anzeichen von Salafisten bei ihm zu finden sein. Ich weiß es aber wirklich nicht, ob er es tut. Ich weiß aber das: Menschen, die es tun, für die sind alle „Sufis“, wie sie es nennen, „Erneuerer“ und nicht Teil des traditionellen Islams.
Sich selbst zu einem Repräsentanten des traditionellen Islams zu erklären, ist sehr, sehr gewagt. So tat es Sertac Odabas in seiner Erklärung. Das ist falsch. Damit erweckt er den Anschein, dass seine verbreiteten Ansichten die Norm seien.
Aber: Zum traditionellen Islam gehört Al-Gazali, der intensiv Philosophie studierte und auch von Schäden und Nutzen der Philosophie spricht. Zum traditionellen Islam gehört Mewlana Jalaluddin Rumi, der große Sufimeister aus Konya/Balchi. Dazu gehören auch Ibn ‘Arabi und Konevi, Imam Nawawi und und und… Wer sagt das? Das sagen zum Beispiel prestigeträchtige Dozenten in der Türkei.
Im persönlichen Gespräch sagten mir einige Professoren für klassischen Islam, dass es absolut nötig ist, den Islam in Deutschland zu beheimaten. Das sei aber nicht möglich, wenn man bloß aus türkischen oder arabischen Ländern kopiert. Verwiesen wurde ich auf Ustadh Abdalhakim Murad, den mir einer bewundernd als klassischen britischen Muslim bezeichnete.
Was wir benötigen, sind klassische deutsche Muslime. Doch so wie sich Deutsche ständig darüber streiten, was Deutsch ist, fragen sich Muslime in Deutschland das eben auch. Wie typische Deutsche wissen wir, wir Muslime in Deutschland, es doch selbst nicht.
Philisterhaft zu behaupten, man habe die Weisheit mit Löffeln gefressen und etwas Unbedachtes als deutschen Islam zu präsentieren, ist nicht nachhaltig. Wir sind im Prozess es herauszufinden.
Selman Dilek ist eine Person, die aus der Türkei nach Deutschland kam. Er promovierte zu Meister Eckhart. Und nach kurzer Zeit in Deutschland äußerte er folgende Beobachtung: „Eine Erneuerung, die sich auf die eigentlichen Ziele der Religion stützt, ist für Muslime in Europa notwendig geworden. Denn der Islam ist in Europa ein neues Phänomen. Sein Fortbestehen hängt davon ab, dass eine religiöse Kultur aufgebaut wird.“
Neu meint, dass die große Zahl der Muslime eben relativ neu hier ist. Nun seit fast 60 Jahren. Das ist für den Aufbau einer eigenen Kultur wirklich nicht viel. In diesem Lichte schrieb ich meine Gedichtsammlung „Der deutsche Diwan“. Er leistet einen Beitrag dazu, Heimat in Deutschland zu stiften.
Das alleine stellt schon eine beachtliche Leistung dar. Meine Großeltern konnten nicht flüssig Deutsch, ihr Enkel schreibt Gedichte und erfindet Versmaße auf Deutsch – was für eine Erfolgsgeschichte!
Islam ist keine Kultur. Er ist keine Ideologie. Der Islam ist die Erkenntnis, dass nichts anbetungswürdig ist, außer Gott. Den Islam auf Bräuche und Sitten zu reduzieren, wie es Salafisten oder Antimuslime tun (hierin sind sie sich so dermaßen ähnlich), leugnet, dass der Islam universal ist.
Warum liebe ich den Norden so sehr? Weil ich ihn mit Herder verbinde. Er segelte über die Ostsee. Auch wenn er nie in Kiel war, muss ich an ihn denken, wenn ich eine deutsche Küste sehe. Was ist seine Weisheit: Eine Pflanze, die an einem Ort der Welt blühen kann, kann an einem anderen Ort der Welt nicht auf die selbe Weise blühen. Aber die Natur hält für jede Geographie der Welt Pflanzen bereit und wo nicht, dort ist kein Leben auf Dauer möglich.
Der Islam ist eine Pflanze. Die Frage ist, in welcher Gestalt kann er in Deutschland blühen? Das Fortbestehen von Muslimen hängt nun davon ab, ob sie – wie die Muslime, die in Al-Andalus aufgeblüht sind – zur Kultivierung Deutschlands beitragen werden oder nicht. Kultivieren bedeutet, eine Kultur aufbauen. Das geht nicht mit veralteten Diskussionen darüber, welche Religion vernünftiger sei und welche nicht.
Lessing hat doch bereits gesprochen, welche Religion die natürlichere sei. Goethe hat bereits gesprochen, dass er nicht daran glaube, dass ein Mensch Gott sei. Die Frage, die wir uns stellen müssen: „Was bewirkt mein Glaube in mir? Zu welchen Aktivitäten und Handlungen inspiriert mich das, woran ich glaube?“
Das sind die Fragen, die unsere Gesellschaft bereichern. Und das ist eben für alle interessant. Zu meinen, man sei im Besitz der Wahrheit, das macht träge und hochmütig. Was nützt das, wenn man ein unsympathisches Arschloch ist? Allah te’ala liebt umgängliche Menschen.
Ein Vorlesungssaal ist weder eine Synagoge noch eine Moschee (beides Gotteshäuser, in denen Geschlechtertrennung üblich ist, Anm.d.Red.). Es wäre falsch, hier Männer und Frauen anzuweisen, dass sie sich getrennt hinsetzen sollen. Die Studentinnen und Studenten müssen die Freiheit haben, sich hinzusetzen, wohin sie möchten.
Weder muss ich auf einem Platz sitzen bleiben, wenn ich warum auch immer nicht neben bestimmten Menschen sitzen möchte. Noch muss irgendwer anderes sitzen bleiben, wenn er oder sie nicht neben mir sitzen möchte.
Was ich in Kiel beobachtet habe, ist, dass Frauen hinten saßen und Männer vorne. Eine ältere, nichtmuslimische deutsche Dame sagte mir im Anschluss des Vortrags, sie habe sich bewusst neben Männer gesetzt, weil sie mit der Sitzordnung so nicht einverstanden sei – und voilà niemand hat sie aufgefordert, sich umzusetzen.
Das heißt, es war in Kiel möglich, sich als Frau neben Männer oder als Mann neben Frauen zu setzen. Was ich nicht weiß, ist, ob die Teilnehmer angewiesen wurden. Wenn das geschehen ist, dann wäre es nicht korrekt. Jeder Mensch soll sich intuitiv hinsetzen, wo er oder sie möchte.
Und ich lache gerade selbst, bei diesen lächerlichen Sätzen. Womit sind wir bitte beschäftigt? Daraus ein Medienspektakel zu machen, weil Lobbyisten das so wünschen und auch das zum Theologikum zu machen seitens von Muslimen… Und dann wundern wir uns, warum Deutschland sich abschafft… Gute Nacht, wenn das eure Zeit in Anspruch nimmt.
Goethes besondere Form des Deismus und Lessings Kampf dafür, sein Ideendrama aufzuführen, diese Dinge interessieren mich einfach mehr. Denn auch ich kämpfe dafür, dass sich mehr Menschen (symbolisch gesprochen) für Rumi und Goethe begeistern. Die Wirtschaft, das Gemeinwesen, die Atmosphäre in Deutschland – alle würden profitieren.
Was Antisemitismus betrifft, kann ich Folgendes sagen: Wenn es Antisemitismus ist, eine Flagge des Staates Palästina als Aufkleber zu haben, dann gab es Antisemitismus. Wenn die Flagge des Staates Palästina keinen Antisemitismus darstellt, dann gab es keinen.
Jeder Mensch, der etwas gegen Juden hat, weil sie Juden sind, kann, darf und soll meinen Auftritten fernbleiben. Jeder Mensch, der etwas gegen Christen hat, weil sie Christen sind, kann, darf und soll meinen Auftritten fernbleiben. Jeder Mensch, der etwas gegen Muslime hat, weil sie Muslime sind, kann, darf und soll meinen Auftritten fernbleiben.

Foto: Autor
Und jetzt wird mir mein eigener Text gerade zu lang. Ich sitze gerade in der Venloer Straße und genieße einen Kaffee. Das ist mein Moment im Café.
Und: Ich plane bereits meinen nächsten Kiel-Besuch. Warum? Weil Kiel eine geile Stadt ist. Eben der „echte Norden“, wie es heißt. Weil dort die Menschen das zivilisierte Moin moin von sich geben. Und weil es dort das beste Fischbrötchen der Welt gibt! Das waren viele und schwere Gedanken. Das benötigt ein bisschen Kopflüften mit dem Lied Küstenkind! Den Moment am Meer lasse ich mir von niemandem nehmen.
„Die Wellen singen mir ihr Lied
Mit dem Wind zur Melodie
Und die Möwen stimmen ein
Zu meiner Symphonie
Das ist mein Moment am Meer
Den ich tief in mir genieß‘
Den ich in mir seh‘ und fühl‘
Wenn ich die Augen schließ’“
Je größer und authentischer das religiöse Wissen ist, desto geringe sind die Gefahren von Extremismus und Radikalisierung. (iz). Wenn Menschen in ihrer Umgebung beobachten, dass jemand sich stärker religiösen Praktiken […]
IZ+
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.
Hintergründe: In der marokkanischen Herrscherstadt Fes finden sich unzählige Madrassen mit teils beeindruckender Architektur. (iz). Fes ist ein wahres Juwel, ein historisches Museum von beeindruckender Größe, das mit den Schätzen […]
IZ+
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.
Denken und die Praxis: Antworten auf aktuelle Fragen und Herausforderungen. Muhammad Sultan Rashid über die Suche nach tiefem Wissen. (Traversing Tradition). Der heutige Mensch, der nach Wissen strebt, sieht sich […]
IZ+
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.
Aristoteles sagte, die Handlung sei der Zweck des Wissens. Auch in der islamischen Lehre lassen sich beide nicht vollständig voneinander trennen. (iz). Allah sagt uns im Qur’an: „Allah wird den […]
IZ+
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.
| Cookie | Dauer | Beschreibung |
|---|---|---|
| __cf_bm | 30 minutes | Wird von unserem Betreiber Cloudflare gesetzt, um automatisierte Zugriffe von echten Besuchern zu unterscheiden. Der Cookie enthält keine Angaben zu Ihrer Person und ist für den sicheren Betrieb der Website erforderlich. |
| __stripe_mid | 1 year | This cookie is set by Stripe payment gateway. This cookie is used to enable payment on the website without storing any patment information on a server. |
| __stripe_sid | 30 minutes | This cookie is set by Stripe payment gateway. This cookie is used to enable payment on the website without storing any patment information on a server. |
| acadp_rand_seed | 1 day | Wird ausschließlich im Anzeigenmarkt gesetzt. Der Cookie enthält nur eine Zufallszahl, die die Reihenfolge einer Anzeigenliste über mehrere Blätterseiten hinweg stabil hält. Sie ist keiner Person und keinem Gerät zugeordnet und wird nicht weiterverarbeitet. |
| cookielawinfo-checkbox-advertisement | 1 year | Set by the GDPR Cookie Consent plugin, this cookie is used to record the user consent for the cookies in the "Advertisement" category . |
| cookielawinfo-checkbox-analytics | 1 year | Set by the GDPR Cookie Consent plugin, this cookie is used to record the user consent for the cookies in the "Analytics" category . |
| cookielawinfo-checkbox-functional | 1 year | The cookie is set by GDPR cookie consent to record the user consent for the cookies in the category "Functional". |
| cookielawinfo-checkbox-necessary | 1 year | Set by the GDPR Cookie Consent plugin, this cookie is used to record the user consent for the cookies in the "Necessary" category . |
| cookielawinfo-checkbox-non-necessary | 1 year | Set by the GDPR Cookie Consent plugin, this cookie is used to record the user consent for the cookies in the "Non-necessary" category . |
| cookielawinfo-checkbox-others | 1 year | Set by the GDPR Cookie Consent plugin, this cookie is used to store the user consent for cookies in the category "Others". |
| cookielawinfo-checkbox-performance | 1 year | Set by the GDPR Cookie Consent plugin, this cookie is used to store the user consent for cookies in the category "Performance". |
| CookieLawInfoConsent | 1 year | CookieYes sets this cookie to record the default button state of the corresponding category and the status of CCPA. It works only in coordination with the primary cookie. |
| m | 2 years | Stripe sets this cookie for fraud prevention purposes. It identifies the device used to access the website, allowing the website to be formatted accordingly. |
| PHPSESSID | session | This cookie is native to PHP applications. The cookie is used to store and identify a users' unique session ID for the purpose of managing user session on the website. The cookie is a session cookies and is deleted when all the browser windows are closed. |
| woocommerce_cart_hash | session | Wird von WooCommerce gesetzt, sobald sich etwas im Warenkorb befindet. Der Cookie enthält eine Prüfsumme des Warenkorbinhalts, damit zwischengespeicherte Seiten den richtigen Warenkorbstand anzeigen. Er enthält keine Angaben zu Ihrer Person und ist für den Betrieb des Warenkorbs erforderlich. |
| woocommerce_items_in_cart | session | Wird von WooCommerce gesetzt, sobald sich etwas im Warenkorb befindet. Der Cookie enthält nur den Wert 1 und teilt der Website mit, dass der Warenkorb nicht leer ist. Er enthält keine Angaben zu Ihrer Person und ist für den Betrieb des Warenkorbs erforderlich. |
| wp_woocommerce_session_* | 2 Tage | Wird von WooCommerce gesetzt und verbindet Ihren Browser mit der zugehörigen Warenkorb- und Bestellsitzung auf dem Server. Der Cookie enthält eine Kennung und eine Prüfsumme, keine Bestell- oder Zahlungsdaten. Er ist für Warenkorb und Kasse erforderlich. Laufzeit 2 Tage, bei angemeldeten Kunden 7 Tage. |
| Cookie | Dauer | Beschreibung |
|---|---|---|
| CONSENT | 2 years | YouTube sets this cookie via embedded youtube-videos and registers anonymous statistical data. |
| Cookie | Dauer | Beschreibung |
|---|---|---|
| NID | 6 months | NID cookie, set by Google, is used for advertising purposes; to limit the number of times the user sees an ad, to mute unwanted ads, and to measure the effectiveness of ads. |
| yt-remote-connected-devices | never | YouTube sets this cookie to store the video preferences of the user using embedded YouTube video. |
| yt-remote-device-id | never | YouTube sets this cookie to store the video preferences of the user using embedded YouTube video. |