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Sklaverei – eine moderne Barbarei

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Weltweit leben 50 Millionen Menschen in der einen oder anderen Form von Sklaverei. Von ihrem Elend profitieren auch Verbraucher in reichen Ländern.

(KNA/IZ). Sie müssen gegen ihren Willen arbeiten, sich prostituieren oder werden zwangsverheiratet. Sichtbar sind die Opfer von moderner Sklaverei so gut wie nie. Doch überall auf der Welt werden bis heute Menschen versklavt.

Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen fordern einen besseren Schutz vor moderner Sklaverei. Anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Sklaverei am 2. Dezember sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres, Regierungen müssten die Strafverfolgung stärken und Täter vor Gericht bringen.

50 Mio. Menschen leben in Sklaverei

Nach Schätzungen der australischen Organisation Walk Free leben knapp 50 Millionen Menschen in moderner Sklaverei. Im Verhältnis zur Bevölkerung treten die meisten Fälle in Nordkorea, Eritrea und Mauretanien auf

Betroffen sind laut Guterres vor allem jene, die durch „Armut, Diskriminierung und Konflikte verwundbar geworden sind“. Unter ihnen seien viele Kinder und Frauen. Sie seien von Menschenhandel, Zwangsarbeit, sexueller Ausbeutung und Zwangsheirat betroffen.

Nach Einschätzung von Hanno Schedler, Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung bei der Gesellschaft für bedrohte Völker mit Sitz in Göttingen, sollten Menschenrechtsorganisationen, die in Staaten arbeiten, in den es weiterhin Sklaverei gibt, aus dem Ausland politisch und finanziell unterstützt werden.

Foto: ILO, M. Crozet, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0

In der Verantwortung sieht Schedler auch die Bundesregierung und die Europäische Union. Wenn wie im Falle Mauretaniens prominente Anti-Sklaverei-Aktivisten in Haft kämen, müssten sich Bundesregierung und Europäische Union massiv für deren Freilassung einsetzen, sagte Schedler der Katholischen Nachrichten-Agentur.

„Staaten wie Deutschland müssen bei bilateralen Gesprächen das Thema Sklaverei ansprechen und Institutionen wie die Vereinten Nationen, deren Komitees auf globaler Ebene wichtige Aufklärungsarbeit leisten, stärker finanziell unterstützen“, so Schedler.

Einflussmöglichkeiten über die Ökonomie

Auch könnten demokratische Staaten Importe aus Regionen verbieten, in denen Menschen zu Zwangsarbeit gezwungen werden. Davon betroffen seien beispielsweise muslimische Uigurinnen und Uiguren in der Region Xinjiang in China.

Ein Risiko, Opfer von moderner Sklaverei zu werden, haben laut Angaben des Experten auch Migranten, die ohne gültige Papiere ihre Heimatländer verlassen. „Immer wieder gibt es Fälle, in denen gerade Frauen ihre Pässe weggenommen werden und die dann zur Prostitution gezwungen werden. Auch in westlichen Staaten existieren Zwangsarbeit und sexualisierte Ausbeutung“, so Schedler.

Der Internationale Tag für die Abschaffung der Sklaverei und das Ende der Leibeigenschaft wurde 1949 eingeführt. Im Jahr zuvor hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. In Artikel 4 heißt es: „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.“

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Migration: Vom Zwang, gehen zu müssen

Grenze migration

Herausforderung Migration: Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, wird häufig Gerechtigkeit vorenthalten. (IPS). Während die unfreiwillige Migration weltweit zunimmt, teilweise als Reaktion auf die Auswirkungen des Klimawandels, fehlt es weitgehend […]

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Zwangsarbeit in China: Human Rights Watch kritisiert Autobauer

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China: Internationale Autohersteller tun nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation HRW zu wenig gegen Zwangsarbeit in der Region Xinjiang.

Peking (dpa). „Autofirmen kennen das Ausmaß ihrer Verbindungen zu Zwangsarbeit in Xinjiang in ihren Aluminium-Lieferketten einfach nicht“, sagte HRW-Mitarbeiter Jim Wormington anlässlich eines am Donnerstag veröffentlichten Berichts der Organisation, der sich insbesondere mit Zwangsarbeit in der chinesischen Aluminiumindustrie befasst.

Foto: Artwell, Adobe Stock

„Glaubwürdige Beweise“ für Zwangsarbeit in China

Laut Human Rights Watch liegen glaubwürdige Beweise vor, dass Aluminiumhersteller in Xinjiang an Programmen der chinesischen Regierung beteiligt sind, die Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Gemeinschaften zwingen, Arbeit in Xinjiang und anderen Regionen anzunehmen.

Für die Recherche wurden unter anderem staatliche Medien in China sowie Regierungs- und Unternehmensberichte ausgewertet.

„Einige Autohersteller in China haben sich dem Druck der Regierung gebeugt und wenden in ihren chinesischen Joint Ventures weniger strenge Standards für Menschenrechte und verantwortungsvolle Beschaffung an als in ihren weltweiten Betrieben“, heißt es in dem Bericht.

Hersteller wie General Motors, Tesla, BYD, Toyota und Volkswagen hätten es versäumt, das Risiko uigurischer Zwangsarbeit in ihren Aluminium-Lieferketten zu minimieren. Mehr als 15 Prozent des in China produzierten Aluminiums oder 9 Prozent des weltweiten Angebots stamme demnach aus Xinjiang.

Uiguren

Foto: Hanno Schedler, GfbV e.V.

Auch VW steht im Fokus

Volkswagen teilte mit, seine Verantwortung als Unternehmen im Bereich der Menschenrechte weltweit sehr ernst zu nehmen – auch in China. Man halte sich eng an die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.

Diese sind Teil des Verhaltenskodex (Code of Conduct) des Unternehmens. „Wir setzen nicht nur im Volkswagen Konzern hohe Standards, sondern arbeiten auch entlang der Lieferketten an der Einhaltung dieser Werte“, sagte ein Sprecher.

VW betreibt in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Hersteller Saic selbst ein Werk in Xinjiang.

Uiguren, Angehörige anderer Minderheiten und Menschenrechtsorganisationen berichten seit Jahren, dass Hunderttausende Menschen in Xinjiang gegen ihren Willen in Umerziehungslager gesteckt, zum Teil gefoltert und zu Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die chinesische Regierung bestreitet diese Vorwürfe.

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UN-Agentur beklagen Zunahme von Sklavenarbeit

NEW YORK (MEMO). Die Zahl der Menschen, die durch Armut und andere Krisen in moderne Formen der Sklaverei gezwungen werden, ist in den letzten Jahren um ein Fünftel auf rund 50 Millionen gestiegen, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) der Vereinten Nationen am 12. September mitteilte, wie Reuters berichtete.

Mehr als die Hälfte von ihnen sei gegen ihren Willen zur Arbeit gezwungen worden, der Rest zur Heirat, so die ILO. Beides falle unter die Definition der modernen Sklaverei, da es sich um Menschen handele, die sich „aufgrund von Drohungen, Gewalt, Täuschung, Machtmissbrauch oder anderen Formen des Zwangs nicht weigern oder nicht gehen können“.

Die Situation habe sich durch Krisen wie COVID-19, bewaffnete Konflikte und den Klimawandel verschärft, die dazu geführt hätten, dass mehr Menschen in extremer Armut lebten und mehr Menschen zur Migration gezwungen seien, so die Agentur. Im Vergleich zur letzten Zählung für das Jahr 2016 sei die Zahl der Menschen in moderner Sklaverei um rund 9,3 Millionen gestiegen, heißt es in dem Bericht.

Die ILO, die ihre Schätzungen zum Teil auf Haushaltserhebungen stützt, stellte fest, dass mehr als die Hälfte aller Fälle von Zwangsarbeit in Ländern mit mittlerem oder hohem Einkommen auftraten, wobei Wanderarbeiter mehr als dreimal so häufig betroffen waren wie Einheimische.

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Produkte aus Zwangsarbeit: EU erlässt neue Regeln für den Import

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Auch heute gibt es noch Formen der Sklaverei. Menschen werden weltweit auf Feldern, auf dem Bau oder in Minen unter unwürdigen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Dagegen möchte die Europäische Kommission vorgehen – mit einem neuen Gesetzesvorschlag. Von Weronika Peneshko

Brüssel (dpa). Tomaten, Einweg-Handschuhe und Smartphones: Hinter diesen Produkten steckt immer wieder Zwangsarbeit. Fast 28 Millionen Menschen weltweit gelten der Europäischen Kommission zufolge als moderne Sklaven. Dagegen will die Behörde vorgehen. Ein am Mittwoch vorgestellter Gesetzesentwurf soll künftig etwa den Import und Export sowie den Verkauf von Produkten, die nachweislich unter Zwangsarbeit hergestellt wurden, in der EU verbieten. Den einzelnen Staaten soll damit ermöglicht werden, entsprechende Produkte aus dem Verkehr zu ziehen.

„Diese Verordnung wird bei der Bekämpfung der modernen Sklaverei, von der Millionen von Menschen auf der ganzen Welt betroffen sind, einen echten Unterschied machen“, sagte der Handelskommissar Valdis Dombrovskis. Die Kommission nennt unter anderem die Landwirtschaft, Minen und die Textilindustrie als Branchen, in denen Fälle moderner Sklaverei häufig gemeldet werden.

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass nationale Behörden Ermittlungen zu Produkten aufnehmen müssen, die im Verdacht stehen, unter Zwangsarbeit hergestellt worden zu sein. Beweise können der Kommission zufolge Berichte von Nichtregierungsorganisationen sein oder auch Videos und Zeugenaussagen von Betroffenen. Erhärtet sich der Verdacht, dürfen die Produkte gar nicht erst auf den Markt oder müssen von den nationalen Behörden umgehend abgesetzt und entsorgt werden. Die Kommission will die Länder mit einer Plattform unterstützen, in der Erkenntnisse über einzelne Produkte gebündelt werden.

Der Sprecher der Nichtregierungsorganisation European Coalition for Corporate Justice (ECCJ) sieht aber auch Schwächen im Vorschlag der Kommission. Die Organisation setzt sich etwa dafür ein, dass europäische Unternehmen Verantwortung in Fragen der sozialen Gerechtigkeit übernehmen müssen. Kritisiert wird, dass Opfer von Zwangsarbeit in globalen Wertschöpfungsketten nicht entschädigt werden. Möglich sei es – das zeige ein ähnliches Gesetz in den USA.

Wegen Verstößen gegen Menschenrechte ist etwa das Exportland China schon lange im Fokus. Zuletzt hatte etwa das UN-Menschenrechtsbüro in einem Bericht erhebliche Vorwürfe gegen das Land wegen seines Umgangs mit der muslimischen Minderheit der Uiguren erhoben. Diese und andere Randgruppen würden etwa zur Arbeit verpflichtet. Auch in anderen Teilen der Welt – unter anderem in Europa – werden manche Arbeiter etwa auf dem Feld, auf dem Bau oder in der Prostitution nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen als moderne Sklaven ausgebeutet. Die Liste ist lang.

Neben den von der Kommission benannten 27,6 Millionen Zwangsarbeitern weltweit gibt es weitere 22 Millionen, die etwa in erzwungenen Ehen leben und dort vor allem als Hausbedienstete ausgenutzt werden. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für Migration (IOM) und der Walk Free-Stiftung, die sich gegen Sklaverei engagiert, hervor.

EU-Beamte hatten vorab darauf hingewiesen, dass sich die Verordnung explizit nicht gegen einzelne Firmen oder Regionen richte, sondern gegen konkrete Produkte. Dabei sei es unerheblich, welcher Anteil eines Produkts in Zwangsarbeit hergestellt wurde. Hingegen ist Zwangsarbeit im Dienstleistungssektor vom Gesetzesvorschlag nicht erfasst.

Der ECCJ-Sprecher sagte, dass Zwangsarbeit wegen dieses Gesetzesentwurfs daher wohl nicht abgeschafft werde. Außerdem gebe es strukturelle Schwierigkeiten, überhaupt an Daten zu kommen: „Wie sollen EU-Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften Zwangsarbeit in globalen Wertschöpfungsketten von EU-Unternehmen aufdecken, wenn die Daten dieser Lieferketten weder erfasst noch öffentlich zugänglich gemacht werden?“

Der Vorschlag der Kommission wird vermutlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft betont, dass es für Unternehmen langfristig ohnehin rufschädigend sei, mit Zwangsarbeit in Verbindung gebracht zu werden. Aber er sagte auch, dass andere Anreize als Gesetze Unternehmen zu verantwortungsvollerem Handeln führen könnten. Er befürchtet, dass das Gesetz zu mehr bürokratischen Kosten führen könnte – ohne entsprechenden Nutzen zu haben.

Die deutsche Position in Bezug auf unter Zwangsarbeit hergestellte Produkte ist klar. Werte und Interessen seien keine Gegensätze, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock kürzlich. „Weil nachhaltiger Wohlstand und Sicherheit mittel- und langfristig nur dort gelingen, wo die Rechte von Menschen gewahrt sind.“ Auf EU-Ebene wolle sich Deutschland dafür einsetzen, dass Produkte aus Zwangsarbeit nicht mehr in die EU gelangen dürfen.

Die EU-Staaten und das Parlament müssen sich nun jeweils auf eine Haltung zu dem Entwurf verständigen. Anschließend müssen beide Seiten miteinander über eine gemeinsame Position verhandeln. Das Gesetz soll nach einer Übergangsfrist von rund zwei Jahren in Kraft treten.