Was heißt es, Zuhause zu sein?

In der eigenen wie der fremden Wahrnehmung erscheint Muslim-Sein in Deutschland manchmal entortet und eher als eine Frage von Ideen und Konzepten. Die Tatsache, dass Muslime Teil eines Raumes beziehungsweise Ortes sind, diesen verändern und zu ihrem Zuhause machen, bleibt heute noch übersehen. Mit dieser Frage verbunden sind aktuelle Debatten über Identitäten und Zugehörigkeiten. Im folgenden Beitrag von Tarek Sourani gehen wir der Frage nach, was Beheimatung in der heutigen Zeit bedeuten kann.

07.08.2025 Tarek El Sourani 10 Min. Lesezeit

(iz). Vor ein paar Jahren zog ich aus Studienzwecken in eine neue Stadt, ein paar Autostunden von meinem Geburtsort und dem Haus meiner Eltern entfernt. Der Frühling ist hier eine schöne Zeit. Der Himmel ist in reinem Blau gemalt. Die tristen und grauen Fassaden der Gebäude, die nur einen kleinen Blick in den Himmel ermöglichen, werden durch die überlaufende Sonne vergoldet. Das satte Grün der Fußwege sprießt überall aus den Schlitzen, Ecken und Kanten. Sogar die Alltagsgeräusche, das Surren der Autos und das Dröhnen der Straßenbahnen klingt beinahe freundlich. Heute ist mir alles vertraut; die Dinge haben ihren Platz und ihre Ordnung und sind nach Jahren des Umgangs bekannt.

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