Wie funktioniert die „grüne Moschee“?

Eine Moschee ist mehr als ein Ort des Gebets, auch wenn dies ihre wichtigste Bestimmung ist. Da die islamische Lebensweise durch das Festhalten an der Lebensweise des Propheten Muhammad und der frühen muslimischen Gemeinschaft charakterisiert ist, die sich exemplarisch in Medina manifestierte, ist eben dieses zeitlose Vorbild, aber auch die spätere islamische Tradition im Leben […]

02.01.2023 Ali Kocaman 5 Min. Lesezeit

Foto: Morley von Sternberg

Eine Moschee ist mehr als ein Ort des Gebets, auch wenn dies ihre wichtigste Bestimmung ist. Da die islamische Lebensweise durch das Festhalten an der Lebensweise des Propheten Muhammad und der frühen muslimischen Gemeinschaft charakterisiert ist, die sich exemplarisch in Medina manifestierte, ist eben dieses zeitlose Vorbild, aber auch die spätere islamische Tradition im Leben und Denken eines Muslims auf eine Art und Weise gegenwärtig, die die physische, zeitliche Entfernung von hunderten Jahren gewissermaßen aufhebt.

Die zentrale Bedeutung des zweiten islamischen Pfeilers für die Glaubenspraxis eines Muslims wird durch folgenden Ausspruch des Propheten verdeutlicht: „Zwischen einem Menschen und Kufr (dem Bedecken der Wahrheit) steht das Unterlassen der Gebete.“ Die fünf täglichen Gebetszeiten richten sich nach dem Sonnenstand. Das wöchentliche Freitagsgebet muss gemeinsam verrichtet werden.

Es ist wichtig, zu wissen, dass eine Moschee, anders als etwa eine christliche Kirche, kein geweihter oder „geheiligter“ Ort ist, sondern ein Gebäude, das der Verrichtung des gemeinschaftlichen Gebets dient. Dazu gehört allerdings, dass der Boden sauber gehalten wird (in der Regel wird er mit Teppichen oder Matten ausgelegt), und es bestimmte Verhaltensregeln (Adab) für die Moschee gibt.

Auch die Moscheen und Gebetsräume in Deutschland werden überwiegend in Eigenarbeit von Muslimen errichtet beziehungsweise hergerichtet. In einem Hadith heißt es: „Wer um Allahs Willen eine Moschee baut, dem wird Allah ein Haus im Paradies bauen lassen.“ Die Moschee, die zum Vorbild für unzählige spätere wurde, entstand in Medina, der Stadt, in die der Prophet Muhammad mit den frühen Muslimen aus Mekka ausgewandert war und in der das erste muslimische Gemeinwesen entstand.

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