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111 mal Islam: Neues Buch beschreibt Berliner Orte

Ausgabe 343

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Foto: Shutterstock

Mit „111 Orte in Berlin, die vom Islam erzählen“ bietet der Emons Verlag neue und vertraute Perspektiven aus der Hauptstadt.

(iz). Die Mehrheitsgesellschaft und die muslimischen Gemeinschaften sind seit Oktober dieses Jahres erneut in eine Phase hitziger und zumeist abstrakter Islamdebatte(n) eingetreten.

Nur die wenigsten der Aspekte, die dabei kontrovers diskutiert werden, haben überhaupt etwas mit unseren Lebensrealitäten hierzulande zu tun. Vielmehr folgen sie dem seit langem etablierten Muster von Diskursen, deren Inhalte nicht durch direkte Anschauung und Erfahrung, sondern ausschließlich durch mediale Vermittlung bestimmt werden.

Berichterstattung Berlin Sehitlik Moschee Hof Iftar Fastenbrechen

Foto: Ömer Sefa

Berliner Orte auch durch Muslime und Islam beeinflusst

Was dabei unterbelichtet bleibt, ist das konkrete Leben von deutschen MuslimInnen sowie ihre greifbare physische und räumliche Existenz. Dies gilt auch für Orte und Räume, die teilweise islamisch geprägt sind oder auf die sich Bezüge herstellen lassen.

Ein Beispiel, wie es auch anders gehen kann, liefert die Neuerscheinung „111 Orte in Berlin, die vom Islam erzählen“ der beiden Autorinnen Bettina Gräf und Julia Tieke.

Ihr Buch erzählt von islamischer Geschichte und Gegenwart in der Hauptstadt. Sie stellen Orte, Plätze und Einrichtungen vor, an denen der Alltag gelebt wird – quer durch die Kieze, hin zu Menschen, Ideen und Institutionen. Das Buch beginnt mit einer Einführung in die Geschichte Berlins. 

Die ersten Muslime kamen im 18. Jahrhundert, als die Stadt ein Handels- und Kulturzentrum war. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die meisten aus der Türkei, Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika. Heute leben rund 500.000 Muslime in der Hauptstadt, das sind etwa 10 Prozent der Bevölkerung.

Foto: Moscheearchiv Wilmersdorfer Moschee

Vergangenheit und Gegenwart der Hauptstadt

Die folgenden 110 Kapitel des Buches stellen Orte vor, die für die islamische Vergangenheit und Gegenwart der Hauptstadt von Bedeutung sind. Dazu gehören Moscheen, Friedhöfe, Kulturzentren, Geschäfte und Restaurants.

Die Autorinnen hoffen, mit ihrem Buch einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und Stereotypen leisten zu können. Sie wollen Verständnis für die muslimische Kultur und Religion wecken und zu einem toleranten und respektvollen Miteinander in Berlin beitragen.

Sie erzählen Geschichten von Menschen, die den Islam hier leben und gestalten. Sie berichten von Traditionen und Bräuchen, aber auch von neuen Entwicklungen und Herausforderungen.

Das Buch ist reich bebildert mit Fotos von Mirka Pflüger. Es ist ein informativer und unterhaltsamer Reiseführer durch die muslimische Welt Berlins. Es bietet einen guten Einblick in die Vielfalt und Dynamik der muslimischen Gemeinde Berlins.

Bettina Gräf, Julia Tieke & Mirka Pflüger (Fotos), 111 Orte in Berlin, die vom Islam erzählen, Emons Verlag 2023, Taschenbuch, 240 Seiten, ISBN 3740815167, Preis: EUR 18,–