Debatte: Profit vor Leben? Industrie ist gegen Lockdowns
BERLIN (GFP.com). Die deutsche Wirtschaft setzt zur Profitmaximierung wegen des pandemiebedingten Einbruchs beim Inlandskonsum mit aller Kraft auf den Export und bejubelt die Absage zweier (!) Lockdown-Tage für die Industrie. Die für kommendes Wochenende ursprünglich geplante Osterruhe hätte deutschen Unternehmen „irreparable [...] Schäden“ zugefügt, behauptet der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI); ihre Absage […]
31.03.2021 .Redaktion 6 Min. Lesezeit
Foto: MQ-Illustrations, Adobe Stock
BERLIN (GFP.com). Die deutsche Wirtschaft setzt zur Profitmaximierung wegen des pandemiebedingten Einbruchs beim Inlandskonsum mit aller Kraft auf den Export und bejubelt die Absage zweier (!) Lockdown-Tage für die Industrie. Die für kommendes Wochenende ursprünglich geplante Osterruhe hätte deutschen Unternehmen „irreparable [...] Schäden“ zugefügt, behauptet der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI); ihre Absage durch Bundeskanzlerin Angela Merkel „zeugt von Größe“, heißt es beim Verband der Automobilindustrie.
Die zwei Arbeitstage tragen dazu bei, den deutschen Export zu steigern, der dank vieler Aufträge vor allem aus China und den USA kontinuierlich wächst und satte Gewinne verspricht, während der Inlandskonsum im vergangenen Jahr um sechs Prozent abstürzte und als Profitbringer ausfällt. Ökonomen diagnostizieren bereits eine Spaltung der deutschen Wirtschaft in exportorientierte Gewinner in der Industrie und auf den Binnenkonsum angewiesene Verlierer. Dass es auch wegen des Widerstands der Exportindustrie nicht gelingt, Maßnahmen zur Brechung der dritten Pandemiewelle durchzusetzen, kostet mutmaßlich Tausende Menschenleben.
Starker Export, schwacher Konsum
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln warnt in jüngsten Konjunkturprognosen vor einer zunehmenden ökonomischen Spaltung der Bundesrepublik. Während der Export aufgrund der raschen globalen Konjunkturerholung kräftig zulege, stagniere der Binnenkonsum weiterhin, heißt es in einer aktuellen Analyse des Instituts.
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