(iz). „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Dieser Leitspruch ist natürlich auch für uns Muslime gültig. Erfreulicherweise folgen dieser einfachen Maxime immer mehr junge Muslime. Sie erfüllen eigentlich alle VoraussetzunÂgen für eine aktive Rolle in der Gesellschaft. Es ist eine Generation, die vor allem teamfäÂhig ist. Sie hat weder ein Identitätsproblem, noch kann sie mit den alten Trennlinien der Ideologie und der Ethnien etwas anfangen.
Junge Muslime sind immer öfter die „Zahnräder“, die Moscheegemeinden oder die in die Jahre gekommenen Verbände mit der AußenÂwelt vernetzen. Mit einer gewissen NatürlichÂkeit beanspruchen sie heute ihren Platz in der Öffentlichkeit. An Universitäten organisieren sie – wie jüngst in Hamburg mit immerhin weit über 600 Teilnehmern – das Âgemeinsame Fastenbrechen und stellen klar, dass die islamische Lebenspraxis und ein geschulter IntelÂlekt durchaus zusammen gehören.
Es gibt viele innovative Projekte mit ungeheuÂrem Potential. Gearbeitet wird in den unterÂschiedlichsten Bereichen, wie beim Internetkanal „Muslime.TV“, in der Jugendarbeit des HDI oder neuerdings auch in einer islamiÂschen Handelsbörse. Inzwischen gibt es kaum eine größere Gemeinde, die keine ÖffentlichÂkeitsarbeit betreibt oder Führungen durch ihre Moschee anbietet. Oft genug werden Âdiese Begegnungen durch gut geschulte Jugendliche moderiert, ganz selbstverständlich in perfektem Deutsch. Die Liste dieser „jugendlichen“ Projekte ließe sich problemlos fortsetzen und für alle diese Initiativen gilt gleichermaßen: Frischer Wind tut gut.
In Potsdam gibt es ebenfalls eines dieser dynaÂmischen Projekte: Yayha Schröder ist ein junger Mann und betreut seit einem Jahr die Initiative „Suq“. Er wirbt auf TV-Kanälen und im Radio für „seinen“ Markt, der vier Mal im Jahr stattfindet und inzwischen zum etablierten Programm Potsdams gehört. Schröder geht es um zwei Dinge: Zum einen bringt ein islamischer Markt mit bis zu einhundert Händler alle Konfessionen und Kulturen ins Gespräch, zum anderen erklärt er die vergessÂene ökonomische Seite des Islam. Es wäre gut, wenn die jungen Leute in Deutschland auf einem „Marktplatz der Ideen“ ihre AktivitäÂten noch besser verknüpfen würden.
Unsere junge Köpfe, die in den Märkten, Halal-Betrieben, den Medien und in den Universitäten arbeiten, haben das Potential und den Drive, ein ganz anderes Image der Muslime in Deutschland zu transportieren. Wer etwas kreativ anzubieten hat, wird auf Dauer auch positiv angenommen. Wie gesagt: Frischer Wind tut gut!
Marktplatz der Ideen
Ausgabe 207