25 Jahre nach dem ersten NSU-Mord

„Behörden immer noch blind auf rechtem Auge“: Nach wie vor würden rassistische Tatmotive vorschnell ausgeschlossen. Aus den Fehlern der NSU-Mordermittlungen habe man kaum gelernt.

8.09.2025 .Redaktion 2 Min. Lesezeit
NSU Mord

Foto: <a href=https://commons.wikimedia.org/wiki/User:H-stt>Henning Schlottmann</a>/Wikimedia Commons | Lizenz: <a href=https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de>CC BY-SA 4.0</a>

Berlin (KNA) 25 Jahre nach dem ersten Mord des rechtsextremen Terrornetzwerks Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) seien Ermittlungsbehörden noch immer „auf dem rechten Auge blind“:

Das kritisiert Lorenz Blumenthaler von der Amadeu Antonio Stiftung auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

„Man hat sich anfangs Mühe gegeben, aus den Fehlern der NSU-Mordermittlungen zu lernen. Aber ich fürchte, die Lage bei Staatsanwaltschaften und Ermittlern ist heute ähnlich prekär wie in den 2000er Jahren“.

Collage: Jan Hrdonka, IZ Medien

Am 9. September 2000 verübte der NSU sein erstes Attentat auf den Großhändler Enver Simsek

Blumenthaler verweist auf den Brandanschlag in Solingen im August 2024, bei dem eine vierköpfige, türkisch-bulgarische Familie ums Leben kam. „Obwohl es eindeutige Hinweise auf die rechtsextreme Gesinnung des Täters gab, hat die Polizei früh ein rassistisches Motiv ausgeschlossen“, sagt der Pressesprecher. 

„Dabei ist genau das eine der Grundforderungen der NSU-Opfer und von zivilgesellschaftlichen Organisationen: ein rassistisches Motiv nicht vorschnell auszuschließen – erst recht nicht, wenn die Opfer einen Migrationshintergrund haben.“

Die Stiftung fordert, dass rechtsextreme Gewalt von Ermittlern und in Urteilen klar als solche benannt wird. „Behörden müssen fit genug sein, ein rechtes Tatmotiv zu erkennen“, sagt Blumenthaler. Dafür seien auch Schulungen von Polizisten nötig – etwa, was das Erkennen aktueller rechtsextremer Codes angehe.

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