Was passiert, wenn Religionen sich zusammentun? In Zürich arbeiten christliche und muslimische Seelsorger Hand in Hand. Das Modell soll jetzt Schule machen – auch außerhalb der Schweiz.
(KNA). In einer Zeit, in der Religion in der Gesellschaft an Einfluss verliert, gewinnt die interreligiöse Zusammenarbeit in der Seelsorge zunehmend an Bedeutung. Besonders eindrücklich zeigt sich dies im Kanton Zürich: Dort koordinieren christliche und muslimische Seelsorger gemeinsam ein Modellprojekt, das nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch weit darüber hinaus Strahlkraft entfalten soll.  Von Magdalena Thiele
„Wir sind jetzt bereit, unser Wissen und unsere guten Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Muris Begovic, Präsident der Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich (VIOZ).
Dass hier Christentum und Islam gemeinsam am Krankenbett stehen, ist keine Selbstverständlichkeit – und gerade deshalb wirkungsvoll. Der Anstoß war kein rein spiritueller, sondern politisch motiviert, erläutert Sabine Zgraggen, Theologin und Dienststellenleiterin der Spital- und Klinikseelsorge der Katholischen Kirche des Kantons:
„Der gestiegene Anteil der muslimischen Bevölkerung in der Schweiz hat die Religionsministerin dazu veranlasst, für mehr Gerechtigkeit und ein friedliches Miteinander unter den Religionen zu sorgen – auch in finanzieller Hinsicht.“
Dass muslimische Seelsorgende nun bezahlt in Krankenhäusern arbeiten können, ist für sie ein wichtiger Fortschritt. Von ihrem Team sei schon zuvor auf Wunsch eines Patienten ein Imam gerufen worden.
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