Geschichte: Krimtataren zwischen den Roten und den Weißen

Revolution und Bürgerkrieg machten die Krim zum umkämpften Schauplatz im zerfallenden Russland. Zwischen Roten, Weißen und fremden Armeen gerieten die Krimtataren in einen Krieg, in dem ihre Heimat vor allem als strategische Beute galt – mit Terror, Plünderung und Hunger als Folgen.

27.09.2026 .Redaktion 8 Min. Lesezeit
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Foto: ethnomuseum.ru/Wikimedia Commons | Lizenz: Public Domain

(iz). Vor etwas mehr als hundert Jahren brach das Russische Reich zusammen, und das Land wurde vom Bürgerkrieg erfasst. Die Krim – die Heimat der Krimtataren – war dabei keine Konfliktpartei, sondern seine Beute. Von Elvira Kamil

Innerhalb von drei Jahren wechselte die Macht auf der Halbinsel mehrfach: Bolschewiki, ukrainische und deutsche Truppen, die Weiße Armee – und wieder die Roten.

Keine der Seiten kämpfte für die Krimtataren oder nahm sie als Volk ernst; jede nutzte lediglich ihr Land, ihre Ernte und ihre Menschenleben für den eigenen Kampf.

Die Geschichte der Revolution und des Bürgerkriegs auf der Krim wird oft auf das Schicksal herausragender Persönlichkeiten wie Noman Çelebicihan und seinen Märtyrertod reduziert.

Nicht weniger wichtig ist jedoch das Schicksal des gesamten krimtatarischen Volkes, das sich in dieser Zeit erneut zwischen zwei Feuern wiederfand. Weder die Roten noch die Weißen wurden zu Verbündeten, und das Streben nach nationaler Selbstbestimmung wurde von der Auseinandersetzung mehrerer Mächte zerschlagen.

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