Über Kunst und Gott: „Eine Tochter der Freiheit“

Kunst: Ohne den Bezug zur Schönheit droht die islamische Lebenserfahrung in einem kalten System von Gesetzen zu erstarren.

05.12.2023 Abu Bakr Rieger 8 Min. Lesezeit
Kunst

Foto: Faris, Shutterstock | Lizenz: Shutterstock, erworben

(iz). Seit Menschen denken, beschäftigt sie das Phänomen der Schönheit. Warum findet man etwas schön, unter welchen Voraussetzungen erfahren wir das Schöne und wie stehen wir heute zu den Werken der Klassik? „Wer mit dem Schönen und Göttlichen umgeht, wird selbst schön und göttlich“, lehrte Platon.

Nach seiner Philosophie erkennt der Mensch das Erhabene in sich und Anderen, dann in den Seelen und so findet er zu der übergeordneten, allgemeinen Idee des Schönen. Über viele Jahrhunderte waren diese Erfahrungen mit der Existenz des Göttlichen verknüpft. Bis in die moderne Dichtung war dieser Leitgedanke stets präsent. „Alle, die in Schönheit gehn, werden in Schönheit auferstehn“, heißt es in einem Gedicht Rainer Maria Rilkes.

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