Osteuropas Geschichte sähe ohne muslimischen Anteil anders aus

Niemals gab es ein Osteuropa ohne Islam. Es verdankte seine Existenz der Mischung von Sprachen, Kulturen und – vielleicht vor allem anderen – von Religionen. Hier ist der Treffpunkt von aschkenasischen und sephardischen Juden, eines bewaffneten Islam und kreuzzüglerischen Christentum, von byzantinischen Mystikern und Sufi-Heiligen. Von Jacob Mikanowski Einstmals wäre diese Vielfalt augenscheinlich gewesen. Ein Besucher […]

05.09.2021 .Redaktion 8 Min. Lesezeit

Foto: Tharik Hussain | Lizenz: Urheber genannt, Nutzungserlaubnis nicht dokumentiert

Niemals gab es ein Osteuropa ohne Islam. Es verdankte seine Existenz der Mischung von Sprachen, Kulturen und – vielleicht vor allem anderen – von Religionen. Hier ist der Treffpunkt von aschkenasischen und sephardischen Juden, eines bewaffneten Islam und kreuzzüglerischen Christentum, von byzantinischen Mystikern und Sufi-Heiligen. Von Jacob Mikanowski

Einstmals wäre diese Vielfalt augenscheinlich gewesen. Ein Besucher von Vilnius im 17. Jahrhundert hätte sechs Sprachen auf der Straße gehört. Und konnte Gebete in fünf weiteren hören. Die Stadt hatte Kirchen für fünf Konfessionen sowie eine Synagoge und eine Moschee. Beispiele für „litauische“ Moscheen gibt es heute noch in Polen und in Belarus. Hölzern und rechteckig sehen sie aus wie Dorfkirchen. Der einzige Unterschied ist das Dach: ein kleiner silberner Halbmond statt eines Kreuzes.

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